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Ziele und Konzeption

Das Haus der Heimat Nürnberg - Heimstatt für Vertriebene und Aussiedler
Zielsetzungen des Hauses der Heimat
Arbeitskreise im Haus der Heimat Nürnberg
Räumlichkeiten und Angebote des HdH
Horst Göbbel
Horst Göbbel, Vereinsvorsitzender vor dem "Haus der Heimat" (März 2002)
Das Haus der Heimat Nürnberg - Heimstatt für Vertriebene und Aussiedler nach oben

Seit 1998 haben deutsche Vertriebene und Aussiedler eine Heimstatt - das Haus der Heimat.
In der Stadt Nürnberg und im Ballungsraum Nürnberg leben seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges zahlreiche deutsche Vertriebene und seit den fünfziger Jahren eine große Zahl von deutschen Aussiedlern aus dem Osten und Südosten Europas. Die Zahl der deutschen Vertriebenen und Aussiedler und deren Nachkommen in Nürnberg wird mit mindestens 25% der Bevölkerung Nürnbergs angegeben. Deutsche Vertriebene, Aussiedler bzw. Spätaussiedler in der Bundesrepublik sind Deutsche aus den früheren deutschen Ostprovinzen, aus Osteuropa und Südosteuropa bzw. aus den Gebieten der GUS. Als Deutsche (Art. 116 GG und BVFG) sind sie - wie Bayern, Franken, Holsteiner oder Berliner - Teil des Ganzen. Als Teil des Ganzen beanspruchen sie nach dem Grundgesetz volle Gleichberechtigung und Gleichbehandlung mit allen Deutschen aus Ost und West.

Vertreibung sowie Deportation, Enteignung, Entrechtung in den deutschen Ostsiedlungen im Gefolge der Kriege und Wirren des 20. Jahrhunderts, Angriffe auf ihre Sprache und deutsche Identität - besonders durch die kommunistischen Diktaturen - haben nach 1945 die Deutschen ihrer Heimat entfremdet und den Drang nach Rückkehr in die deutsche Urheimat als Ausweg aus der Unfreiheit verstärkt. Die Aussiedlung der letzten Jahrzehnte hat sie als Teil des deutschen Volkes und der deutschen Kultur gerettet. Die Bundesrepublik Deutschland hat dabei als Rechtsnachfolger des Deutschen Reiches jahrzehntelang ihre Verpflichtung, deutsche Aussiedler als Geschädigte des Zweiten Weltkrieges hier aufzunehmen, zu beiderseitigem Vorteil wahrgenommen. Aussiedler sind integrationsbereit und in besonderem Maße integrationsfähig. Ihre Eingliederung in der Bundesrepublik hat bis 1995 kaum Probleme bereitet: finanziell nicht und gesellschaftlich kaum. Aussiedler waren und sind für die Bundesrepublik Deutschland wirtschaftlich, kulturell und politisch ein Gewinn: weniger anspruchsvolle Arbeitnehmer, Konsumenten mit großem Nachholbedarf ohne Transferleistungen ins Ausland, günstige Alters- und Familienstruktur, Nettobeitragszahler in die Sozialversicherungssysteme, besonders in die Rentenversicherung, politisch zuverlässig, ohne extremistische oder fundamentalistische Tendenzen, mit Toleranzerfahrung ausgestattet und die kulturelle Vielfalt der Bundesrepublik bereichernd. Nach 1990 hat die Politik zunehmend Ein- und Beschränkungen für Aussiedler beschlossen. Aussiedler sind auch nach 1990 immer noch integrationsbereit und tragen weiterhin aktiv zur Festigung unserer freiheitlich-demokratischen Grundordnung bei. Allerdings sind Aussiedler nicht mehr so integrationsfähig wie vorher, wobei die geringen bis fehlenden deutschen Sprachkenntnisse bei der Masse der Spätaussiedler, die insbesondere ab 1993 aus den GUS-Staaten kamen, erhöht Probleme auf dem Arbeits- und auf dem Wohnungsmarkt ergaben und ergeben. Bund, Länder, Kommunen stellen erheblich weniger Geld zur Verfügung, die notwendige Infrastruktur zur weiteren Integration ist massiv abgebaut worden.  Seit der Anahme des Zuwanderungsgesetzes 2004, das am 1. Januar 2005 in Kraft trat, hat sich die Lage in diesem Bereich jedoch entschärft. Zunehmend werden weitreichende Integrationsmassnahmen für alle Zuwanderer nach Deutschland staatlicherseits gefördert, was natürlich auch den Spätaussidlern zugute kommt.   

