|
<<< Zurück zur aktuellen Übersicht
Veranstaltungen
2006
Aussiedlerkulturtage 23.-25.06.06
Kinderfest im HdH, 26.05.06
Buchpräsentation Edda Dora Fantanar, 18.05.06
"Der Kaiser und die Nachtigall" - Musical 23.04.06
Urzeln beim Faschingsumzug, 26.02. und 28.02.2006
Abschluss der Sprachkurse, 23.02.06
Intergalaktischer Kinderfasching, 17.02.06
Jahresempfang des HdH 2006
Veranstaltungen 2005 >>>
Veranstaltungen 2004 >>>
Veranstaltungen 2003 >>>
Veranstaltungen 2002 >>>
|
23.-25.Juni 2006 Aussiedlerkulturtage der Stadt Nürnberg
|
 |
|
zu den Fotos
>>>
Sportliche Gedanken, die sich Horst Göbbel, Vorsitzender des
Hauses der Heimat Nürnberg, passend zum
Auftakt der Aussiedlerkulturtage 2006 gemacht hat: Zwei Aussiedler, Miroslav
Klose aus Ober- und Lukas Podolski aus Niederschlesien, standen mit dem Team
der deutschen Nationalmannschaft im Blickfeld von Millionen Menschen, als vom
23.-25. Juni 2006 die Aussiedlerkulturtage der Stadt Nürnberg gefeiert wurden.
Nürnbergs Bürgermeister Dr. Klemens Gsell unterstrich am Freitag,
23. Juni bei deren Eröffnung im Haus der Heimat, dass diejenigen, „die sich zu
Ihren Vereinen hier im Haus der Heimat bekennen, in Nürnberg längst integriert
sind und zu dieser Stadt gehören.“ Er lobte das hervorragende künstlerische
Niveau der bisher erlebten Darbietungen, die die Kultur der Stadt Nürnberg
bereichern. Großen Respekt zollte der Vertreter des Schirmherrn, OB Dr. Ulrich
Maly, auch der „Pflege dessen, was unsere Vorfahren alles geleistet haben.“ Als
Beispiel griff er die Volkstänze auf, die die Aussiedler aus ihrer Heimat
mitgebracht haben und hier einüben: „Es gibt Wenige, die im Fränkischen noch
ihre Brauchtümer in dieser Form pflegen, da haben Sie uns Etwas voraus, das
muss man Ihnen neidlos anerkennen! Pflegen Sie es weiter, das ist erhaltenswert!“
Stadträtin Gabriela Heinrich, SPD ist seit 5 Jahren bei der Eröffnung dabei:
„Seit dem 1. Mal ist es ein Abend, auf den ich mich wirklich freue. Ich weiß,
ich werde wunderbare Musik hören. Aber es ist nicht nur das! Ich kann mich immer
auch auf einen Vortrag freuen…Danke, dass Sie hier einen Abend geschaffen
haben, der etwas Besonderes ist. Es ist ein Kleinod in dieser Form…“ Levent
Ilisik, FDP stellte, in Vertretung des Stadtrats Utz Ulrich, die Frage in den
Raum „Was bedeutet für uns Glück?“ Dabei erwähnte der in der Türkei geborene
junge Politiker Werte, die man meist nur dann schätzt, wenn man sie nicht hat:
Gesundheit, Frieden und Sicherheit, Freiheit.
Den musikalischen Rahmen boten gekonnt die in Moldawien
geborene Inna Stambulska am Klavier mit der “Fantasie” von Wolfgang Amadeus Mozart,
der Sathmarer Schwabe Stefan Vasil, Violine und die Siebenbürgerin Daniela
Mayer, Violoncello, mit Charles Dancias
(1817-1907) Duo über Themen aus “Don Juan” von W. A. Mozart bzw.
„Freischütz“ von Carl Maria von Weber. Die oberschlesische Sopranistin Elke
Vogt-Kleinicke, begleitet am Klavier von Tobias Fichte, entführte die Zuhörer mit
vertonten Gedichten des Freiherrn Joseph von Eichendorff einfühlsam in die
Romantik. Außerdem begeisterten Inna Stambulska und Meri Milner aus Russland am
Klavier mit der „Aufforderung zum Tanz“ von C. M. von Weber und „Galopp“, einem
Tanz aus dem Ballet „Anna“ des zeitgenössischen Valeriy Gawrilin. Die mit
interessanten Details gespickte Einführung zur Ausstellung „Die Schulen der
Siebenbürger Sachsen“ durch den Leiter des Schulmuseums Nürnberg, Michael
Schneider, ließ erkennen, dass Michael Schneider, ein Siebenbürger Sachse,
nicht nur als Initiator und Fachmann der im HdH präsentierten Wanderausstellung
fungiert, sondern auch als glaubhafter Zeitzeuge. Durch den Abend führte
charmant Simone Alzner, Tochter nordsiebenbürgischer Eltern. Während des ganzen
Wochenendes konnte die Ausstellung „Die Schulen der Siebenbürger Sachsen“ im
Haus der Heimat besichtigt werden. Am Montag wurden dann die Sprachschüler von Olga Vetter durch sie geführt.
