HOME | E-Mail | Impressum


· Haus der Heimat e.V.
  Vorstand des Vereins
  Geschichte des Vereins
  Ziele, Konzeption
  Satzung
  Vereinsordnung
  Anträge, Formulare
  Mitglieder
  Partner

· Standort

· Leistungen

· Kulturbeirat
  zugewanderter
  Deutscher


· Arbeitskreise

· Veranstaltungen

· Dialog


Geschichte

Vorgeschichte bis 1994
Der Verein von 1994 bis 2000
Das Haus der Heimat im 10-jährigen Jubiläumsjahr 2008

Vorgeschichte bis 1994 nach oben

Die Idee zur Errichtung des HdH ist aufs Engste verknüpft mit der rapiden Zunahme des Aussiedlerstromes Ende der 80-er Jahre. Zwischen 1976 und 1987 kamen im Jahresdurchschnitt etwa 50.000 Aussiedler nach Deutschland. Plötzlich explodierte diese Zahl im Jahre 1988 auf 200.000 und stieg nochmals 1989 sowie 1990 auf jeweils fast 400.000 Deutsche an. Die Neuankömmlinge - vor allem aus Rumänien, Schlesien und der ehemaligen Sowjetunion - benötigten im deutschen Mutterland natürlich zunächst Wohnraum, aber dann auch Räumlichkeiten, die der Begegnung sowie der Eingliederung dienen konnten.
Dr. Sieghard Rost
Infolgedessen griff die von dem Nürnberger Landtagsabgeordneten Dr. Sieghard Rost geleitete Arbeitsgruppe für Aussiedlerfragen in der CSU-Landtagsfraktion diesen Eingliederungsgedanken erstmals 1989 auf, um ihn über das Parlament durchzusetzen.
Zugrunde lag die Erkenntnis, dass das 1970 von der Staatsregierung ins Leben gerufene Haus des Deutschen Ostens in München (abgekürzt HDO) zur Förderung der ostdeutschen Kultur und für eine Heimstatt der Vertriebenen/Aussiedler nur in München und dem Umland wirken könne. Im übrigen Land, besonders in Nordbayern, müssten weitere vergleichbare Einrichtungen geschaffen werden - so lautete die Forderung der CSU-Arbeitsgruppe.
Nach langen Vorgesprächen und Verhandlungen mit CSU-Gremien, dem BdV und Ministerien setzte dann Dr. Rost im Juli 1990 einen Landtagsbeschluss durch, der die Bayerische Staatsregierung aufforderte, ein Konzept für die Errichtung von Häusern der Heimat in Bayern zu entwerfen.
Hiermit war es gelungen, die Idee von Begegnungsstätten aus dem unverbindlichen Erörterungszustand in einen offiziellen Landtagsbeschluss umzusetzen.
Aufschlussreich ist die Begründung, mit der Dr. Rost seine "Haus der Heimat"- Idee den Parlamentariern nahegebracht hat. Diese Idee hat von ihrer einstigen Gültigkeit auch heute nichts eingebüßt und soll deshalb zur Besinnung auf die nachwirkende Aufgabenstellung in Auszügen wiedergegeben werden:
"Die Integration der Aussiedler zu fördern, die in den letzten drei Jahren in einer Größenordnung von rund einer Million Menschen nach Deutschland gekommen sind, ist eine vordringliche Aufgabe des Staates. Integration bedeutet Teilnahme an dem sozialen, kulturellen und politischen Leben des Mutterlandes. Mit ihrer Übersiedlung in die Bundesrepublik Deutschland werden die Aussiedler, die großenteils aus ländlichen Gebieten kommen, mit einer bisher für sie unbekannten hochindustrialisierten Gesellschaft und (groß-)städtischer Lebensform, mit Kultur- und Medienvielfalt konfrontiert, die leicht zu einer Orientierungs- und Wurzellosigkeit führen kann.
