20.05.2022 20.05.2022:

Tage der Deutschen Kulturvielfalt – Eröffnung am Freitag

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Deutsche Kulturvielfalt mit Hochgenuss
In Nürnberg feiern Deutsche aus Osteuropa schwungvoll

Statt Aussiedlerkulturtage feiern wir ab heuer in Nürnberg „Tage der deutschen Kulturvielfalt“.  Ihr Debut vom 20. bis 22. Mai unter der Schirmherrschaft von Oberbürgermeister Marcus König war ein voller Erfolg. Die Besucherinnen und Besucher erwartete ein spannendes und vielfältiges Kulturprogramm. Musik, Literatur, Theater, Bildende Kunst, Tanz, Begegnung, Gottesdienst, Gaumenfreuden waren organisch miteinander verwoben und betonten die Vielfalt (auch) der deutschen Kultur der aus Osteuropa und von den Gebieten der früheren Sowjetunion stammenden Deutschen.

Trotz Ukraine-Krieg und sonstiger Widrigkeiten meinte Horst Göbbel, der Vorsitzende des Hauses der Heimat in seiner Begrüßung im erweiterten Haus wir alle hätten weiterhin gute Gründe, uns Zukunft zuzutrauen. Er forderte dazu auf, keinesfalls russisch sprechende Menschen auszugrenzen. Er betonte: „Ich lehne Putins Politik, nicht Putins russisches Volk oder die große russische Kultur ab.“

Die Moderation der Eröffnungsfeier am Freitagabend übernahm Hildegard Steger, Mitglied im Vorstand des HdH. Sie begrüßte die zahlreich erschienenen Besucherinnen und Besucher sowie mehrere Ehrengäste aus der Politik, deren Grußworte, die alle auch die Betroffenheit durch den Aggressionskrieg Putins beinhalteten, mit viel Applaus bedacht wurden. Als Vertreterin von Oberbürgermeister König betonte Elisabeth Ries, Nürnbergs Sozialreferentin, in ihrem wertschätzenden Grußwort den Gedanken des Miteinanders, des gegenseitigen Respekts, der Vielfalt im Zusammenhang mit europäischer Gesamtverantwortung (EU: „In Vielfalt vereint!“).

Verena Osgyan, Mitglied des Bayerischen Landtages für Bündnis 90/ Die Grünen, freute sich wie alle, dass wir nun nach pandemieharten Monaten wieder kulturell aktiv sein dürfen. Sie wünscht einen neuen „Kraftakt der Ehrenamtlichen“ bei der Umsetzung von Kulturvielfalt und fügt hinzu: „Wir brauchen Sie auch als Brückenbauer zu Kulturen, die Sie aus den alten Heimaten kennen.“

Stadträtin Diana Liberova von der SPD merkt, dass das Haus der Heimat mit seiner Vielfalt immer mehr auch ein „Haus der Solidarität und des Miteinanders“ wird und dankt u.a. für die aktuelle Unterstützung der Ukraine-Flüchtlinge. Stadträtin Helmine Buchsbaum von der CSU drückt ihre Begeisterung über den Begriff Kulturvielfalt aus und zählt nochmals auf, was dies für sie ist: „Vielfalt ist Kunst, es ist Musik, es ist Literatur, es ist Theater, es ist Glaube, es ist Gottesdienst, es sind die Volkstrachten und es sind die Volkstänze, nicht zuletzt die Bäckerkipfel – das ist alles wie ein Regenbogen, wo die Farben ineinander schwingen.“ Ihr Schlussappel lautete: „Begegnen wir uns mit Offenheit, Achtsamkeit und Nächstenliebe.“ Ein Grußwort von Sylvia Stierstorfer, der Beauftragten der Staatsregierung für Vertriebene u. Aussiedler in Bayern, wurde von Hildegard Steger vorgelesen.

Nach dem Auftakt erzählten Malschülerinnen des Kunstkurses von Irina Trautwein, wie ihre „Zaun-Kunstwerke“ während der Baumaßnahmen am Haus der Heimat entstanden sind. Autorin und Kulturschaffende Katharina Martin-Virolainen hielt einen sehr überzeugenden Vortrag zum Thema „Geschichte als Schlüssel zur Gegenwart“. Sie berichtete darin über ihre Erfahrungen auf dem Gebiet der Völker- und Verständigungsarbeit, sowie Projekten zur kulturellen und geschichtlichen Aufarbeitung, die eng mit Kinder- und Jugendaktivitäten verknüpft sind. Musikalisch umrahmt wurde die Veranstaltung durch Musiker Oleg von Riesen, der mit einem Potpourri am Klavier sowie mit gesanglichen Darbietungen der Lieder „Himmelsring“ von Heinrich Rahn und „Erinnerung“ von Nora Pfeffer, das anwesende Publikum begeisterte.

Nach dem offiziellen Programm erwartete die Gäste ein Stehempfang mit feinen Spezialitäten von Lilit Grigorean, die im Haus der Heimat die Gruppe „Geschickte Hausfrau“ leitet. Bei leckeren Häppchen, Sekt, Wein und Gesprächen ließen die Gäste den Abend ausklingen.

Horst Göbbel, Katharina Martin-Virolainen