26.05.2006:

Kinderfest im HdH

Kinderfest im Haus der Heimat am 26. Mai 2006

Mehr als ein Kinderfest

Geplant war ein Gartenfest für die Kinder aus den Verbänden des Vereins Haus der Heimat. Ein Kindermusical, Gesang und Märchenstunde sollten die Kinder sinnvoll beschäftigen und deren Eltern sollten sich beim gemütlichen Beisammensein kennen lernen.

Mit dichtem Regen und ungemütlicher Kälte hatten die Organisatoren Ende Mai nicht gerechnet. Da Garten und Zelte nicht in Frage kamen, wurden für die angemeldeten rund 100 Kinder und 90 Eltern kurzerhand alle Räume und Flure zur Verfügung gestellt: Die Kinder verfolgten das Musical „Der Kaiser und die Nachtigall“ im Seminarraum zum Teil auf dem Fußboden sitzend, die Eltern genossen Kaffee und Kuchen zum Teil an Tischen, die in den Fluren aufgestellt waren. Kein Problem, wenn dadurch den Kindern eine Freude gemacht werden kann!

Und Freude hatten die Kinder. Aber nicht nur sie! Erst bei der Aufführung des Kindermusicals durch die Kinder- und Jugendgruppen des Hauses der Heimat unter der Leitung von Olga Philipp. Die improvisierte Bühne machte eine sonst kaum zu erreichende Nähe zu den jungen Darstellern möglich und entführte die Kleinsten schon schnell in eine wunderbare Märchenwelt, nämlich an Kaisers Hof. Die Schulkinder guckten neugierig auch hinter die Kulissen. Einige von ihnen sangen schon bald das Lied des Hofstaates mit. Und sie warteten gespannt bis zum 7. Tag, ob der Kaiser endlich sein Glück findet und wieder lachen kann. Bei den Schauspielern legte sich bald die anfängliche Aufregung und sie genossen sichtlich die Aufmerksamkeit und Spannung der kleinen Zuschauer. Die Sicherheit und Natürlichkeit der jungen Künstler übertrug sich auf das Publikum und man freute sich gemeinsam an den märchenhaften Klängen und Vorgängen. Eng zusammen sitzend und am Faden der Glücks für den Kaiser spinnend, ergab sich ein friedliches Gemeinschaftsgefühl.

Nach einem kleinen Imbiss für die Kinder, traf man sich wieder im Seminarraum, wo die Kinderdisko losging. Die Kindergruppen von Olga Philipp sangen fetzige Lieder und ließen Kinderherzen höher schlagen. Leuchtende Augen und wippende Füße, Mitklatschen und Wiegen – die Kinder folgten gebannt den Musikspatzen und dem Kinderchor. Alexander Philipp, der Tonmeister, reagierte gekonnt auf die Stimmung im Saal und so manche Eltern staunten nicht schlecht über den Eifer und die Faszination ihrer Sprösslinge.

Während danach die Jugendgruppe „remix“ so richtig einheizte und alle Altersstufen mitriss, saßen in einem anderen Raum rund 20 Kinder um Lothar Blickling, der Banater Bauernmärchen vorlas und einige Fehleinschätzungen zurechtrückte, z.B., dass es auf dem Bauernhof normalerweise keine Löwen gibt.

Die Stimmung im Haus war ausgezeichnet. Inzwischen tanzten Mütter mit den Kindern, einige Mädchen Line-Dance und die Kleinsten Rucki- Zucki. Väter zückten immer wieder Fotoapparat und Kamera. Der Ententanz brachte alle ins Schwitzen und ein begeistertes Kindergartenmädchen weinte dicke Tränen, als es für den Nachhauseweg von der Tanzfläche geholt wurde. Zu Recht, denn die Party ging noch lang weiter. Alt und Jung schwang fröhlich das Tanzbein und ließ ein großes schönes Kinderfest gebührend ausklingen. Die Organisatoren freuten sich riesig über die entschlossene Zusage mehrerer Kinder, im nächsten Jahr gewiss wieder dabei sein zu wollen.

Doris Hutter