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Veranstaltungen 2003

Inforeihe HdH: WER-WIE-WAS 2003
Lehrerfortbildung 2003
Herbstkonzert 2003
Besuch von Kultusministerin Monika Hohlmeier 2003
JugendTheater Nürnberg 2003
Reise in die Vergangenheit 2003
Fest unter der Eiche 2003
Lesertreff im HdH
Aussiedlerkulturtage 2003
Mundartdichtertreffen der Siebenbürger Sachsen 2003
internationales kunstsymposium - flucht und vertreibung >>> 
Urzeln beim Nürnberger Fastnachtszug 2003
1. Treffen deutschsprachiger Lehrer aus Russland
Zeitzeuge referiert vor Schulklasse
Nürnbergs Kommission für Integration im HdH
Abschluss Sprachkurse im HdH
Der erste Jahresempfang des HdH

Veranstaltungen 2002 >>>

30.10.2003 Deutsche aus Russland: WER-WIE-WAS

Inforeihe im Haus der Heimat (Beginn Okt. 2002) 

"1959. Erste Schritte in Deutschland"

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„Aus der Heimat mussten  ziehen

die Verjagten, arm und reich

fort, wo keine Rosen blühen, 

Alle waren sie nun gleich. 

       Ach wie traurig, ach wie elend

       schritt der letzte Tag einher;

       von der Heimat Abschied  nehmen-

       ach, wie war es uns so schwer!“

Mit diesem Lied, gesungen von Frau Olga Philipp, begann am 30.10.2003 im Haus der Heimat Nürnberg die vierte Folge organisiert und moderiert von Olga Vetter und Lydia Pastarnak. Das Thema wurde der Aufnahmestelle Friedland gewidmet. Vertreter aus mehreren Landsmannschaften, die im Haus der Heimat ihren Treffpunkt haben, kamen zahlreich zusammen. Die Referentin der Veranstaltung war die Zeitzeugin Adelheid Zogel, die mehrere Jahre als Caritas- Schwester in Friedland arbeitete. Friedland- heiliger Ort für jeden, der durch diese Aufnahmestelle nach Deutschland eingereist ist. Frau Zogel erzählte die Geschichte der Entstehung der Barakensiedlung im Dreilandeck und ihre Entwicklung zu der größten Flüchtlingsaufnahmestelle Deutschlands. Tausende von Flüchtlingen aus allen Ecken Europas sind jeden Tag in Friedland angekommen und aufgenommen worden. Ein Transport nach dem anderen... Ältere Menschen, Kranke, verwaiste Kinder... Und jeder musste untergebracht werden. In den Ställen ohne Fußböden, praktisch auf kahler Erde oder auf dem Gras, mussten die Menschen schlafen. Aber jeder Flüchtling bekam sein Plätzchen, seine warme Decke, sein warmes Essen. Die englischen Militärbehörden der Besatzungszone sorgten mit dafür. Später, als die ersten Heimkehrer aus der Gefangenschaft zurückkehrten, wurden die ersten Holzbaracken gebaut. Danach folgten die erste Kirche, die erste Glocke! Bei der Einweihung der Kirche nahm Kanzler Konrad Adenauer teil. Wie viele Helfer Friedland am Ende des Krieges brauchte! Wie viel Zuneigung und Herzenswärme hatten die Flüchtlinge und Heimkehrer bitter nötig! Ein Pfarrer aus der Kirche in Friedland reiste durch ganz Deutschland und bat um jede erdenkliche Hilfe für die armen Menschen im Lager. Die Hilfsbereitschaft im Land war sehr hoch. Auch Leute, die selber in dem zerbombten, zerstörten Deutschland kaum etwas hatten, spendeten. Große Hilfe kam ebenso aus dem Ausland, u. a. Belgien und Holland. Die junge Adelheid Zogel war samt ihrer Familie aus Oberschlesien nach München geflüchtet. Dort studierte Sie Sozialpädagogik. Als Diplomarbeit wählte Sie das Thema ,,Flucht und Vertreibung". Nicht nur Beruf, sondern Ihre Berufung wurde es, den heimatlosen Menschen zu helfen. Ihr ganzes Leben ist Frau Zogel der karitativen Arbeit treu geblieben, aber der Anfang war in Friedland. Nach den Abkommen 1958 und 1959, als die ersten Aussiedler aus Russland ausreisen durften, hatte sich Frau Zogel mit voller Kraft für diese Menschen eingesetzt. Sie gab ihnen Mut und Hoffnung. Sie half ihnen, eine neue innere Heimat in Deutschland zu finden. Ihr Lieblingsspruch lautet: "Verstehen kann man das Leben nur rückwärts, aber leben muss man es vorwärts." Im Rückblick auf ihr Leben kann Frau Zogel stolz sein. In den seither vergangenen Jahren ist es ihr mit viel persönlichem Einsatz gelungen, Hunderten von Menschen zu helfen, sich richtig heimisch in Deutschland zu fühlen. Mit großem Interesse verfolgten die Zuschauer ihre Ausführungen. Tiefe Erinnerungen kamen hoch, bei manchen flossen Tränen. Die Fotoausstellung, sorgfältig von Olga Vetter vorbereitet, führte unsere Deutschen aus Russland zurück in die grausame Zeit des Stalinistischen Terrors und in die glückliche Zeit der ersten Schritte in Friedland. Die Gäste erzählten ihre eigene Lebensgeschichte und ihre Erinnerungen. Die Oberschlesierin Christine Wyschkon sprach von ihren Ängsten und dem tiefen Leid damals 1945 in Friedland, als sie mit zwei kleinen Kindern ankam, und sagte: "Ich bin glücklich, hier zu sein!" Artur Schächterle, ehemaliger Vorsitzender unserer Ortsgruppe berichtete von dem langen Weg aus Sibirien nach Deutschland, vom Recht auf Heimat, dass jeder haben sollte. Von ihrem schweren Weg nach Deutschland damals und von der Hilfe, die Sie heute selbst als Beraterin den neu eingereisten Spätaussiedlern anbietet, erzählte Irma Moser. Sie lobte die Hilfsbereitschaft der Friedland-Verwaltung. Helene Müller hatte in den ersten Tagen nach der Einreise ihre jüngste Tochter bekommen. Völlig fremd im Land wussten die Eltern keinen Ausweg. Bei der Lösung dieser Probleme stand Ihnen Adelheid Zogel helfend zur Seite. Die damals geborene heute 24-jährige Katharina Müller bedankte sich nach dem Vortrag ganz herzlich bei Frau Zogel und schenkte ihr einen Blumenstrauß. Zum Schluss sangen alle, geführt von den "Musikspatzen" und der "Volksquelle" unter der Leitung von Olga Philipp, das Lied "Alle Farben dieser Erde". Tief beeindruckt von der Präsentation dieser bewegenden Erinnerungen umrahmt von Gedichten und Liedern, dankten einige Teilnehmer den Organisatoren mit Tränen in den Augen.

