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Veranstaltungen
1. Halbjahr 2007
Besuch der Schüler aus Eckental im HdH, 27.06.2007
Mundartlesungen im HdH, 23.06.2007
Kinderfest im HdH, 15.06.2007
Dankeschön-Fest für die AK 1 Mitglieder, 17.05.2007
Aussiedlerkulturtage der Stadt Nürnberg, 04.05.2007 - 06.05.2007
Hermannstadt und Großregion Luxemburg
Europäische Kulturhauptstädte 2007
, 19.04.2007
Inforeihe Deutsche aus Rußland: WER-WIE-WAS, 17.03.2007
Fortbildungstagung im HdH, 15.03.2007
Mundartlied als Zeichentrick, 24.02.2007 und 25.02.2007
Urzeln in Nürnberg und Weisendorf, 18.02.2007 und 20.02.2007
Abschluss Sprachkurse im HdH, 13.02.2007
Jahresempfang 2007, Heimkehr nach EUropa, 23.01.2007
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Veranstaltungen 1. Halbjahr 2006 >>>
Veranstaltungen 2005 >>>
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Veranstaltungen 2003 >>>
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| 27.06.2007 - Besuch der Schüler aus Eckental im HdH |
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Einen „total interessanten“ Projekttag können Gymnasiasten auch im Haus der Heimat Nürnberg verbringen. Das zeigte sich am 27. Juni, als eine Schülergruppe der 11. Jahrgangsstufe des Eckentaler Gymnasiums zusammen mit ihrer Lehrerin, Frau Gösswein, den Vormittag im Haus der Heimat verbrachten.
Die Jugendlichen hatten Interesse an den Themen „Probleme für die Spätaussiedler“, „Warum gibt es ein Haus der Heimat?“ und ganz allgemein „Zwischen Migration und Integration“ bekundet.
Zunächst stellte die Geschäftsleiterin des HdH, Doris Hutter den Verein Haus der Heimat kurz vor: dessen Entstehungsgeschichte, seine Mitglieder, Mitarbeiter und vielen Ehrenamtlichen. Danach zeigte sie einen Film über die Kurse und wichtigsten Projekte des Hauses. Nach einer Diskussion mit den Schülern schilderte Lydia Pastarnak, Aussiedlerin aus Russland, ihren Lebensweg und sprach über die Integration der Deutschen aus Russland. Abschließend wurde eine Hausführung vorgenommen.
Die Schüler beteiligten sich mit Fragen an den Gesprächen und meinten nachher, die Antworten seien „sehr gut rüber gekommen“. Die Lehrerin berichtete später am Telefon, die Schüler hätten auf dem Heimweg gesagt, sie hätten neue Sachen gehört und es sei viel besser als Schule gewesen. Frau Gösswein: „Für diese Altersgruppe ist es ein Lob hoch Drei, Frau Hutter!“ Auch fanden die Schüler laut Lehrerin den Projekttag gut organisiert und das Haus der Heimat „eine harmonische Geschichte“. Was besonders nachdenklich gestimmt, aber durchaus gut angekommen sei, war der Gedanke, „sich deutsch zu fühlen“. Für manche überzeugte Europäer eine ganz neue Erkenntnis: „Dass man sich deutsch fühlen kann!“
Doris Hutter
| 23.06.2007 - Mundartlesungen im HdH |
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"Wie uns der Schnabel gewachsen ist..."
Die im Irrhain an der Naturbühne geplanten Mundartlesungen zum Abschluss des Projektes des Pegnesischen Blumenordens (www.blumenorden.de) im und mit dem Haus der Heimat Nürnberg, bei dem Mundarten verschiedener Landschaften der Vertriebenen und Aussiedler aufgenommen und dem Institut für Germanistik zur weiteren wissenschaftlichen Verarbeitung übergeben wurden, fanden wetterbedingt am 23. Juni im Haus der Heimat statt.
