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Veranstaltungen
1. Halbjahr 2009
Kinderfest im Haus der Heimat, 26.06.2009
Aussiedlerkulturtage der Stadt Nürnberg, Sonntag, 21.06.2009
Aussiedlerkulturtage der Stadt Nürnberg, Samstag, 20.06.2009
Aussiedlerkulturtage der Stadt Nürnberg, Freitag, 19.06.2009
Siebenbürgisch-sächsisches Mundartautorentreffen im HdH, 26.04.2009
Jubiläumsfeier "10 Jahre Sprach- und Orientierungskurse im HdH", 25.04.2009
Die Urzeln des HdH in Franken, 15.02.2009
Faschingsfeier der Sprachschüler und Abschlussfest, 07.02.2009
Informationsveranstaltung: "Interkultureller Garten in Langwasser", 03.02.2009
Jahresempfang des Hauses der Heimat, 27.01.2009
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| 26.06.2009 - Kinderfest im Haus der Heimat |
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SPORT- Kinderfest im Haus der Heimat
Ein Ziel des Kinderfestes ist, den Zusammenhalt der Aussiedler zu stärken. Indem man sich gemeinsam mit den Kindern verschiedener Landsmannschaften und deren einheimischen Freunden, die mitgebracht werden können, künstlerisch betätigt, entstehen Freundschaften, lernt man sich viel intensiver kennen und schätzen. Ein weiteres Ziel ist, sinnvoll Spaß miteinander zu haben.
Die Idee, das Thema SPORT aufzuarbeiten kam, kam von Igor Weber. Sie wurde von den beteiligten Leitern der Gruppen, die im Haus der Heimat proben, gerne aufgenommen, wodurch ein vielseitiges Angebot für die Kinder zustande kam. Gleich zu Beginn des Festes regnete es. Da sang Olga Philipp mit den Kindern im Haus kurzerhand einige Lieder, bis der Regen aufhörte, dann ging es im Programm wie geplant weiter
Bewirtet von den Angestellten des Hauses der Heimat Nürnberg, sahen sich die Eltern bei Kaffee und Kuchen gut versorgt und kümmerten sich um ihre kleineren Kinder, die verschiedene Stationen in Gruppen durchmachen mussten. Igor Weber hatte Hüpfburg und Spiele von der Initiative „Integration durch Sport“ vom Bayerischen Landessportverband organisiert und die Spielregeln für die Wettkämpfe erstellt. Demnach entstanden gemischte Gruppen von Kindern (Alter 4 – 12 Jahre), die sich folgende Namen gaben und in dieser Reihenfolge die meisten Punkte erkämpften: 1. „Schmetterling-Fan Land“, 2. „Die Sportler“, 3. „Die Delfine“, 4. „The blue horses“, 5. „Harte Eicheln“ und 6. „Die Katzen-Gruppe“. Neugierig ließen sich die rund 70 Kinder auf das vielseitige Programm ein, ehrgeizig wurde zum Teil geübt, wetteifert oder auch nur gespielt. Jugendliche führten die Gruppen und kameradschaftlich war der Umgang miteinander. Eltern fungierten auch als Helfer bei den Wettkämpfen, so dass das vorgesehene Programm zeitlich im Rahmen und reibungslos ablief. Eine besondere Attraktion, besonders für die Kinder aus der Nachbarschaft des Hauses der Heimat, deren Zahl beim Kinderfest jährlich steigt, war das Trampolin, bei dem die Kinder geduldig Schlange standen.
Nach der Siegerehrung und einem kleinen Imbiss für die Kinder, traf man sich vor dem Haus, wo die Kinderdisko für den Abschluss eines fröhlichen Nachmittags sorgte. Einige Kinder von Olga Philipp sangen ansprechende Lieder und ließen Kinderherzen höher schlagen. Leuchtende Augen und schwingende Hüften, Mitklatschen und Wiegen – viele Kinder sangen und tanzten fröhlich weiter. Eine Mutter dankte dem Team des Hauses der Heimat für die gute Idee und jährliche Gestaltung eines Kinderfestes.
Herrliche Stimmung auf dem Gelände des Hauses der Heimat! Und die Organisatoren freuten sich wieder über die entschlossene Zusage mehrerer Kinder, im nächsten Jahr gewiss wieder dabei sein zu wollen.
Doris Hutter
| 21.06.2009 - Aussiedlerkulturtage der Stadt Nürnberg, Sonntag |
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Am Sonntag, 21. Juni wurde, in Zusammenarbeit mit Pfarrer Ludwig Schattenhofer, der Gottesdienst in der St. Maximilian-Kolbe-Kirche in Nürnberg Langwasser gestaltet und durch rund 60 Trachtenträger der Deutschen aus Russland, Oberschlesier, Banater und Sathmarer Schwaben, der Oberwischauer sowie Siebenbürger Sachsen bereichert. Pfarrer Schattenhofer predigte zum Thema „Die Angst als guter Freund“ und es umrahmte den Gottesdienst das Streicherquintett unter der Leitung von Marcus Hullin.
Doris Hutter als Organisatorin der Aussiedlerkulturtage dankte Pfarrer Schattenhofer für die Möglichkeit, den Gottesdienst in der Kirche feiern zu dürfen und erinnerte an die Herkunftsländer der Aussiedler, wo die Kirche eine wichtige Rolle gespielt hat und zum Kirchgang die Tracht getragen wurde. Sie zeigte sich dankbar für das vom Pfarrer angesprochene „Netz der Hand Gottes“, das den Gläubigen in der neuen Heimat Deutschland offen steht. Dann lud sie die Gemeinde zum Sektempfang ein.
Im Hof hatten die Oberschlesier unter der Leitung von Joachim Czernek einige Ausstellungen und Getränke sowie schlesische Spezialitäten bereit gestellt. Adelheid Zogel präsentierte als Zeitzeugin die Wanderausstellung des Hauses der Heimat „Erste Schritte in Friedland“ und Pater Parg die Ausstellung „Sibirien im Blick deutscher Missionare“
Zu den Klängen der Blaskapelle Nürnberg e.V. gestalteten die Trachtenträger für die sichtlich erfreuten Gemeindemitglieder einen Trachtenaufmarsch im Hof der Kirche und schafften den Rahmen für einen festlichen Abschluss der Aussiedlerkulturtage 2009.
