22.05.2022 22.05.2022:

Tage der Deutschen Kulturvielfalt – Kulturfest in Altenfurt/Nürnberg am Sonntag

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Der letzte Tag des vielfältigen Kulturprogramms – Koordination: Banater Schwaben – begann mit einem Gottesdienst in der Kirche Sankt Sebald in Nürnberg-Altenfurt, gestaltet vom Gemeindereferenten Lucian Mot. Dieser betonte unter anderem die Bedeutung von Herkunft und Tradition der Deutschen aus dem weiten Osten sowie den großen Wert des christlichen Zusammengehörigkeitsgefühls. Am Ende des Gottesdienstes gab es einen festlichen Trachtenumzug.
Ausgehend von den lebensprägenden Begriffen Liebe, Glück und Heimat führten die Moderatoren Ramona Kiefer und Alexander Zimmermann von den Banater Schwaben („Wer ohne Heimat ist, ist wie ein Grashalm ohne Wurzel, das vom Wind getrieben, trocknet und welkt.“) in das Programm ein und hoben die Bedeutung der Tage der deutschen Kulturvielfalt und das Engagement der einzelnen Landsmannschaften und Initiativen hervor. Herzlich begrüßten sie Oberbürgermeister Marcus König, den Vizepräsidenten des Bayerischen Landtags Karl Freller (CSU) und die Stadträtinnen Helmine Buchsbaum und Rita Heinemann (beide CSU), sowie Annette Folkendt, Kreisverbandsvorsitzende der Siebenbürger Sachsen.
OB Marcus König erfreute das Publikum mit lobenden Worten zum großen Anlass der Tage der deutschen Kulturvielfalt. „Kultur, Tradition und Brauchtum trägt zu Völkerverständigung bei.“ Im Prozess des vielschichtigen Handelns seien „junge Gesichter und Gesichter, die viel Erfahrung haben,“ gemeinschaftlich tätig, die Aufnahme von bisher 7500 Flüchtlingen aus der Ukraine sei ein gelungenes Gemeinschaftswerk. „Wir schaffen es gemeinsam friedlich, demokratisch, in Vielfalt.“
Nach einem besonderen Kompliment an die Trachtenträger(innen) – „eine Augenweide“ – erinnerte Karl Freller, dass Bayern „früh klar Ja zu den Vertriebenen und Aussiedlern“ gesagt habe, die für den Freistaat eine „wertvolle Bereicherung“ waren und sind. Dieses „win-win-Modell“, müsse trotz Ukrainekrieg weitergeführt werden. Im Hinblick auf den Dreiklang Liebe, Glück und Heimat zitierte er abschließend Karl Jaspers: „Heimat ist da, wo ich verstehe und verstanden werde.“

Anschließend erwartete die Gäste ein Fest, musikalisch umrahmt von der Siebenbürger Blaskapelle Nürnberg (Leitung: Michael Bielz) sowie tänzerischen Darbietungen, unter anderem von der Nürnberger Banater Trachtentanzgruppe, der Tanzformation „Surprise“ der Tanzschule Franz Hof oder der Volkstanzgruppe der Egerländer Gmoi Nürnberg.
In der Kirche konnten die Besucherinnen und Besucher des Festes die Wanderausstellung des Bayerischen Kulturzentrums der Deutschen aus Russland in Nürnberg, „Einblicke in das religiöse Leben der Russlanddeutschen“, konzipiert von Dr. Olga Litzenberger, bestaunen und sich ausgiebig über die Geschichte des Glaubens der Deutschen aus Russland informieren.
Bei bestem Wetter, leckerem Essen und Getränken nutzten die Gäste die Gelegenheit zum intensiven Austausch, aber auch zum Netzwerkern. So ließ sich das bunte Programm und die festliche Stimmung umso mehr genießen. Die Mitarbeiter der Pfarrei und die Chormitglieder, die auch im Gottesdienst gesungen hatten, fühlten sich neben den Trachtenträgern sehr wohl. Das Kennenlernen und das Miteinander wurden sehr geschätzt. Begeistert waren alle Anwesenden auch vom abschließenden „Gemeinsamen Singen“ von Volksliedern unter der Leitung von Rosel Potoradi. Unterstützt wurde sie von der Akkordeonspielerin Hermine Schuller-Bögelein. Dafür wurden Liederblätter ausgeteilt und alle Singfreudigen stimmten mit ein. Mit „Bis bald auf Wiedersehn“ verabschiedeten sich alle Gäste und dankten den Organisatoren, speziell für dieses Fest den Banater Schwaben des VB aus Nürnberg. Fazit: Der Auftakt der Tage der deutschen Kulturvielfalt lässt uns hoffnungsvoll nach vorn blicken!

Katharina Martin-Virolainen / Horst Göbbel