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Veranstaltungen 1. Halbjahr 2008

Aussiedlerkulturtage der Stadt Nürnberg Sonntag, 15.06.2008
Aussiedlerkulturtage der Stadt Nürnberg Samstag, 14.06.2008
Aussiedlerkulturtage der Stadt Nürnberg Freitag, 13.06.2008
Haus der Heimat Nürnberg beim Tag der Integration, 08.06.2008
Kinderfest im Haus der Heimat, 06.06.2008
Inforeihe Deutsche aus Russland: WER-WIE-WAS "Unsere jüdischen Mitbürger" , 08.04.2008
Infoabend "Russlanddeutsche und Leiharbeit...", 13.03.2008
Gedenkfeier (beim Denkmal) am Hallplatz, Nürnberg , 04.03.2008
Die Urzeln in Nürnberg und Weisendorf, 03.02.2008 und 05.02.2008
Abschlussfeier der Sprachschüler. Fasching., 31.01.2008
Jahresempfang des Hauses der Heimat, 22.01.2008

 

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15.06.2008 -   Aussiedlerkulturtage der Stadt Nürnberg Sonntag nach oben

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Am Sonntag wurde, in Zusammenarbeit mit Diakon Friedrich Röttenbacher, der Gottesdienst in der Martin-Niemöller-Kirche in Nürnberg Langwasser gestaltet und durch rund 70 Trachtenträger der Deutschen aus Russland, Oberschlesier, Banater und Sathmarer Schwaben und Siebenbürger Sachsen bereichert. Dekanin Ursula Seitz predigte zum Thema „Was du nicht willst, dass man dir tu, das füg auch keinem andern zu.“, Irmgard Müller sang in Begleitung von Renate Jung-Bilk an der Orgel zwei Lieder und Lydia Pastarnak gestaltete Klage und Lob aus der Sicht einer Aussiedlerin: sie beklagte u.a. Krieg, Vertreibung, Not, Hilflosigkeit, Fremdsein, Angst, Arbeitslosigkeit, Einsamkeit. Dann erwähnte sie lobend u.a. die Freiheit, Fürsorge des Staates und Religionsfreiheit in Deutschland. Anna Malygin unterstrich das Lob durch ein ergreifendes Flötenspiel. Stadträtin Helmine Buchsbaum sprach nach dem Gottes-dienst ein Grußwort in Vertretung des Schirmherrn und schilderte die einstigen Bemühungen der ev. Niemöller- und benachbarten katholischen Maximilian-Kolbe-Kirche für die Aussied-ler in der Durchgangsstelle Nürnberg: Mit Bussen wurden diese am Sonntag zum Gottesdienst abgeholt, was ein tief greifendes Erlebnis für viele Aussiedler gewesen sei, weil sie sich in eine Gemeinschaft an- und aufgenommen gefühlt hätten.
Doris Hutter würdigte die Aussiedlerkulturtage als maßgeblich dazu beitragend, dass durch die Beschäftigung mit Geschichte und Kultur die Aussiedler daraus Kraft, Motivation und Wissen für die Gestaltung der Zukunft schöpfen könnten, und dankte allen Mitwirkenden. Anlässlich des Projektes „Das Russlands-deutsche Haus“ sei eine Zusammenarbeit mit den Ehrenamtlichen der Niemöller-Kirche zustande gekommen, die auf Neugierde, Respekt und gegenseitiger Hilfe gegründet gewesen sei. Sie dankte dafür und sieht es als gute Möglichkeit, die Kultur der Aussiedler erfolgreich in Deutschland einzubringen. Zu den Klängen des aus Weimar angereisten Bläser-Quintetts „FANTA 5“ gestalteten die Trachtenträger für die sichtlich erfreuten Gemeindemitglieder einen Trachtenaufmarsch im Hof der Kirche und schafften den Rahmen für einen festlichen Abschluss der Aussiedlerkulturtage 2008.

Doris Hutter

14.06.2008 -   Aussiedlerkulturtage der Stadt Nürnberg Samstag nach oben

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Am Samstag begrüßte Horst Göbbel im Gemeinschaftshaus Nürnberg- Langwasser die rund 300 Gäste als Vorsitzender des Hauses der Heimat, das 2008 den Vorsitz im Aussiedlerbeirat der Stadt Nürnberg hat, mit einem Zitat unseres Ministerpräsidenten Dr. Günther Beckstein:
"Gelungene Integration ist zentraler Eckpfeiler für die Sicherung des sozialen Gleichgewichts in unserem Land." Die Schlüssel dazu wären Sprache, Bildung, Arbeit, Teilhabe am gesellschaftlichen Leben und Offenheit plus Toleranz. Göbbel: „Hier und heute erleben wir in kleinen Ausschnitten Formen der Teilhabe von Aussiedlern am gesellschaftlichen Leben in Verbänden, Vereinen und Organisationen.“ Ein extra Gruß ging an die aus Sathmar angereiste Kulturgruppe „Gemeinsam“, die die Vielfalt kulturellen Lebens der Deutschen aus dem Osten unterstreiche.