Doris Hutter
| 20.06.2009 - Aussiedlerkulturtage der Stadt Nürnberg, Samstag |
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„Kultur macht uns unverwechselbar!“
Schirmherr der Aussiedlerkulturtage der Stadt Nürnberg, Oberbürgermeister Dr. Ulrich Maly sprach diesen Satz am 20. Juni im Großen Saal des Gemeinschaftshauses Langwasser vor ca. 350 Gästen und fuhr fort: „Sie trennt uns, aber grenzt uns nicht ab von den anderen. Gott sei Dank sind wir nicht alle gleich! Auf der anderen Seite kann Kultur verbinden, kann Brücken schlagen und Trennendes überwinden. Das zeigen Sie im Haus der Heimat und auch hier auf tollste Art und Weise!“
Am Samstag, im Anschluss an den Auftritt der Siebenbürger Blaskapelle Nürnberg e.V. (Ltg. Richard Taub und Michael Bielz), die auch vor dem Haus gespielt hatte, begrüßte Horst Göbbel im Gemeinschaftshaus Nürnberg- Langwasser die Gäste als Vorsitzender des Hauses der Heimat, das 2009 den Vorsitz im Aussiedlerbeirat der Stadt Nürnberg hat, und betonte: „Die Stadt Nürnberg beschreitet in Sachen Integration neue Wege. Der bevorstehenden Gründung des „Rates für Integration und Zuwanderung" sehen wir mit Spannung und Zuversicht entgegen. Wir wissen, dass wir in der Politik, im Nürnberger Rathaus und an der Spitze der Stadt Partner haben, die uns im Integrationsprozess konstruktiv begleiten und helfen.“ Oberbürgermeister Dr. Ulrich Maly griff diesen Gedanken auf und sagte: „Im Rahmen der Nürnberger Integrationspolitik habe ich den Aussiedlerbeirat sehr schätzen gelernt, wir haben fast in allen Fragen am gleichen Strang gezogen. Das zeigt, dass Ihre Vertreter, an der Spitze Herr Göbbel, sich der kommunalpolitischen Verantwortung bewusst sind, die sich aus der Aussiedlerkulturarbeit heraus ergibt. Dank geht an die, die mitgestritten haben und mitdiskutieren, damit wir in der Stadt die wichtigen Wege zur Integration und kulturellen Vielfalt unter dem Dach der neuen Heimat Nürnberg gehen können.“
Namhafte Ehrengäste, darunter Vertreter des Bezirks Mittelfranken, und Stadträte, gaben durch ihre Anwesenheit den zwanzig gestaltenden Kulturgruppen die Ehre. Dagmar Wöhrl, MdB, Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister für Wirtschaft und Technologie, lobte die wunderschönen Trachten und sagte: „Es ist schön, die Musik zu hören und die Tänze zu sehen, die die Seele der Menschen ausdrücken.“ Günther Gloser, MdB, Staatsminister für Europa im Auswärtigen Amt der Bundesrepublik Deutschland sprach über „Dinge, wo der Funken nicht überspringt und so das Herz nicht erreicht wird. Ich glaube“, fuhr er fort, „dass in einem größer werdenden Europa die Kultur eine ganz wichtige Brücke darstellt. Dabei ist es wichtig, Neugierde für neue Entwicklungen zu schaffen!“ Das Leitbild der EU, Einheit in Vielfalt, sieht er bei den Aussiedlerkulturtagen sehr gut gestaltet und er dankte dafür. Stadtrat Michael Frieser, Kandidat der CSU für den Bundestag, stellte fest: „Hier versucht man Heimat in zweierlei Hinsicht zu sehen: einerseits heimisch zu werden und andererseits den Ort, wo man herkommt, nicht zu verlieren.“ und schloss mit den Worten: „Ihr könnt auf das, was ihr hier präsentiert, stolz sein.“
Was auf der Bühne unter dem Motto „Musik und Tanz am Nachmittag“ geboten wurde, erfüllte die Aussiedler tatsächlich mit Stolz. Volkstänze, HipHop, Volkslieder und moderner Gesang wechselten einander ab und am Schluss konnte man von Ingrid Lamatsch einen Volkstanz lernen, indem man beim gemeinsamen Tanzen mitmachte. Steffi Kepp führte in der siebenbürgisch-sächsischen Tracht sympathisch und souverän durch das Programm. Die Banater Schwaben waren durch ihre Kinder- bzw. Jugendtrachtengruppe (Ltg. Elke Anselm/ Herta Funar, bzw. Melanie Mayer) vertreten, die Sathmarer Schwaben durch die Tanzgruppe der Schandermer „Rosmarein“ (Ltg. Gabi Hofmann/ Erika Bärenz), die Deutschen aus Russland durch die HipHop-Gruppe „White Shadows“ (Ltg. Alexander Voss/ Katharina Jonas) und die Gesangsgruppe der Landsmannschaft (Ltg. Natalia Hof/ Wladimir Efa), die Tanzschule Franz Hof (Ltg. Franz Hof), sowie die sechs Gesanggruppen des Hauses der Heimat (Ltg. Olga Philipp). Die Siebenbürger Sachsen präsentierten sich mit der Jugendtanzgruppe Nürnberg (Ltg. Brigitte Hahnfeld/ Stephanie Kepp), dem Chor „Siebenbürger Vocalis“ (Ltg. Wilhelm Stirner) und der Alzener Tanzgruppe (Ltg. Heide und Martin Mehburger). Geladene Gastgruppen, die durch ihre Auftritte das Programm optimal ergänzten und viel Applaus bekamen, waren die Trachtentanzgruppe des Heimat- und Trachtenvereins Stadeln e.V. (Ltg. Ingrid Lamatsch), die Trachtentanzgruppe der Egerländer Gmoi z’Nürnberg, Fränkisch- Egerländer Kulturkreis (Ltg. Edeltraud Hubl) sowie die Große Garde der Karnevalsgesellschaft Noris Banatoris.