Von der Politik wird weiterhin erwartet, ein Klima der Akzeptanz und der Solidarität auch gegenüber den Aussiedlern zu fördern. Aussiedler in Deutschland sind dankbar dafür, als freie Deutsche hier in Deutschland an freiheitlicher Demokratie und am Wohlstand teilhaben zu dürfen. Gleichzeitig sind die mehr als 3,5 Mio Aussiedler eine Minderheit in Deutschland. Minderheiten sind schutzbedürftig. Um sich erfolgreich als Minderheit behaupten zu können, müssen rechtzeitig Vorkehrungen getroffen werden. Dazu gehört heute in unserer Gesellschaft u.a. breite Information, Öffentlichkeitsarbeit, vielschichtige Kulturarbeit und persönliche Begegnungen zwischen Einheimischen und Aussiedlern. Wer Aussiedler und deren Kultur besser kennt, urteilt nicht vorschnell über sie, denn Kultur ist in besonderem Maße sinngebend, identitätsstiftend und gemeinschaftsfördernd.

Das Haus der Heimat in Nürnberg-Langwasser kommt diesem Auftrag nach, es ist ein Kultur- und Begegnungszentrum, das sich durch seine breitangelegten Aktivitäten während der letzten Jahre bewährt und Anerkennung im Bereich der Integration, der Förderung der Kultur, der Wissenschaft und Kunst gewonnen hat.
 


Zielsetzungen des Hauses der Heimat nach oben

Das Haus der Heimat wird als öffentliche Einrichtung betrieben. Es dient ausschließlich und unmittelbar gemeinnützigen Zwecken und ist vom Zentralfinanzamt Nürnberg als gemeinnützig anerkannt.

Die inhaltliche Konzeption des HdH ist in der Satzung des Vereins festgelegt, deren Grundlage § 96 des Bundesvertriebenengesetzes ist.
Das "Haus der Heimat" soll demnach der Begegnung und der Pflege von Kultur, Tradition, und Brauchtum der im Großraum Nürnberg ansässigen Landsmannschaften mit ihren Jugend- und Kulturgruppen aus den ehemaligen deutschen Ländern und Siedlungsgebieten in Osteuropa dienen. "Das Haus der Heimat soll dazu dienen, den Landsmannschaften als Teil der Bürgerschaft unserer Stadt einen festen Platz und einen Bezugspunkt zu geben. Es soll eine Stätte sein, an der Heimatverbundenheit und Erinnerung gepflegt, soziale und kulturelle Kontakte gefördert werden, ... es soll zu einem wirklichen Forum der Begegnung, der Information und des Austausches ausgebaut werden." (Oberbürgermeister Ludwig Scholz am 28.08.1998)

Das Haus der Heimat bietet Kindern, Jugendlichen Erwachsenen - inzwischen auch zahlreichen Kontingentflüchtlingen aus den GUS-Staaten - zusätzliche Möglichkeiten, um deutsche Sprachkenntnisse zu erwerben, zu vervollkommnen und damit die Integration in unsere Gesellschaft zu fördern. Es versteht sich auch als Begegnungs- und Kontaktstätte über den Kreis der Vertriebenen und Aussiedler hinaus , bietet der Bevölkerung, und zwar allen Altersgruppen, Möglichkeiten der sinnvollen Freizeitgestaltung und ist auf jeden Fall auch Ort der Geselligkeit und des persönlichen Gesprächs.

Doris Hutter, Geschäftsleiterin des Hauses der Heimat

Der Verein Haus der Heimat e.V. ist in besonderem Maße interessiert und pflegt mittlerweile eine sinnvolle Zusammenarbeit mit anderen Vereinen und Institutionen (z.B. Ortsvereine, Traditionsverbände, Wohlfahrtsverbände). Das Haus der Heimat ist zugleich Kultur- und Integrationszentrum für den Großraum Nürnberg und für den Stadtteil Langwasser, wo eine große Anzahl von Aussiedlern wohnt, insbesondere Aussiedler aus dem Gebiet der früheren Sowjetunion, deren sozio- kulturelle Integration und Begleitung sehr dringend ist. Die im Verein integrierten Vertriebenen- und Aussiedlerverbände führen ihre kulturellen, sozialen und gesellschaftlichen Tätigkeiten im Haus der Heimat auf der Grundlage der Vereinssatzung und der Vereinsordnung in eigener Verantwortung durch.