Groß war die Freude, als die Uttenreuther „Pummer“ mit dem schlesischen Sommersinglied Summer, Summer, Summer! Ich bin a kleener Pummer die Veranstaltung eröffneten! 7 Enkelkinder des stellvertretenden Vorsitzenden des Hauses der Heimat, Joachim Lukas im Alter von 4 - 13 Jahren sangen schlesische Mundartlieder, obwohl ihr Schnabel in Franken gewachsen ist. Dazu fiel der Moderatorin Doris Hutter ein Spruch aus China ein: „Wenn du einen grünen Zweig im Herzen trägst, wird sich ein singender Vogel darauf niederlassen.“
Nach der Begrüßung durch Prof. Dr. Werner Kügel, Vorsitzender des Pegnesischen Blumenordens lasen Prof. Dr. Nikolaus Fiebiger, u. a. ehemaliger Präsident der Friedrich- Alexander- Universität in Erlangen und Mitglied im Wissenschaftsbeirat der Bayerischen Staatsregierung, sowie Hildegard Henschel schlesische Mundarttexte von Ernst Schenke.
Gisela Kohlhoff, gebürtige Ostpreußin trug drei Gedichte von Dr. Alfred Lau vor, wobei u. a. die Schönheit der ostpreußischen Landschaft beschrieben wird.
Die Steinbinder-Schwestern Maria, Gretel und Anna sind Sathmarer Schwäbinnen, aufgewachsen im heutigen Rumänien. Sie sangen mehrstimmig zwei Volkslieder
Dr. Otto Aczel vertrat zusammen mit Lothar Blickling das Schwäbische Banat. Beide sind im heutigen Rumänien geboren, schreiben in Mundart und haben schon Bücher veröffentlicht. Dr. Otto Aczel las Gedichte und Lothar Blickling referierte über Spottreime und Spottnamen.
Familie Deistler vertrat das Egerland. Ingrid sang, an der Gitarre begleitend, mit der 17-jährigen Tochter Irmgard das Mundart-Lied Mein Egerland, mein Heimatland, obwohl beide in Deutschland geboren sind. Gerald Deistler, Ehemann bzw. Vater der beiden Sängerinnen, ist gebürtiger Egerländer und schreibt Erzählungen und Gedichte in egerländer Mundart. Er ist Vorsitzender des Freundeskreises sudetendeutscher Mundarten und las auch Gedichte, in denen alter Volksglaube, u. a. eine egerländer Sagengestalt, das "Das Kornmännlein" vorkam.
Der Siebenbürgische Chor der Kreisgruppe Nürnberg unter der Leitung von Reinhold Schneider sang drei Lieder in siebenbürgisch- sächsischer Mundart.
Rosel Potoradi, eine Siebenbürger Sächsin trug je ein Gedicht von Viktor Kästner und Otto Piringer vor. Dabei wurde wiederholt verdeutlicht, wie ausdrucksstark die Mundart sein kann.
Doris Hutter, auch in Siebenbürgen geboren, hat u. a. Kinderverse und Theaterstücke in Mundart geschrieben und inszeniert. Sie stellte die heutige Frau in den Mittelpunkt ihres Vortrags. Dann dankte sie allen Teilnehmern, die Mühe und Weg nicht gescheut hatten, um der Mundart ein Denkmal zu setzen, und schloss mit den Worten: „Denen, die die Mundart auch in der neuen Heimat pflegen, bin ich besonders verbunden. Ich wünsche allen, dass sich auf den grünen Zweig im Herzen noch viele Vögel zum Singen niederlassen!“
Lassen Sie uns die Mundart weiterpflegen, ungeachtet manch skeptischer Stimmen!
Thomas Charlyle sagte einmal:
Die Zeit ist schlecht? Wohlan. Du bist da, sie besser zu machen!
Doris Hutter
| 15.06.2007 - Kinderfest im HdH |
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Kinderfest im Haus der Heimat am 15. Juni 2007
Buntes Kinderfest im Haus der Heimat
Der 10- jährige Kevin kam schon 15:00 Uhr, also eine halbe Stunde vor Beginn des Festes: Er wohne in der Nähe und habe seine Schwester und einen Freund dabei. Dann trug er sich in die Liste der fünf Wahlmöglichkeiten bei „Malen, Töpfern“ und bei „Spiel und Tanz“ ein. Und um 18:30 Uhr war er immer noch im Haus der Heimat, nämlich bei der Aufführung des gelernten Volkstanzes.