Doris Hutter
| 19.06.2009 - Aussiedlerkulturtage der Stadt Nürnberg, Freitag |
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Die Eröffnung der Aussiedlerkulturtage am Freitag, 19. Juni im Haus der Heimat Nürnberg begann mit einer Romanze von Dimitri Schostakowitsch, die an Violine und Klavier meisterhaft vorgetragen wurde von Kristine Meier und Dr. Andreas Meier, Tochter und Vater, Russlanddeutsche. In Vertretung des Schirmherrn, knüpfte Stadträtin Gabriela Heinrich (SPD) daran treffend mit ihrem Exkurs aus dem Buch „Mein Leben im Schrebergarten“ von Wladimir Kaminer an. Es ist der Blick von außen auf die deutsche Kultur, ein humorvoll-kritischer und doch liebevoller Blick, der z.B. die Vollkaskoversicherung fürs Leben anzustreben, als typisch deutsch ausmacht und für den Einbürgerungstest u.a. das Rhabarberessen nach tapfer-leidvoller Erfahrung empfiehlt, um zu zeigen, dass das Leben in Deutschland kein Zucker-schlecken ist. Frau Heinrich sprach ihre „große Wertschätzung für die Aussiedlerkulturtage und insgesamt für das Haus der Heimat“ aus und Stadträtin Jutta Bär (CSU) ergänzte: „Wir erleben als Stadträte hautnah, was es heißt, Brücken zu schlagen, und welche Aufgaben und Kunstwerke Sie vollbringen, um das Brückenschlagen zu vermitteln!...Wir schauen gern zum Haus der Heimat und sehen die Vielfalt aus verschiedenen Blickwinkeln und begrüßen sie immer wieder aufs Neue.“ Dann sprach sie das 10. Jubiläum der Sprachkurse im Haus der Heimat an und sagte: „Als Lehrerin bin ich herzlich dankbar für diese Vorarbeit!“
Bei seiner Begrüßung hatte Horst Göbbel, Vorsitzender des Vereins Haus der Heimat, betont: “Wir sind prädestinierte Brückenbauer zwischen unseren früheren Heimatgebieten und unserer neuen Heimat hier in Franken, zwischen Zuwanderern und den schon lange hier Lebenden, Brückenbauer zwischen ethnischen Minderheiten, unterschiedlichen Konfessionen, Sprachen, Kulturen aus dem Osten und der hiesigen deutschen urbanen kulturellen Vielfalt. Wir sind dies gerne, denn gelungene Integration ist für alle Seiten eine eindeutige Minderung von Spannungen, also Zugewinn an Lebensqualität.“ Unter den Gästen befanden sich wieder Vertreter von kommunalen Institutionen, Wohlfahrtsverbänden und Vereinen.
Dr. Sabine Arnold von der SinN-Stiftung des Evang.-Luth. Dekanats in Nürnberg führte in die Diaschau zur Wanderausstellung „Das Russlandsdeutsche Haus“, die von der Evangelischen Aussiedlerseelsorge in Westfalen konzipiert worden ist, ein und dankte den Vertretern des HdH Vetter, Pastarnak und Hutter ganz herzlich für die Zusammenarbeit in der Vorbereitung des damaligen Projekts 2008: „Sie war intensiv, streitbar, fröhlich, tatkräftig und freundschaftlich!“ und betonte, dass der besondere Reiz dieser Ausstellung darin liegt, dass Aussiedler und Einheimische das Projekt zusammen konzipieren und gestalten. Anhand von Bildern führte danach die Referentin des Abends, Lydia Pastarnak virtuell durch diese Ausstellung und vermittelte einfühlsam Lebensart und Lebensgewohnheiten aus dem Alltag sowie Geschichte der Deutschen in Russland. Olga Vetter hatte einige Exponate von ihrer Mutter ausgestellt, z.B. ein Bett, Vorhänge und alte Bibeln. Begleitet von Akkordeonklängen und Musikstücken des Duo Meier, wurde der Vortrag zu einem eindrucksvollen Erlebnis. Das Duo Meier begeisterte einfühlsam und gekonnt auch mit Werken von Charles Dancla, Nicolo Paganini sowie Michael Oginski.
Anschließend sang Laura Egorova in Begleitung von Marina Wecherovskaja am Klavier gekonnt Lieder von Franz Schubert und überraschte das Publikum mit der „Forelle“ auf Russisch. Durch das Programm führte charmant Anna Malygin
Der Abend wurde mit der „Nösner Bauernstube“, einer Ausstellung der Siebenbürger Sachsen, Kreisverband Nürnberg abgerundet. Marianne Hager führte in die Ausstellung ein, die in einer Stube in harmonischer Darstellung u.a. viele kunstvolle Handarbeiten und Trachten unterschiedlicher Zeitepochen präsentierte.
Doris Hutter
| 26.04.2009 - Siebenbürgisch-sächsisches Mundartautorentreffen im HdH |
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Treffen der Mundartautoren in Nürnberg
Am 26. April fanden sich im Haus der Heimat zehn siebenbürgisch-sächsische Mundartautoren und einige an der Mundart und deren Schreibung Interessierte aus verschiedenen Gebieten Deutschlands zu einem Seminar mit anschließender Lesung ein. Gefördert wurde diese Veranstaltung vom Haus der Heimat Nürnberg und vom Kreisverband Nürnberg der Siebenbürger Sachsen. Doris Hutter begrüßte die Anwesenden und ganz besonders jene, die zum ersten Mal dabei waren.
Mundartschreiben ist eine Identitätssache, aber bei Weitem keine Selbstverständlichkeit. Es zeigt sich, dass Übungen mehr bringen als Abhandlungen zu einem Problem. So haben wir also mit Hanni Markel Dehnung und Kürzung von Vokalen, die Behandlung der Konsonanten am Wortende, spezielle Wortfolge im Dialekt, auch den n-Ausfall geübt und wurden auf Unterschiede aller Art und deren Schreibung je nach Ortsmundart aufmerksam gemacht (etwa mehrere, mitunter komisch wirkende Entsprechungen für „sehr“: sihr, stark, hårt, anjem usw.). „Es war ein wirklicher Gewinn, dass neue Mundartautoren dabei waren!“, erinnert sich Hanni Markel. „Ich vermutete z.B., dass die Lautung in Schirkanyen schon in Richtung Burzenland geht, konnte aber nicht sicher sein, bis ich es gehört habe. Wasserflasche hätte deshalb im Programm Woßerfloosch geschrieben werden müssen.“ Es erscheint auch irgendwie befremdlich, Frää (Frau) mit doppeltem ä geschrieben zu sehen; doch wie in Åålder (Alter) ist die Verdopplung des Selbstlauts besonders bei Abweichungen vom Schrift-deutschen die bessere Lesehilfe und entspricht darüber hinaus oft einem vertrauten Zwielaut (Frau, ault). Nach längerem Üben fällt es plötzlich leichter, die Wörter Froch (Frage), Woch (Woche) und Wooch (Waage), aber auch froģen (fragen), Wooģen (Waagen) beziehungsweise Wochen (Wochen) richtig zu schreiben.
