|
Kulturbeirat zugewanderter Deutscher
Im Jahre 2009 beschloss die Stadt Nürnberg mit Zustimmung des Ausländerbeirates und des Aussiedlerbeirates einen Nürnberger Rat für Integration und Zuwanderung zu gründen, der sich in Zukunft um die Belange der Zuwanderer in Nürnberg kümmern und dabei mitwirken soll, deren Lebensverhältnisse zu verbessern.
Mit der Wahl des Integrationsrates im März 2010 wurden der Ausländerbeirat und der Aussiedlerbeirat aufgelöst. Der Aussiedlerbeirat hat sich bis dahin sowohl um die Integration als auch um die kulturellen Belange der deutschen Aussiedler aus dem Osten gekümmert.
Die kulturellen Belange der Aussiedler und Vertriebenen vertritt nun in Nürnberg der im März 2010 gegründete Nürnberger Kulturbeirat zugewanderter Deutscher.
Mit dem Kulturbeirat entstand ein Gremium, das sich zum Ziel gesetzt hat, qualitativ hochwertige Kulturarbeit in Form von Kulturveranstaltungen und Kulturprojekten zu organisieren und damit einen Beitrag zum Kulturleben der Stadt Nürnberg zu leisten.
Damit wird auch bezweckt, bei der einheimischen Bevölkerung ein größeres Interesse für Kultur und Geschichte zugewanderter Deutscher zu wecken und somit für mehr Toleranz, Achtung und Akzeptanz zu sorgen. Der Kulturbeirat berät den Nürnberger Stadtrat und die Verwaltung in Fragen, die sich im kulturellen Bereich bezüglich der aus dem Osten zugewanderten Deutschen ergeben.
Dem Kulturbeirat gehören fachkundige Vertreter verschiedener Kulturbereiche aus den Reihen der Banater und Sathmarer Schwaben, Deutschen aus Russland, Pommern, Preußen, Schlesiern, Siebenbürger Sachsen und Sudetendeutschen an.
Den Sitz hat er im Haus der Heimat Nürnberg. Der Vorsitz wechselt jährlich.
Die verzweigte Baumkrone im Logo steht für die zahlreichen Landsmannschaften und Verbände der zugewanderten Deutschen aus dem Osten. Sie haben in der Bundesrepublik Deutschland eine neue, gemeinsame Heimat gefunden und schlagen hier neue Wurzeln - dafür stehen auch die Farben Schwarz, Rot, Gold.
Berichte und Bilder der Veranstaltungen finden Sie hier:
Ausstellung und Lesung im Nürnberger Rathaus zu Heinz Piontek (1925-2003), 21.11.2011 - 09.12.2011
Jazz Konzert mit Hugo Siegmeth & Ensemble und der WiSo Jazzband, 16.10.2011
Veranstaltungen 2. Halbjahr 2011 >>>
Veranstaltungen 1. Halbjahr 2011 >>>
Veranstaltungen 2. Halbjahr 2010 >>>
| 21.11.2011 - - 09.12.2011 Ausstellung und Lesung im Nürnberger Rathaus zu Heinz Piontek (1925-2003) |
 |
|
zu den Fotos >>>
Der Nürnberger Kulturbeirat zugewanderter Deutscher präsentierte im Nürnberger Rathaus vom 21.11.- 9. 12. 2011 die Ausstellung Heinz Piontek (1925-2003), Leben und Werk. Für die Konzeption der Ausstellung zeichnen Anton Hirner aus Lauingen und Klaus Hille aus Haunsheim, die die Ausstellung zur Verfügung stellten.
Bei der Eröffnung der Ausstellung am 21. November – musikalisch mit feinen Saxophontönen von Arthur Meier aus Fürth umrahmt - entwarf der Nürnberger Schriftsteller Dr. Godehard Schramm tief schürfend, detailreich, aufklarend und zugleich aufklärend das Panorama des Lebens, des Oeuvre, des vielseitigen Wirkens des Dichters Heinz Piontek, sowie seiner persönlichen Bekanntschaft und Verbundenheit mit ihm.
Heinz Piontek, der zu den bekanntesten deutschen Lyrikern der Nachkriegszeit gehörte und sich später auch als Erzähler einen Namen machte, wurde 1925 in Kreuzburg/Oberschlesien geboren. Als 18-Jähriger wurde er zur Wehrmacht eingezogen und geriet 1945 in US-amerikanische Kriegsgefangenschaft. 1946 ging er nach München, 1947 nach Lauingen an der Donau. Seit 1948 lebte er als freier Schriftsteller. Es entstanden u.a. die Gedichtbände Die Furt (1952), Die Rauchfahne (1955) und Wassermarken (1957). Der inzwischen recht bekannt gewordene Autor ließ sich 1961 in München nieder. Zahlreiche Gedichtbände, Romane, Erzählungen und Essays dokumentieren sein fruchtbares Schaffen. Für seine dichterische Leistung wurde Heinz Piontek 1976 u. a. mit dem Georg-Büchner-Preis ausgezeichnet. Die von Anton Hirner und Klaus Hille stammende Piontek-Ausstellung dokumentiert vorwiegend die Jahre in Lauingen und Dillingen (1947-1961).
Horst Göbbel
Am 28.11.2011 fand eine Lesung aus den Werken von Heinz Piontek mit Schauspieler Philipp Weigand statt. Die Lesung war eine Begleitveranstaltung zur Ausstellung. Lucian Mot, Vorsitzender des Kulturbeirates zugewanderter Deutscher, begrüßte das Publikum. Doris Hutter, Geschäftsleiterin des Hauses der Heimat Nürnberg, stellte Philipp Weigand vor: Weigand wuchs in Greding auf und studierte an der Schauspielschule in Bochum. Seit deraktuellen Spielzeit ist er festes Mitglied im Ensemble des Staatstheaters Nürnberg.
Für die Lesung wählte er Gedichte und Erzählungen aus dem Sammelband "Ich höre mich tiefin das Lautlose ein", der von Anton Hirner und Hartwig Wiedow im Wolff Verlag herausgegeben wurde. Die Gedichte haben die Titel: „Fischerhütte“, „Die Furt“, „Unablässiges Gedicht“, „Vergängliche Psalmen“, „Schlittenromanze“, „Mit dreißig Jahren“, „Apulische Ebene“. Es ist gut, dass Philipp Weigand eine gut ausgebildete Stimme hat. Er war gut zu verstehen, trotz der geschäftigen Geräuschkulisse, die während der offiziellen Öffnungszeit des Rathauses in den Gängen herrscht. Zwischen Büro- und Aufzugtüren, aber erleuchtet von den Nachmittagssonnenstrahlen, mit herrlichem Blick auf den Christkindlesmarkt - den niemand wahrnimmt, denn für die ZuhörenInnen tun sich eigene Bilder auf - fand die Lesung statt. Es ist keinen Moment „lautlos“! Aber manchmal passen die Töne zu den Worten: „...Mit lärmenden Schellen wirst du in die Verbannung reisen.“ (aus „Schlittenromanze“). Das Gedicht „Mit dreißig Jahren“ hat Heinz Piontek seiner Frau Gisela gewidmet. Da heißt es am Schluss: ...“Doch sputet euch nicht. Wir leben gezählte Tage.“ Die ZuhörerInnen hatten es nicht eilig. Sie lauschten aufmerksam und gespannt der letzten Erzählung „Das Ende ist anders“. Am Ende waren sich Besucher und Veranstalter einig: Philipp Weigand hat Heinz Piontek allen näher gebracht, und durch eine gewisse äußerliche Ähnlichkeit lebendig werden lassen.
Melitta Zakel
| 16.10.2011 - Jazz Konzert mit Hugo Siegmeth & Ensemble und der WiSo Jazzband |
 |
|
zu den Fotos >>>
Ohrenschmaus für Jazz-Fans in Nürnberg
Hugo Siegmeth mit Ensemble und die WiSo Jazzband in der Villa Leon
Der Nürnberger Kulturbeirat zugewanderter Deutscher veranstaltete am 16. Oktober ein Jazz-Konzert im lichtdurchfluteten Saal des Nürnberger Bürgerzentrums Villa Leon.
Der in München lebende Saxophonist Hugo Siegmeth, Träger des Bayerischen Jazzförderpreises, der bis zu seinem 6. Lebensjahr im Banat lebte, greift in seinem neuen Programm „La Bordei“ auf diese Erfahrungen zurück. Dabei gibt er jedoch nicht die Musik seiner Kindheit eins zu eins wieder, sondern gespiegelt an seiner Jazz-Individualität.
Das Publikum lauschte gespannt den Eigenkompositionen, die Siegmeth zusammen mit drei weiteren Musikern , Gerhard Gschlößl , Andreas Kurz, Bastian Jütte zum Besten gab und spendeten reichlich Applaus. Die Stücke haben Titel wie „Unde este calul meu“ oder „Balkan Blue“, seine neue CD trägt den Titel "Passacaglia".
In der Pause bestand die Möglichkeit, sich am Buffet mit türkischen Spezialitäten, die das „Cayhaus“ vorbereitet hatte, in gemütlicher Bistro-Atmosphäre zu stärken.
Die WiSo Jazzband wurde 2007 von Amateurmusikern an der Universität Erlangen-Nürnberg als Rock-Pop-Formation von Jörg Reisner gegründet. Sehr bald entwickelte sich die Uni-Band in die Richtungen Jazz, Soul und Swing und tritt mittlerweile in ganz Franken auf. Die Sängerin Johanna Schneider, die aus Essen angereist war und zum ersten Mal mit der Band zusammen sang, stellte die Stücke und auch die anderen Bandmitglieder vor: Andreas Nagengast, Florian Anderl, Alexander Spengler, Christian Röckelein und Jörg Reisner.
Die tolle Darbietung der Lieder, wie z.B.: „Lean on me“, „Lady Madonna“, „What a wonderful world“, „Autumn leaves“ begeisterte nicht nur das Publikum, sondern auch Hugo Siegmeth.
Im letzten Stück: „Girl from Ipanema“ musste er unbedingt mitspielen. Es wurde eine unvergessliche Darbietung, die nur unter talentierten Profimusikern gelingt.
Lucian Mot bedankte sich im Namen des Kulturbeirats zum Abschluss bei den Musikern. Während der Zugabe mit dem Lied „Georgia“ wippte, schnipste, klatschte das Publikum nochmals begeistert mit.
Melitta Zakel
Projektleiterin des Kulturbeirats zugewanderter Deutscher im Haus der Heimat
nach oben 
|