Namhafte Ehrengäste, darunter Stadträte und der Aussiedlerbeauftragte Wolfgang Lang, gaben durch ihre Anwesenheit den zwanzig gestaltenden Kulturgruppen die Ehre. Nürnbergs Bürgermeister Horst Förther sagte in Vertretung des Oberbürgermeisters: „Sie haben mit Ihrer Kultur Nürnberg bereichert.“ Er nannte Beispiele, lobte das Haus der Heimat und betonte: „Aussiedlerkulturtage bauen Brücken und helfen, Vorurteile abzubauen, Jugendliche erfahren hier Heimat, Geborgenheit …“ Dagmar Wöhrl, MdB, Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister für Wirtschaft und Technologie, lobte u.a. die kulturellen Leistungen der Aussiedler und deren Trachtenvielfalt und sagte: „Stolze Eltern und Großeltern übertreffen sich immer wieder! Wenn das Ergebnis so ist wie heute, dann hat sich alle Mühe gelohnt! Gratulation für Ihre erfolgreiche Arbeit! Kultur verbindet.“ Günther Gloser, MdB, Staatsminister für Europa im Auswärtigen Amt der Bundesrepublik Deutschland sprach von Grenz-bäumen, die im Projekt Europa wegfallen, lobte Hermannstadt, die Europäische Kulturhauptstadt 2007, und sagte „Selbst Polen sind stolz auf die deutsche Kultur in ihrem Land“. Er spannte den Bogen zur fränkischen Metropole und lobte ihren fortschrittlichen Geist: „Nürnberg gibt Luft zum Atmen, zur Kultur“. Karl Freller, MdL, Stellvertretender Vorsitzender der CSU-Fraktion im Bayerischen Landtag, ergänzte: „Der Mensch ohne Kultur ist geistig obdachlos.“ Er dankte vor allem den Jugendlichen, die die Kultur weiter tragen. In Freiheit und Demokratie lasse sich kulturelle Vielfalt echt verwirklichen, also müssten diese Werte bewahrt und beschützt werden. Richard Bartsch, Bezirkstagspräsident von Mittelfranken war 1982 in Siebenbürgen und hat die Diktatur hautnah erlebt. Er bewundert die Leistungen der Aussiedler und unterstützt seit 2000 die Kulturtätigkeiten des Hauses der Heimat Nürnberg, „weil dies ein Gewinn für Franken, für den Bezirk ist.“
Was auf der Bühne unter dem Motto „Musik und Tanz am Nachmittag“ geboten wurde, hatte Schwung, Qualität und Vielfalt. Volkstänze, HipHop, Volkslieder und moderner Gesang wechselten sich mit Theater und Blasmusik ab und am Schluss konnte man einen Volkstanz lernen, indem man beim gemeinsamen Tanzen mitmachte. Anna Malygin führte sympathisch und souverän durch das Programm. Die Banater Schwaben waren durch ihre Kindertrachtengruppe (Ltg. Elke Anselm und Herta Funar) vertreten, die Sathmarer Schwaben durch die Trachtentanzgruppe der Sathmarer Jugendorganisation „Gemeinsam“ (Ltg. M. Gabriele Rist) und das Duo Tündes und Szilveszter Lörincz (Gesang und Gitarrenbegleitung), die Deutschen aus Russland durch die HipHop-Gruppe „White Shadows“ (Ltg. Alexander Voss und Katharina Jonas), Trachtentanzgruppe (Ltg. Franz Hof), den Chor „Heimatklänge“ (Ltg. Charlotte Kirchmeier) sowie die sechs Gesanggruppen des Hauses der Heimat (Ltg. Olga Philipp) und die Siebenbürger Sachsen durch die Blaskapelle Nürnberg (Dirigent Michael Bielz), den Singkreis Nürnberg (Ltg. Margarete Schuster), die Jugendtanzgruppe Herzogenaurach (Ltg. Brigitte Krempels) sowie das JugendTheater Nürnberg (Ltg. Doris Hutter) mit dem Einakter „Schweinereien Mangelware“. Annette Folkendt präsentierte die neu gegründete landsmannschaftlich übergreifende Kindertanzgruppe „Sonnenmatte 2008“. Das gemeinsame Tanzen (Ltg. Brigitte Krempels) vereinigte Jung und Alt, Trachtenträger und Zuschauer im Erlernen der Kreuzpolka, was den Tanzfreudigen sichtliches Vergnügen bereitete.

Doris Hutter

13.06.2008 -   Aussiedlerkulturtage der Stadt Nürnberg Freitag nach oben

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Mit kräftigen Wurzeln im Osten