Nach einem gemeinsamen Mittagessen, nach Kuchen und Kaffee hatten wir die Freude, an einer öffentlichen Lesung teilzunehmen. Es trugen vor: Katharina Kessel (Nürnberg) „Mat dem Fraihjohr an dem Harz“ und „Wiër dreet de Huse häit“, Martha Wachsmann (Nordheim bei Heilbronn) „Fliercher schneden“ und „De Trenj aus aser Gass“, Martin Hedrich (Höchberg bei Würzburg) „Vu Fraenderf bäs Nimesch“, Hilde Juchum (Rohrenfels bei Neuburg) „Dem Trenj en Dinkmol“, Bernddieter Schobel (Crailsheim) „Der Getz uch de drå Åcher“, Dietrich Weber (Augsburg) „Der Pali öüs der Woßerfloosch“ und „De kaputt Schlätz“, Wilfried Römer (Augsburg) „Der Stammbuum“, Hans Otto Tittes (Drabenderhöhe) „Der traurich Mån“, „Fraaen-Taktik“ und „Iejän Ziëhlweis“, Doris Hutter (Herzogenaurach) „Emanzipiert Frääen 2009“, „Ta uch?“ und „Fräh am Johr“ sowie Hilda Femmig (Heilbronn) „Em wid modern“. Wie die meisten Titel erkennen lassen, überwog die Frauenthematik, die anlässlich des Frauenwahlrechts 1919 vorgegeben worden war.
Zu Gast waren bei der Lesung auch Kinder der von Rosel Potoradi geleiteten Sing- und Spielgruppe Nürnberg, um vom Heimatort ihrer Eltern zu erzählen. Die Idee zu dieser Kreativveranstaltung war im Rahmen des Bayerischen Schulwettbewerbs „Europa im Karpatenbogen“ entstanden. Passend zum Frühling spielte der Nachwuchs auch einstudierte Lieder auf Blockflöten.
Die Darbietung der in Trachten gekleideten Frauensinggruppe ebenfalls unter der Leitung von Rosel Potoradi rundete mit Liedern von Frida Binder-Radler die öffentliche Lesung krönend ab. Katharina Bota sang das Lied von Josef Beer „De Gadliusekijjelcher“(Die Pusteblumen). Autoren und Besucher erlebten einen schönen Nachmittag in enger Verbindung zur alten Heimat und aufs Neue klar gewordener Verpflichtung zum Erhalt der mitgebrachten Mundart.
Doris Hutter
| 25.04.2009 - Jubiläumsfeier "10 Jahre Sprach- und Orientierungskurse im HdH" |
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„Danke für jedes gute Wort…“
10 Jahre Sprach- und Orientierungskurse im Haus der Heimat Nürnberg
Jubiläumsfeier am 25. April 2009 im Gemeinschaftshaus Langwasser
„…danke für Ihre Geduld…danke für gute Freundschaft…“ Horst Göbbel, der Vorstandsvorsitzende des Hauses der Heimat Nürnberg, hatte als Auftakt seiner Begrüßung den Abschlussbrief einer Sprachschülerin aus dem Jahr 2003 zitiert, den er vor Beginn der Feier im Foyer auf der Ausstellungstafel mit Bildern und Briefen der Schüler aus zehn Jahren gelesen hatte.
Dann begrüßte er alle Jubiläumsgäste, unter ihnen Hermann Kehl, Stellv. Leiter des Bildungszentrums als Vertretung der Stadt Nürnberg und von OB Dr. Ulrich Maly, Peter Daniel Forster, Bezirksrat in Vertretung von Bezirkstagspräsident Richard Bartsch, Stadträtin Helmine Buchsbaum, Vorstandsmitglied des HdH, Jörg Fritsch, den Vorsitzenden des Bürgervereins Langwasser, Margarete Kiss, die Geschäftsleiterin des Aussiedlerbeirats der Stadt Nürnberg, Vertreter der Polizei und Caritas, einige Vorsitzende von Mitgliedsverbänden, Arbeitskreissprecher- und Mitglieder, ehrenamtliche Helfer, die Angestellten des Hauses und ganz besonders die beiden Sprachlehrerinnen Lydia Pastarnak und Olga Vetter. Er fuhr fort:
„Wenn wir auf die 10 Jahre Sprach- und Orientierungskurse im Haus der Heimat zurückblicken, haben wir Grund zum Jubeln, Grund zum Feiern. Viele Personen sind an diesem Jubiläum beteiligt. Sie haben viel Zeit, Idealismus und ihr Können dafür investiert. Wir, die Zuhörer, bekommen heute die Gelegenheit, auch dem Können wunderbarer Musiker zu lauschen. Musik ist jedoch nur ein Teil der Jubiläumsfeier: Hier geht es in besonderem Maße um Spracherwerb, um die Nutzung der deutschen Sprache, um Neuorientierung in einem neuen Land.“ Dann dankte er den Förderern des HdH, in erster Linie der Stadt Nürnberg, allen ehrenamtlichen Helfern im Rahmen der Sprach- und Orientierungskurse und nicht zuletzt den beiden Sprachlehrerinnen, die zunächst im Haus der Heimat ehrenamtlich tätig waren, bevor die Sprachkurse gegründet wurden, die als echte Partner, mit viel Fingerspitzengefühl, Idealismus und Realismus wirken, und betonte: „Sie leisten echte Integrationsarbeit. Integration heißt für mich, jemandem die Möglichkeit zu eröffnen, sich bei uns einzufügen, sich einzubringen, ohne sich aufzugeben. Demnach muss das Aufnahmeland Integrationsangebote bereitstellen, während die Zuwanderer berechtigt, aber auch angehalten sind, sie wahrzunehmen.“ Zum Abschluss schwärmte Horst Göbbel von den im Haus der Heimat erlebten Abschlussfeiern der Sprachschüler: „Ich erlebte die Spontaneität dieser Menschen, das Ausdrücken der Freude, etwas gelernt und verstanden, Gemeinschaft erfahren zu haben, Dankesworte, gemischt Deutsch und Russisch, Musik und Tanz– es war außergewöhnlich und großartig!“
Im Willkommensgruß der beiden Sprachlehrerinnen hieß es u.a.: „Unser Haus der Heimat ist klein, aber die Atmosphäre ist sehr häuslich und jeder fühlt sich wohl… Eine Sprache zu lernen, ist nicht so einfach, dazu braucht man viel Zeit und auch den eigenen Willen. Eine Sprache kann man nicht durch fremdes „du sollst“, sondern durch eigenes „ich muss“ erlernen. Unsere Erfahrung hat gezeigt, dass es einem zweisprachigen Lehrer leichter ist, eine Brücke zu den Menschen zu bauen. Wir waren die Bezugspersonen, denen Sie Ihre Ängste, Ihre Schwierigkeiten, Ihre Probleme anvertraut haben. Wir versuchten zu jedem von Ihnen Kontakt aufzubauen und das Lernprogramm so zu gestalten, dass Themen aus Lebenssituationen im Mittelpunkt standen. Und wir freuten uns, wenn wir sahen, wie Sie mit Ihrem Fleiß in der Sprache einen kleinen Schritt nach vorne machten.“