Lydia Pastarnak

 

14.10.2003 Lehrerfortbildung im HdH

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Die Begrüßung der Gastgeber mit den 18 Lehrern aus dem Berufsbildungswerk Rummelsberg am 14. Oktober 2003 war auffallend herzlich: Man kannte sich teilweise schon von der Fortbildungsveranstaltung in Rummelsberg. Nach einer kurzen Vorstellung des Vereins und einer Führung durch das Haus der Heimat durch die Geschäftsleiterin Doris Hutter, traf man sich wieder im Seminarraum, wo sich eine interessante Diskussion mit den weiteren gastgebenden Gesprächspartnerinnen Olga Vetter, Lydia Pastarnak (Sprachlehrerinnen) und Irina Spachmüller (Psychologin) anbahnte. Nach einer kurzen Einführung über die "andere kulturelle Prägung" der Aussiedler und Migranten aus Russland, konnte Lydia Pastarnak anhand von Zahlenmaterial leicht das angesprochene Vorurteil ausräumen, Aussiedler würden in Deutschland ohne Gegenleistung unangemessen hohe Geldbeträge kassieren. Im Gegenteil, es wurde klar, wie sehr sich Aussiedlerfamilien in den ersten Jahren nach der Aussiedlung in Deutschland einschränken müssen. Besonders intensiv wurde von den Lehrern u. a. das Thema "Rollenverhalten in der Familie" behandelt, da es Erkenntnisse für die praktische Arbeit mit den Schülern in Rummelsberg brachte oder festigte. Es wurde an mehreren Beispielen deutlich, wie sehr Kleinigkeiten, bedingt durch das Aufwachsen in einem anderen Land, im Alltag zu Missverständnissen und Vorurteilen sowohl bei den Einheimischen, als auch bei den Aussiedlern führen können. Über Themen wie Arbeitshaltung, Leistungsbereitschaft, Körperbehinderung oder das Verhältnis zur russischen Kultur wurden die Lehrer weitgehend über den Erfahrungshintergrund der Aussiedler und Migranten aus Russland informiert, was von denen in einem Dankesschreiben als aufschlussreich und sehr interessant befunden wurde. Es gebe selten die Gelegenheit, solche Informationen aus erster Hand zu erhalten. Mit Kaffee und Kuchen, gebacken von Hilda Penner, einer Deutschen aus Russland, und einer kurzen Vorführung einiger deutscher Kinder aus Russland, Schülerinnen der musikalischen Früherziehung von Olga Philipp im Haus der Heimat, wurde diese Schulung abgerundet. Dass sie von den Lehrern gut aufgenommen wurde, bestärkt die Organisatoren, ihre Integrationsarbeit in der Nürnberger Region auch in diesem Sinne weiter zu führen.


26.09.2003 Herbstkonzert  

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„... Den Überschuss an Leidenschaft und Hingabe, den man für seine Liebe hat, diesem Objekt entziehen und sie anderen Zielen zuzuwenden: der Arbeit, der Mitarbeit im Sozialen, der Kunst, der Musik. Dies ist der Weg, auf dem Ihre Liebe fruchtbar und sinnvoll werden kann.“ Mit diesem Zitat von Hermann Hesse eröffnete Helmine Buchsbaum das 4. Herbstkonzert des Hauses der Heimat am 26. September 2003 im Kleinen Saal der Meistersingerhalle, die auch durch das vielfältige und anspruchsvolle Programm führte.  Man kann schon von einer Tradition des Hauses der Heimat Nürnberg sprechen, wenn sich alle Landsmannschaften an der Gestaltung des Repertoires und an der reibungslosen Organisation beteiligen. Federführend ist der Arbeitskreis Kultur und länderübergreifende Kulturtätigkeit mit seinem Sprecher Werner Henning lobenswert zu erwähnen. Was hier im kleinen Kreis gelang, ist Modell für das Miteinander im Großen. Die Musikdarbietungen spannten den Bogen vom Barock bis zur Moderne und zogen die Zuschauer in ihren Bann. Schirmherr des Herbstkonzertes war Dr. Markus Söder, MdL, CSU, der Mitglied des Vereins HdH ist und die Arbeit im Haus der Heimat sehr zu schätzen weiß.

Was man leicht als „Scherzos“ bezeichnet, aber majestätisch den Saal erfüllte, entpuppten sich als anspruchsvolle Stücke, die das Bläserquintett der Stadtjugendkapelle  Herzogenaurach zum Besten gab. Die fünf Jugendlichen gehören der Stadtjugendkapelle an und spielen seit 1997 zusammen. Dem Quintett gehören seit der Gründung auch zwei Siebenbürger Sachsen an, Dagmar Hutter und Tobias Krempels. Sie spielten „Harom kis scherzos“ von Hidas Frigyes.

Nach dieser feierlichen Eröffnung setzte die Gruppe „Sunnereen“ unter der Leitung von Hildegard-Barbara Müller mit  A-Capella Liedern fort. Die einfühlsam dargebotenen Stücke „Viele verachten die edele Musik“ von Johann Caspar Bachofen, „An die Entfernte“, Text von Nikolaus Lenau und Musik von Walter Michael Klepper, den „Lerchengesang“ von Felix Medelssohn-Bartholdy gipfelten in der  „Abendruhe“ von Wolfgang Amadeus Mozart, die die Zuhörer begeisterten. Die Gruppe Sunnereen, die seit vier Jahren besteht, ist vielen von Auftritten bei den Kultur- und Heimattagen der Banater Schwaben in Bayern, vom Heimattreffen in Ulm bekannt. Die Mitglieder kommen aus München, Freising, Nürnberg, Oberasbach und aus Herzogenaurach und sie verbindet die Liebe zur Musik und die daraus zusammenwachsende Freundschaft.

Christoph Hesse (Querflöte) und Christine Kulisch (Klavier) entführten die Zuschauer in die Romantik - in das Reich der Romanzen, sie spielten die Romanzen von Robert Schumann op. 94.

Der 1. Teil des Herbstkonzertes endete mit Arien aus Operetten und Opern. Mit der zündenden Melodie der Arie der Sylva aus der Operette „Die Csardasfürstin“ von Emmerich Kalmann von der Opernsängerin Agnes Buliga-Contras brillant dargeboten, wurde sie bei der „Letzten Rose“ einem irischen Volkslied aus der Oper „Martha“ von Friedrich von Flotow dramatisch. Der Höhepunkt ihres Vortrags war die Arie der Rosalinde aus „Die Fledermaus“ von Johann Strauß. Begleitet wurde sie auf dem Klavier von Renate Jung-Bilk.

Geschichten wollte sie erzählen und es gelang ihr, der jungen Sängerin Monika Meier, die von Thomas Peuschel auf dem Klavier begleitet wurde. Ihr Auftreten, ihr Bühnenspiel und vor allem ihr Charme und ihr Gesang eroberten auf Anhieb die Herzen der Zuschauer. „Nanas Lied“ von Kurt Weill, „Kann denn Liebe Sünde sein?“, „Abschiedsbrief“ E.Kästner/ Kurt Weill und ihr Superlative „Die zersägte Dame“ von Friedrich Holländer ließen die Zuschauer mit dem Vortrag zu einer Einheit verschmelzen.

Das Streichorchester Hubert setzte das Programm fort und entlockte durch die Reihenfolge der Darbietungen mehr und mehr den Applaus des Publikums und baute geschickt den Höhepunkt aus. Mit dem 1. Satz der Salzburger Sinfonie, gefolgt von der Gavotte von Francois Gossec mit den Solisten Reginald Hubert und Jakob Adler zogen die Huberts die Anwesenden in ihren Bann. Ihr Repertoire setzte sich aus Tänzen zusammen, dem Adagio aus dem Ballett „Husarenballade“ von Tichon Chrennikow, dem Walzer aus der Jazz Suite von Dimitri Schostakowitsch, „Fiddle-Faddle“ von Leroy Anderson, dem Tango „Mandolino, Mandolino“ von Arnold Hauser. Das Anwachsen des Applauses fand seinen Höhepunkt beim „Säbeltanz“ aus dem Ballett „Gayane“ von Aram Chatschaturjan. Das Besondere des Streichorchesters Hubert ist die Zusammensetzung des Orchesters – es sind ausschließlich Familienmitglieder der Hubert-Brüder, Aussiedler aus Russland. Als die Huberts 1993 aus Russland  nach Deutschland aussiedelten, spielten von den 31 Mitgliedern der Großfamilie  16 im Orchester. Bayreuth wurde ihnen zur Heimat und der Oberbürgermeister der Stadt Bayreuth Dr. Dieter Mronz sagte anlässlich eines Konzertes der Huberts: „Sie sind Bayreuther und sind vom kulturellen Leben Bayreuths nicht wegzudenken“.

