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Veranstaltungen
1. Halbjahr 2010
Aussiedlerkulturtage der Stadt Nürnberg, Sonntag, 20.06.2010
Aussiedlerkulturtage der Stadt Nürnberg, Samstag, 19.06.2010
Aussiedlerkulturtage der Stadt Nürnberg, Freitag, 18.06.2010
Kinderfest im Haus der Heimat, 11.06.2010
„Kunstbrücke Makejewka-Nürnberg“, 05.06.2010 und 06.06.2010
Ausstellungseröffnung „Grenzen überwinden“ und Vortrag „Melachthon und Siebenbürgen“ , 15.04.2010 und 16.04.2010
Urzeln in Franken, 07.02.2010 , 14.02. und 16.02.2010
Jahresempfang des Hauses der Heimat Nürnberg, 26.01.2010
Vortrag zum Thema Herta Müller im Haus der Heimat
, 11.01.2010
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| 20.06.2010 - Aussiedlerkulturtage der Stadt Nürnberg, Sonntag |
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Am Sonntag, 20. Juni wurde, in Zusammenarbeit mit Pfarrer Armin Langmann, der Gottesdienst in der Ev. Lutherischen Nikodemuskirche in Nürnberg/Röthenbach gestaltet und durch rund 60 Trachtenträger der Banater und Sathmarer Schwaben, Oberschlesier sowie Siebenbürger Sachsen bereichert. Pfarrer Langmann predigte einfühlsam zum Gleichnis „Der verlorene Sohn“. Dabei rückte er den Themenkomplex Wanderung, Unterwegs sein, Sich im Leben etwas trauen, Initiativen entwickeln, Tiefschläge einstecken und verkraften anhand von biblischen und aktuellen Beispielen aus dem Kreis der Wolgadeutschen, der Siebenbürger Sachsen, der Schlesier, der Sathmarer oder Banater Schwaben sehr überzeugend in den Mittelpunkt: „Verlierer können auch Gewinner werden, nicht nur im Fußball, denn, nur wer seine geistigen Quellen nicht aufsucht, der vertrocknet.“ Der Chor „Siebenbürger Vocalis“ (Ltg. Wilhelm Stirner) umrahmte den Gottesdienst musikalisch überzeugend. Werner Henning, BdV- und UdV-Vorsitzender in Nürnberg, Sprecher der HOG Nadesch und aktiver Mitarbeiter in der Kirchengemeinde, dankte den Pfarrern Langmann und Kleinhempel für die Möglichkeit, den Gottesdienst in der Kirche feiern zu dürfen und stellte klar, mit diesem Begegnungsfest unter dem Motto „Miteinander leben, miteinander arbeiten, miteinander feiern“, sei in der Gemeinde ein neues Fest entstanden, das weiter geführt werde. Stadträtin Jutta Bär (CSU), Vertreterin des Oberbürgermeisters Dr. Maly, bemerkte begeistert: „Diese Farben, diese Trachten, diese Kultur muss unbedingt weiter gelebt, weiter getragen werden, denn sie ist eine große Bereicherung für die Stadt.“ Dann lud Henning die Gemeinde zum schmackhaften Imbiss ein, den die Siebenbürgische Tanzgruppe Nadesch auf dem Kirchhof mittels Grill und selbstgebackenen Kuchen zum Kaffee bereitstellte. Bis in den Nachmittag hinein wurde fröhlich weitergefeiert.
Beim Ausgang der Kirche hatte die Wanderausstellung des Hauses der Heimat „1959. Erste Schritte in Deutschland“ besichtigt werden können, in der das Aufnahmelager Friedland dargestellt wird.
Zu den geschätzten Klängen der Siebenbürger Blaskapelle Nürnberg, die sofort Tanzpaare auf den Plan riefen, gestalteten die Trachtenträger für die sichtlich erfreuten Gemeindemitglieder nach dem Gottesdienst einen Trachtenaufmarsch im Hof der Kirche und schafften einen prächtigen Rahmen für einen festlichen Abschluss der Aussiedlerkulturtage 2010.
Doris Hutter / Horst Göbbel
| 19.06.2010 - Aussiedlerkulturtage der Stadt Nürnberg, Samstag |
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Am Samstag, im Anschluss an den Auftritt der Siebenbürger Blaskapelle Nürnberg (Ltg. Michael Bielz), die auch vor dem Haus gespielt hatte, begrüßte Nina Paulsen im Gemeinschaftshaus Nürnberg- Langwasser die Gäste als Vertreterin des Historischen Forschungsvereins der Deutschen aus Russland und erinnerte daran, dass „unsere Herkunft unterschiedlich ist - unsere Zukunft gemeinsam“ und betonte: „Seit 1986 sind wir, Deutsche aus dem Osten und der ehemaligen Sowjetunion, in Nürnberg in der glücklichen Position, uns einmal im Jahr mit unseren Fähigkeiten und Talenten, unseren kulturellen Besonderheiten, Stärken und Traditionen der breiten Öffentlichkeit präsentieren zu dürfen. Vor diesem Hintergrund ist es vor allem ein Zeichen dafür, dass man in dieser Stadt die Hoffnungen und Erwartungen, aber auch die mitgebrachten vielfältigen Potentiale der zugewanderten Deutschen aus dem Osten und der ehemaligen Sowjetunion ernst nimmt, sie als gemeinsame Bereicherung, als Gewinn und Brückenbauer zwischen verschiedenen ethnischen Gruppen, Konfessionen und Kulturen sieht.“
Oberbürgermeister Dr. Ulrich Maly, Schirmherr der Veranstaltung, betonte in seinem Grußwort, die Aufgabe aller Aussiedler und des neugegründeten „Nürnberger Kulturbeirates der zugewanderten Deutschen“ sei, die eigene Kultur nicht in Vergessenheit geraten zu lassen. „Der Kulturbeirat hebt die Schätze, die Sie nach Deutschland mitgebracht haben. Wir alle müssen wissen, woher wir kommen, damit wir wissen, wohin wir gehen.“
Weitere namhafte Ehrengäste, darunter Mitglieder des Deutschen Bundestages sowie Vertreter des Bezirks Mittelfranken und Nürnberger Stadträte, gaben durch ihre Anwesenheit den gestaltenden Kulturgruppen die Ehre.
Michael Frieser, MdB (CSU), war vom Gebotenen hellauf begeistert und äußerte. „Das ist das Spannende daran, dass man sich seiner Wurzeln bewusst ist, dass es Menschen gibt, die sich dafür einsetzen, sich gegenseitig befruchten im Integrationsrat und im so wichtigen Kulturbeirat zugewanderter Deutscher.“ Martin Burkert, MdB (SPD), lobte „das wunderbare Programm der unterschiedlichen Gruppen“ und fügte hinzu, dass auch während „stürmischer Zeiten in Berlin“ die Kultur der Aussiedler nicht zu kurz kommen dürfe.