Umrahmt von den Klängen der Siebenbürger Blaskapelle
Nürnberg e. V. unter der Leitung von Hans Welther und Richard Taub und
eingerahmt von Trachtenträgern und den Fahnen der Landsmannschaften der
Aussiedler hielt Willi Büttner, Pfarrer der Paul Gerhardt-Kirche, im Schatten
der Eiche des Hauses der Heimat am Samstag erst eine gesangintensive Andacht im
Zeichen des Kanons. Fahnen und auch Trachten, meinte er, zeigen, wozu man sich
bekenne. Das könne man bei der Weltmeisterschaft anhand der vielen
Deutschlandfahnen genau so sehen: „Es geht bei diesen Fahnen und Trachten um
Etwas, das bei uns gewissermaßen im Bauch und im Herzen sitzt… weil sie ein
Stück Zugehörigkeit stiften.“
Nach dem Umzug durch ein Stückchen Langwassergebiet
präsentierten sich die teilnehmenden Kulturgruppen im Gemeinschaftshaus
Langwasser einem Publikum, das sich trotz des wichtigen Fußballspiels
Deutschland-Schweden eingefunden hatte. Hansjörg Ospel vom Caritasverband
Nürnberg begrüßte die Anwesenden und las ein Grußwort des Aussiedlerbeauftragten
der Bundesregierung, Dr. Christoph Bergner, u. a. die Worte: „Liebe Aussiedler,
auch Sie verkörpern ein Stück Deutschland…Gerne nutze ich die Gelegenheit,
allen zu danken, die an der Vorbereitung und Durchführung der Aussiedlertage
mitwirken und allen, die sich für die Integration der Aussiedler zumeist
ehrenamtlich einsetzen. Ich setze auch weiterhin auf Ihr Engagement!“ Hansjörg
Ospel, der 2006 den Vorsitz im Aussiedlerbeirat hat, beschrieb anhand
vertrauter Bräuche im Herkunftsort, den Begriff „Heimat“ auch als ein Stück
selbstverständlicher Hilfsbereitschaft. Bezogen auf die neue Heimat in Nürnberg
mische sich zu den tiefen Gefühlen der Erinnerung wohl auch Freude über das
hier Erreichte.
Oberbürgermeister Dr. Ulrich Maly, der Schirmherr der
Kulturtage, dankte den Aussiedlern für ihre Arbeit: „Was hier über Jahrzehnte
gepflegt wird, ist eine Kultur, die sonst ja verschwinden würde, wenn Sie sich
nicht um sie bemühen würden…“ Abschließend sprach er seinen großen Respekt für
alle Ehrenamtlichen aus, weil „das, was
das Leben und die Seele einer Stadt ausmacht, von genau solchen Menschen lebt,
die sich ehrenamtlich einsetzen.“ Martin Burkert, SPD beglückwünschte die neue Idee,
eine Andacht im Haus der Heimat zu gestalten. Er hatte daran und auch am Umzug
teilgenommen und lobte „das Zusammenleben von Menschen verschiedener Herkunft
und Tradition in kultureller Verbundenheit in Nürnberg, das in vorbildlicher
Weise durch die Aussiedlerkulturtage verdeutlicht und weitergefördert wird.“
Als Politiker im Bundestag ging er auf Belange der Deutschen aus Russland ein
und streifte die Themen Kriegsfolgenschicksal, Jugendmigrationsdienst und Sport
mit Aussiedlern. Helmine Buchsbaum, CSU-Stadträtin vergleicht das Team der
Nationalmannschaft mit dem Haus der Heimat: „Das Gleichnis heißt Gemeinschaft.
Gemeinschaft konnten wir im HdH verwirklichen und Begegnungen schaffen.
Begegnung führt zu Integration.“ Im Saal und auf der Bühne begegneten sich im
Rahmen der Auftritte die Kindertrachtentanzgruppe der Siebenbürger Sachsen,
Ltg. Annette Folkendt, der Oberschlesische Singkreis der Frauengruppe, Ltg.
Ursula Matuszewski, die Banater Trachtengruppe Nürnberg, Ltg. Elfriede Dietz,
die Musikspatzen, der Kinderchor, „Volksquelle“ und „remix“ aus dem Haus der
Heimat, Ltg. Olga Philipp, „Tintenklecks &Tausendfüßler“ Kinder- und
Jugendtanzgruppe der Russlanddeutschen, Ltg. Dorothea Walter, die Tanzgruppe
Nadesch e.V., Ltg. Werner Henning und der Chor „Heimatklänge“ der
Russlanddeutschen. Die Leiterin des Chors, Charlotte Kirchmeier, dirigierte
abschließend noch das gemeinsame Singen bekannter deutscher Volkslieder. Damit
ging ein bunter und trotz laufender WM fröhlicher Nachmittag über die Bühne, in
dem von Heimatliedern und Volkstanz über Gesang von Schlagern bis zum Showtanz
ein vielseitiges hochwertiges Programm geboten und begeistert aufgenommen
wurde, was nicht zuletzt der lebendigen und mitreißenden Moderation von Anja
Landenberger, einer jungen Russlanddeutschen, zu verdanken ist. Im Foyer hatte
Wladimir Egorow eine Bilder-Ausstellung seiner Schüler aufgestellt.