Abschließend geht der Dank nicht nur an die Künstler, sondern auch an das dankbare, musikliebende Publikum, das sich von den vielen kleinen und größeren Höhepunkten begeistern ließ und dies mit viel Applaus zu danken vermochte. Symbol für das Miteinander war auch der Blumenschmuck – ein riesiger Rosenstrauß – 45 bunte Rosen zu einem kunstvollen Herbstgesteck zusammengefügt, das am Ende der Darbietungen aufgelöst wurde – für jeden Künstler und Ehrengast eine Rose. So rundet sich, was sich runden mag – ein musischer, entspannender und unterhaltsamer Abend, der das nächste Jahr 2004 ein kleines Jubiläum feiert – 5 Jahre Herbstkonzert des Hauses der Heimat Nürnberg.

Helmine Buchsbaum

Besuch von Kultusministerin Monika Hohlmeier im HdH            

16. September 2003 - "Selbstbewusst am Bewährten festhalten"

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Unter dem Motto "Selbstbewusst am Bewährten festhalten" stand der kurze Besuch der bayerischen Kultusministerin Monika Hohlmeier in Begleitung ihres Staatsekretärs Karl Freller am 16. September 2003 im Nürnberger Haus der Heimat. Sehr freundlich im Auftreten, klar in den Aussagen, bedenkenswert in der Ausstrahlung präsentierte die Staatsministerin nach dem Empfang durch die Kinder Nicole Vetter (Deutsche aus Russland), Lorenz Anselm (Banater Schwabe) und Karline Folkendt (Siebenbürger Sächsin) in der jeweiligen Tracht und begrüßt mit: "Liebe Frau Hohlmeier, auch wir Kinder freuen uns über Ihren Besuch im Haus der Heimat. Schön, dass Sie bei uns sind!", lobenswert von der Ministerin registriert, und der Begrüßung durch den Vorsitzenden des Vereins Haus der Heimat Horst Göbbel in eindringlichen Worten ihre klare Position zum Thema Neuorganisation des Schülerwettbewerbs "Die Deutschen und ihre östlichen Nachbarn", zu Fragen der Integration, zum Aspekt Flucht und Vertreibung im Unterricht, zur notwendigen Zeitzeugenbefragung aus diesem Bereich. Ebenso forderte sie die Errichtung des "Zentrums gegen Vertreibungen" (natürlich) in Berlin. Staatssekretär Freller betonte die große Bedeutung der umfassenden Kultur- und Integrationsarbeit, die im Haus der Heimat seit Jahren erfolgreich stattfindet. Im Gästebuch hinterließ die Kultusministerin die Worte: "Ein herzliches Dankeschön für Ihre historisch und menschlich bedeutsame Arbeit sowie Ihre aufrichtige Gastfreundschaft! Alles Gute und viel Glück für die Zukunft. Monika Hohlmeier - 16.09.2003".

Horst Göbbel

 




06.09.2003 JugendTheater Nürnberg

Zweitätgiges Seminar "JugendTheater Nürnberg"

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Sie kamen mit Schlafsäcken, Notizblock, Hüten, Tüchern und Stöcken, entließen ihre Chauffeure und setzten sich erwartungsvoll in den Seminarraum. Mindestens so erwartungsvoll war die Leiterin des Seminars, denn Doris Hutter wusste wirklich nicht, worauf sie sich mit dem sorgfältig geplanten Wochenende 6./ 7. September im Haus der Heimat einließ. Zwar gab es einige Wochen davor ein kurzes Beschnuppern beim ersten Treffen, das sie sehr ermutigt hatte, doch kann man nie sicher wissen, wie genau Jugendliche sich verhalten, wenn sie zwei Tage unter ihresgleichen hausen!
Erst wurden die daheim auswendig gelernten Rollen erklärt und so lange gespielt, bis die Teilnehmer zufrieden waren. Denn die Mitwirkenden durften sich zum Theaterspielen äußern und Ideen einbringen. Der Inhalt der geprobten Stücke dient der Moderation des Sängerfestes in Schwabach am 11. Oktober und besteht hauptsächlich aus Sketschen, die eine Verbindung zu jedem der auftretenden Chöre haben.
Dr. Michael Kroner rückte danach als Historiker die herrschenden Geschichten von Dracula ins richtige Bild, zeigte einige Dias von Vlad Tepes, Schäßburg und Törzburg und beantwortete Fragen zum Dracula-Kult und Vampiren allgemein. Die Jugendlichen konnten einiges an Sachwissen einbringen, so dass der Referent gut mit ihnen ins Gespräch kam. Aber dem Duft der frischen Pizzen konnten sie sich dann doch nicht entziehen, es gab ein jugendfreundliches Abendessen mit nur roten Getränken - Dracula hätte seine Freude dran gehabt!
Bevor es zum Kegeln ging, wurde noch eine Stunde geprobt und nach dem Kegeln sahen sich alle eine Dracula - Komödie an, die fröhlich über die Geisterstunde hinweghalf. Ohne richtig müde zu sein, wurden die Schlafsäcke ausgerollt und das gemeinsame Übernachten im Seminarraum vorbereitet. Beim Schein der Taschenlampen erzählten sich die Jugendlichen mit der Seminarleiterin noch Geschichten über oder aus Siebenbürgen und es schien erst, als wolle niemand wirklich schlafen. Gegen morgen wurden dann auch die Tapfersten zu richtigen Schlafsäcken!
Wer diese Kerle sind, die sich freiwillig zum Seminar gemeldet hatten, sei hier gerne aufgezählt. Denn es waren witzige, fröhliche, freundliche, manchmal echt coole, und manchmal verrückte, aber immer gut aufgelegte Jugendliche, die Spaß erleben und weitergeben konnten, so dass es eine Freude war, mit ihnen zu arbeiten: Lysander (10) und Bettina (11) Homm aus Fürth, Simon Theil (10) und Bernhard Adam (14) aus Oberasbach, Jürgen (11) und Bruno (15) Lindert, Christine (12) und Andrea (14) Mitru, Christine Binder (12), Carolin (12) und Peter (15) Styhler und Corinna Taub (14) aus Nürnberg sowie Stefanie Kepp (15) aus Schwabach.
Nach einem etwas müden Frühstück wurde weiter geprobt und gelacht, gesungen und geblödelt und vor dem gemeinsamen Mittagessen noch eine Weile gekegelt. Als die Eltern ihre Sprösslinge abholten, waren sie ausgelaugt und reif zum Schlafen. Aber schon auf dem Weg, bühnenreife Akteure zu werden.
Der reibungslose Ablauf ist auch Annette Folkendt aus Fürth zu verdanken, die zur Zeit Sekretärin im Haus der Heimat ist und sich als Betreuerin des Seminars gemeldet hatte. Sie betreute die Küche und die Mahlzeiten und half unbürokratisch mit.
Allen, die beim Seminar mitgewirkt haben, sei herzlich gedankt, weil es ein schönes Erlebnis wurde! Nicht vergessen sollten wir das Haus der Heimat, das im Rahmen des Arbeitskreises Kultur die Bewirtung kostenlos bereit stellte. Am 6. Oktober wird ein weiteres Mal geprobt und gleich nach der Generalprobe am 11. Oktober können unsere Stars ab 14:00 Uhr im Schwabacher Markgrafensaal genossen werden. Herzlich willkommen!

Doris Hutter


25. 07. 2003 Reise in die Vergangenheit

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Am 25. Juli 2003 machte sich eine 44köpfige Reisegruppe auf den Weg in die Heimat ihrer Vorfahren, die vor genau 200 Jahren der Not in Deutschland entflohen und in den weiten Steppen Russlands eine neue Heimat suchten und fanden.

Veranstalter dieser Reise, die unter dem Motto: „200 Jahre Auswanderung der Deutschen an das Schwarze Meer“ stand,   war der Historische Forschungsverein der Deutschen aus Russland e. V.. Die Reisegesellschaft war bunt gemischt. Donauschwaben, vertreten durch Banater Schwaben, Sudetendeutsche, Oberschlesier und Siebenbürger Sachsen nahmen daran teil. Das Hauptkontingent stellten die Russlanddeutschen mit 18 Personen. Auch einige „Reichsdeutsche“ waren mitgekommen, wie man zu damaligen Zeiten die Einwohner Deutschlands aus der Sicht der Kolonisten bezeichnet hatte.