Was auf der Bühne unter dem Motto „Musik und Tanz am Nachmittag“ geboten wurde, konnte sich sehen lassen: Volkstänze, HipHop, Volkslieder und moderner Gesang wechselten einander ab und am Schluss wurden „Wenn alle Brünnlein fließen“ und „So ein Tag, so wunderschön wie heute“ gemeinsam gesungen. Sandra Hirsch führte in der banat-schwäbischen Tracht sympathisch und souverän durch das Programm. Die Banater Schwaben waren durch ihre Kindertrachtengruppe (Ltg. Kathi Probst/Sandra Hirsch) vertreten, die Sathmarer Schwaben durch die Tanzgruppe „Sternele“ (Ltg. Erika Bärenz/Angela Toma), die Deutschen aus Russland durch die HipHop-Gruppe „White Shadows“ (Ltg. Alexander Voss/ Katharina Jonas), die Tanzschule Franz Hof (Ltg. Franz Hof), sowie vier Gesangsgruppen des Hauses der Heimat (Ltg. Olga Philipp). Die Siebenbürger Sachsen präsentierten sich mit der Kindertanzgruppe Nürnberg/Fürth (Ltg. Annette Folkendt), dem Chor Nürnberg-Fürth (Ltg. Reinhold Schneider) und der Volkstanzgruppe Herzogenaurach (Ltg. Katharina Fuss). Die geladene Gastgruppe, die durch ihre Auftritte das Programm schwungvoll ergänzte und viel Applaus bekam, war die ungarische Tanzgruppe „TÜZVIRÁG“. Einen besonders wertvollen Auftritt bot der Chor „Regenbogen“, weil er als landsmannschaftlich übergreifender Projektchor die gelungene Zusammenarbeit der Aussiedler dokumentiert, die sich das Haus der Heimat auf seine Fahnen geschrieben hat. Die Leitung hatte Wilhelm Stirner inne, ein Siebenbürger Sachse. Unter den Sängern waren: Anneliese Adam, Inge Alzner, Helmine Buchsbaum, Gertraud Herberth, Georg Hutter, Klaus Kellner, Ingrid Klein, Hilda Kirschner, Elfriede Konnerth, Helene Leidecker, Margarethe Ojewski, Irina Oksner, Larisa Petrenko, Olga Philipp, Stela Schäfer und Lyubov Schneider.
Doris Hutter / Horst Göbbel
| 18.06.2010 - Aussiedlerkulturtage der Stadt Nürnberg, Freitag |
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Gediegen, bunt, aufschlussreich
Nürnberger Aussiedlerkulturtage 2010
„Der mitgebrachte Kulturschatz der zugewanderten Deutschen ist und bleibt ein wertvoller Bestandteil der gesamtdeutschen Kultur, der gepflegt und erhalten werden soll.“ So lautete das zentrale Credo von Nina Paulsen vom Historischen Forschungsverein der Deutschen aus Russland in ihrer Begrüßungsansprache bei den heurigen Nürnberger Aussiedlerkulturtagen.
Die Eröffnung der Aussiedlerkulturtage am Freitag, 18. Juni im Haus der Heimat Nürnberg begann mit der Titelmelodie zur TV-Serie "Mission Impossible", ein moderner Klassiker eines der meistzitierten Musikers der letzten Jahrzehnte: Lalo Schifrin. Die Interpreten waren Alexandra Kutsche (25) und Marcus Hullin (26) an der Violine, Kerstin Neumann (20) an der Viola und Tobias Hullin (19) am Violoncello. Die beiden jungen Männer sind die Kinder eines oberschlesischen Vaters und einer Mutter, die aus Pommern stammt. Es folgten Bearbeitungen berühmt gewordener Lieder wie z. B. die Ballade „From a Distance“, die 1991 den Grammy für das Lied des Jahres erhielt oder „My heart will go on“ aus dem Film „Titanic“.
Horst Göbbel, der Vorsitzende des Vereins Haus der Heimat, verglich in seiner Begrüßung die bundesdeutsche Gesellschaft mit der deutschen Fußball-Nationalmannschaft, als er feststellte: „Neben alten Leistungsträgern wie den Aussiedlern Klose oder Podolski spielen heuer auch neue erstklassige Spieler mit Migrationsgeschichte wie Aogo, Boateng, Cacau, Gomez, Khedira, Marin, Özil, Tasci, Trochowski für Deutschland. Es begreifen mehr und mehr Menschen in Deutschland, dass Menschen mit Migrationserfahrung ein belebendes Element unserer Gesellschaft sind.“ Am Schluss betonte er: „Wir Aussiedler feiern seit 1986 ununterbrochen jährlich Aussiedlerkulturtage. Einige wissen es, und geben uns die Ehre – z.B. der erste Bürger unserer Stadt, Herr Oberbürgermeister Dr. Maly, der – wie seine Vorgänger - die Schirmherrschaft der Kulturtage übernommen hat, was uns sehr freut. Ebenso freut uns der positive Start des neuen Integrationsrates und des Nürnberger Kulturbeirates zugewanderter Deutscher.“
In Vertretung des Schirmherrn, Oberbürgermeister Dr. Ulrich Maly, lobte Stadträtin Gabriela Heinrich (SPD) den Einsatz des Hauses der Heimat im Initiativkreis Interkultureller Garten Langwasser: „Wer sich dafür einsetzt, zeigt, dass er schon weit auf dem Weg der Integration gegangen ist. Denn einen interkulturellen Garten aufzubauen, heißt, dass Menschen aus verschiedenen Nationen bereit sind, zusammen zu arbeiten und sich einzusetzen, gemeinsam etwas zu schaffen, und offen sind für andere Kulturen.“
Stadtrat Max Höffkes (CSU) freute sich über den von Horst Göbbel in der Begrüßung verwendeten Begriff „Mitbürger mit Migrationserfahrung“, der den Begriff „Migranten“ ersetzen soll: „Ich verspreche Ihnen, ich werde diesen Begriff weiter tragen, weil es die richtige Bezeichnung ist!“ Zum Schluss nannte er die Aussiedler einen „sehr vitalen Bestandteil der Stadt Nürnberg“ und betonte: „Das Haus der Heimat hat integriert und integriert weiter, ohne zu assimilieren.“ Unter den Gästen befanden sich wieder Vertreter von kommunalen Institutionen, Wohlfahrtsverbänden und Vereinen.
Das Thema des anschließenden Vortrags „Der Glaube als Anker in der Not“ führte anhand der Begräbnistradition der katholischen Russlanddeutschen von der Geschichte der Russlanddeutschen über Einzelschicksale zu der heutigen Praxis in Deutschland, wo sich viele Menschen aus den Nachfolgestaaten der UdSSR wünschen, nach den Riten in der alten Heimat beerdigt zu werden. Die Referentin Nina Paulsen, Mitglied des Historischen Forschungsvereins der Deutschen aus Russland, stellte ihr Buch „Wo unsere Toten ruhen, liegt unsere Heimat“ vor, das im Rahmen eines Projektes im Haus der Heimat entstand und mit einer CD versehen ist, auf der Beerdigungsgesänge originaltreu aufgenommen worden sind. Die dafür zeichnende Singgruppe aus dem Raum Nürnberg war zugegen. Umrahmt wurde der mit Bildern untermalte Vortrag von Walter Schatschneider, einem russlanddeutschen Trompeter, der einfühlsam u. a. Stücke von Dmitrij Bortnjanskij, Peter Tschajkowskij und das „Ave Maria“ von Franz Peter Schubert vortrug. Durch das Programm führte charmant Nicole Vetter. Der Abend wurde mit einer Bilderausstellung der Siebenbürger Sächsin Dietlinde Eichner aus Nürnberg, die im Alter von 40 Jahren die Malerei neu entdeckt und einen Studiengang „Bildende Kunst“ an der Akademie Faber-Castell absolviert hat, unter dem Titel „Lebensformen“ abgerundet.
Doris Hutter / Horst Göbbel
| 11.06.2010 - Kinderfest im Haus der Heimat |
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„Alles für die Katz!“
Ein Ziel des Kinderfestes ist, sinnvoll Spaß miteinander zu haben und dabei den Zusammenhalt der Aussiedler zu stärken. Indem man sich gemeinsam mit den Kindern verschiedener Landsmannschaften und deren einheimischen Freunden, die mitgebracht werden können, künstlerisch betätigt, entstehen Freundschaften, lernt man sich viel intensiver kennen und schätzen.
Die Idee, das Thema Katze aufzuarbeiten, kam vom Kinderbuch „Krümel und Flöckchen“ von Angelika Meltzer. Sie wurde von den beteiligten Leitern der Gruppen, die im Haus der Heimat proben, gerne aufgenommen, wodurch ein vielseitiges Angebot für die Kinder zustande kam. In vier halbstündigen Workshops konnten die Kinder lernen, üben, hören, spielen, tanzen, schreiben, malen und/oder singen. Für die ganz Kleinen hatte sich Lyubov Schneider einen Katzentanz und ein Katzenspiel ausgedacht. Melanie Mayer las Katzengeschichten in der Märchen-Lese-Ecke. Für die Größeren gab es die Möglichkeit, mit Annette Folkendt Elfchen- Katzengedichte zu ersinnen, mit Olga Philipp zwei Katzenlieder und mit Katharina Jonas einen HipHop- Katzentanz zu lernen. Olga Vetter koordinierte das gemeinsame Malen eines 5m langen Bildes, Dorothea Walter das Basteln von Katzenohren und Wladimir Egorow das Gesichtspainting (Katzengesicht), wobei große Mädchen die Kinder nach Anweisung bemalten. Das Trampolin war bei allen Altersstufen sehr beliebt.
Bewirtet von den Angestellten des Hauses der Heimat Nürnberg, sahen sich etwa 50 Eltern bei Kaffee und Kuchen gut versorgt und entlastet. Neugierig ließen sich die rund 100 Kinder auf das vielseitige Programm ein, ehrgeizig wurde zum Teil geübt, kreativ gestaltet oder gespielt. Und freundschaftlich war der Umgang miteinander.
Nach einem kleinen Imbiss für die Kinder, traf man sich bei herrlichstem Sonnenwetter vor dem Haus, wo die gelernten Tänze und Lieder den Eltern vorgeführt wurden. Die Kinderdisko war der Abschluss eines fröhlichen und sehr stimmungsvollen Nachmittags. Leuchtende Augen, rote Bäckchen und wippende Füße, Mitklatschen und Wiegen – auch die Kleinsten sangen und tanzten fröhlich mit den Großen mit.
Herrliche Stimmung auf dem Gelände des Hauses der Heimat! Und die Organisatoren freuten sich wieder über die entschlossene Zusage der Kinder, im nächsten Jahr natürlich wieder dabei sein zu wollen.
Doris Hutter
| 05.06.2010 - und 06.06.2010 „Kunstbrücke Makejewka-Nürnberg“ |
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Bildende Künstler aus Nürnberg/Fürth und der Ukraine stellten im Haus der Heimat aus
Ebenso wie Musik kennt auch die Kunst keine Grenzen – eine Erfahrung, die sich seit Jahrhunderten bewahrheitet hat. Diese Erfahrung machten auch die Teilnehmer der gemeinsamen Initiative unter dem Motto „Kulturbrücke Makejewka-Nürnberg“, die mit einer zweitägigen Präsentationsveranstaltung und grenzübergreifenden Kunstausstellung am 5.-6. Juni im Nürnberger Haus der Heimat ihren krönenden Abschluss fand. Die Veranstalter des Kulturforums waren neben dem Haus der Heimat Nürnberg e.V. und der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland (Ortsgruppe Nürnberg) außerdem der Verein für Deutsche Kulturbeziehungen im Ausland e.V. (VDA) und der Verband der Deutschen Kultur e.V. Makejewka/Ukraine. Die Initiative wurde vom Bayerischen Sozialministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familie und Frauen über das Haus des Deutschen Ostens München, der Stadt Nürnberg und dem Bezirk Mittelfranken unterstützt. Zur Eröffnung der Ausstellungen am 5. Juni luden die Veranstalter Gäste aus der Politik und organisierenden Vereinen, Kunstschaffende, Kunstliebhaber und Kunstverwerter ein. Für die musikalische Umrahmung am Klavier mit Musikstücken von Frederic Chopin sorgte die Musikerin Maria Lisitskaya.
Der Kontakt zur bisher völlig unbekannten Stadt Makejewka in der Ukraine, der zur grenzübergreifenden „Kunstbrücke“ führte, war eher spontan entstanden. Kirchliche und menschliche Kontakte zwischen Nürnberg bzw. Bayern und der ukrainischen Makejewka im Gebiet Donezk hatte es schon länger gegeben. Evangelische Priester aus Bayern haben bereits in den 80er Jahren den Menschen dort geholfen, eine evangelische Gemeinde aufzubauen.
So ist der Kontakt zur Familie Nikolai Schischkin, der russlanddeutsche Wurzeln hat und seit 20 Jahren den Verband der Deutschen Kultur e.V. in Makejewka leitet, zustande gekommen. Seit Jahren arbeitet der Verein eng mit ukrainischen und russlanddeutschen Künstlern zusammen. Mit Unterstützung der Deutschen Botschaft in der Ukraine war es dem Verband gelungen, im Donezker Gebietslandeskundemuseum 1998 eine Kunstausstellung unter dem Motto „Die Scherben der Erinnerung“ und 2003 unter dem Motto „Das unterbrochene Lied“ zu veranstalten. Namhafte Maler der Ukraine griffen die Kultur und Lebensweise der deutschen Siedler als Thema ihrer Werke auf. Aus den historischen Forschungen und Forschungsexpeditionen in die ehemaligen deutschen Dörfer des Gebiets Donezk und dem künstlerischen Gestalten entstand das Buch „Deutsche Siedlungen im Südosten der Ukraine. Geschichte, Kultur, Schicksale. 1823-1941“, das Nikolai Schischkin 2009 mit Unterstützung des VDA und des Goethe-Instituts in der Ukraine herausgeben konnte.
So lag dann auch der Gedanke nahe, dieses Buch und die Kunst der hiesigen Künstler auch in Deutschland zu präsentieren, wo unter anderem viele Deutsche aus der ehemaligen Sowjetunion leben, die ihre Wurzeln im Südosten der Ukraine haben oder die Nachkommen der früheren deutschen Siedler. Da schon länger gute Kontakte zu Nürnberg und Bayern bestanden, war das Haus der Heimat in Nürnberg eine dankbare Adresse.
In seiner mehr als 10-jährigen Geschichte war das Nürnberger Haus der Heimat mehrmals Standort von grenzübergreifenden Projekten. Es gehört hier zur Tradition, Begegnungen zwischen Einheimischen, Aussiedlern, Vertriebenen sowie Menschen aus deren Herkunftsländern zu fördern. So wurde auch auf das Angebot von Nikolai Schischkin, das Buch zu präsentieren und eine grenzübergreifende Kunstausstellung durchzuführen, gern eingegangen. Zumal auch im Großraum Nürnberg und Fürth zahlreiche Künstler aus den Nachfolgestaaten der Sowjetunion leben und wirken. Viele haben sich hier wiedergefunden – als freischaffende Künstler, Gründer von Kunstschulen und Kunstwerkstätten, aber auch als Kunstlehrer – sie sorgen für den Nachwuchs im künstlerischen und kreativen Bereich, so wie beispielsweise Irina Trautwein und Wladimir Egorow, die im Haus der Heimat Malkurse für Kinder, Jugendliche und Erwachsene leiten.
So ist dann auch die „Kunstbrücke“-Ausstellung von Künstlern aus der Makejewka/Ukraine und Nürnberg/Fürth entstanden, die mehreren Künstlern aus beiden Ländern eine Gelegenheit bot, sich vorzustellen, einander kennen zu lernen und sich mit der Kunst auseinanderzusetzen. Insgesamt beteiligten sich an der Ausstellung, die eine breite thematische und künstlerische Palette bot, 14 Künstler, darunter aus der Ukraine Gennadij Shukow, Wladimir Telitschko, Walentina Telitschko und Wassilij Telitschko-Ewert und aus Nürnberg Fürth Wladimir Egorow, Gennadi Horn, Thomas Egerer, Ekaterina Panchulova, Irina Trautwein, Pavel Stepanov, Kristina Solop, Carolina Jarcutchi, Marta Fayngoldt, Anna Vilkova, Tatiana Steiger und Irina Kotliar.
„Diese Ausstellung ist eine Begegnung mit meiner Heimat… Wir Künstler, die in einer Diktatur gelebt haben, können in der Demokratie die Freiheit genießen. Wir können die Augen schließen und vergessen, aber ohne Bewältigung der Vergangenheit können wir nicht weiter kommen“, sprach der Künstler Gennadi Horn (Fürth) vielen Landsleuten aus der Seele.
Die Brückenbauerfunktion des Hauses der Heimat unterstrich auch sein Vorsitzender Horst Göbbel in der Begrüßungsrede bei der Eröffnungsfeier am 5. Juni. „Brückenbauer zwischen Menschen und Regionen, zwischen Ost und West. Für eine Kunstbrücke wie diese sind die 2.300 km zwischen Nürnberg und Makejewka keine Entfernung“, so Göbbel.
Dr. Wolfgang Betz, stellv. Bundesvorsitzender des VDA, stellte den Verein vor, der sich seit fast 130 Jahren als kulturelle Brücke zu den in aller Welt lebenden Deutschen und ihren Heimatländern versteht. Er unterstützt deutschsprachige Medien und Einrichtungen im Ausland und führt Jugendaustauschprogramme mit Partnerorganisationen in aller Welt durch.
Von menschlichen Brücken sprach Klaus Walz, der im Auftrag der der ev.-lutherischen Kirche Bayerns seit 1983 in Charkow und anderen Orten „Glaubensbrücken baute“.
Dorothea Walter, Öffentlichkeitsreferentin der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland, hob die Bedeutung der zugewanderten Künstler hervor, die ihr Können an den Nachwuchs weitergeben: „So entstehen Brücken zwischen den Generationen“. Das bestätigte auch der anschließende Rundgang in drei Räumen durch die Ausstellungen der Künstler aus der Ukraine, aus Nürnberg/Fürth und der Schüler von Irina Trautwein, die an ihren Kursen im Haus der Heimat teilnehmen. „Junge Künstler brauchen die Unterstützung von fördernden Institutionen wie das Haus der Heimat oder die Landsmannschaft der Deutschen aus Russland, um nicht nur Spaß, ein Hobby oder Freizeitaktivitäten zu haben, sondern um ihre Ideen und Kreativität auf einen hohen Stand zu bringen und durch die qualifizierte Leitung eine Vorbereitung für den Beruf (z.B. Kunstlehrer, Kunsterziehung, Designer usw.) zu bekommen. Gemeinsame Projekte und Vernissagen sind besonders wichtig, da die jungen Künstler die Möglichkeit haben, auch als Zuschauer ihre und die Kunstwerke der Anderen zu analysieren und zu vergleichen“, beschreibt Irina Trautwein.
Nikolai Schischkin stellte sein Buch „Deutsche Siedlungen im Südosten der Ukraine. Geschichte, Kultur, Schicksale. 1823-1941“; vor. Reich bebildert, dokumentiert es das Lebens und die Schicksale der Deutschen in den Mariupoler Kolonien.
Das Buch „Deutsche Siedlungen im Südosten der Ukraine. Geschichte, Kultur, Schicksale. 1823-1941“ (zweisprachig) dokumentiert in zahlreichen Fotos, Dokumenten, Karten, Einwohnerlisten, Bildern von Künstlern und Texten das Leben der Deutschen im Südosten der Ukraine seit der Entstehung der Mariupoler Kolonien 1823. Bis zum II. Weltkrieg spielten die deutschen Siedlungskolonien im heutigen Gebiet Donezk eine bedeutende Rolle. Anfang des 20. Jahrhunderts gab es hier mehr als 150 deutsche Kolonien mit einer Bevölkerung von ca. 50.000 Personen.
Vor zwei Jahrzehnten begannen die Mitglieder des Verbandes der Deutschen Kultur in Makejewka mit der Spurensuche, forschten in Archiven, besuchten Dörfer, zeichneten Schicksale und Erinnerungen auf. Die Forschungsgruppe des Verbandes organisierte einige Forschungsexpeditionen, wobei eine große methodische und praktische Hilfe der bekannte russlanddeutsche Historiker Dr. Alfred Eisfeld aus Göttingen leistete. Das alles hat schließlich geholfen, einen Einblick in die folgenschweren Prozesse des Untergangs des Deutschtums im Südosten der Ukraine zu verschaffen.
1998 konnten der Verband die erste Ausstellung unter dem Motto „Scherben der Erinnerung“ im Landeskundemuseum Donezk vorstellen. Die Begegnung mit der deutschen Geschichte in der Ostukraine erregte Aufsehen, weitere Ausstellungen folgten. Deren Erfolg ist nicht zuletzt der Zusammenarbeit mit dem Donezker Künstlerverband zu verdanken. Namhafte Maler der Ukraine griffen die Kultur und Lebensweise der deutschen Siedler als Thema ihrer Werke auf. Aus den historischen Forschungen und dem künstlerischen Gestalten entstand ein Buch, das 2009 mit Unterstützung des VDA und des Goethe-Instituts in der Ukraine erschienen ist.
Bestellungen bei:
VDA-Bundegeschäftsstelle
Kölnstraße 76
53757 Sankt Augustin
Tel. 02241 – 21 071
Nina Paulsen
| 15.04.2010 - und 16.04.2010 Ausstellungseröffnung „Grenzen überwinden“ und Vortrag „Melachthon und Siebenbürgen“ |
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Grenzen überwinden - Von Wittenberg bis Siebenbürgen
Gedenken an Philipp Melanchthon in Nürnberg
„Seit der Gründung der Europäischen Union lösen die Mitgliedsstaaten ihre Konflikte nicht mehr durch Gewalt, sondern durch Verhandlungen und entwickeln, unter Wahrung ihrer eigenen Identität, zunehmend Formen von Zusammenarbeit und Austausch. Der trennende Charakter der Grenzen wird überwunden. Kulturelle Unterschiede werden als Bereicherung verstanden…In diesem Klima gewinnt Melanchthon eine neue Aktualität.“ Mit diesen Sätzen wird die Bedeutung Melanchthons für Europa heute im Katalog der Wanderausstellung Grenzen überwinden – Die Bedeutung Philipp Melanchthons für Europa. Von Wittenberg bis Siebenbürgen eingeleitet und durch die in der Praxis endlich erprobte Theorie des Humanisten geniale Lebensauffassung verheißen.
In Nürnberg stand Philipp Melanchthon, dessen 450. Todestag am 19. April gedacht wurde, vielfach im Zentrum der Aufmerksamkeit: Etwa bei der zentralen Nürnberger Veranstaltung, der Eröffnung der Ausstellung Grenzen überwinden… am 15. April in St. Egidien oder am nächsten Tag an gleicher Stelle beim Vortragsabend Melanchthon und Siebenbürgen. Die Nürnberger Zeitung titelte am 16. April: „Viel mehr als nur Luthers rechte Hand“ und meinte damit den großen Humanisten, den in Siebenbürgen meistgelesenen Autor im 16. Jh. (siehe auch den exzellenten Beitrag von Wolfgang Knopp in der Siebenbürgische Zeitung vom 31.03., Seite 10), den bedeutenden Vordenker echter Bildung. Angela Merkel sieht in Melanchthon einen der „größten Bildungsreformer unserer Geschichte“.
Wer war dieser geniale Kopf der Reformation, ohne dessen Sprach¬kenntnisse es keine „Lutherbibel“ gäbe? Wer war dieser kluge Kirchendiplomat, der im Augsburger Bekenntnis die Sache der Evangelischen auf den Punkt gebracht hat? Philipp Melanchthon, enger Freund und Mitarbeiter von Martin Luther, wurde in Bretten 1497 geboren, studierte von 1509 bis 1518 in Heidelberg und Tübingen, wurde 1518 im Alter von 21 Jahren Professor für Griechisch an der Universität Wittenberg (die so etwas wie die Kaderschmiede der europäischen Reformation im 16. Jh. war), 1523 hier erster Rektor, begründete 1526 das erste Gymnasium Deutschlands (heute Melanchthon-Gymnasium Nürnberg), war 1530 entscheidender Verfasser der Confessio Augustana (das Augsburger Bekenntnisdokument), besuchte neun Mal Nürnberg, hatte wissenschaftliche Beziehungen zu allen namhaften Humanisten seiner Zeit, auch mit Johannes Honterus, hielt 1546 die Leichenrede auf Luther, starb 1560 in Wittenberg. …
Die Siebenbürger Sachsen des Kreisverbands Nürnberg bemühten sich schon Monate davor, die Veranstaltungen zu Ehren Melanchthons in Nürnberg mit zu tragen und zu gestalten. So wurde u.a. der Historiker Thomas Şindilariu, Leiter des Archivs der Honterusgemeinde in Kronstadt und auswärtiger Mitarbeiter des Siebenbürgen-Instituts in Gundelsheim am Neckar, der den Siebenbürgen-Teil der Ausstellung verantwortet, als Ehrengast und Referent eingeladen.
Die Ausstellungseröffnung stand unter der Schirmherrschaft des Nürnberger Ober-bürgermeisters Dr. Ulrich Maly, der in seinem (auch launigen) Grußwort Melanchthon in seinem ganzheitlichen Wirken als großen Kommunikator und wesentlichen Bildungsinitiator auch für Nürnberg herausstellte. „Erst die Bildung macht aus den Jugendlichen vollwertige Menschen“, betonte er. Stadtdekan Michael Bammessel hob den eminenten Beitrag des Humanisten an der evangelischen Kirchenwerdung Nürnbergs hervor und zitierte den Satz Melanchthons „Wir sind zum Gespräch geboren“, um hinzuzufügen: „Bildung ist die einzige Möglichkeit, um Gewalt vorzubeugen“. Oberstudiendirektor Otto Beyerlein, Schulleiter des Melanchthon-Gymnasiums Nürnberg, stellte die Bedeutung des Gründervaters des ersten Nürnberger Gymnasiums heraus und forderte auf, trotz Google oder Wikipedia im Sinne des Aufrufs Melanchthons „ad fontes“ („zu den Quellen“) uns an die Originale zu halten, etwa an Cicero, Kant oder Darwin.
Hinweise zur Ausstellung gaben Dr. Albert de Lange aus Karlsruhe und Thomas Şindilariu.
Letzterer verwies auf das Bemühen Melanchthons um Ausgleich der Gegensätze und Verständnis des Anderen. In der Vergangenheit und Gegenwart Siebenbürgens sei es „normal, dass seit eh und je beliebig viele Konfessionen ohne nennenswerte Konflikte an einem Ort zusammenleben… Diese Normalität ist es, die Siebenbürgen und Rumänien strukturell gesehen europäisch macht. Das Maß, in dem Vielfältigkeit als ein Gewinn betrachtet wird, entscheidet darüber, ob unser Land die 2007 erhaltene formelle europäische Zugehörigkeit auch wird ausfüllen können, um dem restlichen Europa etwas von der viel gerühmten siebenbürgischen Toleranz mitgeben zu können.“
Wertvolle Hinweise zur lokalen Ergänzung „Melanchthon und Nürnberg“ gab die Leiterin des Ladeskirchlichen Archivs der Evang.-Luth. Kirche in Bayern, Dr. Andrea Schwarz, die auch den wirksamen Nichttheologen Melanchthon im Kreise seiner Nürnberger Humanisten sehr lebensnah agieren ließ.
Würdig umrahmt wurde die gut besuchte Veranstaltung vom Schüler Flavio Meyer am Klavier, bzw. an der Violine.
In Melanchthons Sinne, den öffentlichen und privaten Diskurs, das Miteinander-Reden pflegen, befördern, voranbringen – all das wurde im Anschluss beim Stehempfang ausgiebig praktiziert. Die von Şindilariu im Grußwort erwähnte von Kronstadt angestrebte Städtepartnerschaft mit Nürnberg war Gesprächsthema zwischen ihm, OB Dr. Maly und Horst Göbbel (siehe Bild).
Der Vortrag Melanchthon und Siebenbürgen wurde adäquat durch Lied und Gebet vom Siebenbürgischen Chor Fürth unter der Leitung von Reinhold Schneider eingeleitet. Seine Begrüßung schloss Horst Göbbel mit dem Aufruf, im Sinne Philipp Melanchthons Bildung als Voraussetzung für ein gelingendes Leben wahrzunehmen, und das junge Geigenduo Silke Andrae und Franziska Ulrich stimmten das Publikum beeindruckend mit einem Doppel-konzert von Johann Sebastian Bach auf den Vortrag ein.
Der 35- jährige Referent, der in Kronstadt lebt, hielt einen hoch wissenschaftlichen Vortrag, der sogar den guten Kennern der siebenbürgisch-sächsischen Geschichte neue Erkenntnisse präsentieren konnte, wie z.B. über die Gründung Kronstadts. Şindilariu ging schwerpunktmäßig auf die politische Lage Siebenbürgens im 16. Jh. ein, wobei die Rolle Hermannstadts und Kronstadts hervorgehoben wurden. Zwei mitreißende Lieder, gesungen vom Chor Siebenbürger Vocalis unter der Leitung von Wilhelm Stirner, rundeten einen hochrangigen sächsischen Abend in der Egidienkirche der Nürnberger Altstadt ab. Inge Alzner, die im Namen des Kreisverbands Nürnberg zusammen mit Doris Hutter vom Haus der Heimat Nürnberg diese Veranstaltung organisiert hatten, dankte allen Mitwirkenden sowie dem Publikum für den zahlreichen Besuch. Siebenbürgische Spezialitäten, hausgebacken und danach aufgetischt, begleiteten viele gute und wichtige Gespräche im Umfeld der Ausstellung und trugen bei zum geselligen Ausklang einer gemeinschaftlichen Würdigung eines großen bedeutenden Geistes Europas. Die Darstellung des Beitrags der Siebenbürger Sachsen im Zeitalter der Reformation und darüber hinaus an der Entwicklung Europas wurde vielen Nichtsiebenbürgern deutlich und kann bis zum 7. Mai in der Ausstellung in St. Egidien täglich nachempfunden werden. Sie spornt uns an, nicht nachzulassen, wenn es um echten Glauben, um Toleranz, um Humanität geht.
Doris Hutter und Horst Göbbel
| 07.02.2010 - , 14.02. und 16.02.2010 Urzeln in Franken |
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„Faszinierendes Peitschenknallen“ der Urzeln in Franken …
„Am Urzeltag die Schelle klingt…“ So klang es in Franken heuer erstmals am 7. Februar in Wolframs-Eschenbach im Gasthof Sonne, wohin Christine Dörr aus Agnetheln, Organisatorin des dortigen Umzugs, nachher eingeladen hatte und die Urzeln neben dem Elferrat saßen und in kräftiger Urzelmanier ihre Lieder sangen. Dazu hatten sie allen Grund! Erstens hatten sie Sonnenschein mitgenommen, dann viel Spaß und Frohsinn auf den Straßen verteilt, anständig geknallt und den Männer-Gesangsverein der Stadt das Fürchten gelehrt: Als die nämlich hörten, dass die Urzeln das Lied, das der Gesangsverein heuer erstmalig für sein 150-jähriges Jubiläum einstudiert hat, alle aus der Schule in Siebenbürgen kannten, kamen sie aus dem Staunen nicht heraus. Es handelt sich um „Gaudeamus igitur“…
Am 14. Februar in Nürnberg war es während des Umzugs trocken und wieder ein schönes Zusammenspiel zwischen den 55 Urzeln und den Zig-Tausenden, die die Straßen der Altstadt säumten. Auch die Kinder und Jugendlichen, die von Jahr zu Jahr besser knallen, hatten ihren Spaß daran, Zuschauer zu erschrecken oder in der Geißel zu drehen. Große Begeisterung immer wieder auch beim Knallen im U-Bahn-Schacht. Im eineinviertelstündigen Umzug, mit der Zugnummer 6, wurde die Reifenschwingerin Sabine Herberth (19) aus Raindorf wieder bewundert, die zu den Akkordeonklängen von Steffen Schulze, ein begeisterter Urzel-Fan und waschechter Sachse (aus Sachsen-Anhalt), ein volles und am Nachmittag sechs volle Weingläser im Reifen schwang, ohne auch nur ein Glas zu zerschlagen. Erstmalig gab es einen Lautsprecher auf einen Handwagen montiert, der das Reifenschwingerlied sehr weit trug und noch mehr Aufmerksamkeit beim Publikum schaffte. Im Anschluss an die Urzeln marschierten zum 1. Mal die Nürnberger Nösner (Nordsiebenbürger) mit ihrem alten Brauch des Winteraustreibens und in neu gefertigten Kostümen.
Im Haus der Heimat wurden Inge Alzner, Kreisverbandsvorsitzende der Siebenbürger Sachsen begrüßt und ihr sowie den Helfern noch einmal Leckerbissen der Knall- und Reifenschwingerkunst geboten. Erstaunlich, was die Jugendlichen für Knaller abgeben! Danach kam das Urzelkraut auf den Tisch, das am Samstag bei Renate und Klaus Kellner zubereitet worden war. Gesang und Urzeltaufe derer, die zum 1. Mal in Nürnberg mitgelaufen sind (u.a. Janine Kellner (10) mit Papa Jürgen, Franziska Gottschling (10) mit Papa Manfred, Ulli Kellner, die nächstes Mal ihre ganze Familie als Urzeln mitbringen will, Nico Balzereit (6), der die Taufe kaum erwarten konnte, und Franziska Roth (2,5), die noch den Beistand ihrer 9-jährigen Schwester Michaela in Anspruch nahm) sowie Kegeln für die Jugendlichen rundeten den feuchtfröhlichen Tag ab. Zusammen mit den unentbehrlichen Krapfen- und Hanklichbäckerinnen sowie den Getränke-Spendern und Helfern aus mehreren Urzelfamilien wurde der „Urzeltag“ in Nürnberg wieder ein Glanzstück erlebter Gemeinschaft und gelebten Brauchtums.
Am Faschingsdienstag, dem 16. Februar in Weisendorf durften wieder rund 50 Gäste das Urzelkraut im Hause von Brigitte und Gerhard Berner genießen. Ingrid Jungfer, Redakteurin der lokalen Presse, kam dazu und staunte über das gelebte Brauchtum am Urzeltag. In ihrem Bericht stand, dass die Urzeln die Zuschauer „mit ihrem gekonnten Peitschenknallen faszinierten“. 32 gut gelaunte Urzeln tobten sich im sonnigen Umzug aus, den sie schon seit Jahren anführen, knallten und tanzten mit den Hexen auf dem Marktplatz! Jugendliche, Männer und Damen natürlich punkteten dabei durch echte ohrenbetäubende Kracher. Selina Rehm (10) kann schon beeindruckend knallen. Hirräii! Getauft wurden Nico Balzereit (6), Natalie Martini (17), Ingo Sill und Stefan Wilk sowie Anni und Harald Martini und Christian Fuss. Mit Krapfen und Kuchenspenden sowie helfend dabei auch beim Kaffeetrinken nach dem Umzug und beim Singen danach waren mehrere fröhliche Urzeldamen. Lieder aus der Jugend mit Akkordeonbegleitung und ausgelassenes Tanzen schafften hervorragende Stimmung! Danke den Gastgebern, dem Musiker-Gespann Burkart/Fuss und natürlich den knall-, sing- und tanzfreudigen Urzeln!
Hirräii!
Doris Hutter
| 26.01.2010 - Jahresempfang des Hauses der Heimat Nürnberg |
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Von der Atemschaukel zum Sommernachtstraum
Die Serenade für Violine und Klavier von Frantisek Alois Drdla, vorgetragen von Boris und Eugenija Polnitski, stimmte fröhlich auf die freundschaftliche Begrüßung der Gäste im Haus der Heimat ein. Horst Göbbel, der Vorstandsvorsitzende des Vereins Haus der Heimat, sagte nach einigen Worten zum neuen Integrationsrat in Nürnberg abschließend: Dieser Integrationsrat ist gut beraten, mit dem Stadtrat und dem Kulturbeirat deutscher Zuwanderer klug zusammenzuarbeiten, denn wir reden nicht nur von Integration. Wir erleben sie. Täglich. und konnte dann neben Bürgermeister Klemens Gsell auch die Bezirksräte Norbert Dünkel und Peter Daniel Forster sowie Dr. Sieghard Rost, MdL a.D. begrüßen. Es folgten mehrere Stadträte der Fraktionen SPD, CSU und ÖDP, Vertreter von Wohlfahrtsverbänden und städtischen Institutionen AWO, Caritas, Gemeinschaftshaus Langwasser, Jugendamt, Polizei, Kirchen, befreundeten Vereinen, wie z.B. der Bürgerverein Langwasser, sowie Vorsitzende mehrerer Mitgliedsvereine. Sie und die ehrenamtlichen Mitarbeiter, die in den Arbeitskreisen des HdH tätig sind, sowie die Künstler hieß Horst Göbbel herzlich willkommen.
Bürgermeister Klemens Gsell überbrachte auch die Grüße des Oberbürgermeisters Dr. Ulrich Maly und betonte, dass das HdH sich einerseits als echte Heimat für die Verbände der Aussiedler entwickelt hat, andererseits „vor allem auch durch Integration über die Sprache einen wichtigen Beitrag ergänzend zu den Schulen leistet, der als Schub gewertet werden kann. Die ursprüngliche Aufgabe, die mitgebrachte Kultur zu erhalten, wurde erweitert, um die Kultur der neuen Heimat zu verstehen. Dieses Ganze ist zu einem runden Paket verschmolzen, wofür ich allen ein herzliches Vergelt’s Gott! ausspreche.“ So wie man nach dem Krieg gemeinsam angepackt und Deutschland zu einer relativ wohlhabenden Gesellschaft entwickelt habe, müssen wir, um erfolgreich zu sein, auch heute gemeinsam die Probleme der Zuwanderung lösen.
In Vertretung des Bezirkstagspräsidenten Richard Bartsch lobte Bezirksrat Norbert Dünkel die „ganz besonders herzliche, angenehme und sympathische Atmosphäre im HdH“, die in der Art, wie das Haus geführt wird, liegt, aber sicherlich auch an den selbst gebackenen köstlichen Spezialitäten, die im HdH immer wieder gereicht werden. Heuer war es Gebäck der Banater Schwaben. Der Bezirksrat zeigte sich tief beeindruckt, welch „unglaubliche Palette an Verantwortungsträgern aus Organisationen und Verbänden begrüßt worden sind“ und dankte allen Verantwortungsträgern, besonders aber den Ehrenamtlichen für ihre Arbeit im HdH und in den Verbänden: „Die Integrationsarbeit, die Sie leisten, ist unbezahlbar!“
Gabriele Penzkofer-Röhrl, SPD-Stadträtin schloss sich gerne dem Lob an und sagte, dass das HdH ein wesentlicher Bestandteil im Stadtteil geworden sei, was auch die große Präsenz des Bürgervereins Langwasser zeige. Dass vier russlanddeutsche Kandidatinnen für den Integrationsrat anwesend waren, freute sie ganz besonders. Zur bevorstehenden Wahl des Integrationsrates sagte sie u.a. „Vielleicht können die Menschen mit Migrationshintergrund uns Einheimischen zeigen, was politisches Engagement ist, denn bei den Einheimischen ist die Wahlbeteiligung in letzter Zeit nicht groß gewesen.“ ÖDP- Stadtrat Thomas Schrollinger erwähnte ebenfalls die „herzliche familiäre Atmosphäre im HdH, die auch der Sinn des Hauses zu sein scheint.“ Er betonte, dass Menschen Wurzeln brauchen, um sich wohl zu fühlen. In diesem Sinne wünschte er auch dem Projekt Interkultureller Garten in Langwasser einen guten Start und möglichst viele Zuwanderer, die sich daran beteiligen.
Im folgenden Largo von Francesco Maria Veracini stimmten die Musiker, die beide in Perm in Russland jeweils erste Geiger in hochrangigen Orchestern waren und seit 1996 in Deutschland leben, das erwartungsvolle Publikum auf ein sehr trauriges Kapitel in der Geschichte der Menschheit ein: Deportation als Folge von Diktaturen und groben Menschenrechtsverletzungen.
Zum Thema Herta Müller und ihr Roman Atemschaukel zeigte Horst Göbbel zunächst ein Video über die Zeremonie der Überreichung des Literaturnobelpreises 2009 an die unbeugsame Deutsche aus Rumänien, die 1953 in Nitzkydorf, im Schwäbischen Banat geboren ist und seit Jahren gegen das Vergessen schreibt. Das Werk der Literaturnobelpreisträgerin besteht aus Romanen, Essays und Text-Bild-Collagen. Es entstand hauptsächlich in Deutschland, wo sie seit 1987 lebt. Als junge Frau wird sie zu einer scharfsinnigen Beobachterin der Situation im sozialistischen Rumänien und mutigen Kämpferin gegen jede Form von Diktatur, sagte Göbbel. Ihr neuester Roman „Atemschaukel“ (2009) nimmt das Leid der Rumäniendeutschen nach 1945 – speziell während der Deportation in die Sowjetunion - am Beispiel ihres siebenbürgisch-sächsischen Freundes Oskar Pastior in den Blick und verhilft diesem Thema zum ersten Mal zu einer breiten öffentlichen Wahrnehmung. Helmine Buchsbaum trug anschließend einen beeindruckenden Abschnitt des Buches vor, der den Hungerengel beschreibt.
Gennadi Horn, dessen Großeltern aus Österreich stammen, ist Deutscher aus Russland, Kunstmaler, Grafiker, Kunstlehrer, Industriedesigner, Museumsrestaurator, Bühnenbildner und Möbeldesigner und kam 1992 nach Deutschland. Er präsentierte beim Jahresempfang seine Träume, Eindrücke, Erwartungen und die Realität von und in Deutschland mit eigenen Erlebnissen und surrealistischen Bildern unter dem Titel Sommernachtstraum. Auf die Klänge des Liedes The dark side of the moon von Pink Floyd, für ihn und seine Jugendfreunde in Russland Inbegriff der Freiheit, erklärte er kurz den Surrealismus. Dann kam er zum Lied The Wall, von dem er behauptete, dass es den Mauerfall vorausgesagt habe, weswegen es die Kommunisten hassten. In der Sowjetunion war alles verboten. Sie versuchten, alles zu kontrollieren, auch unser Hirn…Wir waren jung, wir waren Hippies und ich war fast 20 Jahre nicht beim Friseur gewesen, weil sie Anweisungen hatten, uns kahl zu scheren. Pink Floyd sei nur auf dem Schwarzmarkt zu kaufen gewesen und kostete einen halben Monatslohn. Man traf sich im Wald und tauschte die Platten aus, obwohl man ständig damit rechnen musste, dafür verhaftet zu werden. Horns eindringliche Schilderungen der Sehnsucht nach Freiheit und der tiefen Dankbarkeit, in Deutschland leben zu dürfen, nannte Horst Göbbel beim Dank für den interessanten Vortrag gelebte Kunst und gelebtes Streben nach Freiheit. Beim Genießen köstlicher banatschwäbischer Spezialitäten konnte man sich weitere Bilder von Gennadi Horn ansehen. Nicht wenige Gäste betonten beim Abschied, dass wir nicht aufhören dürften, unsere Freiheit zu schätzen und zu schützen.
Doris Hutter
| 11.01.2010 - Vortrag zum Thema Herta Müller im Haus der Heimat
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„Die Stimme der Deportierten“
Die Union der Vertriebenen Nürnberg hatte zum Vortrag ins Haus der Heimat geladen. Horst Göbbel referierte am 11. Januar 2010 unter dem Titel Die Stimme der Deportierten zum Thema Die Literaturnobelpreisträgerin Herta Müller und ihre „Atemschaukel“.
In seiner Begrüßung berichtete der UdV-Vorsitzende Werner Henning über Aktuelles zu Erika Steinbach und dem freien Sitz im Stiftungsrat der Bundesstiftung „Flucht, Vertreibung, Versöhnung“. Nach dem Hinweis, „heute vor 65 Jahren“, habe in Siebenbürgen die Aushebung der zur Deportation vorgesehenen Deutschen begonnen, führte Horst Göbbel zunächst gründlich in die Geschichte und Regularien der Verleihung des Nobelpreises ein und stellte fest, dass Herta Müller mit ihren 57 Jahren noch sehr jung für so eine gewichtige Auszeichnung sei. Unter den mit Bildern aus Medien vorgestellten Reaktionen auf die Verleihung des Nobelpreises waren auch die von Bundeskanzlerin Angela Merkel und Marcel Reich-Ranicki. Der Referent hatte eine Fülle von Titelseiten mit der Verkündigung des Nobelpreises an Herta Müller parat, auch aus Rumänien und von der Homepage der HOG Nitzkydorf, des Heimatortes der Nobelpreisträgerin. Sogar der Haarschnitt von Herta Müller wurde ausgiebig in den Medien kommentiert. Das Publikum konnte anschließend mehrere Videopassagen sehen, die Herta Müller vor ihrer Haustür nach Bekanntwerden der großen Auszeichnung, in Stockholm bei ihrer Vorlesung, bei der Pressekonferenz sowie bei der Preisverleihung mit Schwedens König zeigten.
Die tiefe Freundschaft Herta Müllers zum berühmten siebenbürgisch-sächsischen Dichter Oskar Pastior, mit dem sie 2004 das Arbeitslager Nowa-Gorlowka besuchte, in dem der 17-jährige Pastior fünf Jahre das Schicksal tausender Deportierter teilte, ließ den Entschluss reifen, gemeinsam ein Buch über die Deportation zu schreiben. Da Oskar Pastior überraschend 2006 starb, erarbeitete Herta Müller das Buch alleine. Dieses Werk, das unter dem Titel Atemschaukel im Sommer 2009 erschien, war möglicherweise ausschlaggebend für die Nobelpreisverleihung 2009 an Herta Müller. Göbbel zitierte aus der „exzellenten Buchbeschprechung“, die Michael Markel zur Atemschaukel noch vor Bekanntwerden des Literaturnobelpreises in der SBZ im September 2009 veröffentlichte. Schon hier wird deutlich gezeigt, welch überragendes Kunstwerk Herta Müller zustande gebracht hat. Die Autorin schafft eine Hommage an den „Freund und Stichwortgeber“, sie stattet den Erzähler im Roman (Leo Auberg) mit biografischen Elementen Oskar Pastiors aus. Im Roman wird prägnant ausgeführt, dass in der verkehrten Welt des Lagers tatsächlich nichts mehr im Kopf ist als das Wissen, dass „Kälte schneidet, Hunger betrügt, Müdigkeit lastet, Heimweh zehrt, Wanzen und Läuse beißen“. Die alles beherrschende Lagerpein, führt Markel aus, ist der Hunger gepaart mit der allgegenwärtigen Fremdbestimmung. Die Traumata, die das Lager auf Lebenszeit auslöst, führen dazu, dass der Heimkehrer zwar mit den Füßen nach seiner Rückkehr daheim, aber auf Dauer zu Hause nur im Lager bleiben kann. Dann las Göbbel eine Passage aus dem Buch („Interlope Gesellschaft“), die deutlich macht, woher die Deportierten stammten und wie auch der Zufall manchen Menschen in die Deportation geschickt hatte. Die sprachliche Kompetenz der Nobelpreisträgerin wurde an der Passage zu Irma Pfeiffers Tod im Kapitel „Eintropfenzuvielglück für Irma Pfeifer“ verdeutlicht. Der Referent rundete den Vortrag mit einem Videoausschnitt zur Preisverleihung des Franz-Werfel-Menschenrechtspreises am 1. November 2009 in der Frankfurter Paulskirche an Herta Müller ab, in dem man die ganze Ansprache von Erika Steinbach, der Präsidentin des BdV, verfolgen konnte. Unter anderem bemerkte sie, dass Herta Müller dem vielfältigen Schrecken von Deportation sensibel und schonungslos Ausdruck verliehen und damit den Opfern ein unvergängliches Denkmal gesetzt habe. So, wie die Atemschaukel von Herta Müller ein solches Denkmal für all die Deportierten in die Sowjetunion darstellt, meinte Göbbel, so möge das Deutschlandhaus in Berlin, ähnlich wie das Holocaustmahnmal, ein Mahnmal gegen jedwelche Art von Vertreibungen werden.
In der folgenden Diskussion wurde Herta Müller auch im Kontext ihres Verhältnisses zu den Landsmannschaften beleuchtet, ein Thema, das uns noch eine Weile beschäftigen wird.
Herner Henning dankte dem Referenten ganz herzlich für den interessanten Vortrag und verwies auf viel versprechende Vorträge, organisiert von der UdV an jedem zweiten Montag im Monat.
Doris Hutter
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