Nach einer kurzen Umbaupause führte das Theater „Brücken“
aus Erlangen eine deutsch-russische Geschichte auf. Ein beeindruckendes „Lied,
das nicht zu Ende gesungen, ein Märchen das nicht zu Ende erzählt wurde“, das
gegenseitige Vorurteile im Umgang von Einheimischen mit Aussiedlern und z.B.
die Frage „Kann man nur eine Heimat haben?“ behandelt. Tiefgehende Empfindungen
und schicksalhafte Zerrissenheit prägen ein mehr oder weniger realistisches Selbstverständnis
auf dem Weg zur Integration in Deutschland.
Am Sonntag stand im Gottesdienst der
Dietrich-Bonhoeffer-Kirche das Thema „Aussiedler“ im Mittelpunkt. Pfarrerin
Griet Petersen gestaltete die Predigt sehr ansprechend als Dialog mit Diakon
Friedrich Röttenbacher. Die Botschaft war, dass es schwer ist, in der Fremde
Fuß zu fassen. Sie appellierten an die Einheimischen, es den Aussiedlern
leichter zu machen. Lydia Pastarnak, Russlanddeutsche, führte in einem Gespräch
mit ihrer Enkelin Anna Malygin vor, was Fremdsein bedeuten und wie gelungene
Integration stattfinden kann. Andreas Wagner spielte während des Gottesdienstes
am Klavier die Stücke „Prelude, C dur
aus dem Wohltemperierten Klavier“ von Johann Sebastian Bach und die „Mondscheinsonate,
1 Teil“ von Ludwig van Beethoven. Der Gottesdienst wurde hauptsächlich der
Amtseinführung des Diakons Friedrich Röttenbacher in die Aussiedlerarbeit im
Dekanatsbezirk Nürnberg gewidmet. Am Schluss gab es mehrere Grußworte seitens
der Kirche und auch von CSU-Stadtrat Max Höffkes, der den Schirmherrn der
Kulturtage, Dr. Maly vertrat, und Inge Alzner, die im Namen der Aussiedler
sprach. Sie sagte u. a., dass diese zwar keine Schulen, aber Mundart, Geschichte
und Erfahrungen nach Deutschland mitgebracht hätten, keine Kulturhäuser, aber
Bräuche, keine Kirchen, aber ihren christlichen Glauben. Nach dem Gottesdienst
fand ein weltlicher Programmpunkt statt: Im Jugendraum wurde die Ausstellung
des Historischen Forschungsvereins der Deutschen aus Russland „Deutsche
Baumeister in Russland“ präsentiert. Das Rahmenprogramm boten die
Russlanddeutschen Andreas Wagner mit Gesang und Gitarre, Franz Hof mit seiner
Tanzgruppe „Surprise“ sowie Lydia
Pastarnak mit einem Vortrag zur Ausstellung. Durch das Programm führte Olga
Vetter in russlanddeutscher Tracht.
Es waren denkwürdige Aussiedlerkulturtage, wo nicht zuletzt
durch die Amtseinführung eines Aussiedlerseelsorgers positive Wirkung erwartet
wird. Die Weltmeisterschaft lehrt uns, dass der Ball rund ist. Diese runde
Sache lässt uns den Bogen zum Aussiedler Podolski schlagen:
Während am Samstag, dem 24. Juni die Aussiedler im
Gemeinschaftshaus Langwasser Tanz und Gesang vorführten, schoss Podolski die
deutsche Nationalmannschaft mit zwei Toren ins Viertelfinale.
Doris Hutter
| 26.05.06 Kinderfest im HdH |
 |
|
zu den Fotos
>>>
Kinderfest im Haus
der Heimat am 26. Mai 2006
Mehr als ein Kinderfest
Geplant war ein Gartenfest für die Kinder aus den Verbänden
des Vereins Haus der Heimat. Ein Kindermusical, Gesang und Märchenstunde
sollten die Kinder sinnvoll beschäftigen und deren Eltern sollten sich beim
gemütlichen Beisammensein kennen lernen.
Mit dichtem Regen und ungemütlicher Kälte hatten die
Organisatoren Ende Mai nicht gerechnet. Da Garten und Zelte nicht in Frage
kamen, wurden für die angemeldeten rund 100 Kinder und 90 Eltern kurzerhand
alle Räume und Flure zur Verfügung gestellt: Die Kinder verfolgten das Musical
„Der Kaiser und die Nachtigall“ im Seminarraum zum Teil auf dem Fußboden
sitzend, die Eltern genossen Kaffee und Kuchen zum Teil an Tischen, die in den
Fluren aufgestellt waren. Kein Problem, wenn dadurch den Kindern eine Freude
gemacht werden kann!
Und Freude hatten die Kinder. Aber nicht nur sie! Erst bei
der Aufführung des Kindermusicals durch die Kinder- und Jugendgruppen des
Hauses der Heimat unter der Leitung von Olga Philipp. Die improvisierte Bühne
machte eine sonst kaum zu erreichende Nähe zu den jungen Darstellern möglich
und entführte die Kleinsten schon
schnell in eine wunderbare Märchenwelt, nämlich an Kaisers Hof. Die Schulkinder
guckten neugierig auch hinter die Kulissen. Einige von ihnen sangen schon bald
das Lied des Hofstaates mit. Und sie warteten gespannt bis zum 7. Tag, ob der
Kaiser endlich sein Glück findet und wieder lachen kann. Bei den Schauspielern
legte sich bald die anfängliche Aufregung und sie genossen sichtlich die Aufmerksamkeit
und Spannung der kleinen Zuschauer. Die Sicherheit und Natürlichkeit der jungen
Künstler übertrug sich auf das Publikum und man freute sich gemeinsam an den märchenhaften
Klängen und Vorgängen. Eng zusammen sitzend und am Faden der Glücks für den
Kaiser spinnend, ergab sich ein friedliches Gemeinschaftsgefühl.