Die Eröffnung der Aussiedlerkulturtage am Freitag, 13. Juni im Haus der Heimat Nürnberg stand im Zeichen von Kirchen, die seit Jahrhunderten im östlichen Teil Europas die Kultur der Aussiedler mit geprägt haben. Referent Joachim Czernek stellte anhand von Bildern zwölf Kirchen seiner Heimatstadt Beuthen in Oberschlesien vor und zeigte mit jedem Satz die tiefe Bindung zu den Kirchen und den damit verbundenen Festen und Traditionen. Umso mehr erschütterten die Nachricht und die von Horst Göbbel aus dem Internet gezeigten Bilder über den Brand der ev. Bistritzer Kirche in Siebenbürgen das anwesende Publikum. Der Vorsitzende des Vereins Haus der Heimat fand jedoch den Weg aus dem Beklagenswerten heraus, indem er bewundernd die schnelle und hoffnungsvolle Reaktion des Demokratischen Forums der Deutschen in Bistritz beschrieb, die 3.000 ¤ Lebensmittelhilfe für 2008 umgehend in einen Fonds für den Wiederaufbau der ev. Kirche zu spenden. Göbbel spannte den Bogen zu Lukas Podolski, der nach dem Sieg der Deutschen über die Polen im ersten EM Spiel nicht triumphiert hatte. „Wir sind nach Deutschland zugewanderte Deutsche mit kräftigen Wurzeln im Osten. Wir sind hier in Deutschland zu Hause, ohne unsere Verbindungsleinen zur Heimat im Osten gekappt zu haben,“ betonte Göbbel.
Die folgenden Menuette von J.S. Bach, meisterhaft vorgetragen von den beiden in Weimar studierenden Sathmarer Schwaben Szilard Biro und Csaba Ionucz am Euphonium und an der Tuba konnten die Stimmung der Anwesenden würdevoll aufnehmen und aufhellen. Die folgenden Grußworte klangen dann schon sehr optimistisch. Stadtrat Prof. Dr. Hartmut Beck (FW) nannte die trotz laufenden Fußballspiels anwesenden Gäste einen „illustern Kreis“ und „die Aussiedlerkulturtage seit 22 Jahren eine Institution, die mit großem Interesse verfolgt werden und dazu beitragen, dass Aussiedler in die hiesige Gesellschaft integriert werden.“ Helmine Buchsbaum (CSU) ehrte und würdigte u.a. ihren Landsmann, den Banater Schwaben Dr. Ernst Christian, der die Nürnberger Aussiedlerkulturtage ins Leben gerufen hat, für seine Vision und hartnäckigen Bemühungen, alle Aussiedler unter einem Dach zu vereinen. In Vertretung des Schirmherrn, Oberbürgermeister Dr. Ulrich Maly, hatte vorher Stadträtin Gabriela Heinrich (SPD) von dem Charme gesprochen, den die Aussiedlerkulturtage inne haben, wobei „die große Würdigung der Kultur ganz sicher dafür ausschlaggebend ist, dass und wie die Aussiedler in dieser Stadt gesehen werden.“
Der Abend hatte mit Oleg Madorskis virtuosen Klaviervorträgen aus Werken von F. Chopin und F. Liszt begonnen und wurde mit Nocturnen von F. Burgmüller abgerundet. Volker Potoradi am Violoncello und Robin McBride an der Klassischen Gitarre begeisterten einfühlsam und gekonnt das Publikum. Simone Alzner hatte charmant durch den Abend geführt und lud abschließend die Gäste ein, die beiden Ausstellungen „1000 Jahre Christentum und Kirchen der Stadt Beuthen“ sowie „Rathäuser in Schlesien“, eine Ausstellung von Joachim Lukas, zu besichtigen. Ein kleiner Kreis von Gästen sah sich anschließend noch gemeinsam ein Fußballspiel an.

Doris Hutter


08.06.2008 -   Haus der Heimat Nürnberg beim Tag der Integration nach oben

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Tag der Integration im Nürnberger Rathaus

Mit einem Informationsstand wurde das Haus der Heimat e.V. Nürnberg zusammen mit dem Aussiedlerbeirat der Stadt Nürnberg im Hof des Nürnberger Rathauses am 8. Juni beim dritten Tag der Integration, organisiert vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge zum Thema „Kulturelle Vielfalt leben- interkulturellen Dialog fördern“, präsentiert.

Gastredner war der Bayerische Ministerpräsident Dr. Günther Beckstein. U. a. wurden auch die Preisträger des Foto-Wettbewerbs „Gemeinsam leben- Kulturen begegnen sich“ ausgezeichnet.

Der Informationsstand des Hauses der Heimat und des Aussiedlerbeirats, dessen Vorsitz 2008 das Haus der Heimat inne hat, wurde von dessen Vorstandsvorsitzenden Horst Göbbel und der Geschäftsleiterin Doris Hutter betreut. Neben Informationsmaterial, eigenen und geförderten Publikationen wurde auch der Film „10 Jahre Verein Haus der Heimat Nürnberg“ gezeigt.

Doris Hutter



06.06.2008 -   Kinderfest im Haus der Heimat nach oben

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Buchstaben- Kinderfest im Haus der Heimat

Ein Ziel des Kinderfestes ist, den Zusammenhalt der Aussiedler zu stärken. Indem man sich gemeinsam mit den Kindern verschiedener Landsmannschaften und deren einheimischen Freunden, die mitgebracht werden können, künstlerisch betätigt, entstehen Freundschaften, lernt man sich viel intensiver kennen und schätzen. Ein weiteres Ziel ist, sinnvoll Spaß mit-einander zu haben.