Erste Etappe war Speyer mit Stadtrundgang und Besichtigung des romanischen Kaiserdoms mit Führung. Was wir nicht wussten und hier mit Staunen vernahmen, Vertreibungen gab es  in der Geschichte schon immer, hier wurde uns ein besonderes Beispiel vor Augen geführt. 1689, im Pfälzischen Erbfolgekrieg, wüteten die Franzosen vorwiegend in Baden und der Pfalz, brandschatzten über tausend Städte und Dörfer. Die Bevölkerung musste innerhalb kurzer Zeit ihre Häuser und die Städte und Dörfer verlassen, die anschließend durch Feuer zerstört wurden. So auch Speyer, das völlig sinnlos einschließlich Kaiserdom dem Erdboden gleichgemacht wurde. Wie glücklich können wir uns heute schätzen, in einem geeinten Europa in gutnachbarlicher Freundschaft mit Frankreich leben zu dürfen.

Die Weiterfahrt führte uns, unterbrochen durch ein ausgiebiges Picknick, zum Hambacher Schloss, der „Wiege der deutschen Demokratie“, wo uns bereits ein  Mann erwartete, der uns während einer einstündigen Führung durch das Schloss mit anschließender Turmbesteigung mit einer lobenswerten Hingabe die geschichtlichen Zusammenhänge erklärte, die zu einer friedlichen, aber erfolglosen Revolution (1848) und letztendlich doch 1871 zur Reichsgründung führten. Hier hatten sich im Jahre 1832 20.000 – 30.000 Menschen zu einer Kundgebung versammelt, um mehr Freiheit und Rechte für das Volk, Einschränkung der Macht der Fürsten und einen Einheitsstaat Deutschland zu fordern, um so die Zerrissenheit in unzählige Fürstentümer zu beenden.

Landau, Edesheim, Essingen, Offenbach, Hayna, Herxheim, Kandel in der Pfalz und in Baden Durmersheim und Bietigheim wurden anschließend stellvertretend für viele andere Orte besucht, aus denen viele Familien in den Jahren 1803 bis 1817 nach Russland ausgewandert sind. Eine wehmütige Stimmung machte sich breit, und manch einer im Bus wäre gerne ausgestiegen, um sich den Ort seiner Vorfahren genauer anzuschauen. Doch die Zeit reichte dafür nicht aus, aber einige bekundeten ihren Entschluss, später mal wieder hierher zu kommen.

In einem netten Hotel bei Bühl, bekannt durch seine Zwetschgen, klang der erste Tag aus mit gemütlichem Zusammensein mit nur einem Thema: Geschichte und Selbsterlebtes.

Der zweite Tag der Reise begann mit einem Besuch der schönen Stadt Straßburg und einer interessanten Bootsfahrt auf der Ill durch die Stadt bis zum imposanten Neubau des Europaparlamentes. Das weltberühmte Münster mit seiner Silbermannorgel und der Astronomischen Uhr waren für uns natürlich ein Muss wie für jeden Straßburgbesucher.

Aus dem Unterelsass, unserem nächsten Reiseziel, waren damals besonders viele Menschen nach Russland ausgewandert. Hier führte uns unser umsichtiger Fahrer kreuz und quer durch viele schmucke Dörfer, von denen allen Teilnehmern besonders Seebach mit seinen Hunderten von landestypischen Fachwerkhäusern in bleibender Erinnerung sein wird. Überhaupt zeugen alle von uns besuchten Städtchen und Dörfer von einer Wohlhabenheit  und Modernität, was die Suche nach der Vergangenheit nicht leicht macht. Davon konnten wir uns in Seltz (dt. Selz), einem Städtchen, aus dem ebenfalls eine große Zahl Auswanderer herstammen und nach dem Selz im Kutschurgan - Gebiet benannt wurde, überzeugen. Ein gepflegtes Städtchen, in dem wir nach einigem Suchen ein paar ältere Bauernhäuser fanden, die trotz angenehmer Restaurierung uns in unserer Phantasie 200 Jahre zurückversetzen ließen. Interessant in diesem Städtchen ist ein Denkmal, das an die Heilige Adelheid erinnert, die hier ein Zisterzienserkloster gegründet hatte und hier auch im Jahre 999 gestorben und beerdigt worden ist. Sie war die Gemahlin von Kaiser Otto I. und somit Kaiserin des Römisch-Deutschen Reiches und regierte vier Jahre lang nach Ottos Tod als Regentin für ihren Enkel Otto III. das „Heilige Römische Reich Deutscher Nation."

In Sesenheim erwartete uns ein weiterer Programmpunkt, der mit Auswanderung nichts zu tun hatte, aber allgemein begrüßt wurde. Hier gibt es ein kleines, liebevoll eingerichtetes Museum zum Gedenken an den Aufenthalt von Goethe in diesem Ort während seiner Studienzeit in Straßburg. Hier hatte er die bekannte Liebschaft mit Friederike Brion, die er in „Dichtung und Wahrheit“ beschrieb und die somit in die Weltliteratur einging.

Mit einem Abstecher zum Deutschen Weintor an der Grenze zur Pfalz endete der zweite Tag dieses interessanten Ausfluges.

Der Rückreisetag führte uns über Baden-Baden, wo wir nach einem Stadtrundgang das Vergnügen hatten, eine Führung durch das dortige Spielcasino mitzumachen (zu der Zeit, als unsere Auswanderer das Land wegen Notzeiten verlassen mussten, war Baden-Baden ein weltbekannter Kurort, in dem russische Großfürsten, angeführt von Zar Alexander I., der mit einer badischen Prinzessin verheiratet war, zur Kur weilten, auch Dostojewski lebte hier).

Quer durch den Schwarzwald, vorbei am Kloster Hirsau, das zur gleichen Zeit wie Speyer von den Franzosen zerstört worden war, ferner vorbei an Weil der Stadt, dem Geburtsort von Johannes Kepler und nicht zuletzt an Calw, einem schmucken Schwarzwaldstädtchen, dem Geburtsort von Hermann Hesse, ging es nach Ulm.

Von hier aus fuhren auf ihrem Weg nach Russland die ersten Auswanderer auf Zillen, später „Ulmer Schachteln“ genannt, die Donau hinunter. Ein Besuch des naturgetreuen Modells einer solchen „Ulmer Schachtel“ am Ufer der Donau, selbstverständlich mit Fotoaufstellung aller Teilnehmer, war der Schlusspunkt des umfangreichen Programms dieser Reise.

Auf der letzten Etappe in Richtung Nürnberg veranstaltete Lilli Uhlmann das schon Tradition gewordene Quiz mit Fragen, die das Reiseprogramm und auch russlanddeutsche  Geschichte betrafen. Es gab drei Preise, jeweils ein Buch aus dem Buchprogramm des „Historischen Forschungsvereins der Deutschen aus Russland e. V.“ mit dem Titel: „Die Deutschen Kolonien in Südrussland“ von Konrad Keller gestiftet vom Haus der Heimat, Nürnberg.

Alle Teilnehmer waren voll des Lobes über die Vorbereitung, Organisation und die reibungslose, immer im Zeitplan liegende Durchführung dieses unvergesslichen Ausfluges, für die Reinhard Uhlmann und seine Frau Lilli in bewährter Weise wieder einmal sorgten.

Gerhard Walter
Historischer Forschungsverein der Dt. aus Russland e. V.