Als Hermann Kehl das Grußwort der Stadt überbrachte, waren schon Peter Tschaikowskys „Neapolitanischer Tanz“, „Lauras Geist“ von Franz Liszt sowie ein Walzer von Frederic Chopin von Jakov Volftsun an der Trompete und Oleg Madorski am Klavier vorgetragen worden. So zeigte er sich „tief beeindruckt, wenn ich Ihr Programm ansehe. Besonders gefällt mir die Kombination Sprachkurse und Musik. Ich bin sehr beeindruckt von dem, was ich gehört habe.“ Irma Moser, die damalige Kulturreferentin der LM der Deutschen aus Russland, war bei der Gründung der Sprachkurse dabei: „Ich habe es selbst miterlebt, in kürzester Zeit musste man neuen Stoff vorbereiten, Lehrpläne schreiben und genehmigen lassen, Lehrbücher kaufen, Klassenzimmer vorbereiten und das Wichtigste: die Teilnehmer in Empfang nehmen. Es war nicht einfach, aber die drei haben es mit Bravour gemeistert.“
Die Geschäftsleiterin des HdH, Doris Hutter gab anhand von Bildern aus den 10 Jahren Sprach- und Orientierungskurse einen Einblick in den Alltag, die Feste, das Bildungsprogramm und die Angebote, die über das Erlernen der Sprache hinausgehen: praktische Hilfe im täglichen Leben, Ratschläge, Trost, Wärme, Verständnis und Respekt vor dem Schicksal, noch fremd in Deutschland zu sein. Sie sagte u.a.: „…Es werden gemeinsame Sorgen entdeckt! /Gemeinsam nach Lösungen suchen ist gut, / die Schule gibt Freundschaften, Kraft und viel Mut.“ Oder:
„Man weiß es, wie wichtig das Deutschsprechen ist,
man übt und man kämpft und man stottert und liest,
und doch ist es nicht nur die Sprache allein,
man möchte ein Teil der Gesellschaft gern sein.
Dazu gehört Wissen, Versteh’n und Respekt
vor dem, was man um sich sieht, und im Land steckt.“
Studienreisen, Bräuche und Sitten der Deutschen sollten gerade diese Lücken füllen. Und sie fielen auf fruchtbaren Boden, wie die Ausstellung der beiden Lehrerinnen zeigt:
„Die Ausstellung, die Sie heut sehn auf dem Flur,
mit Liebe erstellt, das ist Hingabe pur.
Drum liest man in Briefen, wir hören es oft,
wie sehnlich ein weiterer Kurs wird erhofft,
wie dankbar die Lehrerin stets wird verehrt,
wie lang manche Freundschaft sehr innig noch währt.“
Das gesamte künstlerische Programm wurde von ehemaligen Sprachschülern gestaltet. Tatjana Welker an der Violine und Elena Ovsiyenko am Klavier spielten einen Walzer von Dmitri Schostakowitsch und von Claude François Jacque Revaux „My way“, das Trio „Gesang“ beendete den 1. Teil mit Volksliedern, einem deutschen, deutsch-russischen und einem ukrainischen. Nach einer Pause, in der viele Schüler sich an den Bildern der Ausstellung freuten, erklangen „Andalyse“ und „Spanischer Tanz“ von Pablo de Sarasatte vierhändig am Klavier vorgetragen von Elena Ovsiyenko und Sergej Parparov sowie Lieder von Edward Grieg und Georges Bizet, gesungen von Ludmilla Hauer, begleitet am Klavier von Elena Ovsijenko. Das Publikum zollte immer wieder begeistert Applaus. Einige Schülerinnen lasen Dankesworte aus einstigen Abschlussfeiern vor und es sang Natalia Sigalova begleitet am Klavier von Sergej Parparov. Ein weiterer Höhepunkt war das Duo Mery Millner und Marina Vecherovskaja am Klavier mit Michael Glinkas „Fantasie“ und Richard Eilenbergs Galopp „Petersburger Schlittenfahrt“. Das künstlerische Niveau war beeindruckend.
Der Abend klang sehr gefühlvoll mit Volksliedern aus. Ella und Andrej Trosman präsentierten ein russisches, ein deutsches und ein jiddisches Lied mit Keyboard-Begleitung und Tatjana Nickelwardt wurde bei einem deutsch-russischen Lied von Wladimir Nickelwardt am Knopfakkordeon begleitet. Mit dem gemeinsamen Lied „Moskauer Nächte“ wurde die Stimmung in den Sprachkursen des Hauses der Heimat wieder aufgenommen und als schönes Miteinander feuchten Auges noch mal zelebriert. Olga Vetter und Lydia Pastarnak, deren Enkeltöchter Nicole Vetter und Anna Malygin durch das Programm geführt hatten, sprachen abschließend zu allen Sprachschülern: „Sie waren und sind für uns und für das Haus der Heimat eine Bereicherung, weil wir Ihr Staunen, Ihre Natürlichkeit und das uns entgegengebrachte Vertrauen erleben konnten. Sie beeindruckten uns oft durch Ihre Gelassenheit, Offenheit und Herzenswärme und erfreuten uns durch Ihre Dankbarkeit. Wir danken Ihnen dafür. Eine herzliche Umarmung und alles Glück der Welt!“ Das reichhaltige Programm endete mit einem Blumenmeer, Glückwünschen und vielen Dankesworten für Herzlichkeit und Seele, Vermittlung von Wissen und Respekt, für Gemeinschaft und schöne Stunden, die im Haus der Heimat erlebt werden konnten.
Doris Hutter
| 15.02.2009 - Die Urzeln des HdH in Franken |
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Die Urzeln erobern Wolframs-Eschenbach
Der 15. Februar war in Franken ein Bilderbuch-Urzeltag! Kalt, trocken und sonnig lockte er viele Faschingsfreunde in die Altstadt von Wolframs-Eschenbach (nahe Rothenburg ob der Tauber), wo sich zum 1. Mal furchterregende Gestalten zeigten: 14 Urzeln aus Nürnberg und Umgebung fielen lärmend in die mittelalterliche Stadt ein, wo sie von den zahlreichen Zuschauern gefürchtet, bestaunt und begeistert aufgenommen wurden. Sogar der Bürgermeister bedankte sich nachher persönlich und lud für das nächste Jahr ein. Zustande kam dieser Auftritt durch Christine Dörr aus Agnetheln, Vorsitzende des Karnevalsvereins „Minnesänger“ von Wolframs-Eschenbach, die eine Bereicherung für ihren Faschingsumzug suchte. Das Gruppenbild entstand auf dem Platz in der Altstadt, wo der Film über den Räuber Hotzenplotz gedreht wurde. In der Gaststätte waren die Urzeln die einzigen, die einige Lieder sangen, und es kam sofort ein weiteres Angebot für einen Auftritt am Rosenmontag in der Nähe von Eichstätt.