Die Idee, das Thema BUCHSTABEN aufzuarbeiten kam, kam von Annette Folkendt. Sie wurde von den beteiligten Leitern der Gruppen, die im Haus der Heimat proben, gerne aufge-nommen, wodurch ein vielseitiges Angebot für die Kinder zustande kam. In vier halbstündi-gen Workshops konnten die Kinder lernen, üben, hören, spielen, tanzen, schreiben, sortieren und/oder singen. Für die ganz Kleinen hatte sich Dorothea Walter ein Buchstabenlied und Nadja Gubar einen Buchstabentanz ausgedacht. Für die etwas Größeren gab es die Möglich-keit, mit Annette Folkendt Elfchen- Buchstabengedichte zu ersinnen, mit Olga Philipp das-Buchstabenlied „Höflichkeit“ und mit Katharina Jonas einen HipHop- Tanz zu lernen. Josefi-ne Engel, die Bibliothekarin des Hauses der Heimat, zeigte den Kindern das professionelle Sortieren in der Bibliothek nach Buchstaben. Unter ihrer Leitung wurde von den Kindern am PC ein kleiner Katalog erstellt. Wladimir Egorow leitete und begleitete künstlerisch das Her-stellen von Tonfiguren und Herta Funar mehrere Buchstaben-Tischspiele mit Rätseln, Erken-nen oder Anmalen von Buchstaben. Stephanie Mahr präsentierte mit Kindern des KV Noris Banatoris Tanzschritte aus dem Karnevalsverein zum Mitmachen und Adelheid Zogel betreu-te die Märchen-Lese-Ecke, wo sie „Das Märchen von den Buchstaben“ von Wolfgang Seidel vorlas und mit Hilfe eines Runenalphabets die Kinder Einiges in Runenschrift schreiben ließ.

Bewirtet von den Angestellten des Hauses der Heimat Nürnberg, sahen sich die Eltern bei Kaffee und Kuchen gut versorgt und entlastet. Neugierig ließen sich die rund 100 Kinder auf das vielseitige Programm ein, ehrgeizig wurde zum Teil geübt, kreativ gestaltet oder gespielt. Und freundlich war der Umgang miteinander.

Nach einem kleinen Imbiss für die Kinder, traf man sich bei herrlichstem Sonnenwetter vor dem Haus, wo die gelernten Sachen auf- und die kleinen Kunstwerke vorgeführt wurden: Buchstabentanz, Buchstabenlieder, Vorstellen der Gedichte, des Katalogs, der Runenwörter, der Tonfiguren und der Showtänze von Kindern der Noris Banatoris. Die Kinderdisko war der Abschluss eines fröhlichen Nachmittags. Die Kindergruppen von Olga Philipp sangen noch lange ansprechende Lieder und ließen Kinderherzen höher schlagen. Leuchtende Augen und wippende Füße, Mitklatschen und Wiegen – viele Kinder sangen und tanzten fröhlich weiter.

Herrliche Stimmung auf dem Gelände des Hauses der Heimat! Und die Organisatoren freuten sich wieder über die entschlossene Zusage mehrerer Kinder, im nächsten Jahr gewiss wieder dabei sein zu wollen.

Doris Hutter

08.04.2008 -   Inforeihe Deutsche aus Russland: WER-WIE-WAS "Unsere jüdischen Mitbürger" nach oben

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Aus Geschichte und Kultur unserer jüdischen Mitbürger

Der Seminarraum des Hauses der Heimat war bis auf den letzten Platz besetzt, als die Geschäftsleiterin Doris Hutter in die Veranstaltung mit den Worten einführte: „Was gibt uns wohl den schönsten Frieden, als frei am eigenen Glück zu schmieden! Die meisten der hier Anwesenden wissen diese Worte zu schätzen.“

Herzlich Willkommen hieß sie zum Nachmittag der Begegnungen im Haus der Heimat einige Nürnberger Stadträte: von der SPD Anita Wojciechowski und von der CSU Max Höffkes, Aliki Alesik, Helmine Buchsbaum sowie Michael Brückner. Arthur Schächterle, Vertreter der LM der Deutschen aus Russland Fürth, Pater Alois Parg, kath. Aussiedler-Seelsorger und Ilse Großmann, ehrenamtliche Betreuerin der Sprachschüler im HdH wurden auch herzlich begrüßt.

So wie es in jeder Gesellschaft wichtig ist, sich zu kennen, um einen respektvollen Umgang miteinander pflegen zu können, so finden die Sprachlehrerinnen des Hauses der Heimat Olga Vetter und Lydia Pastarnak, dass man sich auch im HdH noch besser kennen lernen sollte. Es bietet sich an, Näheres über unsere jüdischen Mitbürger aus Russland, die zusammen mit unseren Deutschen aus Russland in den Sprachkursen Deutsch lernen, zu erfahren. Also wurde erst, umrahmt von tiefgehenden musikalischen Einlagen und Bildern, zusammen mit der Sprachschülerin Lana Menz ein kurzer Einblick in die Geschichte der Juden in Nürnberg von den Anfängen an gegeben. Danach hielt Referent Leonid Elbert einen Vortrag über Raoul Wallenberg, ein Schwede, der während des Zweiten Weltkriegs in Budapest durch seine diplomatische Immunität und mit viel Erfindungsgeist und Mut 100.000 ungarische Juden vor der Deportation in die Konzentrationslager retten konnte. Anschließend wurde die Gegenwart in Nürnberg beleuchtet: Einige Sprachschüler erzählten von ihren Beweggründen, nach Deutschland auszuwandern, von Sorgen, Problemen aber auch viel Befriedigung und Dankbarkeit, in einem demokratischen Land in Nürnberg angstfrei und u. a. medizinisch gut ver-sorgt, relativ sorglos leben zu dürfen. Das Haus der Heimat gewähre ihnen den nötigen Respekt und die Lehrerinnen viel Herzlichkeit und Hilfe. In die Stimmung passten die Lieder des Juden Igor Milstein aus der Republik Moldau sehr gut. Selbstbewusst sang er jiddisch und auch rumänisch und wurde am Klavier von Oleg Madorskiy und an der Trompete von Jakov Volftsun begleitet. Begeistert klatschte das Publikum mit und verlangte noch eine Zugabe. Abgeschlossen wurde die Veranstaltung mit einigen jüdischen Spezialitäten, die einige Sprachschülerinnen zubereitet hatten und die großen Zuspruch fanden.