 

12.07.2003 Fest unter der Eiche

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"Es ist eine exzellente Arbeit, die hier gemacht wird." So beglückwünschte Staatsminister Dr. Günter Beckstein in seinem Grußwort die Anwesenden aus Anlass des Tages der offenen Tür im Haus der Heimat am 12. Juli 2003. Das vom Arbeitskreis Kultur unter der Leitung von Werner Henning geplante und organisierte "Fest unter der Eiche" wurde ein voller Erfolg. Als auch noch das Wetter so herrlich dazu passte, war für viele Aussiedler und deren Freunde kein Halten mehr. Die vier am Vormittag von den treuen Helfern der einzelnen Landsmannschaften in gemeinschaftlicher Arbeit aufgebauten Zelte füllten sich mit wohl gelaunten Gästen, die zum Mittagessen die Spezialitäten vom Grill des Banater Metzgers "Maurer" probieren konnten. Die Jugend der Siebenbürger Blaskapelle unter der Leitung von Richard Taub stimmte Alt und Jung auf einen fröhlichen Tag ein. Horst Göbbel, am Vortag von einer Studienreise mit seinem Leistungskurs Geschichte/Sozialkunde aus Siebenbürgen zurückgekehrt, begrüßte die Gäste mit den Worten eines Landsmannes aus Jaad: "Vergesst uns nicht!", eine Botschaft aus Siebenbürgen, wo jugendliche Nichtsiebenbürger Außergewöhnliches erlebt haben. Christoph Dressler, einer der Teilnehmer, betonte, er habe in Siebenbürgen "Menschen kennen gelernt, freundliche Menschen, liebevolle Menschen mit Herz. Ich habe nicht geglaubt, dass in Siebenbürgen noch so viel deutsche Kultur besteht."
Während die vielen ehrenamtlich gebackenen Kuchen zum Kaffee verzehrt wurden, konnte man den Grußworten der zahlreich erschienenen Ehrengäste lauschen. Dr. Günter Beckstein betonte die Bedeutung von Kulturpflege und hob hervor, dass er wisse, "dass wir im Moment in schwierigen finanziellen Zeiten leben, aber wir werden uns anstrengen, dass wir in einer ungeschmälerten Weise die Arbeit im Haus der Heimat fortführen können." Renate Blank (MdB, CSU) lobte die Arbeit unserer Frauen und die besonders ausgeprägte Gastfreundlichkeit der Aussiedler. Dr. Markus Söder (MdL, CSU) hob den Familiensinn, die Begegnung und das Gespräch, die herzliche, freundliche Aufnahme und insbesondere den Zusammenhalt als großen Beitrag für Gemeinschaftsförderung im HdH als beispielhaft hervor. Helga Schmitt-Bussinger (MdL, SPD) wünscht, dass das Haus der Heimat weiterhin seine Aufgabe als Partner der Kulturpflege und der Integration so erfolgreich wie bisher leisten, dass die Brücke zwischen Geschichte und Zukunft weiterhin gebaut und stabilisiert werden könne. "Sie alle haben in hervorragender Weise Deutschland mit aufgebaut. Ich bin davon überzeugt, dass sie genau so das vereinte Europa aufbauen werden", fügte sie hinzu. Karl Freller, (MdL, CSU und Staatssekretär im Kultusministerium) lobte in besonderem Maße die Jugend- und Kinderaktivitäten im HdH, Werner Gruber (Stadtrat, CSU), die positive Ausstrahlung des HdH als Kultur- und Begegnungszentrum, Hermann Imhoff, (Stadtrat, CSU und Landtagskandidat), die Leistungen des HdH für Familien, Herbert Dötschel (Stadtrat, SPD) die gelungene Integrationsarbeit im Stadtteil Langwasser, Brigitte Wellhöfer (Stadträtin, Grüne-Bündnis 90) die Leistung der Stadt Nürnberg im Bereich Integration und ihren Wunsch, mit ihren Kindern die Heimat ihrer Eltern in Schlesien zu besuchen. Schließlich gratulierte auch Bürgermeister Horst Förther den Aussiedlern und dem HdH für die "wertvolle Arbeit" im Bereich Integration. Horst Göbbel dankte der Staatsregierung, der Stadt Nürnberg, dem Bezirk Mittelfranken für die finanzielle Unterstützung, den zahlreichen ehrenamtlich Tätigen und Festhelfern für ihren gewichtigen Beitrag für ersprießliches Gemeinschaftsleben im Haus der Heimat.
Zwischen den Reden traten Gruppen auf, die im HdH entstanden sind und zum Teil auch dort proben: die Gesangsgruppe "Musikspatzen" (Leitung Olga Philipp), die von Franz Hof geleitete Tanzgruppe "Surprise" der LM der Deutschen aus Russland und die Singgruppe "Sunnereen", eine ursprünglich Banater Gruppe, die seit einiger Zeit vom sächsischen Tenor Georg Hutter verstärkt wird. Es sangen mit ihm die Leiterin der Gruppe Hildegard Müller sowie die Nürnberger Stadträtin Helmine Buchsbaum, die auch durch das Programm führte.
Unter den vielen Gästen waren neben den Rednern weitere Politiker und Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens, die sich im wohligen Schatten der Zelte auf dem schmucken Gelände des Begegnungshauses "HdH" vergnügten: Christa Matschl, MdL, Antje Schlodder, Regierungsrätin aus dem Bayerischen Sozialministerium, die Bezirkstagskandidaten Peter Rögner und Andreas Kriegelstein, Landtagskandidat Peter Daniel Forster, mehrere Stadträte der verschiedenen Fraktionen, Roswitha Neumann-Weber, die Vorsitzende des Bürgervereins Langwasser mit Reinhold Lohmüller, Hans-Dieter Kohler von der Landsaufnahmestelle für Aussiedler, Walter Müller-Kalthöner, Leiter des Gemeinschaftshauses Langwasser, Kurt Reinelt, der Aussiedlerseelsorger Nürnberg-Süd, Josef Höfler von der Caritas, Lothar Popek, Polizeistation Langwasser, Ekkehard Doll, Paritätischer Wohlfahrtsverband, Vorstandsmitglieder und Vorsitzende der Mitgliedsverbände.
Im Haus konnte man einige Bilder des Ende April dieses Jahres im HdH stattgefundenen internationalen Künstlersymposiums "Flucht und Vertreibung" anschauen und unter der Eiche die Wanderausstellung des Historischen Forschungsvereins der Deutschen aus Russland: "Deutsche Baumeister in Russland". Auf dem Bücherflohmarkt gab die Bibliothekarin des HdH Josefine Engel Bücher, die das HdH doppelt hatte, für eine Spende von 1,- Euro aus. Bestuhlt werden musste für all diese Aktivitäten auch rund um das Haus. Einen weiteren Höhepunkt erlebten die HdH-Fans am frühen Abend, als die Chorgemeinschaft des Bürgervereins Langwasser (Leitung: Hans Peter Beßler) mit ihrem Gastchor "Gesangverein 1836 Leutershausen" (Leitung: Karin Hassel) dazu kam. Fast 100 Personen stärkten sich erst vom Grill, wonach sie je ein Konzert mit wohlklingenden Liedern aufführten, das mit viel Begeisterung und Mitsingen vom Publikum aufgenommen wurde. Die tüchtigen Helfer (ein Großteil Siebenbürger Sachsen), setzten sich zu den späten Gästen und sangen mit ihnen bis in die Nacht hinein. Es war ein harmonischer Tag, der viele sich verabschiedende Gäste zu herzlichen Worten hinriss. Die Organisatoren freuen sich, dass es ihnen anscheinend gelungen ist, sehr vielen Gästen das Gefühl zu geben, sich im Haus der Heimat zuhause zu fühlen.