Belastend wirken auch unterschiedliche Einstellungen der Aussiedler im Gegensatz zu ihren einheimischen Landsleuten zu dem Thema Heimat Deutschland und zur nationalen Identität. Deutschland wurde aus der Ferne von den Aussiedlern in ihren Herzen überhöht gewissermaßen als heiliges Mutterland ersehnt, während die Deutschen im Mutterland selbst nach 1945 mehr und mehr von einer sinngebenden nationalen Einstellung sich entfernt hatten. Diese unterschiedliche Erwartungshaltung zu einer nationalen Geborgenheit in der Heimat Deutschland kann zu psychologischen Belastungen bei Aussiedlern führen. Die Spannungen werden dann noch vergrößert, wenn die Aussiedler im Mutterland als "Russen" oder "Ausländer" abgelehnt werden, während sie in ihrem Herkunftsland als Deutsche verfolgt worden waren. Die Folge ist, dass die Aussiedler im deutschen Mutterland sich in Landsmannschaften abkapseln und so eine Neigung zur Gettobildung entwickeln. Diese aber ist für die notwendige Integration nur hinderlich.
Dieser Tendenz können Häuser der Heimat als eigene Kulturstätten für Aussiedler aus allen Herkunftsländern sowie als Begegnungsräume für Aussiedler mit Einheimischen entgegenwirken. Gezielte kulturelle und soziale Aktivitäten in Häusern der Heimat können helfen, den Dialog über die Grenzen der Landsmannschaften hinweg zu fördern und somit innere Schranken zwischen ihnen abzubauen, aber auch die Zustimmung zur neuen Heimat und zum demokratischen Rechtsstaat Bundesrepublik Deutschland zu entwickeln. Dabei wird es auch aus gesamtdeutscher Kulturverpflichtung geboten sein, Kulturbrücken zur alten Heimat zu bauen bzw. zu erhalten.
Somit wird als Ziel für die Errichtung von Häusern der Heimat angestrebt, gegenseitiges Verständnis durch Begegnung und sozial-kulturelles Tun zu entwickeln und dabei gleichzeitig die eigene kulturelle Identität zu bewahren nach dem Motto: "Gute Banater Schwaben bzw. Siebenbürger Sachsen oder Oberschlesier bleiben und gute Bayern werden!"
Auf Einladung von Dr. Rost trafen sich noch im Dezember 1990 im Landtag Vertreter der CSU-Landtagsfraktion, des Arbeitsministeriums, des BdV-Landesverbandes Bayern sowie ein Architekt, um Grundsätze für eine Konzeption "Haus der Heimat" zu erstellen.
Als Standorte wurden schon damals - 1990/91 - in die engere Wahl genommen: Nürnberg, Ingolstadt, Waldkraiburg und Krumbach.
Nürnberg konnte von Anfang an einen entscheidenden Standortvorteil für die Gründung eines Hauses der Heimat ins Feld führen: Der Freistaat Bayern unterhielt hier seine Zentrale Aufnahmestelle für Aussiedler (in der Beuthener Straße), und zudem gehörte das dortige Gelände um die ehemaligen Grundigtürme dem Staat. Infolgedessen gingen die Initiatoren für das Nürnberger Projekt in München wie in Nürnberg davon aus, dass die vorgesehene Begegnungsstätte in unmittelbarer Nähe zur Zentralen Aufnahmestelle errichtet werden könne, weil ein Grundstück vorhanden sei. Darüber hinaus lebten in und um Nürnberg herum Vertriebene und Aussiedler in einem überdurchschnittlichen Prozentsatz.
Auch im Fall Standort Nürnberg ergriff Dr. Sieghard Rost im Dezember 1990 die Initiative und lud Vertreter der Nürnberger CSU-Stadtratsfraktion, der Bezirkstagsfraktion, des Arbeitsministeriums und Dr. Ernst Christian, den BdV-Kreis- sowie Bezirksvorsitzenden, in die Zentrale Aufnahmestelle ein, um an Ort und Stelle Möglichkeiten für die Errichtung eines Gebäudes und Fragen der Trägerschaft sowie der Finanzierung abzuklären.
Dass Nürnberg dann tatsächlich ein Haus der Heimat (HdH) bekam, ist wesentlich auf folgende Maßnahmen und Entwicklungen zurückzuführen:
Der in Nürnberg beheimatete Staatsminister Dr. Günther Beckstein nahm sich der HdH-Idee an und sprach 1994 am Tag der Heimat in seinem Grußwort öffentlich von der Berechtigung des Standortes Nürnberg. Zudem drang er aufgrund von mehreren Erörterungen darauf, dass ein Förderverein Haus der Heimat ins Leben gerufen wurde.