Doris Hutter dankte den Sprachlehrerinnen Olga Vetter und Lydia Pastarnak für die Idee und allen Beteiligten für die Gestaltung dieses Nachmittags, den sie als wichtigen Baustein im gegenseitigen Miteinander in Nürnberg betrachtet. Dass aus der Geschichte der Juden in Nürnberg mit schrecklichen Ereignissen berichtet wurde, fand sie richtig und wichtig, weil die Geschichte die Menschen prägt und nicht verdrängt werden soll. Allerdings sollte man nach vorne schauen und aus der Geschichte lernen, damit solche Verbrechen sich nicht mehr wiederholen. Die Stadt der Menschenrechte Nürnberg ermögliche diesen Weg. Und dann gab sie zu bedenken, dass die meisten Aussiedler und Ausländer erst in Deutschland die Möglichkeit erhalten hätten, andere Kulturen kennen zu lernen, durften sie doch in der Diktatur nicht ins Ausland oder keine fremden Medien genießen. Das könne nicht hoch genug eingeschätzt werden.

Doris Hutter



13.03.2008 -   Infoabend "Russlanddeutsche und Leiharbeit..." nach oben

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Deutschland braucht die Kompetenzen der Zuwanderer

Zu einem Informationsabend und einer Diskussionsrunde im Nürnberger Haus der Heimat zum Thema „Russlanddeutsche in Leiharbeit, Mindestlohn, Betriebsräte und Gewerkschaften“ luden Mitte März die Katholische Betriebsseelsorge der Stadtkirche Nürnberg, die Landsmannschaft der Deutschen aus Russland (Ortsgruppen Nürnberg und Fürth) und das Haus der Heimat ein. Interessenten aus der Reihe der russlanddeutschen Spätaussiedler, mehrere darunter selbst Leiharbeiter oder mit dieser Erfahrung, hatten die Möglichkeit, mit Experten von Gewerkschaften, Betriebsräten, Kirche und Landsmannschaft über die komplexe Problematik zu diskutieren. Das war bereits die zweite Veranstaltung dieser Art, zuvor stand das Thema „Russlanddeutsche Akademiker in Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung“ im Mittelpunkt.

Vordergründig ging es in der Gesprächsrunde, die von Dipl. Theol. Diakon Kurt Reinelt von der Katholischen Betriebsseelsorge gekonnt moderiert wurde, um eine aktivere Teilhabe der Deutschen aus Russland bei der Behandlung von Themen, die sie betreffen. Kurt Reinelt, der selbst aus einer Aussiedlerfamilie stammt, ging auf die Stärken der Russlanddeutschen wie Familiensolidarität und ihre hohe Eigentumsbindung ein. Andererseits verwies er darauf, dass diese größte Aussiedlergruppe auch am schlechtesten organisiert sei.

Dr. Sandra Siebenhüter von der Uni Eichstätt stellte ihre Studie „Zur beruflichen Situation der Aussiedler in der Boomregion Ingolstadt“ vor, wo 17.000 Aussiedler, ca. 14 Prozent der Gesamtbevölkerung leben. Trotz der allgemein guten Situation auf dem Arbeitsmarkt sind auch hier überproportional viele Ausländer und Aussiedler in Leiharbeit und Zeitarbeit. „Die Firmen haben die Tugenden der Aussiedler erkannt und nutzen sie rigoros aus“, so die Referentin.

Auch Petra Wlecklik von der IG Metall (Ressort Migration) aus Frankfurt stellte fest, dass inzwischen von weitgehend ungeschützter Beschäftigung (befristete und Niedriglohnjobs, Leiharbeit) weite Teile des Wirtschaftslebens in Deutschland betroffen sind. Die IG Metall habe eine Leiharbeits-Kampagne mit der Forderung „Gleiche Arbeit - gleiches Geld. Leiharbeit fair gestalten“ gestartet. Dadurch wolle man die Leiharbeit in der heutigen Form weitgehend verhindern bzw. begrenzen. „Nur durch die solidarische Unterstützung der Gewerkschaften und der Betriebsräte kann man etwas erreichen“, sagte Wlecklik.

Erwin Neidiger und Olga Gerlein-Borowski von BRV Bolta GmbH Leinburg bedauerten, dass fast keine Russlanddeutsche in den Gewerkschaften seien: „Von 38 Russlanddeutschen sind nur drei in der Gewerkschaft organisiert.“ Die Russlanddeutsche Olga Gerlein-Borowski, die zehn Jahre bei IG Metall war und nun vier Jahre Betriebsrätin der Bolta Werke GmbH ist, gehört zu den wenigen Ausnahmen. „Keine Scheu haben, mit Einheimischen zusammen zu arbeiten. Wenn ihr nicht in den Gewerkschaften seid, stärkt es uns nicht“, wendete sie sich an die Versammelten.