Doris Hutter/ Horst Göbbel


Lesertreff im HdH


04.07.2003: Nürnberger Lesertreff aktiv

Seit zwei Jahren gibt es im Haus der Heimat Nürnberg unter der Leitung von Josefine Engel einen monatlichen Lesertreff. Hier findet sich ein Kreis interessierter Leser verschiedener Landsmannschaften zusammen, der Gelesenes bespricht, Neuzugänge der Bücherei vorstellt, Museumsbesuche und Stadtrundgänge organisiert.
Großer Anklang fanden der Roman von Heinrich Lauer "Kleiner Schwab, großer Krieg", das Banater Lesebuch von Horst Fassel und Sepp Schmidt "An Donau und Theiß" und Stefan Heinz Kehrers Roman "Im Zangengriff der Zeiten". Wir hatten aber auch Zusammenkünfte mit Autoren, die uns ihre Werke vorstellten. Elisabeth Hegel las aus ihrem Buch : "Hinter Stacheldraht blühen keine Blumen" , Lothar Blickling stellte uns in gekonnt humoristischer Art sein "Großsanktnikolauser schwäbisch-hochdeutsches Wörterbuch" vor. Otto Aczel las aus seinem Gedichtband: "Das Haar in der Suppe". Ein besonderes Erlebnis war die Begegnung mit der Autorin Ingeborg Höverkamp. Ihr Roman: "Zähl nicht, was bitter war..." schildert die bewegte Geschichte einer Familie vom Kaiserreich des 19. Jahrhunderts bis in unsere Gegenwart. Hauptschauplätze sind Franken, die Oberpfalz, Oberschlesien und Russland. Sie lud uns auch zu einem Tagesausflug in ihre Heimatstadt Vilseck in der Oberpfalz ein. Mit der Bahn fuhren wir am 4.Juli in Richtung Vilseck los. Hier tat sich uns eine mittelalterliche Welt auf in einem kleinen Städtchen mit einer mehr als tausendjährigen Geschichte. Nach einem Stadtrundgang besuchten wir die Burg Dagestein, das Türmermuseum im Vogelturm (das erste Museum dieser Art in Deutschland), die Skt. Egidius Kirche, ein imposanter Bau mit Werken der Dürer Schule. Dieser Ausflug war ein schöner Ausklang unserer Tätigkeit im Lesertreff vor der Sommerpause.

Lesertreff in Vilsek 2003
Wir hoffen, dass noch mehr Leseratten im nächsten Jahr zu uns kommen, da Frau Engel wieder einige interessante Projekte vorgesehen hat.

Hildegard Seibert


Aussiedlerkulturtage 2003

23.-24.05.2003: Aussiedlerkulturtage 2003

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Aussiedlerkulturtage 2003 "Aussiedlerkultur ist Teil unseres städtischen Kulturlebens und damit unverzichtbar." Mit dieser Aussage in seinem Grußwort hat der Nürnberger Oberbürgermeister Dr. Ulrich Maly bei den diesjährigen Aussiedlerkulturtagen sehr treffend zusammengefasst, worum es hier geht: Wir, die Aussiedler - in Nürnberg ca. 70.000 Aussiedler und deren Nachkommen -, sind Teil dieser Gesellschaft, sind integrationswillig und integrationsfähig, haben eine deutliche Portion deutscher Kultur in unserem Aussiedlergepäck mitgebracht und wollen uns damit hier sichtbar einbringen.
Zahlreiche Aussiedler und deren Freunde waren am Wochenende 23./24. Mai 2003 bereit, die kulturelle Vielfalt der heurigen Aussiedlerkulturtage zu genießen - zum 18. Mal in ununterbrochener Reihenfolge. Das Organisationsteam - sicher geleitet von Doris Hutter, Geschäftsleiterin des Hauses der Heimat - hat sehr erfolgreich Musik, Tanz, bildende Kunst und gemütliches Zusammensein in Szene gesetzt. Um auch diesmal ein deutliches Zeichen für die Bedeutung des Hauses der Heimat als Begegnungs- und Kulturzentrum der Aussiedler zu setzen, wurden auch die diesjährigen Veranstaltungen am Freitag hier eröffnet.
Besonders schwungvoll und beeindruckend stimmte die Gäste die 14jährige Katharina Ziegler, vielseitig an Musik und Volkstanz interessierte Schülerin am Gymnasium Herzogenaurach, deren Eltern aus Siebenbürgen bzw. dem Banat stammen, das gespannte Publikum mit dem Mephistowalzer Nr. 1 von Franz Liszt am Klavier ein. Mit dem Hinweis, dass tagein tagaus beherzte Menschen in Nürnberg Integration - und damit friedliches Miteinander - vorantreiben, hieß Horst Göbbel, Vorsitzender des Vereins Haus der Heimat, zur Eröffnung beim musikalisch-literarischen Abend im Haus der Heimat die Anwesenden - darunter Regierungsvizepräsident von Mittelfranken Heinz Grünwald, AltOB OStD a.D. Dr. Peter Schönlein, Gabriela Heinrich (SPD), Helmine Buchsbaum und Prof. Dr. Hartmut Beck (beide CSU) aus dem Stadtrat, Klaus-Dieter Kohler von der Landesaufnahmestelle für Aussiedler sowie Wolfgang Lang, Aussiedlerbeauftragter der Stadt Nürnberg - herzlich willkommen. Der Abend wurde durch die qualitativ hoch einzuschätzenden Darbietungen zu einem besonderen Erlebnis: Monika Maier (sie führte auch anmutig durch den Abend), begleitet von Thomas Peuschel, Agnes Buliga-Contras begleitet von Renate Jung-Bilk, die "Nürnberger Barockbläser" ließen durch ihre musikalischen Beiträge die Herzen höher schlagen, Anton Bosch vom Historischen Forschungsverein der Deutschen aus Russland, präsentierte in besonderer Manier Franz X. Zottmann, ein mittelfränkischer Intelektueller und Kirchenmann von besonderem Format, der im Russland des 19. Jh. besonders erfolgreich wirkte. Den Abend beschloss Horst Göbbel mit einer kurzweiligen Einführung in die im Haus der Heimat erstmals zu sehende Ausstellung der Künstler des Internationalen Kunstsymposiums der Gruppe d.fleiss & east-west artists, die im April d. J. am gleichen Ort vortreffliche Kunstwerke zum Thema "Flucht und Vertreibung" geschaffen haben. Der anschließende gemütliche Austausch in blendender Atmosphäre tat den Anwesenden sichtlich gut.
Der nächste Tag begann mit dem traditionellen Trachtenumzug vom Haus der Heimat zur Paul-Gerhard-Kirche, wo Pfr. Büttner einen sehr ansprechenden Gottesdienst leitete. Anschließend begrüßte Lucian Mot, derzeitiger Vorsitzender des Aussiedlerbeirats, im Großen Saal des Gemeinschaftshauses Langwasser beim Volkstumsnachmittag eine stattliche Anzahl von Ehrengästen - neben dem Oberbürgermeister Dr. Maly den Bundestagsabgeordneten Horst Schmidtbauer (SPD), die Landtagsabgeordneten Karl Freller (Staatssekretär im Kultusministerium), Dr. Markus Söder (CSU) und Helga Schmitt-Bussinger (SPD), aus dem Nürnberger Stadtrat Dr. Clemens Gsell (Fraktionsvorsitzender) Helmine Buchsbaum, Altoberbürgermeister Ludwig Scholz und Prof. Dr. Hartmut Beck von der CSU, den Aussiedlerbeauftragten der Stadt Npürnberg Wolfgang Lang, sowie zahlreiche Vorsitzende und Kulturreferenten der im Haus der Heimat aktiven Landsmannschaften und Kulturvereine. Dr. Maly fand in seinem Grußwort die internationale Öffnung des Hauses der Heimat, seine Brückenbauerfunktion und die als wichtige Stütze im Integrationsprozess bemerkenswert. Karl Freller betonte, dass Nürnberg eine attraktive faszinierende Stadt auch durch seine Vertriebenen und Aussiedler, sein Haus der Heimat ein Erfolgshaus sei. Horst Schmidtbauer hob den bundespolitischen Aspekt hervor und wies auf die soliden Beziehungen zum Aussiedlerbeauftragten der Bundesregierung Jochen Welt hin. Markus Söder machte klar, dass Aussiedler und Einheimische gemeinsamen deutsche kulturelle Wurzeln haben und freute sich über den markanten Zusammenhalt der großen Aussiedlerfamilie. Helga Schmidt-Bussinger würdigte besonders die vielseitigen kulturellen Beiträge der Aussiedlergruppen, während Dr. Klemens Gsell neben den Grüßen aus der CSU-Stadtratsfraktion auch Offenheit für deren Belange und Wünsche zum Ausdruck brachte.
Den musikalischen Einstieg besorgte traditionell schwungvoll die Siebenbürger Blaskapelle unter der Leitung von Hans Welther. Es folgte eine von Alice Olaru moderierte bunte Palette musikalischer und Tänzerischer Beiträge, wobei Kinder und Jugendliche auf der Bühne dominierten. Es erfreuten die Anwesenden und wurden mit viel Beifall belohnt: die Große Garde der Noris Banatoris (Leitung: Connie Bauer) mit "Streifzug durch die Epochen der Musik", der Singkreis der Siebenbürger Sachsen (Leitung: Margarete Schuster) mit "Siebenbürgen, Land der Ahnen" (Satz von Karl W. Fisi) und "Sehnsucht" von Katharina Thut, die Kindergruppe der Deutschen. aus Russland im HdH "Musikspatzen" (Leitung: Olga Philipp) mit einem Sologesang (Anna Malygina "Tanz-Polka") und dem Volkstanz "Ich war als Baby schön", die Gesanggruppe der Deutschen aus Russland "Volksquelle" (Leitung: Olga Philipp HdH) mit "Rufe mich", von Rosa Pflug und "Echo der Liebe", die Tanzgruppe der LM der Deutschen. aus Russland "HipHop" (Leitung: Olga Okulow) mit "Get your freak on" von Missy Eliot und dem "Puppentanz" von Nelly Bong, der Chor der LM der Deutschen aus Russland "Heimatklänge" (Leitung: Charlotte Kirchmeier, Akkordeon: Andreas Wagner) mit dem georgischen Volkslied "Sulikó" und mit dem Volkslied "Im schönsten Wiesengrunde", das Duett der LM der Deutschen. aus Russland Angelika Laumann und Laura Egorow mit "Mein Liebchen" von Alexander Gurilev und "Unter dem goldenen Mond" von Isaak Dunajevski, die Kindertrachtengruppe der Banater Schwaben (Leitung: Elke Anselm und Herta Funar) mit "Alewanda" und "Das Mühlrad", die Siebenbürgisch-Sächsische Kindertanzgruppe Nürnberg (Leitung: Anette Folkendt) mit dem "Neppendorfer", die Singgruppe der Banater Schwaben "Sunnereen" (Leitung: Hildegard Barbara Müller) mit "´s Gretche will zum Tanz" und "Hoppsa Schwabenliesel", die Trachtengruppe der Banater Schwaben Leitung: (Ewald Schuster) mit "Blaue Augen", die "Siebenbürgische Volkstanzgruppe Herzogenaurach" (Leitung: Brigitte Krempels und Gerhard Berner, Akkordeon: Christian Fuss) mit "Tänzekranz". Zum Abschluss gab es den gemeinsamen Tanz "Sternpolka" unter der Leitung von Brigitte Krempels und Ewald Schuster, wobei auch unsere Ehrengäste schwungvoll die Bühne "bevölkerten". Die traditionelle Tanzunterhaltung mit der Siebenbürger Blaskapelle Nürnberg e.V. (Leitung Hans Welther)
Auch dieses große Fest der Aussiedler bot mit seinem breiten Spektrum an Musik und Tanz, mit seinem adäquaten Vortrag und der qualitätsvollen Ausstellung, mit dem aufmerksamen Zuhören und Zusehen viel Ausgelassenheit und Freude, lockere Geselligkeit. Heimatbekenntnis und praktizierten Gemeinsinn. Das 1986 Begonnene hat sich bestens bewährt.