Am 22. Februar in Nürnberg war es zwar bewölkt, doch während des Umzugs trocken und somit wieder ein schönes Zusammenspiel zwischen den 50 Urzeln und den Tausenden, die die Straßen der Altstadt säumten. Auch die Kinder und Jugendlichen, die von Jahr zu Jahr besser knallen und den Zug diszipliniert hervorragend mitgestalten, haben großen Spaß dran. Begeisterung immer wieder auch beim Knallen im U-Bahn-Schacht. Im Umzug bewunderte man die Reifenschwingerin Sabine Herberth (18) aus Raindorf, die zu den Akkordeonklängen von Reinhold Burkart und Christian Fuss ein volles und am Nachmittag drei volle Weingläser im Reifen schwang. Im Haus der Heimat wurden die Ehrengäste Inge Azner, Kreisverbandsvorsitzende der Siebenbürger Sachsen, mit Ehemann begrüßt und ihnen wie auch den Helfern noch einmal Leckerbissen der Knall- und Reifenschwingerkunst geboten. Danach kam das Urzelkraut, das am Samstag bei Renate und Klaus Kellner mit Hilfe der Ehepaare Gernot Kenzel, Hermann Richter und Hans-Jürgen Kellner zubereitet worden war, auf den Tisch. Gesang mit Akkordeonbegleitung und Urzeltaufe mit der Peitsche derer, die zum 1. Mal in Nürnberg mitgelaufen sind (u.a. Markus Kellner (10), Karoline Richter (10) und Benjamin Herrmann (15)) sowie Kegeln für die Jugendlichen rundeten den feuchtfröhlichen Tag ab. Mit je einem Urzelbuch ehrten die Urzeln die Ehepaare Herta und Reinhold Burkart sowie Brigitte und Gerhard Berner für ihr besonderes Engagement für die Urzeln in Franken. Zusammen mit den unentbehrlichen Krapfen- und Hanklichbäckerinnen sowie den Helfern aus den Urzelfamilien Roth, Regina Wonner, Kellner, Sitorius, Hedda Zinz, Mantsch, Oczko, Herberth, Buchholzer, Henning, Hoss, Kenzel, Turi und Schuster wurde der „Urzeltag“ in Nürnberg wieder ein Prunkstück gelebten Brauchtums und erlebter Gemeinschaft.
Ähnlich fühlte man zwei Tage später am Faschingsdienstag in Weisendorf: 50 Gäste durften das Urzelkraut im Hause von Brigitte und Gerhard Berner genießen. Davon waren 32 gut gelaunte Urzeln. Solange diese im Umzug, den sie schon seit Jahren anführen, knallten und mit den Hexen auf dem Marktplatz tanzten, schien die Sonne! Getauft wurden u.a. Markus Kellner (10) und Benjamin Herrmann (15) sowie Vanessa Rehm (6), die selbstbewusst ihre Peitsche auf dem Marktplatz vor einer großen Zuschauermenge geschwungen hatte. Andere Urzeln natürlich beeindruckten durch echte ohrenbetäubende Kracher. Mit Krapfen und Kuchenspenden sowie helfend auch beim Kaffeetrinken und beim Singen nach dem Umzug waren die Familien Schuster, Orend, Wayand, Herberth, Kellner, Oczko/Theiss, Hoss, Sill, Hutter und Roth. Danke! Ebenso den Gastgebern, dem Musiker-Gespann Burkart/Fuss und natürlich den knall-, sing- und tanzfreudigen Urzeln!
Hirräii!
Doris Hutter
| 07.02.2009 - Faschingsfeier der Sprachschüler und Abschlussfest |
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Das Thema „Sitten und Bräuche“ erweiterte sich für die Sprachschüler um den traditionellen Faschingsball am 07.02.2009. Da es in den Herkunftsländern so eine Narrenzeit nicht gibt, zeigten die Sprachschüler großes Interesse für diese unbekannte Karnevalwelt. Historisch gesehen war die Maske in der mittelalterlichen Epoche ein Kultmittel um Dämonen und böse Geister zu vertreiben.
Gerade im Fasching, wo gesellschaftliche Normen lockerer werden, sind wir geneigt unser Ich zu verfremden und in die Rolle eines Anderen zu schlüpfen. So eröffnete das Fest im lustig geschmückten Seminarraum der Präsident der Feier, Olga Vetter, mit den Worten:
„Wir haben freie Narrenzeit,
den Höhenpunkt zu feiern sind wir bereit.
Doch zuvor begrüßen wir in dieser Halle,
die Damen und die Herren alle,
die Narren und die, die es noch nicht sind,
keiner dem Karneval entrinnt.“
Das Prinzenpaar Lydia Pastarnak und Elene Sushanskaya begrüßten das Publikum:
„Hallo, liebe Freunde, liebe Narren, liebe Gäste aus fern und nah.
Es ist wieder so weit! Es beginnt die Narrenzeit.
Da wird verbannt die Traurigkeit. Angesagt sei nur die Fröhlichkeit.“
Das Prinzenpaar brachte dem Narrenpublikum musikalische Geschenke, gesungen von den Gesanggruppen „REMIX“ und „Lustige Noten“ unter der Leitung von Olga Philipp. Auch die Tanzgruppe „White Shadows“ unter der Leitung von Alexander Vos machte allen viel Spaß. Viele Schüler hatten auch Masken, erzählten Witze und Anekdoten und trugen Gedichte vor.
Ein ehemaliger Sprachschüler Nikolaj Kotljar stellte sein neues Gedichtheft „Mein Herz voller Liebe“ vor. Zusammen mit seiner Frau sangen sie ein selbst gedichtetes Lied in drei Sprachen: Russisch, Ukrainisch und Deutsch. Dieses dreisprachige Lied hat die Herzen der Schüler tief berührt. „Zugabe! Zugabe!“ hörte man von allen Seiten. Die Polonäse begeisterte die Sprachschülernarren, alle tanzten sich ihre Sorgen von der Seele. Den Aktivsten wurde eine symbolische Medaille verliehen. Zum Schluss wurden die traditionellen Faschingskrapfen verteilt. Die Organisatorinnen Olga Vetter, Lydia Pasternak und ihre Helfer bekamen von den Schülern einen stürmischen Applaus.