Auch das Thema Deutsch am Arbeitsplatz wurde mehrmals aufgegriffen. Dafür plädierten nicht nur die Vertreter der Gewerkschaften und Betriebsräte „um Missverständnisse vorzubeugen“, sondern auch die Teilnehmer aus dem Publikum, die über ihre Erfahrungen berichteten. „Wir hatten glückliche Zeiten, weil wir Arbeit hatten. Die Gespräche nützen nichts, wenn man nicht an die Arbeit kommt“, betonte Arthur Schächterle von der Ortsgruppe Fürth.
„Gerade wenn man arbeitslos ist, muss man rausgehen, ein Ehrenamt übernehmen und sich nicht abkapseln. Wir sollen signalisieren, dass wir was tun wollen“, widersprach Doris Hutter, Geschäftsführerin des Hauses der Heimat. Sie verwies darauf, dass es inzwischen Arbeitgeber gibt, die nicht nur auf die offizielle Qualifikation schauen, sondern auf die Kompetenzen – und Deutschland brauche die Kompetenzen der Zuwanderer. „Auch wir selbst müssen uns auf unsere Stärken mehr besinnen. Wir sollten aktiv werden und unsere Kompetenzen zeigen“, ermunterte Hutter die Anwesenden.

Nina Paulsen


04.03.2008 -   Gedenkfeier (beim Denkmal) am Hallplatz, Nürnberg nach oben

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Gedenkfeier für die Opfer des 4. März 1919

Eingeladen von der Sudetendeutschen Landsmannschaft, Kreisgruppe Nürnberg-Stadt, gedachten am 4. März mehrere Sudetendeutsche und Vertreter befreundeter Verbände der vor 89 Jahren für ihr Selbstbestimmungsrecht gefallenen Toten beim Denkmal für Flucht und Vertreibung am Hallplatz in Nürnberg.
Karl Bidmon, Kreisobmann der Sudetendeutschen Landsmannschaft Nürnberg, begrüßte u. a. einige Nürnberger Stadträte und Werner Henning, den Vorsitzenden des Bundes der Vertriebenen Nürnberg. Stadträtin Helmine Buchsbaum sprach ein Grußwort und Herbert Müller, Vorsitzender des Bundes der Vertriebenen Mittelfranken, hielt die Gedenkansprache. Die Kranzniederlegung erfolgte durch Mitglieder der Egerländer Gmoi. Sie wird vom Haus der Heimat Nürnberg gefördert.

Aus dem Grußwort von Helmine Buchsbaum:

Sehr geehrte Damen und Herren, gerne sind wir ehrenamtliche Stadträte Ihrer Einladung gefolgt, an der Gedenkveranstaltung teilzunehmen.
Erinnern, gedenken und nicht vergessen dürfen wir dieses Ereignis: Am 4. März vor 89 Jahren demonstrierten Hunderttausende deutscher Bürger Böhmens, Mährens und Sudetenland auf einer Vielzahl von Kundgebungen friedlich gegen die Verhinderung der Wahlen in die Nationalversammlung, also gegen die von ihnen abgelehnte und gewaltsam vollzogene Eingliederung in die neu geschaffene Tschechoslowakei. In sieben Kreisstädten schoss damals tschechisches Militär in die Menge. 54, davon 14 Frauen und I5 Jugendliche zwischen 11 und 18 Jahren starben. Über 100 wurden schwer verletzt. Die Opfer des 4. März 1919 erhielten keine Entschädigung, die Täter wurden nicht ermittelt und bestraft. Für die Sudetendeutschen wurde der 4. März als "Tag der Selbstbestimmung" zu einem Gedenktag, der nach 1938 von den NS-Machthabern vereinnahmt und leider propagandistisch missbraucht wurde.

„Dieses Ereignis hat wesentlich zum Zusammenwachsen der herkunftsmäßig ganz unterschiedlich ausgeprägten Sudetendeutschen beigetragen. Andererseits hat die Gewaltanwendung mit vielen Opfern das Verhältnis von Tschechen und Deutschen überschattet. Für den Start des beiderseitigen Zusammenlebens war es ein unglückliches Zeichen. Auch heute ist dieser Tag eine Mahnung dafür, dass Gewalt und Ignoranz keine Probleme aus der Welt schaffen. Einander ernst nehmen, Lösungen offener Fragen herbeiführen wollen und die Gegenstände nicht ‚wider ihre Natur’ zu behandeln, das bleibt unsere Aufgabe - auf beiden Seiten. Dem Vertreibungsgeschehen gebührt ein fester Platz in unserer nationalen Erinnerung.“, so Christa Stewens, Bayerische Staatsministerin.

An vergangenes Unrecht zu erinnern kann dazu beitragen, künftig dem Unrecht frühzeitig zu wehren. An die Menschen zu erinnern, die Unrecht erleiden mussten, macht deutlich, dass hinter den Statistiken lauter Einzelschicksale stehen wie am 4. März 1919: Doch wir alle wissen, dass es unter der Decke der Zivilisation Abgründe gibt. Wir alle mussten in den letzten Jahren leider oft genug erleben, dass Rassismus und Menschen verachtende Gewalttaten auch in unserer Welt noch anzutreffen sind. Deshalb bleibt es eine Aufgabe, sich für Freiheit, für die Menschenwürde und für Toleranz einzusetzen.