Horst Göbbel
Juni 2003


Mundartdichtertreffen der Siebenbürger Sachsen

18.05.2003: Mundartdichtertreffen der Siebenbürger Sachsen mit öffentlicher Lesung im HdH

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Dass der Nachwuchs was drauf hat, konnte am 18. Mai 2003 im Haus der Heimat beobachtet und genossen werden. Sechs Jugendliche gestalteten nämlich das Rahmenprogramm für die Lesung der zehn Mundartautoren Gerda Bretz- Schwarzenbacher, Hilda Femmig, Johanna Gadelmeier, Martin Hedrich, Doris Hutter, Elisabeth und Oswald Kessler, Bernddieter Schobel, Richard Sonnleitner und Katharina Thut. Diese lasen zu den Themen Aufbruch, Jugend, Frühjahr, Hoffnung.

Nach der am Vormittag stattgefundenen Diskussion zum Thema "Schreibwerkstatt: Probleme der Rechtschreibung" mit Hanni Markel, wo u. a. Zweifelsfälle beim Schreiben der siebenbürgisch-sächsischen Mundart zur Diskussion gestellt wurden, und einem gemeinsamen Mittagessen, verwandelte sich das Haus der Heimat in eine Bühne für Künstler zwischen 9 und 80 Jahren. Wohin könnten Texte aus und über die Heimat Siebenbürgen besser hinpassen als unter ein gemischtes Publikum, in dem Jugendliche nicht nur in Tracht erscheinen, sondern auch durch ihren künstlerischen Beitrag aktiv werden! Es tut sehr gut, mit zu erleben, wie unser Nachwuchs neben dem Volkstanz auch die Chancen einer hochwertigen musikalischen Ausbildung nutzt, z.B. im Bereich Blasorchester. Anfänger und Fortgeschrittene traten gemeinsam auf und unterstützten einander: Martin Klein (11) aus Scheinfeld, blies auf der Trompete zwei Lieder, wobei die Zuschauer mitsingen konnten. Michael Schuster (9, Posaune) aus Weisendorf wurde von seinen konzerterprobten Kollegen der Stadtjugendkapelle Herzogenaurach Matthias Berner (16, Trompete) aus Weisendorf und Dagmar Hutter (18, Horn) aus Herzogenaurach sowie von Katharina Ziegler (14, Klarinette) aus Münchaurach von der Jugendkapelle Aurachtal begleitet. Da alle vier der Theatergruppe Herzogenaurach angehören, traten sie unter dem Namen "Bläserquartett der Theatergruppe H." auf und ernteten verdienten Applaus. Katharina begeisterte die Zuhörer außerdem mit dem Vortrag einer Etude von Chopin am Klavier. Wie schlugen die Herzen der Mundartautoren höher, als Moderatorin Doris Hutter verriet, dass, obwohl nur eine der sechs Jugendlichen daheim Sächsisch spricht, alle Theaterspieler in Mundart auftreten werden! Martin spielte mit Michael das Sketsch "Af der Hill" und Katharina, Dagmar und Matthias zeigten zusammen mit Christian Klein (12) aus Scheinfeld erstaunliches Geschick beim Aufführen des Sketsches "Se se froindert?". Beide Stücke sind von Doris Hutter nach überlieferten Erzählungen aus Siebenbürgen aus Anlass des Autorentreffens geschrieben und inszeniert worden. Gegenseitig gestärkt verließen die Gäste und Künstler das Haus, wo wieder einmal Heimat geliebt und gelebt wurde.

Doris Hutter


Urzeln beim Nürnberger Fastnachtszug 2003

05.03.2003: Urzeln vertreten das Haus der Heimat beim Nürnberger Fastnachtszug 2003

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Die Siebenbürger Urzeln in Nürnberg präsentierten sich schon zwei Wochen vor dem großen Umzug, nämlich am 16. Februar auf dem Kinderfasching des Bürgervereins im Gemeinschaftshaus Langwasser. Als glanzvolle Einlage traten Thomas Hoss (11) aus Veitsbronn als knallender Urzel und Sabine Herberth (12) aus Raindorf als Reifenschwingerin auf. Die Eltern der beiden stellten als Urzeln die Kulisse und die Väter knallten auch mal, um vorzuführen, wie man sich noch steigern kann. Die begleitenden Verse von Doris Hutter gaben kindgerecht Aufschluss über den Urzelbrauch.