Nach einem kleinen Imbiss für die Kinder, traf man sich
wieder im Seminarraum, wo die Kinderdisko losging. Die Kindergruppen von Olga
Philipp sangen fetzige Lieder und ließen Kinderherzen höher schlagen.
Leuchtende Augen und wippende Füße, Mitklatschen und Wiegen – die Kinder
folgten gebannt den Musikspatzen und dem Kinderchor. Alexander Philipp, der
Tonmeister, reagierte gekonnt auf die Stimmung im Saal und so manche Eltern
staunten nicht schlecht über den Eifer und die Faszination ihrer Sprösslinge.
Während danach die Jugendgruppe „remix“ so richtig einheizte
und alle Altersstufen mitriss, saßen in einem anderen Raum rund 20 Kinder um
Lothar Blickling, der Banater Bauernmärchen vorlas und einige Fehleinschätzungen
zurechtrückte, z.B., dass es auf dem Bauernhof normalerweise keine Löwen gibt.
Die Stimmung im Haus war ausgezeichnet. Inzwischen tanzten
Mütter mit den Kindern, einige Mädchen Line-Dance und die Kleinsten Rucki-
Zucki. Väter zückten immer wieder Fotoapparat und Kamera. Der Ententanz brachte
alle ins Schwitzen und ein begeistertes Kindergartenmädchen weinte dicke
Tränen, als es für den Nachhauseweg von der Tanzfläche geholt wurde. Zu Recht,
denn die Party ging noch lang weiter. Alt und Jung schwang fröhlich das
Tanzbein und ließ ein großes schönes Kinderfest gebührend ausklingen. Die
Organisatoren freuten sich riesig über die entschlossene Zusage mehrerer
Kinder, im nächsten Jahr gewiss wieder dabei sein zu wollen.
Doris Hutter
| 18.05.06 Buchpräsentation Edda Dora Fantanar |
 |
|
zu den Fotos
>>>
Ansprechende Buchpräsentation
von Edda Dora Fantanar
„Die das Glück suchen“ gibt es überall. Auch in einem
Unterhaltungsroman der 84- jährigen Autorin Edda Dora Fantanar, geb. Essigmann
in Kronstadt. Das Alter sieht man der lebhaften Dame nicht an. Auch wurde man
angenehm überrascht von ihrer charmanten Einführung zur Buchpräsentation am 18.
Mai im Haus der Heimat Nürnberg.
Unter den rund 30 Zuhörern fanden sich viele „Fans“ ein, die
ihr erstes Buch „Aller guten Dinge sind dreizehn“ schon gelesen hatten. Die
Autorin erzählte zwar sehr bescheiden, dass das Interesse des Buchverlags an
ihrem Manuskript mehreren Glücksfällen zu verdanken sei, doch zeigt der Erfolg
ihres biografischen Romans, dass auch Können drin steckt.
Der vorgestellte Roman handelt von zwei Frauen, die ganz
unterschiedlich mit ihrem Schicksal umgehen. Die Mutter versucht dem „muffigen
Spießermief“ einer Ehe mit einem Lehrer zu entkommen, indem sie feige
durchbrennt. Die Tochter geht einen anderen Weg. Dabei werden verschiedene
gesellschaftliche Schichten beleuchtet in einer Zeit, als die Vertreter
verschiedener Völker einen recht unbelasteten natürlichen Umgang miteinander
pflegten. Bildhaft beschreibt die Autorin z.B. das Spannungsverhältnis zwischen
dem Verständnis für Tradition und altem Plunder und köstlich sind die Zitate
der jeweiligen ungarischen oder schwäbischen Ausdrücke, die sie perfekt
aussprach.
Die Leichtigkeit der Erzählweise machte die Lesung sehr
ansprechend und eine gewisse Spannung im Inhalt fesselte die Zuhörer. Das
Urteil einer begeisterten Zuhörerin am Ende der Buchpräsentation: „Bewundernswert!“
beschreibt die Stimmung im Saale.
Die Bibliothekarin des Hauses der Heimat Josefine Engel
hatte die Lesung weitgehend organisiert und die Mitglieder des Lesertreffs
dafür gewonnen. Ihnen allen dankte die Geschäftsleiterin Doris Hutter sehr
gerne, weil die Veranstaltung unvoreingenommen mit viel Herz und tiefem
Empfinden erfolgte. Banater Schwaben und Siebenbürger Sachsen wurden
gleichermaßen in eine Welt zurückversetzt, die uns geprägt hat und deshalb so
nahe bleibt: die alte Heimat. Dass es dazu kam, verdanken wir diesmal Edda Dora
Fantanar.