Sehr geehrte Damen und Herren, Gedenken heißt, die Erinnerung zu bewahren und zu verbreiten. So wie es hier am Denkmal „Flucht und Vertreibung“ geschieht, wenn Zeitzeugen in Schulen oder auf Informationsveranstaltungen berichten, wenn an authentischen Stätten des Schreckens Ausstellungen informieren, wenn Gedenktafeln auf das Geschehene hinweisen. Es liegt allein an uns, die Chancen der Versöhnung zu nutzen. Und wenn wir das tun, dann bleibt der Friede in Deutschland und in Europa und irgendwann in der Zukunft – so hoffen wir - auch auf der ganzen Welt kein Traum. Lasst uns Frieden zur Wirklichkeit machen!

03.02.2008 - und 05.02.2008  Die Urzeln in Nürnberg und Weisendorf nach oben

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Urzeln in Franken
vertreiben nicht nur böse Geister


Wer die Urzeln am 3. Febuar im Bayerischen Fernsehen verfolgt hat oder zu den 160.000 Zu-schauern gehörte, die für den Nürnberger Fastnachtszug die Straßen säumten, konnte feststel-len, dass es echtes Urzelwetter gab: sonnige Kälte! Da macht das Peitschenknallen ganz beson-ders Spaß. Auch den fast 20 Kindern und Jugendlichen (von insgesamt 50 Urzeln), die von Jahr zu Jahr besser knallen und den Zug mit großer Disziplin hervorragend mitgestalten. Einige aus-gewachsene Männer übertrafen sich wieder im „Plaatschen“, wie man Agnethlerisch zum Knal-len sagt, und so war es kein Wunder, dass die Urzeln schlechtes Wetter und schlechte Laune vertrieben. Große Begeisterung auch im U-Bahn-Schacht, wo man ein Knallverbot seitens des Ordners (wie im Vorjahr) befürchtet hatte. Aber keine Spur davon: Der Ordnungshüter ließ die Urzeln schmunzelnd gewähren. Seine Mutter stammt aus Siebenbürgen. Hirräii! Im Umzug be-wunderte man auch die beiden Reifenschwingerinnen. Zu den Akkordeonklängen des Franken Reinhold Burkart schwangen Gitte Henning aus Uehlfeld und Sabine Herberth aus Raindorf souverän während des Umzugs eins und am Nachmittag sogar fünf volle Weingläser in ihren Reifen. Vor dem traditionellen Urzelkraut im Haus der Heimat wurden nämlich den Ehrengästen (Inge Azner, Kreisverbandsvorsitzende der Siebenbürger Sachsen, und Werner Henning, BdV- und UdV- Vorsitzender von Nürnberg) sowie den Helfern noch einmal Leckerbissen der Knall- und Reifenschwingerkunst geboten. Gesang und Urzeltaufe (u.a. Uwe Franz (13), Kathrin Kell-ner (12) und Nicole Turi (10)), Kegeln für die Kinder und Tanz rundeten den feuchtfröhlichen Tag ab. Zusammen mit den unentbehrlichen Krapfen- und Hanklichbäckerinnen sowie den Hel-fern in der Küche wurde der „Urzeltag“ in Nürnberg wieder ein Leckerbissen gelebten Brauch-tums und erlebter Gemeinschaft.
Ähnlich fühlte man am Faschingsdienstag in Weisendorf: 55 Gäste durften das Urzelkraut im Hause von Brigitte und Gerhard Berner genießen. Davon waren 35 fröhliche Urzeln. Solange diese im Umzug knallten und mit den Hexen auf dem Marktplatz tanzten, schien die Sonne! Rei-fenschwingerin Sabine Herberth wurde vom Akkordeonspieler Steffen Schulze, gebürtiger Mag-deburger, begleitet, der, vom Brauch begeistert, Stammgast geworden ist. Getauft wurden u.a. Melissa Sitorius (16), Uwe Franz (13), Kathrin Kellner (12) und Tobias Wayand (11). Die Taufe wird selbstverständlich mit der Peitsche vollzogen. Mit Krapfen und Kuchenspenden sowie hel-fend auch beim Kaffeetrinken nach dem Umzug und beim Singen danach waren die Familien der Urzeln mit dabei. Danke! Ganz besonderer Dank gilt den Gastgebern und natürlich den ohrenbe-täubenden Urzeln! Hirräii!

Doris Hutter



31.01.2008 -   Abschlussfeier der Sprachschüler. Fasching. nach oben

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Der Abend begann mit einem Faschingseinmarsch der Närrinnen und Narren in den Seminarraum. Wieder ist ein Jahr vollbracht,
wieder ist nur Mist gemacht.
Solange hat es nun gedauert,
der Narr schon lange in uns lauert.
Jetzt darf er endlich wieder springen,
tanzen, lachen und auch singen.
Rätschen drehen und Karbatschen knallen.
Reden, schwingen und auch lallen.
Jetzt endlich ist`s soweit,
auf in die 5. Jahreszeit!
Mit diesem kleinen Gedicht begrüßte der Präsident, Olga Vetter, Sprachlehrerin HdH die Faschingsgäste. Wie es sich zu diesem Fest gehört, hat auch das Prinzenpaar Lana Menz, ehrenamtliche Mitarbeiterin und Lydia Pastarnak, Sprachlehrerin HdH, die Gesellschaft begrüßt. Als Geschenk für das Prinzenpaar hat eine Jugendgruppe einen modernen Tanz vorgeführt. Das Prinzenpaar hat den Närrinnen und Narren Krapfen als Vorgeschmack mitgebracht, die von den Mädchen der Tanzgruppe ausgeteilt wurden. Nachdem gingen alle in den Seminarraum und nahmen Platz an den von den Schülern voll gedeckten Tischen.
Es war den ganzen Abend sehr lustig, humorvolle Geschichten und
Witze brachten die ganze Gesellschaft zum Lachen. Musik und Lieder der Gruppe REMIX unter der Leitung von Olga Philipp klangen bis in den späten Abend hinein.



