15.06.2008:

Aussiedlerkulturtage der Stadt Nürnberg Sonntag

Am Sonntag wurde, in Zusammenarbeit mit Diakon Friedrich Röttenbacher, der Gottesdienst in der Martin-Niemöller-Kirche in Nürnberg Langwasser gestaltet und durch rund 70 Trachtenträger der Deutschen aus Russland, Oberschlesier, Banater und Sathmarer Schwaben und Siebenbürger Sachsen bereichert. Dekanin Ursula Seitz predigte zum Thema „Was du nicht willst, dass man dir tu, das füg auch keinem andern zu.“, Irmgard Müller sang in Begleitung von Renate Jung-Bilk an der Orgel zwei Lieder und Lydia Pastarnak gestaltete Klage und Lob aus der Sicht einer Aussiedlerin: sie beklagte u.a. Krieg, Vertreibung, Not, Hilflosigkeit, Fremdsein, Angst, Arbeitslosigkeit, Einsamkeit. Dann erwähnte sie lobend u.a. die Freiheit, Fürsorge des Staates und Religionsfreiheit in Deutschland. Anna Malygin unterstrich das Lob durch ein ergreifendes Flötenspiel. Stadträtin Helmine Buchsbaum sprach nach dem Gottes-dienst ein Grußwort in Vertretung des Schirmherrn und schilderte die einstigen Bemühungen der ev. Niemöller- und benachbarten katholischen Maximilian-Kolbe-Kirche für die Aussied-ler in der Durchgangsstelle Nürnberg: Mit Bussen wurden diese am Sonntag zum Gottesdienst abgeholt, was ein tief greifendes Erlebnis für viele Aussiedler gewesen sei, weil sie sich in eine Gemeinschaft an- und aufgenommen gefühlt hätten.

Doris Hutter würdigte die Aussiedlerkulturtage als maßgeblich dazu beitragend, dass durch die Beschäftigung mit Geschichte und Kultur die Aussiedler daraus Kraft, Motivation und Wissen für die Gestaltung der Zukunft schöpfen könnten, und dankte allen Mitwirkenden. Anlässlich des Projektes „Das Russlands-deutsche Haus“ sei eine Zusammenarbeit mit den Ehrenamtlichen der Niemöller-Kirche zustande gekommen, die auf Neugierde, Respekt und gegenseitiger Hilfe gegründet gewesen sei. Sie dankte dafür und sieht es als gute Möglichkeit, die Kultur der Aussiedler erfolgreich in Deutschland einzubringen. Zu den Klängen des aus Weimar angereisten Bläser-Quintetts „FANTA 5“ gestalteten die Trachtenträger für die sichtlich erfreuten Gemeindemitglieder einen Trachtenaufmarsch im Hof der Kirche und schafften den Rahmen für einen festlichen Abschluss der Aussiedlerkulturtage 2008.

Doris Hutter