Literatursalon in Nürnberg: Erinnerung, Herkunft und die Geschichten unserer Familien

Alisha Gamisch: Parasiti

In ihrem Debütroman „Parasiti“ erzählt Alisha Gamisch von drei Generationen russlanddeutscher Frauen zwischen Sibirien und Deutschland. Als die Großmutter plötzlich verstummt, beginnt die Enkelin, Fragen zu stellen und sich mit der Geschichte ihrer Familie auseinanderzusetzen. Dabei treten Erinnerungen, Familiengeheimnisse und verdrängte Erfahrungen zutage.

Gamisch verbindet persönliche Geschichten mit Fragen nach Herkunft, Identität und dem Erbe vergangener Generationen. Ihr Roman zeigt, wie historische Erfahrungen in Familien fortwirken und das Leben der Nachgeborenen prägen können.

Georg Smirnov: Das Haus meiner Eltern in Eden

Auch Georg Smirnov widmet sich in seinem Gedichtband „Das Haus meiner Eltern in Eden“ den Spuren der Vergangenheit. Seine Lyrik kreist um familiäre Erinnerungen, Herkunft und Heimat – vor dem Hintergrund von Verfolgung, Deportation, Flucht und Krieg.

In poetischen Bildern nähert sich Smirnov den Brüchen der Familiengeschichte und der Frage, was von einem Ort, einer Erinnerung oder einem Zuhause bleibt. Seine Texte eröffnen einen persönlichen Zugang zu Erfahrungen, die über das individuelle Leben hinausweisen, und fragen danach, wie sich Verlust und Zugehörigkeit in Sprache fassen lassen.

Zwei Bücher, viele Perspektiven

Ob im Roman oder in der Lyrik: Beide Werke setzen sich mit den Spuren der Vergangenheit in der Gegenwart auseinander. Sie erzählen von familiären Bindungen, von Brüchen und Neuanfängen und davon, wie sehr unsere Vorstellungen von uns selbst durch die Geschichten anderer geprägt werden.

Beim Literatursalon bietet sich die Gelegenheit, die Autorin und den Autor und ihre Bücher kennenzulernen, Einblicke in ihre literarische Arbeit zu gewinnen und miteinander ins Gespräch zu kommen. Moderiert wird der Abend von Natalie Keller und Artur Rosenstern.

Wir laden alle Literaturinteressierten herzlich zu einem Abend voller Literatur, Austausch und neuer Perspektiven ein.


Die Veranstaltung wird gefördert durch das Bayerische Sozialministerium für Familie, Arbeit und Soziales und durch das Kulturreferat der Stadt Nürnberg.


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Vortrag mit Dokumenten und Fotos: Auf den Spuren der eigenen Familiengeschichte