40 Jahre “Tage der Deutschen Kulturvielfalt der Stadt Nürnberg”

Eröffnet wurde die Veranstaltung in der Paul-Gerhardt-Kirche in Langwasser mit einem ökumenischen Gottesdienst – einem besonderen Auftakt. Die Geschäftsleiterin des Hauses der Heimat Nürnberg, Natalie Keller, begrüßte herzlich die Trachtengruppen, Ehrengäste, Kirchenmitglieder sowie alle Besucherinnen und Besucher. Für eine lebendige Atmosphäre sorgte die Predigt der beiden Geistlichen, Pfarrer Joachim Habe und Diakon Braun, die in diesem Jahr in lockerer Dialogform über das Thema „Miteinander“ trotz unterschiedlicher Religionszugehörigkeiten sprachen. Musikalisch umrahmt wurde der Gottesdienst von der Singgruppe der Oberschlesier unter der Leitung von Alice Krusel mit den Liedern „Sing mir ein Halleluja“ und „Von guten Mächten wunderbar geborgen“.

Im Anschluss zog die Festgemeinschaft geschlossen zum nahegelegenen Haus der Heimat Nürnberg. Der Festplatz war bereits am Vortag von engagierten freiwilligen Helferinnen und Helfern der Mitgliedsgruppen unter der Leitung des Hausmeisters Eugen Vetter mit Zelten und Biertischgarnituren vorbereitet worden.

Schon von Weitem wurden die Ankommenden von der Siebenbürger Blaskapelle Nürnberg unter der Leitung von Michael Bielz mit schwungvoller Marschmusik empfangen, die sofort für eine einladende Stimmung sorgte. Die Banater Trachtenträger führten den Trachtenaufmarsch an. Trotz des begrenzten Platzes fanden alle Mitwirkenden und Gäste einen Sitzplatz unter den Zelten. Die farbenprächtigen Trachten boten ein beeindruckendes Bild und wurden gerne fotografiert.

In einer Musikpause richtete Karl Freller, Vizepräsident des Bayerischen Landtages a. D., ein Grußwort an die Anwesenden. Als langjähriger Unterstützer des Hauses der Heimat und stellvertretendes Mitglied im ehrenamtlichen Vorstand betonte er die Bedeutung solcher Veranstaltungen. Sie zeigten den Zusammenhalt der zugewanderten Deutschen aus verschiedenen Herkunftsländern, die ihre kulturellen Traditionen in der neuen Heimat pflegen und präsentieren. Dies sei eine Bereicherung – nicht nur für Nürnberg, sondern für ganz Deutschland.

Es folgte eine Imbisspause, in der sich die Besucherinnen und Besucher stärken konnten. Für Speisen und Getränke sorgte die Landsmannschaft der Deutschen aus Russland Nürnberg mit einer Grill- und Getränkestation. Im Gemeinschaftsraum betreute die HdH-Gruppe „Die Wissbegierigen“ mit großem Engagement die Kaffee- und Striezelstation, während die Theatergruppe des Hauses den Küchendienst übernahm. Unterstützung kam zudem von Helferinnen und Helfern der Siebenbürger Sachsen, die an der Kasse tätig waren.

Der zweite Teil des Kulturprogramms wurde von Eduard Fischer, Vorstandsmitglied des Hauses der Heimat, moderiert. Die jüngste Sängergruppe des Hauses, „Lichterkette“ unter der Leitung von Oxana Jurk, begeisterte das Publikum mit ihrem mitreißenden Lied „Aufstehen, aufeinander zugehen“.

Die anwesenden Ehrengäste aus Politik sowie aus Verbänden der Aussiedler und Vertriebenen wurden namentlich begrüßt. Die Grußworte von Stadträtin Diana Liberova, als Vertreterin des Oberbürgermeisters Marcus König, sowie die Rede der Bezirkstagsabgeordneten Sabine Knuhr-Weininger fanden großen Anklang und berührten die Zuhörerschaft.

Es folgten die Auftritte verschiedener Singgruppen:
Tatjana Gettich, die seit zehn Jahren die HdH-Singgruppe leitet, präsentierte mit ihren Sängerinnen die Lieder „Harmonie führt uns zusammen“ und „Wo man singt“. Die Gruppe, zu der auch Mitglieder der Theatergruppe gehören, ist ein fester Bestandteil vieler Veranstaltungen im Haus der Heimat.

Auch die Singgruppe „Heimatklänge“ der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland Nürnberg unter der Leitung von Charlotte Kirchmeier begeisterte mit einem Potpourri russlanddeutscher Volkslieder.

Besondere Anerkennung erhielt der Siebenbürgische Chor aus Fürth unter der Leitung der 93-jährigen Rosel Potoradi. Die Stücke „Grüß Gott, du schöner Maien“ und „Heureigen“ wurden eindrucksvoll dargeboten und sorgten für einen stillen, bewegenden Moment im Publikum.

Ein weiterer Höhepunkt war der 30-köpfige Chor des Siebenbürgischen Liederkranzes Nürnberg unter der Leitung von Martin Miess. Mit den Liedern „Ein schöner Tag“ und „Die Rose“, einfühlsam begleitet am Klavier von Brigitte Sekes, berührte der Chor die Zuhörerinnen und Zuhörer tief.

Witterungsbedingt mussten einige Tanzgruppen ihre Auftritte absagen. Dennoch präsentierte die Tanzgruppe Fischer zum Abschluss einen Tanz und lud anschließend das Publikum zum Mitmachen ein.

Zum Ausklang dankte Annette Folkendt, Vorsitzende des VB der Siebenbürger Sachsen Nürnberg und Mitarbeiterin im Haus der Heimat Nürnberg, allen Mitwirkenden, Leiterinnen und Leitern der Kulturgruppen sowie den zahlreichen Helferinnen und Helfern. Gemeinsam stimmten alle das Abschlusslied „Kein schöner Land“ an, begleitet von Hermine Schuller-Bögelein am Akkordeon.

Der einsetzende Regen bildete schließlich den Schlusspunkt der Veranstaltung. Zufrieden und dankbar traten die rund 300 Gäste den Heimweg an. Auch die Organisatoren und Helfenden zeigten sich erfreut über den gelungenen Tag.

Zum Abschluss äußerten sich die langjährigen Besucherinnen Olga Vetter und Lydia Pastarnak mit den Worten:
„Ein sehr schönes, fröhliches und friedliches Bild in der heutigen unruhigen Zeit. Es war wieder ein besonderes Erlebnis. Allen Organisatoren, Teilnehmern, Helferinnen und Helfern sowie den Kulturgruppen sprechen wir unseren herzlichen Dank aus.“

Annette Folkendt

Bilder: Annette Folkendt, Haus der Heimat e.V.


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