Zum entscheidenden Motor für die Errichtung des HdH in Nürnberg wurde Dr. Ernst Christian, der BdV-Vorsitzende von Nürnberg und BdV-Bezirksvorsitzende von Mittelfranken. Er war bereit, die Vorbereitungen für die Gründung des Fördervereins in parteipolitischer Unabhängigkeit zu treffen und dann auch den Vorsitz im Förderverein zu übernehmen. Zusammen mit Johannes Geiger, dem Vorsitzenden der Union der Vertriebenen in Nürnberg, wurde er zum wichtigen Ansprech- und Verhandlungspartner bei staatlichen und kommunalen Behörden.
Dr. Christian und Geiger setzten dann auch den jetzigen Standort an der Imbuschstraße durch - mit dem vorrangigen Argument, dass eine Begegnungsstätte an der U-Bahn-Station Langwasser-Süd leichter von Vertriebenen/Aussiedlern angenommen werde als im Bereich der abgelegenen Zentralen Aufnahmestelle an der Beuthener Straße.
Den CSU-Stadträten Professor Dr. Hartmut Beck, Dr. Walter Stock und Johannes Geiger gelang es bereits 1990/91, die Stadt Nürnberg in das Gründungsvorhaben einzubeziehen - mit der Zusage, dass die Stadt Nürnberg ein Grundstück in Erbpacht zur Verfügung stellen werde.
Auch der damalige Oberbürgermeister Dr. Peter Schönlein unterstützte schließlich in der heißen Phase in seinem Brief vom 7.09.1995 an Ministerpräsident Dr. Edmund Stoiber das Anliegen einer Errichtung eines Hauses der Heimat in Nürnberg. Die Entscheidung zugunsten des Standortes Nürnberg durch die Bayerische Staatsregierung fiel 1994/95. Sie wurde vorbereitet durch eine Sitzung am 13.10.1994, zu der Dr. Sieghard Rost, der HDO-Präsidiumsvorsitzende, Vertreter der Abteilung V des Staatsministeriums für Arbeit und Sozialordnung (abgekürzt AM), die für Vertriebenenfragen zuständig ist, eingeladen hatte. Abteilungsleiter Dr. Hartmut Singbartl signalisierte eindeutig seine Unterstützung des von Dr. Rost geforderten Standortes Nürnberg. Als wichtigste Ergebnisse dieser Erörterungsrunde wurden festgehalten:
Das HDO München kann wegen seiner knappen Personaldecke eine Betreuung des in Nürnberg vorgesehenen HdH nicht übernehmen. Vielmehr müsse das AM die notwendige Organisation bei der Gründung des HdH gewährleisten, später soll der zu gründende Förderverein diese Aufgabe übernehmen.
Da über den Standort in Nürnberg noch unterschiedliche Vorstellungen herrschten, erfolgte keine endgültige Festlegung. Ein Ministerialrat wurde beauftragt, die Alternativmöglichkeiten zu prüfen.
Der politischen Spitze des AM sollte vorgeschlagen werden, eine Entscheidung zugunsten des Projekts Nürnberg zu treffen. Tatsächlich meldete der damalige Staatsminister Dr. Gebhard Glück auch eine Summe von 3 Millionen DM für die Errichtung eines HdH in Nürnberg im Doppelhaushalt 1995/96 an. Kabinett und Landtag stimmten zu. Mit diesen Entscheidungen von Seiten des Freistaates Bayern waren die Weichen für das Nürnberger Projekt gestellt.
Auch Ministerpräsident Dr. Edmund Stoiber ließ sich von seinen beiden Kabinettskollegen Dr. Günther Beckstein und Barbara Stamm von der Notwendigkeit und der finanziellen Möglichkeit der HdH-Gründung in Nürnberg überzeugen und verkündete in seiner Regierungserklärung am 23. Mai 1996:
"Wir werden in Nürnberg mit dem Haus der Heimat eine Erinnerungsstätte für Flucht und Vertreibung von Millionen Deutscher und ihre Aufbauarbeit in Bayern schaffen, wenn die Stadt Nürnberg - wie in Aussicht gestellt - dem Freistaat ein Grundstück zur Verfügung stellt."


Der Verein von 1994 bis 2000 nach oben

Dr. Ernst Christian
Die jährliche Feierstunde zum "Tag der Heimat" in der Nürnberger Meistersingerhalle in den Jahren 1993 und 1994 war für den BdV-Kreisvorsitzenden Dr. Ernst Christian als Veranstalter Anlass, in seiner Begrüßung, von den beiden anwesenden Staatsministern Dr. Günther Beckstein und Dr. Gebhard Glück, ein "Haus der Heimat" für Nürnberg einzufordern.
Diese Anregung wurde in den anschließenden Grußworten der beiden Staatsminister durchaus positiv beschieden.
Auf Anregung von Dr. Beckstein wurde beschlossen, als Ansprechpartner des Projektes für die zuständigen staatlichen Stellen in München, Ansbach und Nürnberg einen Verein zu gründen. Seine Satzung sollte auf dem Grundgesetz GG sowie dem Bundesvertriebenengesetz BVG aufbauen und parteipolitisch unabhängig sein.
Mit der Vereinsgründung wurde Dr. Ernst Christian als Vorsitzender des "Bund der Vertriebenen, BdV" in Nürnberg und Mittelfranken, sowie Johannes Geiger, Stadtrat in Nürnberg, als Vorsitzender der "Union der Vertriebenen, UdV" in Nürnberg-Fürth-Schwabach, beauftragt. Die Gründungsversammlung des "Vereins Haus der Heimat (HdH)" fand am 7. April 1995 im Nürnberger Stadtparkrestaurant, statt. Anwesend waren folgende Gründungsmitglieder: Dr. rer. pol. Hartmut Beck, Franken; Dipl.-Ing. Anton Bosch, Schwarzmeergebiet/Ukraine; Dr. phil. Ernst Christian, Banat/Rumänien; Karl Freller MdL, Franken; Johannes Geiger, Franken; Eberhard Heiser, Sudetenland; Dipl.-Ing. Josef Hölzli, Sathmar/Rumänien; Herbert Müller, Sudetenland; Gerhard Pochadt, Pommern; Dr. phil. Sieghard Rost, Pommern; Heinz-Georg Schwantes, Pommern; Dr. oec. Walter Stock, Rheinpfalz; Dipl.-Ing. Wilhelm Tremba, Karpaten/Slowakei; Dr. med. Magdalena Wolf, Banat/Rumänien; Josef Wyschkon, Oberschlesien.
In den Vorstand wurden einstimmig gewählt: Vorsitzender Dr. Ernst Christian, Stellvertretender Vorsitzender Johannes Geiger, Schriftführer Dr. Walter Stock, Kassenwart Josef Wyschkon. Als Beisitzer wurden gewählt: Dipl.-Ing. Anton Bosch, Karl Freller, MdL und Dr. Sieghard Rost. Zu Kassenprüfern wurden berufen: Dr. Hartmut Beck und Herbert Müller.
In den Satzungsausschuss wurden berufen: Dr. Ernst Christian, Johannes Geiger, Dr. Sieghard Rost und Dr. Walter Stock. Der Verein wurde am 12. September 1995 in das Vereinsregister eingetragen.
In einem Dreiergespräch am 1. Dezember 1995 zwischen OB Dr. Schönlein, WBG-Dir. Vogt und dem HdH-Vorsitzenden Dr. Christian kam man überein, das der WBG gehörende Grundstück Ecke Glogauer/Imbuschstraße, zum Bau des HdH vorzusehen. Das 2500 m2 große baureife Grundstück, ist nach Meinung von Dr. Christian, allein schon wegen seiner Verkehrslage, optimal für das HdH geeignet.
Die Übernahme der jährlich rund 50.000 DM an die WBG zu zahlende Erbpacht durch die Stadt Nürnberg, wurde dann durch einen von allen Fraktionen getragenen Stadtratsbeschluss abgesegnet.
Zum Bau des "Haus der Heimat" erklärte Staatsminister Dr. Beckstein bei der Feierstunde zum "Tag der Heimat" am 24. September 1995 in der Meistersingerhalle definitiv, dass es in Nürnberg errichtet werde und am 23. Mai 1996 verkündete Ministerpräsident Dr. Edmund Stoiber in einer Regierungserklärung, dass dafür 3 Millionen DM aus Privatisierungserlösen zur Verfügung gestellt werden. Mit der baulichen Durchführung wurde das Staatliche Hochbauamt Nürnberg 1 unter Leitung von Dir. Peter Loew und Bor. Gerhard Prügel beauftragt.
In den Jahren 1996 und 1997 erfolgte die Bauplanung und vereinsmäßige Ausweitung auf 15 Körperschaftsmitglieder (Vertriebenenverbände) umfassend Banater Schwaben, Karpatendeutsche, Oberschlesier, Ost- und Westpreußen, Pommern, Russlanddeutsche, Sathmarer Schwaben, Schlesierbund e.V., Siebenbürger Sachsen, Sudetendeutsche, Bund der Vertriebenen Nürnberg, Bund der Vertriebenen Mittelfranken und Union der Vertriebenen Nürnberg-Fürth-Schwabach.
Die Ausstattung des Hauses musste aus finanziellen Gründen sehr sparsam gestaltet werden. Trotzdem gelang die Realisierung einer Hausmeisterwohnung, eines Referentenappartements und einer Kegelbahn.
Der HdH-Bauplan beschreibt ein zweistöckiges Zweckgebäude, mit einer Nettogrundfläche (NGF) von 725 m2 plus einer Kegelbahn mit der NGF von 181 qm.
Das Hauptgebäude besteht aus einem Ober-, einem Erd- und einem Kellergeschoss.
In Anbetracht des inzwischen im HdH auf Hochtouren pulsierenden Betriebes platzt es räumlich aus allen Nähten. Ein Anbau am Ostende ist dringend nötig.
Den Höhepunkt unserer fünfjährigen Vereinsgeschichte bildet zweifellos das Jahr 1998, fand doch am 20. März die Grundsteinlegung (Bilder 2 und 3), und bereits fünf Monate später, am 28. August die feierliche Einweihung des Hauses statt (Bild 4).

Grundsteinlegung, 20. März 1998

Staatsminister Dr. Günther Beckstein und Baudirektor Peter Loew legen den Grundstein für das Haus der Heimat umrahmt von zwei Mädchen in oberschlesischer Tracht

Einweihung HdH, 28. August 1998. V.l.n.r.: Dr. Sieghard Rost, Renate Blank MdB, Staatsminister Dr. Günther Beckstein, Staatssekretär Karl Freller MdL, Dr. Ernst Christian und Pfarrer Dirk Postmeyer
Triebfeder der beschleunigten Umsetzung des Projektes war wieder Staatsminister Dr. Günther Beckstein. Ihm sei auch an dieser Stelle für seine einmalige Förderung unseres Herzensanliegens HdH in Nürnberg aufrichtig gedankt!
Natürlich konnte die Prominenz bei der Begehung des Hauses nur leere Räume begutachten. Nur der Hausmeister, Herr Horst Köppel war schon in seine Dienstwohnung eingezogen. Doch wo ein Wille ist, ist bekanntlich auch ein Weg. So wurde in den nächsten Wochen und Monaten ein bescheidener Dienstbetrieb mit geliehenem Mobiliar vom benachbarten "Gemeinschaftshaus Langwasser" aufgenommen.
Erwähnenswert ist noch, dass am Abend nach der Einweihung in der Meistersingerhalle ein Benefizkonzert unseres Vereins mit namhaften Interpreten stattfand. Es waren dies im einzelnen:
  • Marie Luise Bodendorff, Klavier, Russlanddeutsche
  • Duo Erika Klemm, William Buchanan, Flöte und Laute, Siebenbürger Sachsen
  • Quartett Kontrapunkt aus Forchheim, Sudetendeutsche
  • Irmgard Müller, Solistin, Banater Schwaben
  • Sorbet Musicarum, Banater Schwaben
  • Tanz und Speeldeel Leba aus Erlangen, Pommern
Der Zweck unseres Vereins ist in der Satzung festgelegt.
Er lautet: "Der Verein fördert die Pflege der Tradition und Kultur des deutschen Volkes und der deutschen Stämme, die ihre Heimat verloren haben, durch Vorträge, Seminare und kulturelle Veranstaltungen im Sinne der Erhaltung des deutschen Kulturgutes gemäß § 96 BVFG. Er fördert insbesondere auch die kulturell-gesellschaftliche Eingliederung von Spätaussiedlern".
Zum besseren Verständnis sei hier § 96 BVFG "Pflege des Kulturgutes der Vertriebenen und Flüchtlinge und Förderung der wissenschaftlichen Forschung" auszugsweise zitiert: "Bund und Länder haben entsprechend ihrer durch das Grundgesetz gegebenen Zuständigkeit das Kulturgut der Vertreibungsgebiete in dem Bewusstsein der Vertriebenen und Flüchtlinge, des gesamten deutschen Volkes und des Auslandes zu erhalten, Archive, Museen und Bibliotheken zu sichern..." Das HdH hat also insbesondere die Aufgabe, diese Vorgaben umzusetzen, den Kontakt mit der alteingesessenen Bevölkerung zu vermitteln und die Integration von Spätaussiedlern in jeglicher Form zu fördern.
Als besonderes Beispiel der HdH-Aktivitäten seien die Sprachkurse Deutsch-Russisch (R-D) herausgegriffen. Der Nürnberger Stadtrat beschloss, dem HdH für Spätaussiedler-Sprachkurse finanzielle Mittel zur Verfügung zu stellen. Das HdH richtete daraufhin Sprachkurse mit 3 Kursen je Semester ein. Die Kurse erfreuen sich großer Beliebtheit. Die Teilnehmerzahl liegt inzwischen bei ca. 160 Personen je Semester.
Um den organisatorischen Aufbau des Betriebes im HdH machten sich mit großem Diensteifer besonders die beiden Vorsitzenden Dr. Ernst Christian und Johannes Geiger, um eine vorbildliche Buchhaltung unser Kassenwart Josef Wyschkon, verdient.
Ab Januar 1999 gibt unser Verein ein farbiges Vierteljahresblatt heraus, das die wichtigsten Veranstaltungen des HdH enthält. Ab diesem Zeitpunkt wurde auch im Zweimonatsrhythmus eine Vortragsreihe (6 Vorträge) über die "Geschichte der deutschen Ostsiedlungen" abgewickelt. Sie wurde 2000 unter dem Titel "Kultur und Kulturdenkmäler der deutschen Ostsiedlungen" fortgesetzt.
Höhepunkte im geselligen Bereich waren 1999 das "Sommerfest unter der Eiche" am 3. Juli unter der Schirmherrschaft von OB Ludwig Scholz und mit Grußworten von Staatsminister Dr. Günther Beckstein und das "Herbstfest" mit dem Stichwort "Fränkische Schlachtschüssel" unter der Schirmherrschaft unseres Vorstandsmitgliedes Staatssekretär Karl Freller.
Der Haushaltsplan entwickelte sich seit der Gründung des Vereins wie folgt:
  • 1995 - rund 500 DM
  • 1996 - rund 4.000 DM
  • 1997 - rund 18.000 DM
  • 1998 - rund 49.000 DM
  • 1999 - rund 225.000 DM
  • 2000 - rund 667.000 DM
  • 2001 - rund 527.000 DM
Zum 1. April 1999 konnte aufgrund des beschlossenen Haushaltsplanes eine ABM-Kanzleikraft sowie eine Lehrerin und zwei Hilfslehrerinnen (630-DM-Basis) für die Sprachkurse eingestellt werden.
Am 24. Januar 2000 überbrachte Ministerialrat Bruno Lischke die Nachricht, dass es seinem Ministerium (Sozialministerium) gelungen sei, einen nicht unbeträchtlichen Betrag als institutionelle Förderung des HdH in den Nachtragshaushalt 2000 der Bayerischen Staatsregierung einzustellen.
Mit diesen Mitteln sollte auch die Finanzierung eines(r) Geschäftsführers(in) ermöglicht werden. Wegen der mit der Einstellung verbundenen Formalismen konnte die Einstellung der Geschäftsleiterin erst zum 1. September vollzogen werden.
Aufgrund der nunmehr stark veränderten finanziellen Lage wurde der Haushaltsplan 2000 auf eine neue Basis gestellt.
In einer außerordentlichen Mitgliederversammlung am 26. Februar 2000 wurden 6 Arbeitskreise gegründet, die jeweils einen Sprecher wählten.
  • AK 1 Kultur und länderübergreifende Kulturtätigkeit, Helmine Buchsbaum
  • AK 2 Geschichte und Deutsche Ostsiedlungen, Anton Bosch
  • AK 3 Soziales und Aussiedlerbetreuung, Johann Roch
  • AK 4 Öffentlichkeitsarbeit und Medien, Edda Probst
  • AK 5 Bibliothek und Archiv, Josefine Engel
  • AK 6 Sprachunterricht, Olga Vetter
Die Arbeitskreise wurden unter Artikel 5 in die bestehende Vereinsordnung aufgenommen und ihre Sprecher waren kurzfristig gehalten, Projektvorschläge für das laufende Haushaltsjahr abzugeben.
Im Frühjahr des Jahres 2000 bestand der Vorstand des HdH aus folgenden Mitgliedern: Dr. Ernst Christian, Karl Freller, MdL (Stellv.), Dr. Walter Stock (Schriftführer), Josef Wyschkon (Kassenwart), den Beisitzern: Anke Geiger, Horst Göbbel und Dr. Sieghard Rost und den Kassenprüfern Prof. Dr. Hartmut Beck und Johann Roch.
Nach dem Rücktritt des 1. Vorsitzenden wurde am 26.06.2000 als Vorsitzender des Vorstandes bis zum Ende der Wahlperiode Herr Horst Göbbel gewählt. Bei der sich ergebenden Nachwahl wurde Frau Edda Probst als Beisitzerin gewählt.
Am 1. September 2000 übernahm Dipl. Math. Doris Hutter die erste Geschäftsleitung des HdH.
Nach Satzungsänderungen wurde am 24.11.2001 der amtierende Vorstand bestehend aus 15 Mitgliedern und 2 Kassenprüfern gewählt.
Die Rechtslage des Vereins "Haus der Heimat (HdH) e.V." ist die einer Institution. Als solche wird sie (institutionell) gefördert, von der Stadt Nürnberg, dem Bezirk Mittelfranken und vom Land Bayern.
Die institutionelle Existenz des Vereins ist, außer durch seine Eigenleistungen, durch zahlreiche Abmachungen, gesetzliche Verpflichtungen und Verträge mit seinen Förderern gesichert.
Die Stadt Nürnberg fördert:
  • durch die Übernahme der Erbpacht für das HdH-Grundstück gegenüber der WBG-Nürnberg
  • durch die Freistellung des Hausmeisters mit einem Freistellungsvertrag
  • durch einen jährlich vom Stadtrat zu beschließenden Förderungsbetrag für kulturelle Aktivitäten u.a.
  • durch eine jährlich vom Stadtrat zu beschließende Förderung der HdH-Sprachkurse
Der Bezirk Mittelfranken fördert durch einen jährlich vom Bezirkstag zu beschließenden Förderungsbetrag
Das Land Bayern fördert auf Antrag des Sozialministeriums STMAS mit einem erheblichen institutionellen Förderungsbetrag.
Der Verein Haus der Heimat hat seine Bewährungsprobe als Institution bestanden.
Die Anzahl der durchgeführten Projekte sowie der Kreis der aktiven Mitarbeiter ist gestiegen. 2001 wurde die Organisation von weiteren landsmannschaftlich übergreifenden Projekten vorgenommen, wobei das größte Hindernis jedoch der mangelnde Raum darstellt. Es wird versucht, die Zahl der Sprachkurse zu erhöhen und weitere junge Menschen an das Haus zu binden.
Die Geschäftsleitung ist bemüht, die Fördergelder sparsam und sinnvoll zu verwenden.
Das Haus der Heimat ist nun eigenständiges Mitglied im Aussiedlerbeirat der Stadt Nürnberg. Durch seine vielfältigen Aktivitäten ist es zu einer Institution gewachsen, die in Nürnberg als Ansprechpartnerin für deutsche Kultur und alle Probleme der Aussiedler und Vertriebenen gilt, als Brückenschlag zur einheimischen Bevölkerung erkannt und vermehrt um Zusammenarbeit gebeten wird.


Dem Gedenken unserer verstorbenen Gründungsmitglieder:
Wilhelm Tremba (Karpaten)
Johannes Geiger (Franken)
Heinz-Georg Schwantes (Pommern)
24.03.1934 - 14.06.1998
20.09.1929 - 22.01.1999
01.11.1927 - 18.01.2000
Ihr Einsatz ist unvergessen - Ihr Vermächtnis ist Auftrag.



Das Haus der Heimat im 10-jährigen Jubiläumsjahr 2008 nach oben

Ein Stück Heimat findet jeder, der das Haus der Heimat Nürnberg betritt: Der Zuwanderer über die Begegnung mit Landsleuten sowie bei aktiver Traditionspflege. Einheimische z.B. über die Begegnung mit jugendlichen Zuwanderern, die teilweise mit fränkischem Akzent sprechen. Ein Fremder spürt, dass man hier als Heimatsuchender verstanden wird.

Doris Hutter

Dadurch wird der Weg zum Heimisch werden allen erleichtert. Durch Begegnungen kann es sehr spannend werden, durch gemeinsame Veranstaltungen richtig schön. Das Haus der Heimat (HdH) stellt dafür Logistik, Erfahrungen, personelle Kapazitäten und viel Herz zur Verfügung.

Die Mittel für den Betrieb des Hauses werden nach wie vor vom Freistaat Bayern, dem Bezirk Mittelfranken, der Stadt Nürnberg und von den Mitgliedern des Vereins „Haus der Heimat e.V.“ bereitgestellt. Die Menschen, die den Betrieb zusammen halten, sind Aussiedler: vier Hauptamtliche (Geschäftsleiterin, Sprachlehrerin, Sekretärin, Hausmeister) und drei Teilzeitbeschäftigte (Sprachlehrerin, Musiklehrerin, Bibliothekarin). Außer ihnen sind rund 40 Ehrenamtliche in sechs Arbeitskreisen regelmäßig im und für das HdH tätig.

Ziele, Aufgaben, Wege

Neben seinem Hauptziel „Förderung der Kultur der Deutschen, die ihre Heimat verloren haben“, verwendet der Verein einen Teil der Kraft und Fördermittel zur Eingliederung, besonders der Zuwanderer aus Russland. Das HdH ist Mitglied im Aussiedlerbeirat der Stadt Nürnberg und hat 2008 dessen Vorsitz inne. Die Eingliederung wird hauptsächlich über Kultur gefördert: Sprachkurse, Seniorentreffen mit kulturellem Austausch, Seminare, Vorträge, Inforeihen, Herausgabe von Büchern über die Vertreibung/Vertreibungs- bzw. Aussiedlungsgebiete, über die Beziehungen zwischen Nürnberg und osteuropäischen Heimatgebieten von Deutschen, Forschung über die Deutschen im Osten, Bräuche und Brauchtumsveranstaltungen mit Volkstanz, Trachtenpflege, Gesang, Musikalische Früherziehung, Volkstanzunterricht, Theater, Ausstellungen, Mundartlesungen, Buchpräsentationen sowie Aussiedlerberatung (in Zusammenarbeit mit dem Bund der Vertriebenen). Die Deutschen aus Russland bieten zusätzlich Malkurse, Instrumentalunterricht, Förderunterricht (Deutsch, Logisches Denken, Englisch u. a.), Quali-Vorbereitung, Modernen Tanz und Theater. Das HdH versteht sich als Haus der Begegnungen. Es wird versucht, eine Brücke zur einheimischen Bevölkerung zu schlagen. Angestrebt wird ein kultureller Austausch und gegenseitiges Verständnis (dafür lädt die Geschäftsleiterin Lehrer, Kindergärtnerinnen, Kirchenvorstände u. a. Gruppen ins HdH zu Gesprächen über Menschen mit Migrationshintergrund, Erfahrungen im Umgang mit Zuwanderern usw. und beteiligt sich an mehreren Runden Tischen) sowie gemeinsame Veranstaltungen, wo sich die Aussiedler und Vertriebenen einbringen können und die hiesige Landschaft mit ihren mitgebrachten Traditionen bereichern möchten.

Das Haus lebt – und platzt aus allen Nähten

Über die praktische Gestaltung der Ziele des eingetragenen Vereins Haus der Heimat e.V. Nürnberg diskutiert und stimmt der Vorstand des Vereins ab. Dieser setzt sich gegenwärtig zusammen aus: Vorsitzender Horst Göbbel, Siebenbürger Sachse, Stellv. Vorsitzender Karl Freller, MdL, Schwabach, Stellv. Vorsitzender Dipl. Ing. Joachim Lukas, Schlesier, Schriftführerin Erna Malygin, Deutsche aus Russland, Kassenwärtin Ingrid Fröhlich, Schlesierin sowie den Beisitzern Prof. Dr. Hartmut Beck, Nürnberg, Helmine Buchsbaum, Banater Schwäbin, Anke Geiger, Nürnberg, Werner Henning, Siebenbürger Sachse, Erich Leier, Egerländer, Alexander Philipp und Artur Schächterle, Deutsche aus Russland, Johann Schuster, Siebenbürger Sachse, Anna Steinbinder, Sathmarer Schwäbin und Josef Wyschkon, Oberschlesier. Die Rechnungsprüfer sind Georg Masnitza, Oberschlesier und Johann Roch, Banater Schwabe.

Inzwischen gibt es 54 sich regelmäßig treffende Gruppen, von denen sich die 18 Kinder – und 7 Jugendgruppen wöchentlich, die 29 Erwachsenengruppen meist monatlich treffen. Die Anzahl der regelmäßigen Besucher des HdH (aktive Gruppenmitglieder) ist im Schnitt 150 pro Tag und kann kaum mehr wachsen, weil die Räume dicht belegt sind. Die Anzahl der Vorträge im HdH ist auf 46 im Jahr 2007 gestiegen. Vorträge, Lesungen, Ausstellungen und Seminare werden von persönlichen Mitgliedern und den Mitgliedsverbänden ehrenamtlich geplant und im Haus der Heimat durchgeführt.

Projektarbeit ist wesentlich

Größere Projekte, die auch außerhalb des Hauses durchgeführt werden, durchschnittlich 100 größere Projekte im Jahr, können von Vereinsmitgliedern in den Arbeitskreisen des Hauses der Heimat geplant, besprochen und organisiert werden. Einige sind mit Fotos in der Rubrik „Veranstaltungen/ Archiv“ beschrieben. Die Arbeitskreise treffen sich dafür regelmäßig. Ihre Mitglieder und Sprecher sind ehrenamtlich tätig und leisten im Bereich der Projekte wertvolle Vorarbeit für die Beschlüsse der Vorstandsmitglieder.

Jährliche Höhepunkte sind die Abschlussfeiern der insgesamt rund 160 Sprachschüler, die Aussiedlerkulturtage der Stadt Nürnberg, das Herbstkonzert des HdH, Jahresempfang mit Themen aus den Herkunftsgebieten im kulturellem Teil, der Tag der offenen Tür „Fest unter der Eiche“ mit durchschnittlich 350 Besuchern und das von ca. 100 Kindern mit Eltern besuchte Kinderfest des HdH.

Das Haus der Heimat Nürnberg genießt längst in der Öffentlichkeit einen guten Ruf durch seine vielfältigen Aktivitäten, gesteigerte Öffentlichkeitsarbeit sowie persönlichen Kontakte und Zusammenarbeit mit mehreren Institutionen.

Hier engagiert man sich für Belange, deren Wurzeln in einem gemeinsamen Bekenntnis liegen zur Pflege der Tradition und Kultur des deutschen Volkes und der Deutschen, die ihre osteuropäische Heimat zwar verloren, jedoch in Bayern Heimat gefunden haben.

Stand Dezember 2008

 

 

 

Haftungsausschluss | Druckversion dieser Seite | Webdesign by melzer.de/sign 




HAUS DER HEIMAT e. V. Nürnberg
Imbuschstraße 1 · 90473 Nürnberg
Tel.: 0911/8002638 · Fax: 0911/8002640
E-Mail: info@hausderheimat-nuernberg.de