Olga Vetter
| 03.02.2009 - Informationsveranstaltung: "Interkultureller Garten in Langwasser" |
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Kommunikation, Kooperation und neue Perspektiven
Die öffentliche Informationsveranstaltung zum Thema Interkultureller Garten in Langwasser am 3. Februar im Haus der Heimat Nürnberg wurde von Michaela Schremser,
Stadtteilkoordinatorin von Nürnberg-Langwasser und Hiltrud Gödelmann vom Umweltamt der Stadt Nürnberg organisiert.
Interkulturelle/internationale Gärten entstehen in Deutschland seit den 1990-er Jahren. Die Grundidee ist stets, Menschen aus verschiedenen Kulturen und sozialen Hintergründen durch die gemeinsame Pflege des Gartens/der Gartenbereiche in Kontakt zu bringen und dadurch ein Stück Hoffnung und soziales Miteinander wachsen zu lassen. Die Erfahrungen sind bei den inzwischen über 60 sehr unterschiedlichen Initiativen in vielen (Groß)-Städten überaus positiv. „Ebenso wichtig wie der Reichtum an Blumen, Kräutern und Früchten ist das, was in den Gärten außerdem noch produziert wird: Kommunikation, Kooperation und neue Perspektiven.“ (Stiftung Interkultur)
Seit 2005 sind Interkulturelle Gärten auch in Nürnberg ein viel diskutiertes und noch nicht realisiertes Thema. Aktuell sind drei (bis fünf) Standorte in Langwasser im Gespräch. Das Stadtteilforum Langwasser hat in seiner Tagung im November 2008 entschieden, die Entstehung eines Interkulturellen Gartens in Langwasser zu fördern. Als kulturell verschieden erkennen wir unterschiedliche Lebensentwürfe, Erfahrungen und Ausdrucksformen von z.B. Zugewanderten und langjährig Beheimateten, alten und jungen Menschen, von Behinderten und Nicht-Behinderten.
Es erschienen rund 30 interessierte Menschen aus verschiedenen Einrichtungen, aus Parteien und dem Bürgerverein Langwasser, Mieter und Eigentümer in Langwasser. Nach der Begrüßung durch die Geschäftsleiterin Doris Hutter, die die Aussiedler vertrat, führte Michaela Schremser ins Thema ein und zeigte u.a. Bilder der schon bestehenden Gärten, die unter http://www.stiftung-interkultur.de eingesehen werden können. Hiltrud Gödelmann berichtete von den Bemühungen der Stadt Nürnberg und dem Stand der Ermittlungen. Die Unterstützung durch städtische Dienststellen ist zugesagt. Rudi Viertel vom Gartenbauamt stellte das 1.000 qm große Grundstück an der Ecke Glogau-er/Breslauerstraße vor, das sehr günstige Voraussetzungen hat. Allerdings gibt es noch viele ungeklärte Probleme, wie z.B. befürchteter Vandalismus, Toilettenanlagen, Parkplätze oder Verantwortlichkeiten. Allerdings, fand die Mehrheit der Teilnehmer, seien das lösliche Probleme. Sehr günstig ist an dem Standort der bestehende Wasseranschluss, die ideale öffentliche Verkehrsanbindung und das Vorhandensein von nahe gelegenen Institutionen wie z.B. Schule und Hort. Mögliche Fragen und Klagen wurden in den Raum gestellt, um realistische Lösungsansätze zu überlegen. Eine grundlegend positive Stimmung, das Experiment zu wagen, machte sich breit, doch wurde festgestellt, dass zum Werben von Betreibern des Gartens noch zu wenig Konkretes feststand. Ein wichtiges Ziel der Veranstaltung, einen Initiativkreis zu gründen, der die weiteren Planungen verantwortlich vorantreibt, wurde erreicht. Das Haus der Heimat gehört dazu. Dieses Kernteam trifft sich schon am 16. Februar zur konstituierenden Sitzung.
Doris Hutter
| 27.01.2009 - Jahresempfang des Hauses der Heimat |
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Begegnung mit Standfestigkeit im Glauben:
Die Friedenskirchen in Schlesien
Der Vorsitzende des Vereins Haus der Heimat, Horst Göbbel eröffnete den Jahresempfang mit den Worten eines der bedeutendsten deutschen Komponisten der Gegenwart, Hans Werner Henze, Jahrgang 1926, der in einem Interview zum Jahreswechsel sagte: „Jeder Mensch verdient Hochachtung, Sympathie und Aufmerksamkeit. Der Mensch ist ein Wunderwerk und muss als solches respektiert, unterstützt und gefördert werden.” Das sei auch das Credo des Hauses der Heimat, unterstrich Göbbel: Respekt. Unterstützung. Förderung. Später schlug er den Bogen zur Jubiläumsschrift „Ein Stück Heimat…“, die zehn Jahre Haus der Heimat dokumentiert, mit den Worten: „Wir hier im Haus der Heimat setzen auf Begegnung. Eine siebenbürgische Malerin, Renate Mildner-Müller, sagte vor Jahren hier in diesem Raum, wo sie ausgestellt hatte, treffend Martin Buber zitierend: „Alles wirkliche Leben ist Begegnung“.