Siebenbürger Urzeln beim Nürnberger Fastnachtszug 2003

Am 2. März war das Haus der Heimat wieder die Hochburg der Urzeln aus der Nürnberger Gegend. Sie erschienen diesmal in etwas kleinerer Zahl, weil die Faschingsferien auch Urzeln locken, allerdings in ausgezeichneter Verfassung. Fast 40 Urzeln trafen sich um 10 Uhr im Haus der Heimat, das den Umzug fördert und in dessen Namen aufgetreten wurde. Man stärkte sich, besprach die Aufstellung und begab sich nachher in die U-Bahn, wo das Knallen einen ganz besonderen Klang hat. Mit der Nummer 6 führten die Urzeln diesmal fast den Zug an und ernteten viel Zuspruch auf dem zweistündigen Umzug durch Nürnbergs Altstadt. Immer wieder stoppte der Zug, so dass die Urzeln sich zünftig präsentieren konnten. Großartig, wie mehrere der ausgewachsenen Urzeln knallen können! Man erkennt die Bewunderung bei den Zuschauern. Ganz besonders staunen aber die Leute, wenn der Urzel-Nachwuchs knallt! 12 Kinder und Jugendliche machten mit, einige von ihnen mit erstaunlicher Technik im Knallen. Das Schild trug mit Begeisterung Evelyn Roth (8) aus Hilpolstein. Auch wird während des Umzugs der Kontakt zum Publikum aufgenommen, was viel Zuspruch und witzige Situationen mit sich bringt. Es macht Spaß, mitzumachen!
Doch was wäre so ein Fest ohne die Fans und Helfer! Ins Haus der Heimat zurückgekehrt, gab es schon gedeckte Tische und freudige Gäste, die mit den Urzeln das Fest ausklingen ließen. Herzlicher Dank erging allen Spendern und Helfern.
In diesem Jahr sind in den Familien Roth, Sitorius, Kenzel und Kellner 13 neue Urzelanzüge entstanden. Dafür gibt es Respekt und große Hoffnung auf viele weitere schöne Urzeltage in Nürnberg!

Doris Hutter
Nürnberg, 5. März 2003



1. Treffen deutschsprachiger Lehrer aus Russland


25.02.2003: 1. Treffen deutschsprachiger Lehrer aus Russland

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Nach der Begrüßung stellte die Geschäftsleiterin mit Hilfe einer PowerPointPräsentation das Haus der Heimat e.V. vor, wonach Anna Malygin und Nicole Vetter, Schülerinnen der Musiklehrerin Olga Philipp, mit je einem deutschen Lied auftraten. Es folgte die Vorstellungsrunde der 26 Anwesenden und eine kurze Abhandlung zum Thema "Eigeninitiative" von Anton Bosch, Vorsitzender des Historischen Forschungsvereins der Deutschen aus Russland. Bei der Ideensammlung: "Wie kann sich ein Lehrer aus Russland in Deutschland einbringen?" wurden erst zaghaft Erfahrungen genannt, danach aber auch Vorschläge, wie z.B. die Gründung eines Lehrerclubs, gemacht. Die Anregung, sich ehrenamtlich bei der Integration der Landsleute einzubringen, fanden die meisten Lehrer aus Russland sinnvoll und dringend nötig. Das Erarbeiten eines Modells der ehrenamtlichen Zusammenarbeit mit Schulen in Nürnberg wurde angeregt und lebhaft diskutiert. Zum Schluss bekundeten einige Lehrer/Innen Interesse an einer Zusammenarbeit mit einer Schule in Nürnberg und es wurde ein nächster Termin für die Festlegung konkreter Schritte am 25. März 2003 festgelegt.

Zeitzeuge referiert vor Schulklasse

21.02.2003: Zeitzeuge referiert vor Schulklasse

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Von 10.30- 13.30 Uhr referierte Zeitzeuge Dr. Ernst Christian vor einer interessierten Schulklasse (22 Schüler mit Lehrer Roland Reichelsdorfer, Geschichte) der Staatlichen Berufsoberschule Nürnberg zum Thema "2. Weltkrieg und Deportation der Deutschen aus Rumänien in die Sowjetunion" mit anschließendem Videofilm über die Donbassklaven. Leider blieb am Ende wenig Zeit für die vielfältigen Fragen der sichtlich beeindruckten Jugendlichen.

Nürnbergs Kommission für Integration im HdH

06.02.2003: Nürnbergs Kommission für Integration im HdH

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Bei der 3. Sitzung der Kommission für Integration, die zum ersten Mal im HdH stattfand, waren u.a. Oberbürgermeister Dr. Ulrich Maly und drei Referenten der Stadt Nürnberg anwesend. Horst Göbbel und Doris Hutter stellten den Mitgliedern der Kommission, bestehend aus Vertretern von Stadt und Stadtrat, Ausländer- und Aussiedlerbeirat, das HdH anhand von Bildmaterial, Zahlen und Ausführungen vor. Danach ging die Kommission zur normalen Tagesordnung über.


04.02.2003 Abschluss Sprachkurse im HdH

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Abschluss Sprachkurse im HdH Zur Abschlussfeier der 8 Sprachkurse des HdH wurden Ehrengäste eingeladen, von denen Wolfgang Lang, der Aussiedlerbeauftragte der Stadt Nürnberg, und Horst Göbbel ein Grußwort sprachen. Adelheid Zogel vertrat die LM Oberschlesien. Die Sprachlehrerinnen Vetter und Pastarnak begrüßten und führten durch das Programm. Die Feier stand im Zeichen des Faschings, den die Sprachschüler nicht in dieser Form gekannt haben. Geschäftsleiterin Hutter erschien in einem Faschingskostüm und sprach einige Worte zu den "Narren".
Einen Höhepunkt bildete die Eibanesen-Prinzengarde, die auf Einladung des Vorstands der LM der Deutschen. aus Russland, mit Präsident Roman Müller, dem Prinzenpaar und Hofdame Dorothea Walter den Sprachschülern ihre Aufwartung machte. Es wurden einige Krapfen und der Faschingsorden "Haus mit Herz" verteilt und Bonbons verteilt. Anschließend bedankten sich die Schüler mit Vorträgen, Musikstücken, Singgruppen und Soloauftritten bei den Lehrerinnen, dem HdH und der Stadt Nürnberg für die Möglichkeit, Deutsch zu lernen, für Wärme und Geborgenheit, für Rat und konstruktive Hilfe. Das anschließende gemütliche Miteinander mit viel Musik, Tanz, Gesprächen, leckeren Speisen und Getränken zog alle Anwesenden für einige Stunden in den Bann.



28.01.2003 Der erste Jahresempfang des HdH

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Der erste Jahresempfang des HdH wurde den ehrenamtlichen Mitgliedern der Arbeitskreise des HdH gewidmet. Der Vorsitzende begrüßte neben Dr. Markus Söder, MdL, und Manfred Klemz vom Bezirk Mfr. den Vertreter des OB, Bürgermeister Horst Förther, der auch ein Grußwort sprach. Weitere Ehrengäste waren Stadträte aller vier Fraktionen, der Aussiedlerbeauftragte der Stadt Nürnberg, Vertreter der Polizei, der Sozialdienste der Stadt Nürnberg, der Schulen und des Gemeinschaftshauses Langwasser, die Vorsitzende des Bürgervereins Langwasser sowie die Vertreter von Caritas und Rotem Kreuz. Weiterhin hieß Herr Göbbel im Namen des Vorstands den ehemaligen Vorsitzenden des HdH, Dr. Ernst Christian und den ehemaligen Landtagsabgeordneten und wichtigen Wegbereiter des HdH, Dr. Sieghard Rost, willkommen. Die Vorsitzenden der Mitgliedsvereine, die Geschäftsleiterin und AK-Mitglieder und würdigte in seiner Begrüßung die wertvolle ehrenamtliche Arbeit, die von 41 Mitgliedern der AK geleistet wird, wobei einige Personen in mehreren AK mitwirken.

Nach einem kurzen Klaviervortrag von Olga Dobrowskaia aus Omsk, Sibirien, die seit 1 ½ Jahren in Deutschland lebt und Sprachschülerin im HdH war, stellte Anton Bosch den Historischen Forschungsverein der Deutschen aus Russland vor und präsentierte die Publikationen des emsigen Vereins. Anschließend unterhielten sich die Gäste in lockerer Atmosphäre, man kam sich näher und es wurden auch neue Kontakte geknüpft. Zum Abschluss wurden noch einige Lieder gesungen.




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