Eine Ausnahme? Nein. Wenn man sich die Bilder vom landsmannschaftlich übergreifenden Kinderfest der Kinder aus den HdH-Gruppen, zu dem sich diese Kinder auch Schul- oder Kindergartenfreunde einladen durften, ansieht, merkt man, wie viel Spaß auch den Jungs das Tanzen, Malen, Töpfern und Singen bereiten kann. Rund 80 Kinder machten in je zwei verschiedenen Gruppen mit: Sie tanzten und spielten mit Annette Folkendt, sangen mit Olga Philipp, bastelten mit Elke Anselm oder malten und töpferten unter der Leitung von Wladimir Egorow, bzw. Jana Shainidi. Währenddessen saßen die Eltern mit den ganz Kleinen im Grünen, tranken Kaffee und unterhielten sich. Die Kleinen vergnügten sich beim Kasperle-Theater von Herta Funar oder im „Zahlenland“ mit Nadja Gubar und Dorothea Walter und erledigten erstaunlich aufmerksam die ihnen gestellten Aufgaben.
Bewirtet von den Angestellten des Hauses der Heimat Nürnberg, fühlten sich die Kinder gut aufgehoben und die Eltern entlastet. Neugierig ließen sich die Kinder durch’s Programm führen, freundlich war der Umgang miteinander. Als das Gewitter nahte, packten viele an, um das Mobiliar ins Trockne zu bringen.
Nach einem kleinen Imbiss für die Kinder, traf man sich wieder im Seminarraum, wo die gelernten Sachen aufgeführt und die kleinen Kunstwerke vorgeführt wurden. Die Kinderdisko war der begeistert aufgenommene Höhepunkt eines fröhlichen Nachmittags. Die Kindergruppen von Olga Philipp sangen ansprechende Lieder und ließen Kinderherzen höher schlagen. Leuchtende Augen und wippende Füße, Mitklatschen und Wiegen – die Kinder folgten gebannt einigen Musikspatzen und dem Kinderchor. Alexander Philipp, der Tonmeister, reagierte gekonnt auf die Stimmung im Saal und die Organisatoren freuten sich wieder über die entschlossene Zusage mehrerer Kinder, im nächsten Jahr gewiss wieder dabei sein zu wollen.
Auch auf dem Heimweg sollen einige Kinder mehrere beim Fest gehörte Lieder gesungen haben.
Doris Hutter
| 17.05.2007 - Dankeschön-Fest für die AK 1 Mitglieder |
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Einmal jährlich wird für die Arbeitskreismitglieder ein „Dankeschön-Fest“ organisiert. 2007 fand eine Stadtführung in Fürth, anlässlich der 1000-Jahr Feier statt. Annemarie Wagner, Organisatorin der Stadtführung, berichtet:
„Die Arbeitskreismitglieder des HdH trafen sich am 17.05.2007, um 10:00 Uhr am Rathaus in Fürth, um anschließend bei einer Stadtführung die Altstadt von Fürth kennen zu lernen. Trotz des regnerischen Wetters, folgten wir begeistert unserer Stadtführerin, Frau Jungkunz, welche uns an diesem Vormittag durch die Altstadt von Fürth, durch Hintergassen und Höfe führte. Zum 1000-jährigen Geburtstag der Stadt, wurde hier viel getan. Viele Straßen und Häuser der Stadt präsentieren sich nun in neuem Glanz. Der Ort Fürth wurde 1007 erstmals urkundlich erwähnt, als Kaiser Heinrich II. ihn dem neu gegründeten Domkapitel Bamberg vermachte. Die Herrschaft über die Stadt lag zu unterschiedlichen Teilen und in wechselnden Ausgestaltungen bei dem Bamberger Domstift, den Nürnberger Burggrafen und der Nürnberger Reichsstadt. Im 30jährigen Krieg wurde Fürth, bis auf wenige Häuser niedergebrannt. Erst mit der Industrialisierung im 19. Jahrhundert, begann die Entwicklung der Stadt Fürth und die Bevölkerungszahl wuchs stetig an. Um 1950 wurde die Einwohnerzahl 100 000 überschritten und Fürth wurde zur Großstadt ernannt. Wir haben Einiges über die Stadt Fürth erfahren, über seine „Hugenotten“, welche 1685 die Stadt neu besiedelten und mit reformierten Christen aus Frankreich Fürth neu aufbauten, über die jüdischen Mitbewohner, welche die Stadt in den kommenden Jahrhunderten mitgeprägt haben, sowie auch etwas über die Rivalität zwischen den beiden Städten Fürth und Nürnberg. Es hat uns allen gefallen. Das Sprichwort: „Warum nur in die Ferne schweifen, wenn das Schöne liegt so nah?“ trifft voll zu. Wir sollten so etwas öfters wiederholen und unsere nähere Umgebung kennen lernen.