Doris Hutter
| 23.04.06 Musical auf dem Baui |
 |
|
zu den Fotos
>>>
„Der Kaiser und die
Nachtigall“
Das Motto war „Begeisterung“
„Nürnberg spielt normalerweise, kickt jedoch im Jahr 2006“,
erklärte die Leiterin des Bauspielplatzes Langwasser („Baui“) Inge Trepte beim
ersten Treffen der Organisatoren.
Veranstalter des zweitägigen Programms mit Kindern für
Kinder am 22./23. April 2006 ab 14 Uhr auf dem „Baui“ waren letztendlich dann
das Kinder- und Jugendhaus Geiza, der Kindergarten Dietrich-Bonhoeffer, der
Kinderhort Kerschensteiner Straße sowie Salzbrunner Straße, ASD Langwasser
Projekt „spielend lernen“, das Kinder- und Jugendhaus ALF, der VfL Nürnberg,
Bürgerverein Langwasser und das Haus der Heimat Nürnberg.
Tolle Angebote lockten die Kinder aus Langwasser: Klettern,
Trommeln, Basteln, Jubeltribüne aufbauen, Spiele, Bepflanzung des Baui- Zaunes,
Gesang, Jubeln, Tanz, Geschicklichkeitsvorführungen und zwei Musicals. Am
Samstag platzte leider ein Regen in das Programm. Trotzdem wurden Ausschnitte
aus dem Kindermusical „Paul’s große Frage“ vom Kinderhort Salzbrunner Straße
präsentiert.
Am Sonntag, 23. April nahm um 17:30 Uhr ein Märchen auf dem
Baui die Kinder in seinen Bann: Einige Gruppen des Hauses der Heimat unter der
Leitung von Olga Philipp führten das Kindermusical „Der Kaiser und die
Nachtigall“ frei nach Christian Andersen auf und bezauberten die Kleinsten
unter den Gästen, so dass einige zapplige Gesellen ganz ruhig wurden, während
andere schon ab dem dritten Tag des Kaisers mit dem Chor mitsangen. Die
Kulissen aus der Werkstatt Olga Vetter waren mit viel Phantasie am Holzschuppen
befestigt worden, Alexander Philipp hatte seine Technik gekonnt installiert und
gegen den Wind hatte Hausmeister Eugen Vetter die Kulissen am Boden
festgenagelt. Bei herrlichem Frühlingswetter saßen die Gäste fasziniert vor der
Bühne und die infolge der Ferien ziemlich geschrumpfte Theatergruppe des HdH
meisterte den Auftritt mit Bravour. Eltern hatten hinter den Kulissen
mitgeholfen und die Geschäftsleiterin Doris Hutter führte durch das Programm.
Schließlich musste die fehlende Lichttechnik ersetzt werden: Wenn die Nacht
kam, wurde das Schließen der Augen verordnet.
Der Applaus ließ nicht auf sich warten. Angenehm überrascht
wurden die Zuschauer jedoch, als der Jäger aus dem Musical ein Solo in
Begleitung des Kinderchors hinlegte, nämlich das Lied „Freunde wie wir“. Es
brachte Stimmung unter das Volk und leitete das fröhlich-musikalische Ende des
Spieltages ein. Danach traten nämlich Anna Ochsner (Kaiser) und Anna Malygin
(Nachtigall) in Zivil als Duo „remix“ noch mit schwungvollen Pop- Liedern auf, so dass der versprochene Tanz zum
Abschluss des Festes noch stattfinden konnte.
Im Namen der Organisatoren dankte Inge Trepte mit Trommeln
und Jubeln und man trennte sich wohlgelaunt und angesteckt von der Musik, die
Menschen so schön verbinden kann.
Doris Hutter
| 26.02. / 28.02.06 Urzeln beim Faschingsumzug |
 |
|
zu den Fotos
>>>
Die Urzeln und das Bayerische
Fernsehen
Aus lauter Angst vor den lärmenden Urzeln schwenkte die Kamera im
Nürnberger Fastnachtszug am 26. Februar zu früh auf das überaus „witzige“
Moderatorenpaar, könnte man mutmaßen. Tatsache: unsere Urzeln haben anständig
geknallt und geschellt, wie es ihre Pflicht ist! Die Jugendlichen und Damen
unter ihnen schirmten mit viel Engagement die 80.000 Zuschauer am Wegrand von
möglichen Unfällen durch das ohrenbetäubende und nicht ungefährliche Peitschenschwingen
ab und knallten selbst nur dort, wo genügend Platz war. Ordnung im närrischen
Treiben ist eines der Markenzeichen der Nürnberger Urzeln. Das zweite
Markenzeichen ist die Reifenschwingerin Gitte Henning, 20 Jahre alt, aus
Uehlfeld, die die Zunft der Böttcher/Fassbinder vertritt. Leider kam im
Fernsehen ihr Auftritt nicht dran: Sie hatte 5 volle Weingläser im Reifen
bereit und den Akkordeonspieler Martin Mehburger aus Obermichelbach neben sich,
der die traditionelle Melodie zum Reifenschwingen trotz Kälte unzählige Male im
Umzug spielte.