Folgende Verbände sind "Körperschaftsmitglieder":
  • Ackermann-Gemeinde der Diözese Eichstätt, KG.Nürnberg
  • Artec proiectum e.V.
  • Bund der Vertriebenen Mittelfranken
  • Bund der Vertriebenen Nürnberg
  • Chorgemeinschaft Bürgerverein Langwasser
  • DJK Langwasser e.V.
  • Egerländer Gmoi Nürnberg Volkstumsverein
  • Faschingsgesellschaft "Die Eibanesen" e.V.
  • Heimatortsgemeinschaft der Oberwischauer e.V.
  • HG93 Langwasser Nord e.V.
  • Historischer Forschungsverein der Deutschen aus Russland e.V.
  • Karnevalsgesellschaft Noris Banatoris
  • LM der Banater Schwaben Nürnberg
  • LM der Banater Schwaben Landesverband Bayern
  • LM der Deutschen aus Russland, Kreis- und Ortsverband Nürnberg e.V.
  • LM der Deutschen aus Russland, Kreis- und Ortsgruppe Fürth
  • LM der Oberschlesier e.V. Kreisgruppe Nürnberg
  • LM der Ost- und Westpreußen Nürnberg e.V.
  • LM der Sathmarer Schwaben 
  • LM der Sathmarer Schwaben, Kreisverband Nürnberg / Ingolstadt
  • Verband der Siebenbürger Sachsen,  Kreisverband Nürnberg
  • LM Schlesien Ortsvereinigung Weißenburg i.Bay.
  • LM Schlesien, Mittelfranken
  • LM Schlesien, Ortsverein Uttenreut
  • Nösner Gruppe, Siebenbürger Sachsen
  • Schlesierbund Nürnberg e.V.
  • Siebenbürger Blaskapelle Nürnberg e.V.
  • Sudetendeutsche Landsmannschaft, KG Nürnberg
  • Tanzgruppe der Siebenbürger Sachsen Nürnberg
  • Union der Vertriebenen Nürnberg-Fürth-Schwabach
Die Nürnberger Landsmannschaften besitzen rund 5.000 eingeschriebene Mitglieder und beschäftigen knapp 100 ehrenamtliche Mitarbeiter, darunter etwa ein Dutzend Lehrerinnen und Lehrer. Die Gruppenarbeit reicht von "Musikalischer Früherziehung" bis zu den "Seniorentreffen ". Der Bund der Vertriebenen Nürnberg konzentriert sich auf die Aussiedlerbetreuung durch Einzelberatung und Seminare. Er hat z. Zt. 17 ehrenamtliche Betreuerinnen und Betreuer in seinen Reihen. Die Landsmannschaften tragen vornehmlich die Kultur- und Integrationsarbeit. Seit dem Frühjahr 2000 wird das Haus der Heimat auch vom Bayerischen Staatsministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familie und Frauen institutionell gefördert und führt seine Kulturarbeit vornehmlich in Form von Projekten durch, die im Rahmen von Arbeitskreisen im Sinne des § 96 BVFG und unserer Satzungsziele geplant und realisiert werden.


Arbeitskreise im Haus der Heimat Nürnberg nach oben

AK 1 Kultur und Soziales
Sprecher: Annemarie Wagner

AK 2 Geschichte und Deutsche Ostsiedlungen
Sprecher: Dipl. Ing. Joachim Lukas

AK 3 Aussiedlerbetreuung und Weiterbildung
Sprecher: Doris Hutter

AK 4 Öffentlichkeitsarbeit und Medien
Sprecher: Annette Folkendt

AK 5 Bibliothek und Archiv
Sprecher: Josefine Engel

AK 6 Sprach- und Orientierungskurse
Sprecher: Olga Vetter


Räumlichkeiten und Angebote des HdH nach oben

Das schmucke Haus der Heimat umfasst folgende Räumlichkeiten:
  • Drei Heimatstuben
  • Zwei Aussiedlerberatungsbüros
  • Der Seminarraum
  • Der Gemeinschaftsraum
  • Die Teeküche
  • Das Lernstudio
  • Büro und Sekretariat
  • Die Kegelbahn
  • Die Hausmeisterwohnung
  • Das Referentenappartement
Das HdH bietet seit dem Herbst 1998 Hunderten von Mitbürgern wöchentlich vielfältige Möglichkeiten sinnvoller Betätigungen (siehe auch Veranstaltungen):
Aussiedlerbetreuung, Sprachförderungskurse, Vortragsreihen zu Kultur und Geschichte der Deutschen Ostsiedlungen, Gesprächsrunden zu verschiedensten Themen (Brauchtum, Tradition, Wissenschaft, Technik, Kunst ...), Veranstaltungen in den Heimatstuben, gesellige Zusammenkünfte, Familienfeiern, Kegelrunden, Sprachförderung über Gesang und Laienspiel, Literatur- und Lesezirkel, kulturelle Angebote (Tanz, Gesang) Wissenschaftliche Angebote (Vorträge, Bibliothek ...), sozial-integrative Angebote (gemeinsames Basteln, Handarbeiten, Werken, Spielen, Informationen), Kunst- und Musikerziehung für Kinder, Volkstanz, Schachspiel, Kegeln, Instrumentalmusik, Gesang. Das HdH ist interessiert an einer optimalen Einbindung in den Stadtteil Langwasser und bemüht sich deswegen um Kontaktaufnahme und Kontaktpflege zu Kirchen, zu städtischen Institutionen und zu weiteren Vereinen. Besuchen Sie uns, lernen Sie uns kennen, nutzen Sie das HdH auch als Stadtteilkommunikationszentrum besonderer Art.

Stand: Dezember.2008

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