Nach der Stadtführung, ging es zur Gaststätte Grüner Baum, in die „alte Kartoffel“ wo wir uns bei einem guten fränkischen Mittagessen und einem Gläschen Wein, Bier und guten Gesprächen wieder fanden und stärkten.
Ein herzliches Dankeschön an alle, die dabei waren. Auf eine weitere gute Zusammenarbeit zwischen den Arbeitskreisen, zum Wohle unserer Mitmenschen, der Gemeinschaft bei Begegnungen und Pflege von Kultur, Tradition, und Brauchtum!“
Annemarie Wagner
| 04.05.2007 - - 06.05.2007 Aussiedlerkulturtage der Stadt Nürnberg |
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„Solidarisch unter uns Deutschen“
Aussiedlerkulturtage vom 4. – 6. Mai 2007 in Nürnberg
Im Gemeindesaal von „Maria am Hauch“ erreichte am Sonntag, dem 6. Mai die Aussiedlerparty bei bester Bewirtung durch die Sathmarer Schwaben und die Oberwischauer unter der Leitung von Anna Steinbinder und bei vertrautem Gesang einen unvergesslichen Höhepunkt. Nach einem ökumenischen Gottesdienst in hochfestlichem Rahmen – der geräumige Kirchenraum platzte förmlich aus allen Nähten, die mehr als 50 Trachtenträger (Banater und Sathmarer Schwaben, Oberschlesier, Oberwischauer und Siebenbürger Sachsen) konnten bewundert werden und Pfarrer Anton Schatz verband Teile des Johannesevangeliums wohltuend mit dem Heimatbegriff bei Aussiedlern – konnte das Fest mit Sektempfang und einem Trachtenaufmarsch, mit zwei wertvollen Ausstellungen (Rückblick auf das Aufnahmelager Friedland in den 50er und 60er Jahren durch die Zeitzeugin Adelheid Zogel und auf die Betreuung von katholischen Christen in den letzten Jahren in Sibirien und Kasachstan durch Pater Alois Parg, beide eingeführt durch Olga Vetter und Lydia Pasternak, die die Ausstellungen im Haus der Heimat hergestellt haben) so richtig starten. Stadtrat Franz Gebhardt und Horst Göbbel hatten vorher den Beitrag der Aussiedler im wirtschaftlichen, sozialen und besonders im kulturellen Leben der Stadt gewürdigt und allen Aktiven besonderen Dank für ihr gemeinnütziges Tun ausgesprochen. Während des Gottesdienstes waren der „Marienchor“ (Leitung: Willi Baumeister) und junge belebend singende Gruppen der Kirchengemeinde aufgetreten: die Jugendband der Kirche „Nervensegen“ (Leitung: Markus Kempny) sowie Schulkinderchor und Projektchor des Kindergartens Maria am Hauch (Leitung: Sofia Kloos und Rosalinde Beierkuhnlein). Im Hof spielte das Brass Quintett der Hochschule Nürnberg (Leitung: Jonucz Csaba).