All das konnte die gute Laune der Urzeln und ihrer Freunde jedoch nicht
schmälern. Nachdem man sich am Morgen im Haus der Heimat in Nürnberg-Langwasser
versammelt, begrüßt und gestärkt hatte (einige Urzeln waren in der Nacht vom
Urzellauf bei Bonn, bzw. aus Sachsenheim bei Stuttgart heimgekehrt), war man
wieder mit der U-Bahn und knallend im U-Bahn-Schacht (eine Schau!) in die
Altstadt zum Umzug und danach zum Urzelkraut wieder rausgefahren. Inzwischen
hatten fleißige Hände die Tische gedeckt und das traditionelle Urzelkraut
gewärmt. Inge Azner, die Kreisgruppenvorsitzende der Landsmannschaft ehrte die
Urzeln mit ihrer Anwesenheit. Den Urzelgang mit Kuhschelle am Gesäß lernte
Alzner sehr schnell. Und sie wohnte mit sichtlichem Vergnügen der
traditionellen Taufe der erstmaligen Urzeln in Nürnberg bei.
In Weisendorf bei Herzogenaurach
gab es am Faschingsdienstag erst das Urzelkraut im Hause Gerhard Berner, danach
die Teilnahme beim „Gaudiwurm“ als führende Gruppe und anschließend gemütliches
Beisammensein mit Liedern, Akkordeonspieler Reinhold Burkart, Urzeltaufe und
den Urzel-Senioren (ehemalige Urzeln, bzw. Eltern). Auf dem Marktplatz hatten
die Urzeln und die Reifenschwingerin der Reihe nach ihre Knallkunst bewiesen
und für Stimmung gesorgt. Ebenso in der Kneipe nebenan, wo es eher Faschings-
und Tanzmuffel gab. Urzeln können in der Regel nicht nur knallen, sondern auch
singen und tanzen.
Siebenbürgische Traditionen, die sowohl vom Haus der Heimat als auch von
der Landsmannschaft gefördert werden. Dafür danken die Urzeln mit einem lauten
und herzlichen „Hirräi!“ und dem Versprechen, wertvolle Traditionen weiter zu
pflegen.
Doris Hutter
| 23.02.06 Abschluss der Sprachkurse |
 |
|
zu den Fotos
>>>
Abschluss der Sprachkurse im Haus der Heimat am 23.02.2006
Während sich der Seminarraum des HdH am 23. Feb. mit
Sprachschülern und Ehrengästen (Stadtrat Markus Slavik, SPD-Stadtrat und
Wolfgang Lang, Aussiedlerbeirat der Stadt Nürnberg) füllte, waren Vertreter der
lokalen Presse damit beschäftigt, einigen Schülern Fragen zu stellen und sie zu
fotografieren. Der spätere Bericht in den Nürnberger Nachrichten brachte genau
das zum Ausdruck, was auch während der Abschussfeier mehrere Male von den Vertretern
der Schülergruppen als Text, Sketsch oder in musikalischer Form vermittelt
wurde: Tiefe Dankbarkeit an die Stadt Nürnberg für die Förderung und an das
Haus der Heimat für Unterricht, Hilfe in verschiedenen Lebenslagen, Ratschläge,
Hinweise sowie Wärme und Herzlichkeit. Letzteres ist in besonderem Maße den
beiden Sprachlehrerinnen Olga Vetter und Lydia Pastarnak zu verdanken, die den
Schülern in ihrer Klasse nicht nur wertvolle Hilfe, sondern durch Respekt und
Hinwendung das Gefühl der Wertschätzung geben. So flossen auch Tränen, weil eine
schöne Zeit im HdH vorüber ist.
Allerdings wurde meist fröhlich gefeiert: Auch im
offiziellen Teil wurde dem Fasching Rechnung getragen. Olga Vetters Idee,
kurzerhand ein Prinzenpaar zu zaubern, fand willige Akteure (den Vorsitzenden
des Vorstands HdH, Horst Göbbel und Lydia Pastarnak) und Anklang bei den
Schülern. Die Reden waren entsprechend locker und humorvoll. Die
Geschäftsleiterin Doris Hutter war als Baby verkleidet und sprach die große
Freude an, dass im HdH das erste Baby erwartet werde, dessen Eltern Alena und
Eugen Vetter (Hausmeister) - passender konnte es gar nicht sein - aus Russland
ausgesiedelt sind wie die meisten der Schüler auch.
Nach den Darbietungen der Schüler sangen zwei Mädchen und
zwei Jungen aus Gesangsgruppen des HdH stimmungsvolle Lieder, ihre
Gesangslehrerin Olga Philipp sang auch und am Abend beim Tanzen führte
Tatjana Philipp noch einen schönen Bauchtanz für die scheidenden Schüler vor.
Die Gesangsgruppe des HdH „remix“ sang später zum Tanzen und der Abend wurde
von allen Teilnehmern fröhlich feiernd begrüßt. Gute Stimmung und viele
freundlichen Worte begleiteten eine Veranstaltung, die wieder bewiesen hat,
dass Begegnungen einen gewichtigen Aspekt beim Einleben und Wohlfühlen in
Deutschland darstellen.
Doris Hutter
| 17.02.06 Intergalaktischer Kinderfasching |
 |
|
zu den Fotos
>>>
Mitwirken beim Intergalaktischen Kinderfasching am 17.02.2006
Das Haus der Heimat wurde gebeten, sich aktiv beim
Kinderfasching, den die Mitarbeiter des
Bauspielplatzes „Baui“ im Gemeinschaftshaus Nürnberg- Langwasser am 17.