Richard Bartsch, Bezirkstagspräsident von Mittelfranken, dankte für die Arbeit des Hauses der Heimat Nürnberg und seiner ehrenamtlichen Mitarbeiter und schnitt ein aktuelles Problem an: „Wir stehen vor wichtigen Weichenstellungen, die Europawahl am 7. Juni und die Bundestagswahl am 27. September…Ja, wir stehen zu dieser Demokratie, denn viele von Ihnen haben schon andere Staatsformen erlebt. Wir müssen den Zuwanderern erklären, wie Demokratie läuft. Demokratie bekommt man nicht automatisch mit der Muttermilch, sie muss gelernt werden…Nur wenn wir mitmachen, können wir unser Gemeinwohl weiter entwickeln.“
Großen Applaus gab es für die Bemerkung „2008 hat das Haus der Heimat seine Fördermittel gut genutzt, für 2009 hat der Bezirkstag eine Erhöhung beschlossen.“ Er schenkte abschließend dem HdH für seine Bibliothek das neue Taschenbuch „Die Geschichte Frankens“. Bürgermeister Horst Förther überbrachte auch die Grüße des OB Dr. Ulrich Maly und lobte die aufgewarteten schlesischen Spezialitäten. Er sprach die Berliner Studie zum Bildungs- und Integrationsstand an: „Integration gelingt nicht so gut, wie wir gedacht haben…Bei den Aussiedlern klappt die Integration schon sehr gut. Bei Ihnen ist etwas noch wichtiger: Sie schauen nach den Wurzeln Ihrer Kultur und das ist auch wichtig! Sie thematisieren das so gut in einem Dreiklang: kulinarisch, musikalisch und mit einem Vortrag im HdH, diesen Dreiklang bitte ich, beizubehalten.“ Zum Schluss würdigte er die vielen ehrenamtlichen Helfer und bat bezüglich der Integrationsbestrebungen: „Lassen Sie uns gemeinsam daran arbeiten!“ Michael Frieser, CSU-Fraktionsvorsitzender, begann mit einem Danke für ehrenamtliches Engagement. „Für mich hat der Titel der Festschrift Ein Stück Heimat… eine besondere Pluralität: das Gebäude Haus der Heimat und die Rückbeziehung“. Ein Haus, das mit Leben gefüllt werden müsse: „Durch das gute Programm, das Sie bieten, wird das Haus der Heimat über Unterricht und Weiterbildung hinaus so attraktiv, dass man gerne hergeht. Man muss gerne hier leben und sich gerne erinnern!“ Gabriele Penzkofer-Röhrl, Stellv. SPD-Fraktionsvorsitzende
wünschte allen für 2009 Glück, Gesundheit und Zuversicht. Sie sprach die schwierigen Haushaltsberatungen der Stadt Nürnberg an und betonte: „Wir müssen nach vorne sehen. Es wird mehr Ganztagsschulen geben, der Ausbau der Kindertagesstätten geht voran…Das sind nur einige Beispiele. Ideen für weitere Investitionen sind vorhanden, sie können nur mangels Geld nicht umgesetzt werden.“ Abschließend: „Eine neue Form eines Integrationsrates wird uns beschäftigen. Aber das Haus der Heimat wird auf jeden Fall seitens der Stadt unterstützt, um seine sehr wichtige Arbeit fortsetzen zu können. Ganz besonders danke ich für die Jugendförderung. Die Berliner Studie zeigt, dass Aussiedler im Integrationsprozess die Nase vorn haben. Ich denke, Sie sind auf dem richtigen Weg!“ Thomas Schrollinger, ÖDP-Stadtrat, kam früher als Vertreter der katholischen Kirche ins Haus der Heimat und hat dieses schätzen gelernt, „weil Sie den Mitgliedern unserer Kirchengemeinde Heimat bieten können.“ Er freue sich, Glückwünsche darbringen zu können und schloss mit den Worten: „Frieden ist nicht selbstverständlich. Begegnung ist wichtig und dafür sind Menschen verantwortlich. Für das neue Jahr wünsche ich, dass es gelingt, dass viele Menschen, die zu Ihnen kommen, hier Heimat finden können.“ Weitere Ehrengäste hatten dem Haus der Heimat die Ehre gegeben: Dr. Sieghard Rost, MdL a.D., Achim Mletzko, Stadtrat des Bündnis 90/Die Grünen, Dr. Stefan Schweiger, FDP, Stadträte, Vertreter von Wohlfahrtsverbänden und städtischen Institutionen AWO, Caritas, Gemeinschaftshaus Langwasser, Jugendamt, Polizei, Kirchen, befreundeten Vereinen wie z.B. Bürgerverein Langwasser oder Romanima e.V. sowie Vorsitzende mehrerer Mitgliedsvereine. Sie und ehrenamtliche Mitarbeiter, die in den Arbeitskreisen des HdH tätig sind, wurden von Horst Göbbel mit herzlichen Worten begrüßt.
Musikalisch wurde der Abend von Christine Kulisch begleitet. Sie wurde in Oberschlesien geboren, ist Klavierlehrerin in Erlangen und erfreute die Gäste am Klavier mit Stücken von Carl Maria von Weber sowie Claude Debussy.
Der Jahresempfang des Jahres 2009 war Schlesien gewidmet. Dipl. Ing. Joachim Lukas, Vorsitzender der LM Schlesien Mittelfranken sowie von Uttenreuth und stellvertretender Vorsitzender des HdH stellte in einem Kurzreferat mit Lichtbildern die Friedenskirchen seiner Heimat vor. Er schilderte, wie sich fast ganz Schlesien im 16. Jahrhundert zur Reformation bekannte. Nachdem dieses Land 1526 zum Haus Habsburg kam, versuchte der Kaiser immer wieder, die Bevölkerung einschließlich des Adels, zum katholischen Glauben zurückzuführen. Dagegen wehrte man sich und konnte schließlich, zumindest in Teilen, die Reformation bis zum Ende des dreißigjährigen Krieges beibehalten. Auf Druck der Schweden musste der Kaiser im Frieden von Osnabrück dem evangelischen Adel und seiner Bevölkerung erhebliche Zugeständnisse machen, die unter anderem vorsahen, dass in den Erbfürstentümern Glogau, Jauer und Schweidnitz je eine evangelische Kirche außerhalb der Stadtmauern gebaut werden durfte. Anschließend schränkte der Habsburger jedoch ein, dass diese Kirchen lediglich aus Holz und Lehm bestehen durften und innerhalb eines Jahres fertig zu stellen seien.
Reich beschriftete Bilder der Kirchen hingen noch einige Wochen als Ausstellung im Raum und können bei Bedarf beim Referenten für eigene Ausstellungen ausgeliehen werden.
Zu dem eingangs von Bürgermeister Horst Förther erwähnten geschätzten Dreiklang gehörten diesmal schlesische Spezialitäten: „Häckerle“, zubereitet von einigen Frauen des Schlesierbunds Nürnberg e.V. unter der Leitung von Edeltraud Piosecny, sowie schlesische Mohn- und Streuselkuchen, gebacken von Frau Broda, einer mit einem Schlesier verheirateten Fränkin vom Ortsverband Herzogenaurach.
Die Geschäftsleiterin Doris Hutter würdigte zum Schluss des offiziellen Teils die wertvolle und unerlässliche Arbeit der Ehrenamtlichen im Haus der Heimat und lobte ganz besonders die gute und enge Zusammenarbeit der Geschäftsleitung mit dem Vorsitzenden Horst Göbbel und mit dessen Stellvertreter Joachim Lukas. Freudig sehe sie den nächsten zehn Jahren des Hauses der Heimat Nürnberg entgegen, gerne wolle sie mit ihren Mitarbeitern die vielfältigen Begegnungen im und mit dem Haus noch weiter ausbauen. Doris Hutter/Horst Göbbel/Joachim Lukas
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