Zu Beginn der Aussiedlerkulturtage 2007 – das 22. Mal ununterbrochen und immer unter der Schirmherrschaft des Nürnberger Oberbürgermeisters, derzeit Dr. Ulrich Maly, - freitags im Haus der Heimat betonte Horst Göbbel als dessen Vorsitzender in seiner Einführung in den „klassischen“ Kulturteil die Notwendigkeit des Ausbaus interkultureller Verständigung und Begegnung im langwierigen, im kontinuierlichen Prozess der Integration. Vor und nach der Begrüßung der Ehrengäste – mit dabei waren heuer Dr. Christoph Bergner, MdB, Parlamentarischer Staatssekretär, Beauftragter der Bundesregierung für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten sowie OB-Vertreter Bürgermeister Horst Förther - bezauberten uns musikalisch auch durch die hohe Qualität ihrer Darbietungen zunächst die Sprachschüler des Hauses der Heimat Jakov Volftsun (Trompete) und Inna Stambulska (Klavier) mit Tschaikowskis „Neapolitanischem Tanz“ und einer Szene aus Bizets „Carmen“ und später ganz vortrefflich Marion Enachescu (Violine) und Lydia Hammerbacher (Klavier) mit Dmitri Kabalewskys Violinkonzert in C-Dur, Allegro molto e con brio und Johannes Brahms Sonate in c-Moll, Scherzo.
Als weiterer Höhepunkt entpuppte sich auch die Aufführung des Stückes „Der steinige Weg zum Anderen“ - Eine russisch-deutsche Geschichte von Lev Protalin, präsentiert vom russisch-deutschen Theater „Brücken“ e.V. aus Erlangen.
Dr. Christoph Bergner, Aussiedlerbeauftragter der Bundesregierung, – auch er fühlte sich in unserer Mitte sichtlich wohl - stellte seinem Grußwort ein Zitat aus der Qualitionsvereinbarung der Bundesregierung voran: „Die Kultur der aus ihrer Heimat Vertriebenen und aus den Herkunftsgebieten der Aussiedler ist Bestandteil der ganzen deutschen Kultur, die wir pflegen und erhalten wollen.“ und versicherte den Zuhörern, wie wichtig auch aus der Sicht der Bundesregierung „Arbeit ist, wie sie hier im Haus der Heimat geleistet wird. Arbeit, die den Ausgangspunkt im Kern in der Aussiedler- und Vertriebenenarbeit hat und damit Kriegsfolgenbewältigung betreibt. Was auch heißt, dass wir unter uns Deutschen, die vom 2. Weltkrieg und ihrem Schicksal unterschiedlich betroffen waren, solidarisch sein wollen.“ Aus dieser Solidarität erwachse aber auch die Verantwortung, Brücken in Europa zu bauen und die Erfahrungen der Aussiedler im Rahmen der Integrationsarbeit auch an andere Zuwanderergruppen weiterzugeben. Dafür sei das Haus der Heimat Richtung weisend, wofür er dankte und weiterhin Erfolg wünschte.
Bürgermeister Förther traf die Stimmung des Abends, als er begeistert verkündete: „Sie zeigen, wie lebendig diese Kultur ist!“, wobei er das Besondere daran mit dem schmackhaften Gürkchen auf einem guten Wurstbrot verglich. Zuerst wäre die Kultur mitgenommen, also exportiert worden, im Laufe der Zeit habe sie sich verändert und käme nun als Reimport wieder nach Deutschland, witzelte der Bürgermeister. Über seiner ganzen Rede stand jedoch sein anfangs erwähnter Spruch, der im Opernhaus von Palermo zu sehen ist: „Kunst erweckt den Menschen und zeigt sein Leben“.
Der anschließende Sekt -Empfang bot beste Gelegenheiten, uns auch mit unseren Ehrengästen auszutauschen und eine Bilderausstellung junger Künstler aus dem Bereich der LM der Deutschen aus Russland anzusehen.
Freitags, samstags und sonntags gaben uns neben Dr. Christoph Bergner und Bürgermeister Förther u.a. die Ehre: Bürgermeister Dr. Clemens Gsell, der CSU-Generalsekretär Dr. Markus Söder (MbL), mehrere Stadträtinnen und Stadträte (Helmine Buchsbaum, Rita Heinemann, Jutta Bär, Prof. Dr. Hartmut Beck (CSU), Gabriela Heinrich und Anita Wojchiechowski (SPD)), der Aussiedlerbeauftragte der Stadt Nürnberg Wolfgang Lang, außerdem Dr. Stefan Schweiger von der FDP Nürnberg, Werner Henning, Vorsitzender des BdV Nürnberg sowie der UDV, sowie zahlreiche Vorsitzende und Kulturreferenten der im Haus der Heimat aktiven Landsmannschaften und Kulturvereine.
Doris Walter, