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Veranstaltungen2005
Zusammenarbeit mit dem Kath. Pfarramt „Heiligste
Dreifaltigkeit“ im Nov. 2005
Euro-Musical, 18.11.2005
Jubiläum 10 Jahre Verein HdH, 25.10.2005
"Die Schulen der Siebenbürger Sachsen", 11.10.2005
Herbstkonzert, 30.09.2005
HdH beim Trachtenumzug, Langwasser 14.08.2005
Berlin-Fahrt des AK Geschichte, 30.07.05
"Fest unter der Eiche" 23.07.2005
Schüler der Berufsoberschule im HdH 08.07.2005
Dankeschön-Fest Arbeitskreismitglieder 15.06. 2005 HdH im Dialog mit Lehrern 2004 / 2005
Aussiedlerkulturtage 3./4.Juni 2005
Kinder machen Radio 22./24. April 2005
Mundarttreffen 10.April 2005
Abschlussfeier der Sprachkurse 17.Februar 2005
Urzeln beim Nürnberger Fastnachtszug 2005
Jahresempfang des HdH 2005
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19.-27.11.2005 Zusammenarbeit mit dem Katholischen Pfarramt "Heiligste Dreifaltigkeit" Nbg.
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Das Katholische Pfarramt „Heiligste Dreifaltigkeit“ hat eine
Themenwoche „Russlanddeutsche bei uns. Schicksalsweg der Dt. aus Russland“ vom 19.
– 27. November durchgeführt. Im Kirchenraum wurde eine inforeiche Ausstellung
mit Bildern, Texten, Fotos, Dokumenten, Prospekten, Heften, Büchern u. a. mehr
aufgebaut. Die Kirchengemeinde hat auch alte Bibeln und Gebetsbücher sowie
aufgeschriebene Erinnerungen an die schwere Kriegs- und Verbannungszeit von
Russlanddeutschen ausgestellt.
Die Eröffnung der Ausstellung fand am 19.11.05 mit einem
Gottesdienst und anschließender Führung
durch die Ausstellung statt. Besuch, Begegnungen und Gespräche waren möglich
von 9:00-18:00 Uhr täglich. Die Ausstellung war auch für Schulklassen
konzipiert. Zeitzeugen aus den Jahren in Russland waren während der
Öffnungszeiten anwesend und machten Führungen.
Am 23.11. war Pater Otto Messmer aus Kasachstan zu Besuch.
Er nahm Teil am Gottesdienst. Der Chor der Dt. aus Russland „Heimatklänge“ sang
alte deutsche Lieder. Anschließend diskutierten die Gemeindemitglieder im
Pfarrsaal über das Thema „Russlanddeutsche bei uns – Ungeliebte Verwandte?“
organisiert von Josef Höfler, Caritas.
Den Seniorennachmittag am 24.11. eröffnete ein bewegender
Vortrag von Lydia Pastarnak seitens des HdH unter dem Titel „Russlanddeutsche:
Wer sind sie? Warum kommen sie her? Was suchen sie hier?“ Im Vorfeld der
Vorbereitungen gab es viele Gespräche zwischen Pastarnak und Schwester Anna Egger,
die einen großen Beitrag zur Anfertigung und dem Gelingen dieser Ausstellung
leistete. Das HdH präsentierte sich außerdem mit Infozeitschriften und Büchern
über die Geschichte der Deutschen aus Russland.
Zum Schluss der Themenwoche am 27. 11. sang der Kinderchor
der LM der Dt. aus Russland „Tintenklecks &Tausendfüßler“ (Ltg. Dorothea
Walter) beim Gottesdienst.
Danach fand eine Begegnung der Gemeindemitglieder im
Kindergarten statt, wo die Küche der Dt. aus Russland genossen werden konnte.
Lydia Pastarnak
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18.11.2005 Euro-Musical
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„Wir bauen Europa“ - Musik, Spiel und Infos
Eine musikalische Begegnung mit Europa in
Nürnberg-Langwasser
„Europa ist ein großes Haus mit vielen, vielen Zimmern...
Wenn alle zusammenhelfen in diesem Haus
Europa, dann kann es für alle eine glückliche Heimat werden“, so die Erzähler
Anja Landenberger und Benjamin Thoma von der Bühne des Gemeinschaftshauses
Nürnberg-Langwasser vor dem Hintergrund des Chorliedes „Wir bauen Europa“ – so
heißt auch das Musical, das hier am 18. November seine Premiere hatte. Die
einmalige Kulturveranstaltung hat die Projektleiterin Dorothea Walter im Rahmen
des landsmannschaftlichen Projektes „Tintenklecks und Tausendfüßler“ mit
Kindern und Jugendlichen aus den Projektgruppen sowie Gruppenleitern in
monatelanger Vorbereitung auf die Beine gebracht.
Auf der Bühne ein großes bunt bemaltes Haus mit vielen
Fenstern und Gesichtern und darüber ein Regenbogen mit Sonne – das Symbol des
Hauses Europa. Für zwei Stunden zauberten die Moderatoren Anja und Benjamin
zusammen mit den jungen Sängern und Tänzern aller Altersgruppen ein
„friedliches und gemeinsames Europa“ und zeigen den Zuschauern, wie das gehen
könnte – „mit Herz und Kopf und Hand“. Es ging um Schönheit und um Menschen,
die zwar verschieden sind und doch so viel Gemeinsames haben, um
Umweltverschmutzung und was jeder dagegen tun kann, um Konflikte und ihre
friedliche Lösung, um die Not in der Dritten Welt und darum, dass die Weißen
und die Schwarzen ganz fest zusammen gehören.
Der große Saal des Gemeinschaftshauses war zum Bersten voll,
über 250 Gäste quer durch alle Altersgruppen versammelten sich zur Premiere und
heizten die jungen Darsteller mit begeistertem Beifall und Bravo-Rufen an. Auch
zahlreiche Ehrengäste ließen sich die Chance nicht entgehen, in die gebotene
Kulturvielfalt einzutauchen, darunter Horst Förther (Bürgermeister der Stadt
Nürnberg), Gerhard Landenberger (Regierungsrat Bundesamt für Migranten und
Flüchtlinge, Nürnberg), Doris Hutter (Geschäftsleiterin HdH Nürnberg), Edda
Probst (Landsmannschaft der Banater Schwaben), Karl-Heinz Hannweber (leitender
Dipl. Psychologe für Kinder und Jugendpsychiatrie, Stadtklinikum), Herr Höffler
(Caritas-Spätaussiedlerberatungsstelle Langwasser) und Schwester Anna
(Seelsorgerin für Russlanddeutsche).
„Kunst verbindet und Kunst weckt Verständnis“, betonte der
Nürnberger Bürgermeister und Schirmherr der Veranstaltung, Horst Förther, in
seiner Begrüßungsrede. Das ist auch das Ziel des Integrationsprojektes, das
seit 2003 in Nürnberg läuft und vom Bundesinnenministerium gefördert wird.
Musizieren, Singen uns Spielen ohne Grenzen fördere das gegenseitige Verstehen.
Musik als verbindendes Element sei ein idealer Weg, gleichzeitig auf die
kulturellen Gemeinsamkeiten und Unterschiede aufmerksam zu machen, beschrieb
Dorothea Walter den Sinn ihres Projektes, das außer der Gruppenarbeit in
Interessengemeinschaften mit Singen, Tanzen, Malen und Theater auch
Vorbereitung auf die Schule, Nachhilfeunterricht und Freizeitangebote umfasst.
Im Laufe der Projekttätigkeit hat sich eine Jugendgruppe
junger Russlanddeutscher gebildet, die auch den Kern des Musicals bildet. Aber
auch einheimische Jugendliche, wie die Moderatoren Anja und Benjamin, sowie
Vertreter anderer Migrantengruppen standen als Sänger und Tänzer auf der Bühne.
Rund 54 Kinder und Jugendliche (überwiegend Gymnasialschüler und sechs
Jugendliche aus der NOA-Ausbildungswerkstatt, Stadt Nürnberg) beteiligten sich
an den sängerischen und tänzerischen Einlagen.
Die Lieder „Wir bauen Europa“, „Bon jour“, „Seht, wie schön
die Berge“, „Reicht euch froh die Hände“, „Alle sind wir Geschwister“ oder
„Friede allen Menschen“ – solo (Mariana Fuchs und Veronika Bondarenko) und im
Chor gesungen, sowie Tänze verschiedener Völker Europas (Deutschland, Russland,
Holland, Griechenland, Ungarn, Spanien und gemeinsamer Abschlusstanz), von
sechs Tanzpaaren in Choreographie von Franz Hof aufgeführt, schufen eine
schillernde musikalische Begegnung mit Europa besonderer Art. Der Gedanke eines
Musicals vom friedlichen und gemeinsamen Europa sowie die Verpflichtung zur
Solidarität mit Schwachen und Außenseitern kommt von Franz Moser, Professor für
Musikerziehung an der Pädagogischen Akademie in Linz, die Dorothea Walter und
ihre ehrenamtlichen Helfer weiterentwickelt und mit eigenen Ideen bereichert
haben.
Die musikalische Leitung übernahm die Projektleiterin
Dorothea Walter: Mit dem Musical hat sich die Dipl. Musikpädagogin, die seit
1984 in Deutschland lebt und aktiv in der Landsmannschaft mitwirkt, einen Traum
verwirklicht. Auch die Gruppenleiter Nadja Gubar (Kinder- und
Jugendtanzgruppe), Franz Hof (Jugendtanzgruppe) und Marina Fuchs (Kinderchor)
legten sich mächtig ins Zeug. Beim Bemalen der Bühnendekorationen halfen außer
Albert und Andreas Mann auch Kinder und Jugendliche aus der Malgruppe
„Neuimpressionisten“, die im Rahmen des Projektes arbeitet. Im Foyer konnte man
sich auf zehn Stehtafeln über die Aktivitäten des Projektes in Bild und Wort
informieren.
Bei der Vorbereitung und Durchführung der Veranstaltung
haben auch die ehrenamtlichen Helfer der Ortsgruppe Nürnberg kräftig
mitgeholfen. An die 24 Personen zusammen mit dem Vorsitzenden Rudi Walter waren
am Aufbau der Dekorationen, beim Ausschmücken des Saals und der Bühne, bei der
Ton- und Lichttechnik sowie beim Verkauf von Kuchen und Getränken
beteiligt.
Das Projekt wäre nie zustande gekommen, wenn wir nicht so
viele Förderer und Sponsoren hätten, betonte die Projektleiterin. Neben dem
BAMF Nürnberg und der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland, bedanken sich
die Organisatoren beim Haus der Heimat Nürnberg, der Sparkasse Nürnberg, die
Universa-Versicherung, der Firma Fliesenleger Peter Klaus und der
Elvida-Sprachschule Nürnberg für die Sponsorenhilfe.
Die Premiereveranstaltung diente unter anderem auch einem
guten Zweck. Die Einnahmen wurden an das Stadtklinikum, Abteilung Kinder- und
Jugendpsychiatrie (Karl-Heinz Hannweber) übergeben.
Und schon am nächsten und übernächsten Tag zeigten die
Jugendlichen Musical-Auszüge bei der Gedenkveranstaltung „60 Jahre Flucht und
Vertreibung“ (djo) in Herzogenaurach und am Mahnmal für Flucht und Vertreibung
in Nürnberg (djo und BdV). Und Dorothea Walter ist überzeugt, dass die jungen
Darsteller auch im nächsten Jahr viele Gelegenheiten haben werden, mit Kunst
für Verständnis und Toleranz zu werben.
Nina Paulsen
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25.10.2005 Jubiläum im Haus der Heimat Nürnberg
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„Schwungvoll
ins neue Jahrtausend“
Der Verein
Haus der Heimat Nürnberg feiert zehnjähriges
Jubiläum
„Der
Erfolg bei der Kulturpflege und der Nutzen für die Stadt ist unübersehbar. Das haben die Verantwortlichen in Nürnberg
bereits vor Jahren erkannt." Mit diesen Worten fasste Bürgermeister Horst Förther
in der Feierstunde zum zehnjährigen Jubiläum des Vereins Haus der Heimat am 25.
Oktober treffend zusammen, was dieses neue Nürnberger Kultur- und
Begegnungzentrum im letzten Jahrzehnt für den Ballungsraum Nürnberg mit seinen
weit mehr als 200.000 Menschen, die aus den früheren deutschen Ostgebieten,
Osteuropa oder der GUS gekommen sind bzw. deren Nachkommen, heute darstellt. Der
Verein „Haus der Heimat" leistet mit seinen 28 Mitgliedsverbänden in
der Stadt einen unverzichtbaren Beitrag zur Integration von Aussiedlern,
ehemaligen Vertriebenen und Flüchtlingen, engagierte Kulturarbeit, hat ein
besonderes Augenmerk auf Kinder und Jugendliche und bietet vielen Menschen den
notwendigen sinnvollen Begegnungsraum. Drei Jahre nach
Gründung des Verbandes konnten die Verantwortlichen 1998 ihre Arbeit in einem
Neubau, dem Haus der Heimat an der Imbuschstraße fortsetzen. Ministerpräsident
Dr. Edmund Stoiber, Innenminister Dr. Günther Beckstein, Staatssekretär Karl
Freller hatten in München dafür die Weichen gestellt, in Nürnberg taten es die
beherzten Gründungsmitglieder unter Leitung des ersten Vorsitzenden Dr. Ernst
Christian (1995-2000) in enger Zusammenarbeit mit den großen Fraktionen des
Nürnberger Stadtrats und ganz besonders von Alt-Oberbürgermeister Peter Schönlein
und seinen Nachfolgern Ludwig Scholz und Dr. Ulrich Maly. Die sechs
Arbeitskreise, die für Kultur, Geschichte, Soziales und Aussiedlerbetreuung,
Öffentlichkeitsarbeit, Bibliothek sowie Sprachunterricht zuständig sind,
erarbeiten jährlich zahlreiche Projekte, setzen diese um und bieten damit Tausenden
von Menschen ein Forum für breit angelegte Unternehmungen.
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Zwei hochrangige Ehrengäste:
Bürgermeister Horst Förther und Alt-OB Peter Schönlein
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Der Jubiläumsabend,
von der örtlichen Presse umfassend gewürdigt, musikalisch klassisch gestaltet
von Sergiy Paparow, aus der Ukraine stammend und Sprachschüler unseres Hauses,
bot dem derzeitigen Vorsitzenden Horst Göbbel die Möglichkeit, einführend den umfassenden Wert von Begegnung und Öffnung
gegenüber dem Fremden zu erörtern, zahlreiche Ehrengäste, unter ihnen ganz
besonders die noch lebenden Gründungsmitglieder des Vereins, zu begrüßen und
neben dem Dank an alle Aktiven und Begleiter im Land, im Bezirk, in der
Kommune, inhaltlich hochklassige Stunden anzukündigen.
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Gründungsmitglieder:
(v.l.n.r.) Gerhard Pochadt, Prof.Dr. Hartmut Beck, Josef Wyschkon und Dr.
Sieghard Rost
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Gründungsmitglied Dr. Walter
Stock und Vorsitzender des Vereins HdH Horst Göbbel
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Diese setzten sich
zusammen aus dem Festvortrag des Direktors des Hauses des Deutschen Ostens in
München, Dr. Ortfried Kotzian, der auch sein neuestes Buch „Die Umsiedler“
präsentierte,
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Dr. Ortfried Kotzian beim
Festvortrag
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der Uraufführung
des vom Regisseur und Filmemacher Günter Czernetzky hergestellten Films
„Hereinspaziert“ (eine gelungene Zusammenschau all dessen, was dieses junge
Haus darstellt)
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Günter Czernetzky (rechts) bei
der Vorstellung des Films
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und der Vorstellung
der sehr erfreut und mit viel Interesse aufgenommenen, reich bebilderten Festschrift
„Schwungvoll ins neue Jahrtausend – 10 Jahre Verein Haus der Heimat Nürnberg“, dessen Redaktion Doris Hutter und Horst Göbbel und die Gesamtherstellung die Druckerei Schobert
verantwortet.
Das darauf folgende
gemütliche Beisammensein siehe Fotoalbum bot
willkommene Möglichkeiten des Austausches, der Danksagung, des Schmiedens neuer
Pläne und Projekte. Auch für die Organisation dieses großen Tages für die große
Gemeinschaft des Hauses der Heimat wurde herzlich gedankt: den Angestellten und
freiwilligen Helfern ganz besonders auch für all das, was weit über das
zu Erwartende hinausgeht und reich beschenkt.
Horst Göbbel
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11.10.2005 "Die Schulen der Siebenbürger Sachsen"
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Ausstellungseröffnung
„Die Schulen der Siebenbürger Sachsen“
am 11.10.2005
Im Museum Industriekultur/Schulmuseum Nürnberg wurde am 11.10.2005
die Ausstellung „Die Schulen der Siebenbürger Sachsen“ in Anwesenheit prominenter
Vertreter aus Kultur und Politik eröffnet.
Dr. Dieter Rossmeissl, Vorsitzender des Vereins Freunde und
Förderer des Schulmuseums Nürnberg e.V. begrüßte die Gäste und Prof. Dr. Claudia Kugelmann, Dekanin der
Erziehungswissenschaftlichen Fakultät Nürnberg sprach ein Grußwort und Lob für
die Ausrichtung der Ausstellung. Die kulturelle Umrahmung der Veranstaltung war
von Micheal Schneider und Michael Markel konzipiert worden: „Mädchen, willst du
einen Kantor nehmen?“, das alte siebenbürgische Volkslied, wurde von Doris und
Dagmar Hutter gespielt und gesungen.
Nach einer Power- Point- unterstützten umfassenden Einführung in die
Ausstellung durch Michael Schneider, Leiter des Schulmuseums Nürnberg und
Initiator der Ausstellung, las die Studentin Anne Puchinger aus Franz Hodjaks:
„Bergschule in Schäßburg“. Der folgende Vortrag „Schule im Gepäck“ gab Prof.
Dr. Annette Scheunpflug von der Erziehungswissenschaftlichen Fakultät Nürnberg,
Lehrstuhl Pädagogik I, die Gelegenheit, sowohl das Schulwesen als auch das
Engagement von Michael Schneider positiv zu beleuchten. Das interessierte
Publikum konnte u. a. erfahren, wie die Wissenschaft die Bedeutung und den
Platz, den das Schulwesen aus Siebenbürgen in Europa hatte, einschätzt. Das
mitgebrachte Gepäck verweist auf die Aussiedlung nach Deutschland. Die
erfolgreiche Eingliederung der Siebenbürger Sachsen in Deutschland wird nicht
zuletzt auch als Folge des siebenbürgischen Schulwesens betrachtet. Die
Aussiedlung brachte aber dem Einzelnen auch viel Kopfzerbrechen, wie die
Siebenbürgische Jugendtheatergruppe aus dem Haus der Heimat Nürnberg
schauspielerisch darlegte. „Auch Füller können fremd sein“ ist eine Szene frei
nach Motiven des Kinderbuchs „Im Land der Schokolade und Bananen“ von Karin
Gündisch. Für Text und Regie zeichnet Doris Hutter. Die Handlung spielt im
Übergangswohnheim Ende des 20. Jahrhunderts.
Die Eröffnung der Ausstellung wurde von Karl Inhofer, Regierungspräsident
von Mittelfranken vorgenommen. Er zeigte sich beeindruckt vom Verständnis und
den Leistungen der Schulen der Siebenbürger Sachsen. Nachdem Michael Schneider
von Prof. Dr. Annette Scheunpflug herzlich und mit einem riesigen Blumenstrauß
gedankt wurde, konnten die Gäste die Ausstellung ansehen und bei einem
Sektempfang das siebenbürgische Salz- Gebäck einiger tüchtigen Frauen aus der
Fürther Nachbarschaft unter der Leitung von Rosel Potoradi genießen.
Die Ausstellung wurde auch vom HdH gefördert und war bis
Ende Dezember 2005 geöffnet. Neben Führungen von Michael Schneider und Michael Markel
wurden als Rahmenprogramm der Ausstellung die Vorträge „Siebenbürgen – ein
Modell für Europa?“ von Horst Göbbel und „Schule und Ideologie: Erlebnisse als
Schülerin, Erfahrungen als Lehrerin im sozialistischen Rumänien“ von Gudrun
Schuster, Kinderspiele aus Siebenbürgen unter der Leitung von Katharina
Folkendt und der Videofilm von Doris Hutter „Schulzeit in Siebenbürgen“, ein
Jugendprojekt der LM der Siebenbürger Sachsen, geboten.
Doris Hutter
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30.09.2005 Herbstkonzert
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Viel Jugend beim Herbstkonzert 2005
Am Abend des 30. September füllte sich der Kleine Saal der
Meistersingerhalle Nürnberg nicht nur mit prominenten Ehrengästen, wie z.B. den
Bürgermeistern Horst Förther und Dr. Klemens Gsell oder Schirmherr Richard
Bartsch, Bezirkstagspräsident von Mittelfranken, sondern man konnte sich auch
über zahlreiche Jugendliche sowohl im Publikum als auch auf der Bühne freuen.
So war es auch recht locker in den Garderoben, wo sich Künstler kennen lernen
oder freudig begrüßen konnten. Die Helfer des Arbeitskreises Kultur des Hauses
der Heimat Nürnberg sorgten zusammen mit AK-Sprecher Werner Henning für Ordnung
bei den Proben, beim Kartenverkauf sowie für das leibliche Wohl und die nötigen
Infos hinter den Kulissen.
Das Konzert begann mit dem Hornkonzert Nr. 3 KV 447 von
Wolfgang Amadeus Mozart, dem wohl bekanntesten und beliebtesten seiner vier
Hornkonzerte, und wurde von Stefan Kawohl, Mitglied der „Windsbacher
Blechbläser“, auf einem chromatischen Ventilhorn gespielt. Begleitet wurde er
am Klavier von Artjom Butyrev, einem jungen Deutschen aus Russland.
Violetta Krohmer, geboren in Usbekistan sang gekonnt zwei Arien
aus der Oper „La Clemenza Di Tito“ von W. A. Mozart sowie aus der Oper „ L’Italiana in Algeri“ von G. Rossini, der tatsächlich
für Höhepunkte der italienischen Oper gesorgt hat. Am Klavier wurde sie
begleitet von Anna Buschke aus Petersburg.
Die Siebenbürger Sachsen waren vertreten durch das Ehepaar Felix
und Karin Beer, die in verschiedener Besetzung musizierten. Die 20-jährige
Moderatorin Dagmar Hutter, auch in Siebenbürgen geboren, führte sie mit
folgenden Worten ein: „Die folgenden zwei Beiträge sind dem Doppelrohrblatt gewidmet,
wir treffen jetzt nämlich auf die Familie der Oboen. Zunächst eine Sonate aus den
„Sechs Duetten“ Georg Ph. Telemanns...“ Karin Beer spielte Querflöte und Felix
Beer Oboe. Danach folgte eine Serenata für Englischhorn und Klavier von Ägidius
Ferdinand Karl Lickl (1803-1864). Sie stellt eines der wenigen Kammermusikwerke
dar, die Mitte des 19. Jh. für Englischhorn, d.h. die große Schwester der Oboe,
geschrieben wurden. Das Englischhorn spielte Felix, am Klavier Karin Beer.
Am Ende des ersten Teils wurde das Publikum noch mit
vertonten Gedichten von Joseph von Eichendorff, der bei Ratibor in
Oberschlesien geboren ist, verwöhnt. Die Mezzosopranistin Susanne Lampidis-
Pirsch sang, begleitet am Klavier von Joanna Maria von Bury, Vertonungen von
Elke Vogt- Kleinecke, die im Publikum erkannt und auf die Bühne gebeten wurde.
Im zweiten Teil wurde „Chains“ von David Karagianis für
Klavier und Vibraphon vom „Duo Klarimba“ dargeboten: Am Klavier saß Markus Böhm
und das Vibraphon spielte Slawomir Mscisz, wobei es sich um ein Werk der
Minimal-Music handelt, bei dem sich ein rhythmisches Motiv kettenartig zu immer
neuen Permutationen entwickelt. Die dabei entstehenden Klangmuster wirkten
überaus faszinierend auf das andächtige Publikum.
Die in Sathmar geborene Agnes Buliga- Contras überzeugte stimmgewaltig
professionell mit Liedern aus den Operetten “Monica” von Hermann Hermecke und „Die
lustige Witwe“ von Ferenc Lehàr sowie der Arie der Gräfin Maritza aus der Operette
„Gräfin Maritza“ von Emerich Kàlmàn. Am Klavier wurde sie von der Banater
Schwäbin Renate Jung-Bilk begleitet.
Mit dem Walzer Nr.2 von Dmitri Schostakowitsch und dem Potpourri
„Wo die Wolga fließt“, dargeboten vom Akkordeonorchester der Stadt Oberasbach
unter der Leitung von Dr. Andreas Meier, einem Deutschen aus Russland, wurde
das abwechslungsreiche Programm abgeschlossen.
Das Publikum bewies viel Herz: Es ließ sich bei bekannten
Klängen leidenschaftlich zum Mitklatschen hinreißen und zollte den jungen
Talenten, die Höchstleistungen vollbrachten, begeistert Respekt. Freudig nahmen
die Künstler den Applaus und die Blumensträuße entgegen, die während des
Konzertes Bühnendekoration waren.
Doris Hutter
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14.08.05 HdH Trachtenumzug / Langwasser Kirchweih
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HdH beim Trachtenumzug
der Langwasser-Kirchweih
Trotz Urlaubszeit und nieselnden Regens fanden sich
zahlreiche Trachtenträger verschiedener Vereine zu dem zur Langwasser-
Kirchweih gehörenden und vom Bürgerverein Nürnberg- Langwasser organisierten traditionellen
Trachtenumzug am 14. August um 14 Uhr ein. Das Haus der Heimat wurde von rund
70 Teilnehmern vertreten, die seinen aktiven Kulturgruppen entstammen und größtenteils
den Landsmannschaften der Deutschen aus Russland sowie der Oberschlesier aus
Nürnberg angehörten und sich der erneuten Teilnahme ihrer Vorsitzenden (Rudi
Walter, bzw. Georg Masnitza) erfreuen konnten. Werner Henning, Sprecher des
Arbeitskreises Kultur, betreute gekonnt die Vertreter des HdH.
Im Festzelt gaben die Trachtenträger dem Fest einen
historisch-glanzvollen Rahmen, was die Vorsitzende des Bürgervereins, Roswitha
Neumann-Weber auch zu würdigen wusste: Sie lud Vertreter der einzelnen Vereine
auf die Bühne zu einem Gruppenfoto und stellte sie dabei charmant dem Publikum
vor. Das Haus der Heimat wurde dieses Mal durch seine Geschäftsleiterin Doris
Hutter, die mit Ehemann in der siebenbürgischen Bürgertracht erschienen war,
vertreten. Die Siebenbürgische Tanzgruppe, vertreten durch Hilde Zeck-Papp und
Johann Schuster, präsentierten die Tracht der Nordsiebenbürger. Die Egerländer
Gmoi schickte Dieter Knust auf die Bühne und die Faschingsgesellschaft „Die
Eibanesen“ wurde vom Vorsitzenden Roman Müller umrahmt von zwei Tanzmariechen
vertreten. Diese Vereine sind alle Mitglieder des HdH.
Weitere Vereinsvertreter vervollständigten beim Gruppenbild
auf der Bühne des Festzeltes das Bild eines bunten Straußes traditionsbewusster
Menschen, die einer Kirchweih das besondere Flair schenken und den Teilnehmern
die freudige Gewissheit vermitteln, Mitstreiter beim Bewahren und
Weiterentwickeln ehrbarer Traditionen zu haben.
Doris Hutter, 24.08.2005
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30.07.2005 Berlin-Fahrt des AK Geschichte
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Erinnerungen sind wie kleine Sterne,
die tröstend im Dunkel unserer Trauer leuchten
Am 30. Juli 2005 veranstaltete der
Arbeitskreis „Geschichte und Deutsche Ostsiedlungen“ im Nürnberger Haus der
Heimat e.V. eine Busreise zum Schloss Cecilienhof in Potsdam, wo fast genau vor
60 Jahren, am 2. August 1945, die sogenannten „Potsdamer Beschlüsse“ gefasst
wurden. Damit stellte Reiseleiter Reinhard Uhlmann, Sprecher des Arbeitskreises
und Vorstandsmitglied des „Historischen Forschungsvereins der Deutschen aus
Russland e.V. (HFDR)“, seine inzwischen achte unter einem historischen Motto
organisierte Sommerfahrt auch diesmal unter einen besonderen Aspekt. Die
„Potsdamer Beschlüsse“ hatten für die meisten 46 Mitreisenden fatale Folgen,
denn sie hatten Tür und Tor zu einer bis dahin nicht gekannten
Massenvertreibung geöffnet.
Im Händelhaus in Halle sind in zehn Räumen des
Geburtshauses des Komponisten und des historischen Nebengebäudes unzählige
Musikinstrumente und Sachzeugen aus Georg Friedrich Händels Zeit ausgestellt.
Johann Sebastian Bachs Zeitgenosse feierte in diesem Jahr seinen 320.
Geburtstag. Anschließend erfolgte ein kurzer Rundgang durch die größte Stadt
Sachsen-Anhalts, die 2006 ihr 1200. Stadtjubiläum begehen wird. Aus dem
Karolingischen Kastell hervorgegangen, verdankt sie ihre Entstehung und ihren
frühen Reichtum den Salzquellen, an denen bedeutende Handelsrouten
vorbeiführten. Die Stadt des Salzes ist als Zentrum der deutschen
Frühaufklärung und des Pietismus bekannt. August Hermann Francke, der mit
seiner Stiftung vor allem Armen und Waisen eine schulische Bildung ermöglichen
wollte, zählt zu den bedeutenden Professoren, die an der Universität zu Halle
wirkten. 1754 promovierte hier Dorothea von Erxleben, Hausfrau und Ärztin, und
erlangte als erste deutsche Frau den Doktorhut an einer deutschen Universität.
Trotz nicht abgeschlossener Straßenarbeiten wurde
der Markt von Halle mit der gewaltigen Marienkirche, in der 1546 Martin Luther
predigte, dem Roten Turm und dem prächtigen Händel-Denkmal genossen.
Anschließend gab es im Innenhof des Händelhauses, wo von den freundlichen
Angestellten Tische und Stühle für ein ausgiebiges und geselliges Picknick
aufgestellt wurden, wohltuende Erholung.
Auf dem Weg Richtung Berlin fuhr man an
Siedlungen vorbei, in denen viele Deutsche aus Russland, hauptsächlich vom
Schwarzen Meer, am Kriegsende geglaubt hatten, endlich eine Bleibe gefunden zu
haben. Damals jung, saßen sie nun grauhäuptig im komfortablen Reisebus, wobei
Erinnerungen wach wurden.
Als für Deutschland und Europa am 8. Mai 1945
nach einem langen und schrecklichen Krieg der herbeigesehnte Frieden begann,
fing für viele Menschen erst die Zeit des großen Leidens, der Vertreibung und
der Entwurzelung aus der angestammten Heimat an. Während Millionen Landsleute
aus dem deutschen Osten sowie deutsche Minderheiten aus Ost- und Südosteuropa
hinter die Oder-Neiße-Linie nach Westen getrieben wurden, ereilte die Deutschen
aus der Sowjetunion ein besonders hartes Schicksal: Trotz der in den Jahren
1943 bis 1945 erfolgten Einbürgerung ins damalige Deutsche Reich, wurden sie in
die Sowjetunion zurück verschleppt.
Nachmittags wurde die ehemalige Residenz der
preußischen Könige, Potsdam erreicht. Hier genoss man entspannt die
wunderschöne Gartenanlage des Schlosses Sanssouci, der größten ihrer Art in
Deutschland. Auf der schlichten Grabplatte Friedrich des Großen lagen statt
Blumen einige Kartoffelknollen - zum Andenken
an das durch den Preußenherrscher eingeführte Grundnahrungsmittel, das heute
aus unserem Leben nicht mehr wegzudenken ist.
Am späten Nachmittag erfolgte die
Unterbringung in dem neuen Hotel „Berliner Ring“, verkehrsgünstig und dennoch
ruhig in Dahlewitz südlich der Hauptstadt gelegen. Man richtete sich auf zwei
Etagen in geschmackvoll ausgestatteten Zimmern ein, um dort für drei
bevorstehende Übernachtungen angenehmen Aufenthalt zu finden. Außerhalb, an den
Fenstern und Balkontüren entlang, verlief ein langgestreckter durchgehender
Balkon, der von allen Gästezimmern aus zu betreten war und in seiner dieser
nicht alltäglichen Gestaltung sicher etwas für sich hatte. Man hielt sich
dezent zurück, diesen Balkon entlang zu begehen und beim Vorbeilaufen in die
Unterkünfte der Landsleute zu spitzen. Allein Otto S. stiftete am nächsten
Morgen Verwirrung bei den Damen, die teils noch müde im Bett lagen oder bereits
dabei waren, sich für den neuen Kurzurlaubstag hübsch zu machen. Dabei wollte
unser treuer Reisekameramann nur den frühen und herrlich sonnig werden
versprechenden angehenden Tag einfangen, als er mit der Kamera in der Hand in
einer Seelenruhe an den Balkonfenstern vorbeikam und gelegentlich stehen blieb,
seinen Blick in die Ferne gerichtet.
Im Bus sprach Adelheid Zogel, Mitglied des
Arbeitskreise „Geschichte und Deutsche Ostsiedlungen“, den traditionellen
Reisesegen. Anschließend wurde „Großer Gott, wir loben Dich“ gesungen, denn es
war Sonntagmorgen. Die von Fahrt zu Fahrt immer dicker werdenden Liedermappen lagen
griffbereit im Gepäcknetz.
Eine sympathische junge Dame führte die als
erste angemeldete Reisegruppe durch das noch in Erwartung eines
Touristenansturms ruhenden Schloss Cecilienhof. Dann standen alle in der
historischen Stätte des „Potsdamer Abkommens“, wo seinerzeit das weitere
Schicksal Deutschlands entschieden wurde. Für die Hälfte der Zuhörer hatte das
lang herbeigesehnte Ende des Krieges einen sehr bitteren Beigeschmack, denn es
war zugleich der Anfang der Verschleppung in entlegene Gebiete Sibiriens und
Mittelasiens. Für jeden Sowjetdeutschen wurden damals 200 US-Dollar als
Kriegsschuld für Deutschland gutgeschrieben. Über 250.000 Landsleute waren
davon betroffen. Nur cirka 70.000 im Westen und 6.000 in der Sowjetzone konnten
sich dieser grauenvollen Aktion entziehen. Viele der Betroffenen – damals um 60
Jahre jünger und fast noch Kinder, wischten sich ihre Tränen aus den Augen. Sie
haben zu jener Zeit ein großes Trauma erlitten, das sie bis heute nicht
verarbeitet haben. Eine ganz besondere Stille legte sich über die bunt
gemischte und sonst herzlich lustige Reisegesellschaft, in der über Jahre gute
Bekanntschaften geschlossen wurden. Banater Schwaben und Siebenbürger Sachsen,
Schlesier und alteingesessene Franken sind dabei. Über jeden Einzelnen von
ihnen hat der Zweite Weltkrieg auch persönliches Leid gebracht. Man konnte es
deutlich spüren, ohne darüber reden zu müssen. Auch sie leben mit diesem Trauma
und leiden darunter. Wir können dieses tiefe seelische Leid nur gemeinsam
verarbeiten. Es war eine gut tuende Trauerstunde, die viel Zusammengehörigkeit
aufzeigte, neues Verständnis für einander weckte und verkrustete Vorurteile auf
beiden Seiten aufweichen ließ. Nach einem Gruppenfoto ernteten einige Frauen
reife Malvensamen der ihnen im Garten noch fehlenden Blütenfarben. Vielleicht
war es keine pure Sammelleidenschaft, sondern Erinnerung an diesen Ort, an dem
die Weltpolitik ihr weiteres Leben vorbestimmt hatte.
Otto. S., 1931 in Hoffnungstal im Gebiet
Odessa geboren, wurde im Herbst 1944 zusammen mit seiner Mutter und dem Bruder
Ernst in Litzmannstadt eingebürgert und war nach Stechow nach Brandenburg
gekommen. Kurz vor Kriegsende bekam die Familie den Totenschein über den im
eingekesselten Breslau gefallenen Vater. Ende August 1945 stand die Rückführung
in die Sowjetunion fest. Die Menschen wussten nicht recht, was mit ihnen
passieren soll. Der Transport in den ungeheizten Güterwagen führte über Lwow
und dauerte zwei Monate, bis der Bestimmungsort Archangelsk im hohen Norden
erreicht war. Als die Mutter dort verhaftet wurde, musste Otto S. für seinen
acht Jahre jüngeren Bruder sorgen. Er selbst war vierzehn und wurde zum
Freischippen der Bäume vom Schnee eingeteilt. Ein Jahr darauf musste auch er
Bäume fällen, wie ein Erwachsener. Schweißdurchdrungene Fußlappen froren in den
übergroßen Schuhen ein. 14 Jahre hatte er gebraucht, um zusammen mit seinem
Bruder von da wieder wegzukommen.
Über die Glienicker Brücke, auf der AVUS durch
den Grunewald erreichte die Reisegruppe Berlin. Auf dem Weg zum Schloss
Charlottenburg geriet Frau Margaretha M. plötzlich in Atemnot. Es waren
Depressionen. Was stieg in dieser zurückhaltenden liebenswerten Frau auf, die
mit vier Jahren ihre leibliche Mutter verlor? Sie war aus dem Wartheland im
Alter von elf Jahren nach Sywtywkar in das Komi-Gebiet gekommen und dort
zusammen mit zwei weiteren Geschwistern in ein Kinderheim eingewiesen worden. Seit
bald 30 Jahren lebt sie inzwischen mit ihrem Mann, mit dem sie drei Kinder
großgezogen hat, in Franken und erfreut sich an ihren sechs Enkeln, von denen
fünf bereits in Bayern geboren sind.
Es folgten Kurfürstendamm, Potsdamer Platz,
ehemalige Reichskanzlei an der Voss-Straße, unmittelbar dahinter das
Holocaust-Denkmal, Brandenburger Tor, Unter den Linden, Gendarmenmarkt,
Humboldt-Universität, Neue Wache, Schlossbrücke, Rotes Rathaus und das
Nikolaiviertel, Urzelle von Berlin.
Neben dem Flughafen Tempelhof wurde am dritten
Reisetag das Luftbrückendenkmal „Hungerkralle“ besichtigt. Als von der
sowjetischen Besatzungsmacht alle Land- und Wasserwege blockiert worden waren,
mit der Absicht ganz Berlin unter Kontrolle zu bringen, versorgten die
Westmächte die Berliner fast ein Jahr lang über Luftwege. Den Widerstandswillen
der West-Berliner Bevölkerung verkörperte in der Zeit der Berliner Blockade
Oberbürgermeister Ernst Reuter. Die Wolgadeutschen kennen Ernst Reuter bereits
aus der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg, als er sich Lenin anschloss und in den
20er Jahren dass Kommissariat für deutsche Angelegenheiten im Wolgagebiet
leitete.
Im grünen Rasen des Reichstags war die
beschädigte Stelle gut sichtbar, an der neulich ein Privatflugzeug abgestürzt
war. Man nahm Platz im Plenarsaal des Deutschen Bundestages, um einen
informativen Vortrag anzuhören. Anschließend sang ein Kirchenchor, der auch als
Besuchergruppe angemeldet war. Von der Kuppel aus hatte man einen herrlichen
Rundblick auf das neue Kanzleramt, auf die vor dem Bundestag unzähligen und in
einer breiten Warteschlange anstehenden Menschen und auf die sich unendlich in
allen Himmelsrichtungen erstreckende Weltmetropole. Über den Sitz des
Bundespräsidenten, Schloss Bellevue, geht es zum Ku`Damm, wo selbstverständlich
auch das KaDeWe (Kaufhaus des Westens) besucht wurde. Bei der ausgedehnten
Stadtrundfahrt, die dann folgte, konnte man seine müden Glieder entspannen: Lehrter
Bahnhof, der nach Fertigstellung der größte deutsche Bahnhof sein wird,
Charite´, Museum für Naturkunde, die Neue Synagoge, Gedenkstätte Berliner Mauer
an der Bernauer Straße, Bornholmer Straße, wo die Mauer zu „bröckeln“ begann,
das prächtig renovierte Jugendstil-Viertel Prenzlauer Berg, Alexanderplatz und die
ehemalige Stalin-Allee. Die „East-Side Gallery“ ist weitgehend verblasst. Der
bemalte Mauerabschnitt wartet auf einen Neuanstrich durch Künstler, die ihren
Mitmenschen etwas zu sagen haben.
Im gepflegten und wasserreichen Vorort
Köpenick war im Rathaus für interessierte Besucher der Tresor geöffnet, aus dem
sich seinerzeit der selbsternannte „Hauptmann von Köpenick“ großzügig bediente.
Abends gab es im weitläufigen Wintergarten des Hotels ein großartig
angerichtetes Buffet mit anschließendem Gesang und Tanz, zu dem eine
interessierte Holländerin dazu stieß, um mehr
über diese lustige Reisegesellschaft zu erfahren, die mit Volkliedern
und Tanz ausgelassen Abschied von der Hauptstadt feierte.
Als Erholung von steten Treiben der Großstadt
war am kommenden Vormittag eine dreistündige Kahnfahrt durch unzählige
reizvolle Kanäle des Naturparadieses Spreewald mit dem Zentrum in Lübbenau
vorgesehen. In zwei Kähne aufgeteilt, ließen ließ man sich durch die Staker
unterhalten, die unversiegbare Geschichten aneinander reihten und ihre Boote
fast lautlos geschickt durch die unendlich verzweigten Wasserwege schoben, auf
beiden Seiten von liebevoll gepflegten Häuschen gesäumt, die sich in Gärten,
voll bunt blühender Sommerblumen, tummelten. Kaffeepause gab es schon in
Sachsen, an einem der schönsten königlichen Schlösser, in Moritzburg nördlich
von Dresden. Die Autobahn führte an Dollenchen bei Finsterwalde vorbei, wo Frau
Merzeline S. das Kriegsende erlebt hatte, bevor sie „repatriiert“ wurde, wie es
damals hieß.
Gerhard Walter, Mitglied des Historischen
Forschungsvereins der Deutschen aus Russland, stellte auf der Rückfahrt sein
Buch „Lebendige Ahnen“ vor. In Stuttgart 1929 geboren, arbeitet er das
Schicksal seines Vaters auf, dem nach dem Ersten Weltkrieg eine abenteuerliche
Flucht aus Russland nach Deutschland gelungen war. Am Beispiel der Familie
Walter erzählt er spannend 240 Jahre russlanddeutsche Geschichte von der
Auswanderung bis zur Rückkehr der Spätaussiedler in ihre historische Heimat.
Informationen zum Buch sind unter Guewalter@gmx.de
zu bekommen. Es ist für alle Deutschen empfehlenswert, weil es Aufschluss über
ein wichtiges Kapitel gesamtdeutscher Geschichte gibt. Zwei Exemplare stellte
Gerhard Walter als Preise zur Verfügung für die Gewinner des Quiz, das jede
dieser Reisen abschließt. Hätten Sie auch gewusst, wie viele Hauptstätte es in
Deutschland gab, bevor es Berlin von 1871 bis 1945 war und seit 1991 wieder
ist: A fünf, B zwölf oder C keine?
„Während ich die Liedermappen einsammelte,
hörte ich im Hintergrund Anfragen wegen des nächsten Reiseziels im kommenden
Sommer. Mein Mann und ich lieben diese Fahrten, die stets gut gelingen, weil
jedes Mal großartige Menschen mitkommen!“
Lilli Uhlmann
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23.07.05 "Fest unter der Eiche"
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„Fest unter der Eiche“
im Haus der Heimat
„Es gehört zu meinem festen sommerlichen Repertoire, am
Sommerfest des Hauses der Heimat teilzunehmen“, sagte der bayerische
Innenminister Dr. Günther Beckstein, traditionell Schirmherr dieser zentralen
Veranstaltung des Hauses der Heimat, am 23. Juli, einem wunderbaren Sommertag
in Nürnberg-Langwasser. Vom Arbeitskreis Kultur (Ltg. Werner Henning
organisiert, bot die Unternehmung vielerlei.
Die einführenden Worte sprach der HdH-Vorsitzende Horst Göbbel.
Vertrauen, das Stichwort des Sommers, das seit der Landtagswahl in
Nordrhein-Westfalen am 22. Mai die politische Diskussion in unserem Lande
beherrschte, stand bei ihm im Mittelpunkt. Er schloss mit den Worten: „Wir
brauchen wieder Mut, um das, was wir nach wie vor können – nämlich fleißig und
kreativ sein - wieder in die Tat
umzusetzen. Wie vor 60 Jahren!“ Dazu gehöre die Bereitschaft, neben dem
Privaten auch das Öffentliche, die Gemeinschaft im Blickfeld zu haben, oder –
wie Albert Einstein 1949 treffend formulierte – „Der Mensch kann in seinem
kurzen und gefahrenreichen Leben einen Sinn nur finden, wenn er sich dem Dienst
an der Gesellschaft widmet." Dies geschehe in Vereinen und
Heimatortsgemeinschaften, auch im Haus der Heimat, ein Haus der Begegnung, der
Beratung, der Bildung und Geselligkeit, ein Haus mit Perspektiven – auch in diesen schwierigen
Zeiten.
Viele ehrenamtliche Helfer hatten schon am Vormittag die
vier Zelte auf dem Gelände des HdH aufgebaut und gegen Mittag trafen rund 30 gespendete
Kuchen ein, die von Annemarie Wagner und ihren Helferinnen an die zahlreichen
Gäste verkauft wurden. In der Küche gab es stündlich einen Wechsel von Helfern
aus zehn Vereinen, so dass die Gemeinschaftsarbeit für das Fest nicht einseitig
belastete. Es gab Spezialitäten aus Rumänien, wie z.B. „mici“. Der
Getränkeausschank wurde wieder von der LM der Banater Schwaben betreut. Im Haus
gab es eine ganz besondere Ausstellung, nämlich landsmannschaftlich
übergreifend, mit Namen „Jugend malt“ (Ltg. Klaus Kutscha, LM der
Oberschlesier), in der viele kleine Kunstwerke ausgestellt und nachher die
Künstler mit ganz besonderen Urkunden bedacht wurden. Sehr engagiert war dabei
Familie Schakel, wo Vater, Sohn und Tochter in der Heimatstube der
Oberschlesier ausstellten und auch die Urkunden schrieben. Den Bücherflohmarkt
betreute die HdH- Bibliothekarin Josefine Engel und für Instrumentalmusik
sorgte die Siebenbürger Blaskapelle Nürnberg e.V. (Ltg. Michael Bielz und
Richard Taub). Unter der Eiche tummelte sich die Jugend: Unter fachlicher Anleitung
gab es eine „Kreativecke“ für Kinder und Jugendliche, organisiert von Ingrid und
Andrea Mecker, LM der Sathmarer Schwaben. Geschäftig wurde stundenlang mit
Gips, Farbe und Begeisterung gearbeitet.
Durch das Programm führte Helmine Buchsbaum, Stadträtin und
Vorsitzende der LM der Banater Schwaben in Nürnberg.
In seinem viel beachteten Grußwort, in dem er die Existenz
und die vielfältigen Aktivitäten des Hauses der Heimat lobend hervorhob,
bezeichnete Staatsminister Dr. Günther Beckstein „diese großartige Pflege der
deutschen Kultur, der alten Trachten und Tänze als eine der großen Herausforderungen
der deutschen Innenpolitik“ und forderte, sie solle in ganz Europa
vorangebracht werden. Der Staatssekretär im Kultusministerium Karl Freller
(CSU) erinnerte daran, dass dieses Fest unter der Eiche „bescheiden begann. Und
daraus ist ein richtig großes Fest geworden, das zum Festkalender der Stadt
Nürnberg gehört.“ Er zitierte auch Karl Jaspers mit seiner Aussage: „Heimat ist
da, wo ich verstehe und verstanden werde.“ Das Haus der Heimat sei ein solcher
Ort, in dem Kinder und Jugendliche unsere Hoffnungsträger seien. Der
SPD-Bundestagsabgeordnete Günter Gloser wehrte sich gegen den Vergleich 1945 und
2005, gab zu, dass „wir Deutsche in die Depression verliebt seien“, betonte
aber auch, dass „wir in Deutschland viel erreicht haben, die Integration ist
gelungen“ und durch die Erweiterung der Europäischen Union Aussiedler als
Kulturpfleger und loyale Bürger prädestiniert seien für ihre natürliche
„Brückenfunktion zum Osten Europas“. Besonders aufmerksam registrierte er auch
den Beitrag der Frauen und meinte damit nicht nur die wohlschmeckenden
Kuchen. Seine CSU-Kollegin aus dem
Bundestag Renate Blank, die diese Brückenfunktion der Aussiedler mit betonte, lobte
die ehrenamtliche Arbeit und freute sich ganz besonders über die Darbietungen
der Kinder: „Die große Kinderzahl der Aussiedler, Ihre Kultur hat uns bereichert“
war ihr Fazit. Bürgermeister Horst Förther (SPD) sprach auch von seiner Freude
über die anwesende Jugend („Kinder als Kulturvermittler“), über die gut
integrierten Aussiedler mit ihren besonderen Stärken und über die nach Osten
erweiterte Europäische Union. „Hier im Haus der Heimat sind Bürger für Bürger
tätig, hier in Nürnberg, das näher ins Zentrum Europas rückt.“ CSU-Generalsekretär Dr. Markus Söder betonte,
dass Vertrauen wahrscheinlich das schwierigste und zugleich das wichtigste Gut
einer lebendigen Demokratie sei. Ohne Vertrauen in die Zukunft hätten die
Vertriebenen und Aussiedler, als sie nach Deutschland kamen, nie und nimmer die
große Aufbauleistung geschafft. „Deswegen bin ich so ein großer Fan, ein
Bewunderer und Freund der Vertriebenen und Aussiedler, weil dieses Vertrauen,
das sie in sich hatten, das sie unserem Land gegeben haben, das dazu geführt
hat, dass sie und dieses Land eine Zukunft haben, dieses Vertrauen, das
brauchen wir auch jetzt für die Zukunft. Ich jedenfalls“, rief er den
Anwesenden zu, „hab´ großes Vertrauen in die Kraft Deutschlands!“
Ganz besonders erfreulich waren zwischen den Grußworten die
Beiträge der Kinder und Jugendlichen: Die Kindertrachtengruppe der
Landsmannschaft der Siebenbürger Sachsen Nürnberg-Fürth-Erlangen (Ltg. Annette
Folkendt) tanzte u. a. den Bändertanz. Ebenso erfreuten mit ihren flotten
Tänzen die Kindertanzgruppe „Tintenklecks & Tausendfüßler“ (Leitung Nadja
Gubar) und die Jugendtanzgruppe (Ltg. Franz Hof) sowie der Kinderchor (Ltg. Dorothea
Walter) der LM der Deutschen aus Russland Nürnberg. Nach den Grußworten sang
die Chorgemeinschaft Bürgerverein Langwasser (Ltg. Hannspeter Beßler), die
Mitglied im HdH ist, vier gesellige Lieder, darunter sehr passend auch „Ach du
klarblauer Himmel“. Beim gemütlichen Teil des Festes wurde zu den Klängen der
fleißigen Bläser natürlich wieder getanzt.
Doris Hutter/Horst Göbbel
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08.07.05 Schüler der Berufsoberschule im HdH
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Vortrag über Russland-Deutsche für Schüler der
Berufsoberschule
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Am 8. Juli 2005, erschienen pünktlich um 9:30 Uhr die Geschichtslehrerin
Melanie Streidel mit 15 ihrer Schüler von der Staatlichen Berufsoberschule
Nürnberg im Seminarraum des Hauses der Heimat zum angekündigten Vortrag „Doppelte
Vertreibung der Russland-Deutschen aus der Ukraine im 2. Weltkrieg“.
Das Vortragsthema war von Frau Streidel als Ergänzung zum
abgeschlossenen Thema „Zweiter Weltkrieg“ ausdrücklich gewünscht und wurde von Anton
Bosch, dem Vorsitzenden des Historischen Forschungsvereins der Deutschen aus
Russland e.V. (HFDR) vorgetragen.
Interessiert hörten die Schüler über eine Stunde aufmerksam
zu und machten sich Notizen. Nach dem Vortrag stellten sie mehrere Fragen, weil
Vieles aus der Geschichte der Russland-Deutschen den Zuhörern bislang unbekannt
war. Dies waren u. a. Ursachen der Administrativansiedlung der Deutschen aus
der Ukraine im Wartheland (Polen), Adenauers Rolle und die Ergebnisse seiner
Verhandlungen in Moskau (1955) in Bezug auf die Entlassung aus der „ewigen“
Verbannung der Russland-Deutschen (GULAG) oder Ursachen einer innersowjetischen
Migration während der „Tauwetterperiode“ von 1956 aus den Verbannungsgebieten
im Hohen Norden in die mittelasiatischen Gegenden.
Angeregt vom überreichten HFDR- Wandbildkalender 2005, wurde
von Anton Bosch aus dem Stegreif ein zweiter, 15- Minuten dauernder Vortrag
über zwei Nürnberger Neptunbrunnen gehalten und anschließend von ihm Fragen
beantwortet. Nach einhelliger Meinung der Zuhörer, sollte der Neptunbrunnen aus
dem Nürnberger Stadtpark geholt und in der Innenstadt, z.B. an der Jakobskirche
aufgestellt werden.
Die Teilnehmer verließen mit vielen Informationen und
Anregungen nach rund zwei Stunden die Veranstaltung. Die Fragestellungen und
Rückmeldungen aus der Diskussion gaben neue Anregungen für die Veranstalter.
Anton Bosch
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15.06.05 Dankeschön-Fest für die Arbeitskreismitglieder
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Am 15. Juni verwöhnten die
Angestellten des Hauses der Heimat im Auftrag des Vorstands die ehrenamtlichen
Mitarbeiter, die in sechs Arbeitskreisen Projekte besprechen und durchführen und
das kulturelle Leben im Haus der Heimat wesentlich mitgestalten, mit einem
Festessen, das sie selbst zusammengestellt und hergerichtet hatten.
Horst Göbbel, Vorstandsvorsitzender, eröffnete mit einem Glas Sekt,
Werner Henning, Sprecher des Arbeitskreises Kultur würdigte die ehrenamtliche
Arbeit der insgesamt über 40 Arbeitskreismitglieder und die Geschäftsleiterin
Doris Hutter dankte für die eingebrachte Zeit und Mühe, für gute Ideen und
Zusammenarbeit. Man kam sich in den folgenden Gesprächen auch Arbeitskreis
übergreifend näher und nahm sich vor, die Zusammenarbeit zwischen den einzelnen
Verbänden/ Landsmannschaften noch intensiver zu gestalten.
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2004/2005 Haus der Heimat im Dialog mit Lehrern
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In Langwasser ist Vernetzung von Institutionen Alltag
geworden, was man an vielen Sitzungen und gemeinsamen Veranstaltungen erkennen
kann. Das Haus der Heimat ist natürlich mit dabei und vertritt vor allem die
Deutschen, die ihre Heimat verloren haben. Seine Mitarbeiter erleben mit Freude
eine zunehmende Gesprächsbereitschaft der Bürger in Langwasser und darüber
hinaus auch wachsende Neugier, wer wie und was diese oft fremd anmutenden
Menschen sind. Kennen lernen ist der erste Schritt, zusammen arbeiten die
Krönung!
In diesem Sinne gab es im Haus der Heimat schon im letzten
Jahr sehr interessante Gespräche, z.B. beim Besuch einiger Lehrer der
Adalbert-Stifter-Schule in der Julius-Leber-Str., wobei Lydia Pastarnak zur
Einführung Einiges aus der Geschichte der Russlanddeutschen darbot, wonach sich
das Gespräch um aktuelle Probleme drehte. Als besonders wichtig wurde
empfohlen, alle Möglichkeiten zu nutzen, möglichst schnell deutsch zu lernen
(z.B. Deutsch auch in der Pause sprechen), andererseits die Heimatsprache nicht
zu vergessen, also bewusst zweisprachig zu leben, weil jede Sprache, die man
beherrscht, ein wertvoller Schatz ist. Von den einheimischen Mitbürgern wird
gerne gesehen, wenn man auch bei schwachen Sprachkenntnissen in der
Öffentlichkeit versucht, Deutsch zu sprechen. Es konnte schon beim ersten
Gespräch darüber hinaus viel geklärt und neu bewertet werden. Diese Erfahrung bescherte
dem Haus der Heimat nach kurzer Zeit einen ganz tollen Besuch junger Leute:
Lehrerin Scheuplein verlegte eine
Geschichtsstunde der 9. Klasse ins HdH, wo die Schüler u. a. Wissenswertes zum
Thema Flucht und Vertreibung erfuhren. Es ist sicher auch Frau Scheupleins
Verdienst, dass bei den anwesenden 9-Klässlern Interesse, Offenheit und
Disziplin vorherrschten. Beeindruckt von der netten Begegnung, ist das Haus der
Heimat gerne bereit, weitere Schulklassen zu betreuen.
Aus der Hauptschule am Neptunweg besuchten uns Schulleiter
Berger mit einigen Kollegen, mit denen u. a. auch die Unterschiede zur Schule
in Russland beleuchtet wurden. Die Lehrer zeigten sich interessiert an einer
Unterstützung in der Arbeit mit den Eltern, die aus verschiedenen, auch
sprachlichen Gründen den Gang zum Lehrer/ zur Schule scheuen und dadurch
wertvolle Informationen verpassen.
Besonders aufschlussreich für beide Seiten war der Besuch
von mehr als 30 Lehrern von Übergangs- und Sprachlernklassen aus dem Großraum
Nürnberg im Januar dieses Jahres. Erich Hübel, Fachbetreuer in der Hauptschule
Altenfurt, verlegte nach einem Gespräch am Rande des Runden Tisches „Gemeinsam
für Aussiedler“ mit der Geschäftsleiterin des Hauses der Heimat, Doris Hutter
kurzerhand die nächste von ihm geleitete Dienstbesprechung nach Langwasser ins
Haus der Heimat. Nach einer kurzen Präsentation des Hauses in der Imbuschstraße
mit seinen vielfältigen Angeboten und Veranstaltungen, konnten ganz aktuelle
Probleme aus dem Schul- und Familienleben von Schülern aus Russland diskutiert
und beleuchtet werden, da zwei der Lehrer (Einheimische) unmittelbar davor
einige Jahre in Russland, bzw. der Ukraine unterrichtet hatten. Man merkte
sofort, dass die geladenen Lehrer viele Probleme der Schüler kannten und
dadurch leichter Verständnis aufbringen. Eine Zusammenarbeit mit dem Haus der
Heimat soll in einer nächsten Zusammenkunft konkretisiert werden. Viel
versprechend war die aufmerksame und freundliche Diskussion. Es wurden schon
vor Ort Kontaktadressen und Terminvorschläge ausgetauscht.
So kam es zu einer Einladung der Sprachlehrerinnen des
Hauses der Heimat zu einem Unterrichtsbesuch in eine Sprachlern- bzw.
Übergangsklasse der Adalbert-Stifter-Schule, was sich als sehr aufschlussreich
entpuppte und die Sprachlehrerin Olga Vetter auf neue Ideen brachte. Am 10. Juni saßen dann die Konrektoren Lehrer-
Schilbach und Weidner sowie die Lehrerinnen Bär, Leppert und Schwinger mit Olga
Vetter und Doris Hutter am runden Tisch der Schule, um konkrete Schritte der
Zusammenarbeit auf den Weg zu bringen. Die Landsmannschaft der Deutschen aus
Russland soll mit eingebunden werden, wenn Schüler das Haus der Heimat und die
Vereinsarbeit kennen lernen. Die Sprachlehrerinnen werden helfen, den Kontakt
zu Russisch sprechenden Eltern zu verbessern, indem sie manchmal übersetzen,
für Elternabende zur Verfügung stehen und den Schülern zusätzliche Hilfe im
Sprachunterricht anbieten Man versucht darüber hinaus in Absprache mit Lehrern
mangelnde Erkundungsbereitschaft in Sachen Berufsberatung anhand von geselligen
Begegnungen zu korrigieren, Mut zu machen und Impulse für motiviertes Lernen zu
geben, sportlich miteinander ins Gespräch zu kommen und vor allem zu zeigen,
dass es viele Wege gibt, in Langwasser richtig heimisch, also auch glücklich zu
werden.
Wen wundert es da noch, wenn man sich im Haus der Heimat
über viele unterschiedliche Besuche freut: Frauenkreis Pfarrei Maximilian
Kolbe, Integrationskurs von der Noris Arbeit oder Arbeitskreis Vernetzung der
Kindergärtnerinnen in Langwasser. Man stellt immer wieder fest, wie gut es
vielen Menschen tut, einen kleinen Einblick in die Arbeit und die Seele des
Nachbarn tun zu können. Man kommt sich plötzlich gar nicht mehr so fremd vor.
Und schon gar nicht mehr allein.
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3./ 4. Juni 2005 Aussiedlerkulturtage Nürnberg
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„Wir sind heute gekommen, weil wir an diesem Nachmittag
wieder einmal vorgeführt bekommen, mit welchem kulturellen Reichtum die
Vertriebenen aber auch diejenigen, die später zu uns in die Stadt gekommen
sind, unsere Stadt bereichern.“ Mit
diesen Worten begann Oberbürgermeister Dr. Ulrich Maly, Schirmherr der am 3./4.
Juni veranstalteten Nürnberger Aussiedlerkulturtage, sein Grußwort. Dieses Fest
dokumentierte wieder Vitalität und Anziehungskraft der Aussiedlerkultur
als Teil unseres städtischen Kulturlebens.
Im Haus der Heimat betonte Horst Göbbel in seiner Einführung
in den „klassischen“ Teil die Bedeutung des inhaltlichen Rückblicks im
Einstein- und Schillerjahr 2005. Dabei erinnerte er an Einsteins Worte
"Was ein Mensch für seine Gemeinschaft wert ist, hängt in erster Linie
davon ab, inwieweit sein Fühlen, Denken und Handeln auf die Förderung des
Daseins anderer Menschen gerichtet ist" und an Schillers Credo im Wilhelm
Tell: „Das Alte stürzt, es ändert sich die Zeit, / Und neues Leben blüht aus
den Ruinen“. In der Gedenkrede zum Kriegsende von Horst Köhler, des ersten
Bundespräsidenten aus den Reihen der Vertriebenen, schwang neue Hoffnung und
Zuversicht auf gelingende Integration von Millionen Menschen in unserem neuen
Gemeinwesen Bundesrepublik Deutschland.“
Unser Land habe sich von seinem Inneren her verändert: „Wenn wir den Weg
sehen, den wir seit 1945 zurückgelegt haben, dann erkennen wir auch die Kraft,
die wir aufbringen können. Das macht uns Mut für die Zukunft.“ Und zu dieser
Zukunft gehört auch das Fundament, auf dem wir, die Aussiedler, stehen: unser
Glaube an die Kraft des Heimatgedankens, unsere Integrationswilligkeit und unsere
vielfältig bewiesene Integrationsfähigkeit. Ingrid Hutter und Martin Freitag vertraten
mit dem Duett Nr.2, opus 5 von Carl Jacobi, gespielt am Fagott, die
Siebenbürger Sachsen. Nach dem Grußwort Gebhard Schönfelders, Vorsitzender der
SPD-Fraktion im Nürnberger Stadtrat, informierte Anton Bosch, Vorsitzender des
Historischen Forschungsvereins der Deutschen aus Russland, umfassend über einen
ungewöhnlichen Projekt-Partner des Hauses der Heimat, eine Gruppe aus
Archangelsk und die Verbindung der russischen Metropole am Weißen Meer mit den
Deutschen aus Russland. Die aktiven Gäste aus Russland, die Kulturgruppe vom
Regionalen Russisch-Deutschen Haus Archangelsk (Ltg. Marina Efimova) präsentierte
sich mit vier Bilder- Ausstellungen und einer zarten gesanglichen Einlage mit
Gitarrenbegleitung. Von Seiten der Oberschlesier erfreuten die Brüder Alexander
und Christopher Scholz (Klavier und Violine) das Publikum mit dem
Violakonzert Es-Dur von Carl Friedrich Zelter und dem Liebeslied von Fritz
Kreisler sowie Josef Groeger mit der Ausstellung „Blumen".
Wie bisher begann der zweite Tag mit dem traditionellen
Trachtenumzug mit der Siebenbürger Blaskapelle vom Haus der Heimat zur Kirche
Heiligste Dreifaltigkeit, wo Diakon Bernhard Bäumler in seiner Ansprache den
lobenswerten Beitrag der Aussiedler im Kulturleben im Stadtteil Langwasser
herausstellte und der Chor der Sathmarer Schwaben aus München den Gottesdienst
musikalisch überzeugend begleitete. Anschließend begrüßte Werner Henning, derzeitiger Vorsitzender des
Aussiedlerbeirats, im Großen Saal des Gemeinschaftshauses Langwasser beim
Bunten Nachmittag eine stattliche Anzahl von Ehrengästen – neben dem
Oberbürgermeister Dr. Maly die Bundestagsabgeordnete Dagmar Wöhrl (CSU), aus
dem Nürnberger Stadtrat Gabi Penzkofer –Röhrl
(SPD),Helmine Buchsbaum (CSU), Jürgen
Wolff vom Bündnis 90 /Die Grünen, den
Aussiedlerbeauftragten der Stadt Nürnberg Wolfgang Lang, sowie mehrere
Vorsitzende und Kulturreferenten der im Haus der Heimat aktiven Landsmannschaften
und Kulturvereine. Werner Henning begann seine Ansprache mit einem
Gedichtauszug seiner Mutter über die harte Zeit während der Deportation im
fernen Uralgebiet und konzentrierte sich auf die beklemmende Rückschau zum Ende
des Zweiten Weltkrieges, das Bundespräsident Theodor Heuß seinerzeit mit den
Worten „Erlöst und vernichtet in einem“
charakterisierte. Werner Henning schloss mit einer Passage aus der Rede
von Bundesinnenminister Otto Schily am 8. Mai im Berliner Dom: „Inzwischen wissen wir, dass wir nur dann,
wenn wir den Mut zu einer klaren Sprache aufbringen und der Wahrheit ins Gesicht
sehen, die Grundlage für ein gutes und friedliches Miteinander finden können.“
Oberbürgermeister Dr. Maly nahm den Gedanken auf und endete mit: „Deshalb bieten
sich auch die Kulturtage als wichtige Gelegenheit dazu an, sich heute, wo noch
Menschen aus dieser Zeit leben, damit zu befassen.“ Bundestagsabgeordnete
Dagmar Wöhrl lobte die Integrationsanstrengungen der Stadt und die intensive
Sprachförderung.
Der pure Kulturteil umfasste einen bunten Strauß an diversen
musikalischen und tänzerischen Einlagen, bestritten von der Kinder- und
Jugendtrachtengruppe (Ltg. Elke Anselm und Herta Funar) sowie der
Erwachsenentanzgruppe (Ltg. und Akkordeon: Ewald Schuster) der LM der Banater
Schwaben, von der LM der Dt. aus Russland Kinderchor (Ltg. Dorothea Walter) und
Tanzgruppe (Ltg. Nadja Gubar) "Tintenklecks & Tausendfüßler",
Chor "Heimatklänge" (Ltg.: Charlotte Kirchmeier) und
Trachtentanzgruppe (Ltg. Eduard Fischer), von der LM der Siebenbürger Sachsen
die Nürnberger Kindertanzgruppe (Ltg. Annette Folkendt) und Erwachsenen-Tanzgruppe
(Ltg. Hilde Zeck-Papp und Roswitha Bartel) sowie den Fürther Chor (Ltg.
Reinhold Schneider), dem Oberschlesischen Singkreis der Frauengruppe Nürnberg
(Ltg. Ursula Matuszewski), dem Chor der Sathmarer Schwaben aus München (Ltg.
Otto Jussel), der Kulturgruppe vom Regionalen Russisch-Deutschen Haus
Archangelsk (Ltg. Marina Efimova), der Siebenbürger Blaskapelle (Dirig. Hans
Welther) sowie den Gruppen des Hauses der Heimat „Musikspatzen“, Kinderchor,
„Volksquelle“ und „remix“ (Ltg. Olga Philipp). Im Foyer konnte man die
Ausstellung „Deutsche Jugend aus Russland malt im Haus der Heimat“(Kursleiter:
Irina Trautwein, Wladimir Egorow und Jana Shainidi) bewundern.
Zum Abschluss gab es erst den gemeinsamen Tanz „Sternpolka“, wobei auch Ehrengäste
schwungvoll mitmachten, und nachher Tanz für die Gäste mit der Siebenbürger
Blaskapelle Nürnberg e.V. Mit seinem breiten Angebot an Musik und Tanz, Vortrag
und Ausstellung bot auch dieses große Fest der Aussiedler ein gelungenes
Beispiel gelebten Gemeinsinns.
Horst Göbbel
| 22.04.05
Kinder machen Radio |

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Der Workshop im HdH vom 22.-24.
April 2005 war ein medienpädagogisches
Projekt des Bayerischen Rundfunks zum Thema "Fremd und Zuhause" und
wurde von zwei Redakteuren des Rundfunks betreut. Die beteiligten
Kinder/Jugendlichen waren größtenteils Deutsche aus Russland, z. T. auch in
Russland geboren, alle Schüler von Musiklehrerin Olga Philipp im Haus der
Heimat. Sie gehören zu den drei Gruppen Kinderchor, „Musikspatzen“ bzw. „remix“
und wurden in den Arbeitspausen von Mitarbeitern des Hauses verpflegt. Im
dreitägigen Workshop lernten sie den Umgang mit Technik und anderen wichtigen
Dingen beim Interview, sammelten praktische Erfahrungen und gaben selber begeistert
Interviews, die für Kinder sicher interessant sind. Man kann eine Zusammenfassung des Projektes anschauen unter www.br-kinderinsel.de "Kinder machen
Radio".
Die Sendetermine auf Bayern 2 Radio waren
am 02.05. 2005 in der Zeit zwischen
14 und 14:20 Uhr
am 29.05. 2005 in der Zeit zwischen
7:10 und 7:30 Uhr
| 10.04.05 Siebenbürgisch-sächsisches Mundartautorentreffen |

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Neun der auch Sächsisch
schreibenden Siebenbürger Sachsen trafen sich auf Einladung von Doris Hutter am
10. April im Haus der Heimat zu einem Seminar unter der Leitung von Hanni und
Michael Markel zum Thema „Praktische Rechtschreibung des Dialekts“. Die Referenten zogen es diesmal vor, zum
Einstieg einen speziell konstruierten Text in die jeweils eigene Mundart
übertragen zu lassen. Dessen schrittweise Besprechung bot Gelegenheit,
Wortwahl, Ausspracheregeln, Dehnung und Kürzung, Zweifelsfälle der Schreibung
durchzugehen und immer wieder auf die Ausrichtung an den Regeln des
Hochdeutschen hinzuweisen.
Günther Schuster, der als
Redakteur eines Heimatblattes den Versuch wagt, ab und zu ein sächsisches
Beiblatt herauszugeben, wohnte dem Seminar interessiert bei. Er ist ein Beweis
dafür, dass auch in den Reihen der mittleren Generation über den Gebrauch
unserer Mundart nachgedacht und deren Einsatz zu bestimmten Anliegen
befürwortet wird.
Nach dem Mittagessen erfuhren die
Mundartautoren von Vertretern des „Pegnesischen Blumenordens e.V.“ anhand eines
kurzen Vortrags, dass es einen Verein mit Sitz in Nürnberg gibt, der sich seit
1644 zum Ziel gesetzt hat, „die deutsche Sprache auf der Grundlage ihres
überkommenen Wesens in ihrer Eigenart und ihrer Vielfalt zu erhalten und
weiterzuentwickeln“ sowie „den Reichtum der Dichtung in seinem unverzichtbaren
Wert für die Kultur bewusst zu machen“ (siehe auch www.blumenorden.de). Der Vorsitzende Dr.
Werner Kügel, Herr Rabe und Anke Geiger zeigten Interesse an der Mundart der
Siebenbürger Sachsen und besuchten nach gemeinsamem Kaffeetrinken mit den
Autoren und Referenten auch die öffentliche Lesung, bei der sie angeblich recht
viel verstanden.
Moderiert von Doris Hutter, führten
die ersten Texte in die alte Heimat Siebenbürgen: ganz natürlich eng verbunden
mit dem Dialekt. Die schreckliche Zeit
der Deportation wurde, 60 Jahre danach, oft aufgegriffen und macht alle, die
Zeitzeugen wie auch die folgenden Generationen, betroffen. So wie in der
schweren Zeit der Gesang den Gepeinigten ein wenig Trost gab, so führte auch
diesmal ein Lied auf bewegende Weise in die schwere Zeit der Deportation ein. Johanna
Leonhardt drückte, früh nach Deutschland ausgesiedelt, in einem Gebet ihre
große Sehnsucht nach Siebenbürgen aus. Fremd zu sein, hat eben viele Gesichter
und birgt unterschiedliche Probleme. Die gute alte Zeit! Wie gerne hören auch die
Jugendlichen Anekdoten aus Siebenbürgen. Recht unkompliziert und originell ist
es da oft zugegangen. Jugendliche der Theatergruppe „JuThe“ (Ltg. Doris Hutter)
spielten Sketsche in Mundart. Martin Hedrich hat als Rentner in Würzburg das
Internet lieben gelernt und beteiligt sich rege an Diskussionsforen- auch in
Mundart.
So erlebten die Gäste des Hauses
der Heimat Leid und Freud, Ernstes und
Humor aus Siebenbürgen und aus dem Umfeld der in Deutschland lebenden
Siebenbürger Sachsen. Ein Treffen in einem Haus gefüllt mit soviel Heimat gibt
Kraft für weitere Mundarttexte.
| 17.02.05
Abschlussfeier der HdH -Sprachkurse |

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zu den Fotos
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Zur Abschlussfeier der 8 Sprachkurse
Russisch-Deutsch im HdH am 17. Februar wurden wieder Ehrengäste eingeladen, von
denen Wolfgang Lang, der Aussiedlerbeauftragte der Stadt Nürnberg und Horst
Göbbel, Vorstandsvorsitzender ein Grußwort sprachen. Die Sprachlehrerinnen Olga
Vetter und Lydia Pastarnak begrüßten und führten durch das Programm. Es bedankten
sich die Schüler mit Vorträgen, Musikstücken, Singgruppen und Gedichtvorträgen
bei den Lehrerinnen, dem HdH und der Stadt Nürnberg für die Möglichkeit,
Deutsch zu lernen, für Wärme und Geborgenheit, für Rat und konstruktive Hilfe.
Die hauseigene Gesangsgruppe Jugendlicher aus Russland „remix“ (Ltg. Olga
Philipp) trat mit stimmungsvollen Liedern in drei Sprachen auf: Deutsch,
Russisch und Jüdisch. Die Gespräche waren gekennzeichnet von Wehmut, die lieb
gewonnene Gemeinschaft im Haus der Heimat verlassen zu müssen. Die Schüler
wurden ermutigt, als Ehrenamtliche ins HdH zurück zu kehren und sich in der
Gemeinschaftsarbeit einzubringen. Mit einem festlichen Abendessen klang der
Abschied aus.
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06.02.05 Urzeln beim Nürnberger Fastnachtszug
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Die Urzeln und ihre Freunde
„Wie kann ich euch helfen?“
fragten Einige im Vorfeld des 6. Februar 2005, als sich in Nürnberg der „älteste Fastnachtszug der Welt“, wie die
Organisatoren verlauten ließen, wieder mit vielen Karnevalsgesellschaften und
bunten, fröhlichen Gruppen, ganz besonders aber auch mit den traditionsreichen
Urzeln schmückte. Auf der Homepage des organisierenden Fördervereins www.fastnachtszug.de waren zu dem
Zeitpunkt die Urzeln die Einzigen, die sich vorgestellt und ein Brauchtum
aufzuweisen haben. Die Urzelnfreunde können dort nachlesen, was es mit dem
Handwerkerbrauch der Urzeln auf sich hat.
Im Haus der Heimat Nürnberg begann
der Tag mit fröhlichen Urzeln, die aus der Umgebung und sogar aus Heilbronn
angereist waren und von mehreren Helfern herzlich begrüßt und u. a. mit
Hanklich, Krapfen (ohne Marmelade – so sind richtige Urzelnkrapfen), Schnaps
und Wein bewirtet wurden. Krapfen für den Umzug wurden in einem Handwagen
mitgenommen, um sie einigen der ca. 100.000 Zuschauer zu schenken. Der Handwagen bietet später den kleinsten
Urzeln (Selina Rehm (4) und Michaela Roth (5)) einen Platz zum Ausruhen und für
die durstigen Urzeln, die laufend knallen oder die Zuschauer von den durch die
Luft sausenden Peitschen und von der Reifenschwingerin fern halten, werden
Getränke mitgeführt. Ebenso die teuren Gläser der Reifenschwingerin Gitte Henning
(19), die so abgeschliffen sind, dass sie im Reifen gut stapelbar sind. Zu den
Klängen des Akkordeons, gespielt von Reinhold Burkart, dem urzelbegeisterten
Franken aus Weisendorf, schwang Gitte im Umzug je ein mit Wein gefülltes Glas,
nachher im Haus der Heimat mit dem nötigen Freiraum dann drei volle gestapelte
Gläser. Viel Applaus ernteten sie und die tüchtigen Urzeln für ihr beeindruckendes
Knallen. Man trug stolz das Schild „Haus der Heimat Nürnberg, URZELN aus Siebenbürgen“
und bei der Urzel-Taufe nach dem
traditionellen Urzel- Kraut sprachen alle den Urzelspruch in siebenbürgisch-sächsischer
Mundart auf. Inge Alzner, Vorsitzende der Kreisgruppe der Landsmannschaft lobte
den Einsatz der rund 50 Urzeln und deren Freunde beim Erhalt eines alten und
sehr interessanten Brauchs. Hirräi!
Nach einem Ruhetag stiegen am
Faschingsdienstag 23 Urzeln zum Teil erneut in ihre Anzüge, um in Weisendorf am „Gaudiwurm“ teilzunehmen.
Sehnlichst erwartet, aber von vielen Kindern doch auch gefürchtet, führten die
Urzeln den Umzug an. Katharina Ziegler (16) aus Münchaurach spielte für Gitte
auf der Klarinette die traditionelle Reifenschwingermelodie. Sie alle wurden
bestaunt und ernteten viel Lob, vor allem vom organisierenden Heimatverein.
Herta Burkart, Kind einer Bukowinadeutschen Mutter, hatte die Urzeln 2004 zum
1. Mal zum Umzug gewonnen und für das heurige Jahrbuch von Weisendorf eine
Beschreibung des Brauchs angeregt. Sie und Ehemann Reinhold, der als
Strohbären- Treiber einen alten fränkischen Brauch pflegt, waren nach dem Umzug
Gäste der Urzeln.
| 25.01.05 Jahresempfang
des HdH |

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Der 3. Jahresempfang des HdH am
25. Januar wurde wieder den ehrenamtlichen Mitarbeitern und Ehrengästen des HdH
gewidmet. Der stellvertretende Vorstandsvorsitzende des Hauses der Heimat,
Dipl. Ing. Joachim Lukas begrüßte im Namen des Vorstands den Bürgermeister
Horst Förther, der in Vertretung des Oberbürgermeisters Dr. Maly auch ein
Grußwort sprach, den Bezirksrat Andreas Krieglstein und mehrere Stadträte aller
vier Fraktionen, den Aussiedlerbeauftragten der Stadt Nürnberg, Vertreter des
allgemeinen Sozialdienstes der Stadt Nürnberg, des Gemeinschaftshauses
Langwasser, die Vorsitzende des Bürgervereins Langwasser sowie ihren
Stellvertreter, den Kulturreferenten des Bürgervereins, und die Vorsitzenden der
Mitgliedsvereine und Arbeitskreismitglieder.
Begleitet von Gesangseinlagen mit
Gitarrenbegleitung durch den Rumänen Christian Brinca, präsentierte Horst
Göbbel das zweisprachige deutsch-rumänische Buch „Wendepunkt in
Nordsiebenbürgen“, das er zusammen mit Alexandru Pintelei herausgegeben und in
Nordsiebenbürgen in allen Gemeinden an Schulen und Rathäuser verteilt hat.
Reiseeindrücke, auch in Bildern und einem Film, schmückten den interessanten
Vortrag. Anschließend unterhielten sich die Gäste in lockerer Atmosphäre. Man
kam bei einem Glas Sekt ins Gespräch und immer mehr zur Überzeugung, dass die
Kulturarbeit im Haus der Heimat und darüber hinaus sinnvoll und fruchtbar ist.
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