22.01.2008 -   Jahresempfang des Hauses der Heimat nach oben

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Den schweren Atem der Geschichte spüren:
Die Deutschen am Weißen Meer


„Das Leben, meine sehr verehrten Damen und Herren, wird nach vorn gelebt und nach hinten verstanden.“ Mit diesem Zitat von Friedrich Schorlemmer begrüßte der Vorstandsvorsitzende des Hauses der Heimat Nürnberg Horst Göbbel die zahlreichen Gäste. Nachdem er die Ehrengäste, darunter die Bürgermeister Horst Förther, auch als Vertreter des OB Dr. Ulrich Maly, und Dr. Klemens Gsell, Bezirkstagspräsident Richard Bartsch, Bezirksrat Andreas Kriegelstein, Hans-Peter Schwab, Leiter des Ausgleichsamts und Vertreter der Regierung von Mittelfranken, Stadträtinnen und Stadträte von der CSU und Jungen Union, von der SPD, Bündnis 90/Die Grünen, MdL a.D. Dr. Sieghard Rost und zahlreiche weitere Eingeladene/Ehrengäste von städtischen Institutionen oder befreundeten Vereinen namentlich ansprach, wurde klar, wie dieses Zitat gemeint ist: Wir sollten auch zurückblicken in eine Zeit, die uns künftig erspart bleiben möge, nämlich die der Diktatur und grausigen Menschenverachtung. So schlug er den Bogen zum Vortrag des Abends „Die Deutschen am Weißen Meer“, in dem Anton Bosch vom Historischen Forschungsverein der Deutschen aus Russland am Beispiel Gulag eine Beziehung beleuchtete, die das Haus der Heimat mit Geschehnissen verbindet, die nicht vergessen werden dürfen. Der Referent führte anhand einiger Bilder und eines Filmausschnitts über ein Projekt des Hauses der Heimat betreffend die neu gebaute Gedenkstätte der Russlanddeutschen in Archangelsk in eine Welt, die nicht verschüttet werden darf, er machte viele Menschen nachdenklich und nahm die Gäste auf eine gewaltige, notwendige, schwierige doch aufschlussreiche Reise mit. Er gab ihnen Gelegenheit, den schweren Atem der Geschichte des Archipels GULAG mit- und aufzunehmen und ihn einwirken zu lassen. Er öffnete Tore und Türen, die einen freier, klarer und einsichtiger in die Zukunft blicken lassen.
Dazu passte hervorragend die musikalische Umrahmung zweier russlanddeutscher Akkordeonisten, nämlich Wladimir Efa aus Usbekistan mit dem Walzer Nr. 2 von Dimitri Schostakowitsch und Dr. Andreas Meier geboren in Krasnokamsk im Ural mit einem Potpourri russischer Volksweisen. Das Akkordeon-Duo begeisterte die Gäste auch mit der Polonaise "Abschied von der Heimat" von Michail Oginski, ein Musikstück, „das unter die Haut geht und die Seele berührt“, wie Horst Göbbel dankend sagte.
Zu den kulinarischen Genüssen des Abends gehörten die typisch russischen Piroschki und zum einleitenden Ohrenschmaus drei Grußworte prominenter Gäste. Horst Förther hob einige Erfolge der Stadt Nürnberg hervor, wie z.B. den Hafen, der als zweitbester in Deutschland gilt. Oder die Messe, die an 15. Stelle in der Welt steht. Er erwähnte stolz, dass die Nürnberger Bürger laut Umfrage mit ihrer Stadt sehr zufrieden seien (unter fünfzehn großen Städten steht Nürnberg an zweiter Stelle). „Sie sind nicht unschuldig an dieser Zufriedenheit, denn Sie tragen dazu bei, durch Ihre Integrationsarbeit!“ sagte er abschließend. Ähnlich lobend drückte sich auch Bürgermeister Klemens Gsell aus: „Was wir hier investiert haben, ist von Ihnen und Ihrer Arbeit für die Spätaussiedler und Heimatvertriebenen mit Zins und Zinseszins zurückgekommen.“ Von den kulturellen Leistungen sei er manchmal richtig beeindruckt und manch fränkischer Brauchtumsverein könnte neidisch darauf blicken. Richard Bartsch überbrachte die Grüße des Bezirkstags und betonte, dass das Haus der Heimat über die Stadt Nürnberg hinaus auch für viele Menschen aus dem Umland wirkt und auch deswegen der Bezirk Mittelfranken gerne seine Kulturarbeit mit fördere.
Der Jahresempfang war auch dieses Mal allen ehrenamtlichen Mitarbeitern und Ehrengästen des Hauses der Heimat Nürnberg gewidmet. Sie geben dem Haus seinen frischen Atem gelebten Gemeinsinns und das Haus den Mitwirkenden ein Stück neue Heimat.

Doris Hutter



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