Feb. organisierten, zu beteiligen.
Nadja Gubar, Tanzlehrerin im HdH, vertrat mit ihrer
Kindertanzgruppe die Landsmannschaft der Deutschen aus Russland und führte
zusammen mit ihnen für die anwesenden maskierten Gäste ein Ballett auf, das mit
großem Applaus aufgenommen wurde.
Ein weiterer Höhepunkt des Faschings war der Auftritt des
intergalaktischen Prinzenpaars. In diesem Jahr war der noble Prinz Stadtrat
Lorenz Gradl aus der SPD- Fraktion und die liebliche Prinzessin Olga Vetter,
Sprachlehrerin im Haus der Heimat. Nach ihrem Erscheinen im Saal tanzte eine
Jugend-Garde für sie und die Gäste einen modernen Tanz, worauf das Prinzenpaar
den Intergalaktischen Segen vorbrachte:
Intergalaktischer
Segen
Prinzessin:
Maskierte Kinder sehn
wir gern!
Drum kommen wir von
uns’rem Stern,
der Kau- Krawa- Pa-
Umhang heißt
und wo die Katz nicht
Mäuse beißt,
sondern mit Mäusen
tanzt wie hier!
Ja, zu euch Kindern
kommen wir.
Mein Prinz, drum
sprich den Segen aus,
hier im
Gemeinschafts-Faschingshaus!
Prinz:
Sind Galaxien auch
verschieden:
Lebt lang, ihr
Menschen, und in Frieden!
Die Prinzessin hatte noch eine Überraschung auf Lager: als
der Prinz ihr beim Tanzen auf die Schleppe trat, verlor sie ihr
intergalaktisches Gewand aber nicht die Fassung: Sie zog auch gleich ihre
intergalaktische Unterwäsche aus und animierte als modisch gekleidete
flotteTänzerin die Kinder zum Mittanzen. Nachher verteilte das Prinzenpaar noch
intergalaktisches Naschwerk in Form von Würmern, Käfern und anderen
außergewöhnlichen Süßspeisen, die von den Kindern gerne angenommen wurden.
Doris Hutter
| 24.01.06 Jahresempfang
des HdH |
 |
|
zu den Fotos
>>>
Mozart- Jahr 2006: Der geniale Komponist und Interpret – seinerzeit ein
Wunderkind – war präsent in seiner
musikalischen Unsterblichkeit im Haus der Heimat durch seine drei Stücke
„Marche in As-Dur“, „Menuetto in B- Dur“ und „Adagio in C- Dur“, dargeboten von
zwei jungen Künstlern, die erst seit einigen Monaten in Deutschland studieren:
An der Tuba: Csaba Jónucz, Sathmarer Schwabe und am Klavier Eri Kuroda aus Japan.
In seiner Begrüßung hob der Vorsitzende des Hauses der Heimat Horst Göbbel hervor: „Mozarts Musik wirkt verbindend, friedensstiftend. Was in diesem Haus
täglich geschieht, ist auch verbindend und friedensstiftend. Über Grenzen
hinweg: über musikalische Grenzen, sprachliche und geografische Grenzen hinweg.
Daran wollen wir festhalten, positive Erfahrungen weiterführen und ausbauen.“
Herzlich willkommen hieß der Vorsitzende zahlreiche
Ehrengäste, unter ihnen diejenigen, die Ehrenämter bekleiden oder Leiter und
Mitarbeiter von Institutionen, die mit dem Haus der Heimat zusammen arbeiten. Darunter
besonders den Bezirkstagspräsidenten Richard Bartsch und den Bürgermeister Dr.
Klemens Gsell, der in Vertretung des Oberbürgermeisters Dr. Ulrich Maly dabei
war. Beide fanden in ihren frei gesprochenen Grußworten sehr freundliche Worte,
mit denen sie der Arbeit im Haus der Heimat und dem Engagement der vielen
Ehrenamtlichen dieses Vereins deutlich
Anerkennung zollten. Die beiden aus dem Bayerischen Sozialministerium
angereisten Damen Sandra Schmidbauer und Frau Krämer-Seidl konnten später bei
der Besichtigung des Hauses in Begleitung der Geschäftsleiterin die Vielfalt
der Unternehmungen dieses Hauses auch anhand von konkreten Beispielen erfassen
und waren beeindruckt, wie viel man in dem relativ kleinen Haus alles machen
kann.
Ein kultureller Schwerpunkt des Abends wurde die Buchvorstellung
von Dipl. Ing. Joachim Lukas, Vorsitzender der
LM Schlesien, Bezirk Mittelfranken und Stellv. Vorsitzender im HdH. Er präsentierte
den Band mit dem Titel „Breslauer Schulen – Geschichte und Architektur“, ursprünglich
ein polnisches Buch, das im Zusammenhang mit der gleichnamigen Ausstellung im
Architekturmuseum in Breslau kürzlich herausgegeben wurde. Es beschäftigt sich
in 25 Aufsätzen polnischer und deutscher Autoren in der Hauptsache mit dem
schulischen Bildungswesen in Breslau im 19. und der ersten Hälfte des 20.
