Jugend- und Kulturfahrt nach Straßburg und in den Europa-Park  – Lernen, Lachen und Loopings

Mit rund 25 Jugendlichen aus den verschiedenen Gruppen des Hauses der Heimat, drei Betreuerinnen sowie unserem Busfahrer Rainer ging es los Richtung Frankreich. Und Rainer? Absoluter Ehrenmann. Nicht nur, dass er uns sicher durch halb Europa chauffierte – er wusste auch ganz genau, was Jugendliche glücklich macht. Der obligatorische Stopp bei McDonald's war dafür wohl der beste Beweis. Mit gefülltem Bauch, nach dem einen oder anderen Powernap und einem prickelnden Getränk war es Zeit, die Gehirnzellen etwas zu aktivieren. Mithilfe eines Quiz beschäftigten wir uns mit der Europäischen Union. Wie entstand sie? Wer gehört dazu? Welche Aufgaben hat die EU? Und welchen Einfluss hat sie eigentlich auf unser Leben?

Gemeinsam konnten wir alle 27 Mitgliedstaaten aufzählen – auch wenn zwischendurch kreative Vorschläge wie „Sylt“ auftauchten, die aber mit einem „Schere“ direkt wieder revidiert wurden. Dabei lernten wir, dass wir als EU-Bürgerinnen und EU-Bürger die 720 Abgeordneten des Europäischen Parlaments direkt wählen. Diese entscheiden gemeinsam mit dem Rat der Europäischen Union über viele Gesetze, die unseren Alltag beeinflussen.

Foto: Annette Folkendt

Bevor wir aber mit unserem neu erlangten Wissen die Führung durch das Parlament antraten, besichtigten wir zunächst das Straßburger Zentrum. Das berühmte Münster, die romantischen Gassen und die vielen kleinen Cafés sorgten dafür, dass die Stadt bei allen einen bleibenden Eindruck hinterließ. Natürlich durfte auch die eine oder andere kulinarische Entdeckung nicht fehlen.

 Im Europäischen Parlament angekommen, erhielten wir eine spannende Führung. Unsere Gruppenführerin erklärte uns die besondere Architektur des Gebäudes. Die verwendeten Materialien sollen die Verbundenheit mit Straßburg zeigen, während die offene, stufenförmige Bauweise die Weiterentwicklung Europas und die Möglichkeit neuer Mitgliedstaaten symbolisiert. Außerdem bekamen wir einen Einblick in den Arbeitsalltag einer Europaabgeordneten beziehungsweise eines Europaabgeordneten. Sitzungen in Ausschüssen und Fraktionen – häufig in Brüssel – wechseln sich mit den Plenarsitzungen in Straßburg ab. Eines wurde dabei schnell klar: „Blau machen“ ist hier keine Option. Während der Plenarsitzungen besteht Anwesenheitspflicht, denn abgestimmt wird so oder so – und schließlich sollen die gewählten Vertreterinnen und Vertreter auch die Interessen der Bürgerinnen und Bürger vertreten.

Besonders interessant war zu sehen, wie viele Entscheidungen der EU uns direkt betreffen. Ob Reisefreiheit innerhalb des Schengen-Raums, Datenschutz im Internet, die Abschaffung der Roaming-Gebühren, die USB-C-Pflicht für neue Smartphones oder sogar die berühmten festen Flaschendeckel – überall steckt europäische Politik dahinter, die auch Jugendliche direkt betrifft.

Der Besuch des beeindruckenden Plenarsaals und ein Gruppenfoto vor den Flaggen der Mitgliedstaaten rundeten den Aufenthalt im Parlament ab.

Jugendliche des HdHs mit ihren Betreuerinnen im Europaparlament in Straßburg
Foto: Annette Folkendt

Auf dem Weg zur Jugendherberge wurde schnell deutlich: Die Stimmung in der Gruppe war hervorragend. Gute Musik, lustige Gespräche und jede Menge gemeinsame Erinnerungen. Da konnte selbst die gefürchtete Zimmereinteilung die Laune kaum verderben. Nach einem entspannten Abend wartete am nächsten Morgen bereits das nächste Highlight: der Europa-Park in Rust. Früh aufstehen? Wieder. Beschwerden? Kaum noch. Schließlich wollte niemand auch nur eine Minute Parkzeit verschenken. Und was sollen wir sagen? Der Europa-Park hat geliefert. Von rasanten Achterbahnen wie Silver Star und Voltron („Bro, das war komplett wild!“) über die Wildwasserbahn („Bro, ich bin so nass!“) bis hin zur gemütlichen Panoramabahn („Bro, wie süüüß!“) war alles dabei. In kleinen Gruppen erkundeten wir die verschiedenen Themenbereiche Europas und sammelten Adrenalinkicks, Lachanfälle und viele witzige Achterbahnfotos. Nach vielen Stunden voller Loopings, Geschwindigkeit und Action trafen wir uns abends wieder – etwas durchgeschüttelt, ziemlich müde, aber mit einem breiten Grinsen im Gesicht. Gemeinsam ging es zurück zur Jugendherberge. Diese Fahrt war zwar deutlich weniger rasant als die Achterbahnen, aber mindestens genauso unterhaltsam.

Trotz Erschöpfung war an Schlaf noch nicht sofort zu denken. Nach dem Abendessen, einer erfrischenden Dusche und ausreichend Zeit zum Entspannen verbrachten wir den Abend gemeinsam, tauschten Geschichten aus und ließen die Erlebnisse Revue passieren.

 Foto: Annette Folkendt

Viel zu schnell war schließlich auch schon der Tag der Heimreise gekommen. Trotz erhöhten Verkehrsaufkommens verging die Rückfahrt wie im Flug. Vielleicht lag es an den vielen Gesprächen, vielleicht an den gemeinsamen Erinnerungen – wahrscheinlich an beidem.

Am Ende hieß es Abschied nehmen. Aber zum Glück nur bis zum nächsten Mal, denn durch das Haus der Heimat werden sich unsere Wege bestimmt noch das eine oder andere Mal kreuzen.

Die Fahrt hat gezeigt, dass Kultur, Lernen und Spaß sich überhaupt nicht ausschließen. Wir haben viel über Europa und politische Zusammenhänge gelernt, neue Erfahrungen gesammelt, gemeinsam gelacht und die eine oder andere neue Freundschaft geschlossen. Oder kurz gesagt: „Die Reise war tuff!“

Dank gebührt den drei Betreuerinnen Brigitte Krempels, Annette Folkendt und Daniela Hirsch, dem Haus der Heimat Nürnberg sowie dem Bezirk Mittelfranken der finanziell mit einem Zuschuss diese Fahrt unterstützt hat.

Daniela Hirsch


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