03.02.2009:

Informationsveranstaltung: „Interkultureller Garten in Langwasser“

Kommunikation, Kooperation und neue Perspektiven

Die öffentliche Informationsveranstaltung zum Thema Interkultureller Garten in Langwasser am 3. Februar im Haus der Heimat Nürnberg wurde von Michaela Schremser, Stadtteilkoordinatorin von Nürnberg-Langwasser und Hiltrud Gödelmann vom Umweltamt der Stadt Nürnberg organisiert.

Interkulturelle/internationale Gärten entstehen in Deutschland seit den 1990-er Jahren. Die Grundidee ist stets, Menschen aus verschiedenen Kulturen und sozialen Hintergründen durch die gemeinsame Pflege des Gartens/der Gartenbereiche in Kontakt zu bringen und dadurch ein Stück Hoffnung und soziales Miteinander wachsen zu lassen. Die Erfahrungen sind bei den inzwischen über 60 sehr unterschiedlichen Initiativen in vielen (Groß)-Städten überaus positiv. „Ebenso wichtig wie der Reichtum an Blumen, Kräutern und Früchten ist das, was in den Gärten außerdem noch produziert wird: Kommunikation, Kooperation und neue Perspektiven.“ (Stiftung Interkultur)

Seit 2005 sind Interkulturelle Gärten auch in Nürnberg ein viel diskutiertes und noch nicht realisiertes Thema. Aktuell sind drei (bis fünf) Standorte in Langwasser im Gespräch. Das Stadtteilforum Langwasser hat in seiner Tagung im November 2008 entschieden, die Entstehung eines Interkulturellen Gartens in Langwasser zu fördern. Als kulturell verschieden erkennen wir unterschiedliche Lebensentwürfe, Erfahrungen und Ausdrucksformen von z.B. Zugewanderten und langjährig Beheimateten, alten und jungen Menschen, von Behinderten und Nicht-Behinderten.

Es erschienen rund 30 interessierte Menschen aus verschiedenen Einrichtungen, aus Parteien und dem Bürgerverein Langwasser, Mieter und Eigentümer in Langwasser. Nach der Begrüßung durch die Geschäftsleiterin Doris Hutter, die die Aussiedler vertrat, führte Michaela Schremser ins Thema ein und zeigte u.a. Bilder der schon bestehenden Gärten, die unter http://www.stiftung-interkultur.de eingesehen werden können. Hiltrud Gödelmann berichtete von den Bemühungen der Stadt Nürnberg und dem Stand der Ermittlungen. Die Unterstützung durch städtische Dienststellen ist zugesagt. Rudi Viertel vom Gartenbauamt stellte das 1.000 qm große Grundstück an der Ecke Glogau-er/Breslauerstraße vor, das sehr günstige Voraussetzungen hat. Allerdings gibt es noch viele ungeklärte Probleme, wie z.B. befürchteter Vandalismus, Toilettenanlagen, Parkplätze oder Verantwortlichkeiten. Allerdings, fand die Mehrheit der Teilnehmer, seien das lösliche Probleme. Sehr günstig ist an dem Standort der bestehende Wasseranschluss, die ideale öffentliche Verkehrsanbindung und das Vorhandensein von nahe gelegenen Institutionen wie z.B. Schule und Hort. Mögliche Fragen und Klagen wurden in den Raum gestellt, um realistische Lösungsansätze zu überlegen. Eine grundlegend positive Stimmung, das Experiment zu wagen, machte sich breit, doch wurde festgestellt, dass zum Werben von Betreibern des Gartens noch zu wenig Konkretes feststand. Ein wichtiges Ziel der Veranstaltung, einen Initiativkreis zu gründen, der die weiteren Planungen verantwortlich vorantreibt, wurde erreicht. Das Haus der Heimat gehört dazu. Dieses Kernteam trifft sich schon am 16. Februar zur konstituierenden Sitzung.

Doris Hutter