Jahrhunderts. So wird die Geschichte einiger Schulen beschrieben, vom jüdischen
Schulwesen in Breslau oder von der Pädagogik dieser Zeit berichtet. Im zweiten
Teil wird dann die Architektur des Schulbaues aus dieser Epoche anhand
verschiedener Beispiele untersucht und bewertet. Für die deutsche Ausgabe bedurfte es noch einiger
Redaktionsarbeit, Übersetzungen, zahlreicher Fahrten u.a.m. „Sie werden vielleicht
verstehen, dass ich heute mit ein wenig Stolz aber mehr noch mit Zufriedenheit
dieses Buch vorstelle“, sagte Joachim Lukas und fügte hinzu: „Da ist zum einen die Idee des Architekturmuseums in Breslau,
dass es sich der deutschen Geschichte, des Breslauer Schulwesens annahm und es
dokumentierte. Hier zeichnet sich eine Entwicklung ab, die Mut macht. In zunehmendem
Maße wird vor allem in Breslau die deutsche Geschichte wieder sichtbar gemacht,
sei es durch Gedenktafeln oder wie hier durch Bücher oder Ausstellungen ... Auch
der Bürgermeister von Breslau bedient sich, wenn er deutsch spricht, des
deutschen Namens dieser Stadt, nämlich Breslau“. Ein weiterer Punkt, der Lukas
sehr zufrieden stimmte, war die vertrauensvolle und von jeglicher Ideologie
befreite Zusammenarbeit mit seinen polnischen Partnern. Jeder konnte seine
Auffassung frei und ohne Vorbehalte des anderen vortragen. Anregungen und Einwendungen
von deutscher Seite seien gerne angenommen worden, zumal es sich oft um Dinge
handelte, die nur diejenigen, die dort vor 1945 gelebt haben, wissen konnten.
So habe sich hier ein fast freundschaftliches Verhältnis entwickelt, „in dem
wir voll anerkannt werden und wenn Sie so wollen, als Brückenbauer in einem
sehr sensiblen Verhältnis zwischen ehemaligen und heutigen Bewohnern dieser
Stadt fungieren“, fasste Lukas zusammen. Dies ist ein herausragender Aspekt landsmannschaftlicher
Arbeit, die sich nicht nur mit Forderungen an unsere Nachbarn wendet, sondern
ganz pragmatisch versucht, zu einem vernünftigen Miteinander zu kommen, indem
man sich der historischen Wahrheit stellt.
Anlässlich einer geplanten Stelle auf dem Gelände des HdH war
im Vorstand des Vereins die dafür ausgewählte Inschrift „Dort verloren- hier
wiedergefunden“ als Thema für den Vortrag des Vorsitzenden vorgeschlagen worden.
Horst Göbbel spielte denn am Anfang auch mit den Begriffen: „Dort könnte Schlesien, die Wolga, Masuren, Galizien, das
Banat oder Siebenbürgen sein. Hier könnte Deutschland, Bayern, Franken, Nürnberg sein.“ und fügte hinzu: „Das oft
verdrängte Alte, das Vergangene, das Erinnernswerte von dort soll hier sichtbar
gemacht werden. Dort verloren - kann all das bedeuten, was in den früheren, von
Deutschen besiedelten Landschaften im Osten Europas bis hin in die Weiten
Sibiriens den Menschen vertraut, den Menschen lieb war. Das alles gehört dort
der Vergangenheit an, ist dort unwiederbringlich vorbei. Sich daran erinnern,
soll jedoch keinesfalls Wehmut und Klage bedeuten. Der neue Aufbruch mit der
neuen großen Koalition in Berlin, scheint uns ohnehin auch psychologisch gut zu
tun. Er verstärkt notwendigen Optimismus. Oberbürgermeister Dr. Ulrich Maly
sagte in diesem Zusammenhang am Neujahrsempfang der Stadt Nürnberg: Optimismus
sei der Realismus der gutgelaunten Menschen.“ Diese gute Laune wünscht Göbbel für das ganze Jahr 2006. Dafür
brauche man eine positive Einstellung zur gemeinsamen Sache der Aussiedler und
Vertriebenen, ein bekennendes Tun, das beweist, dass man hier wahrlich
angekommen sei. „Wir sind hier zu Hause und wollen dieses Gefühl möglichst
weiter vermitteln. Sich zu erinnern, soll auch Impuls sein. Impuls für den
Neubeginn hier, für den Neuaufbau von vertrauten Strukturen hier, Impuls für
die Wahrnehmung aller Angebote zur menschenwürdigen Eingliederung hier, Impuls
zum Bewusstsein, Vertrautes aus der früheren Heimat hier wieder gefunden zu haben.“
„Hier in einem Land, wo wir uns wieder gefunden haben“, ganz
besonders auch im Haus der Heimat gab es anschließend ein gemütliches Beisammensein
mit Spezialitäten, gebacken nach Rezepten der Sathmarer Schwaben. Und wieder
flitzten die Ehrenamtlichen und Angestellten des Hauses, um den Gästen Wünsche
von den Augen abzulesen. Sie tragen maßgeblich dazu bei, dass die Anwesenden im
Haus der Heimat schnell heimisch werden.
Doris Hutter
nach oben
|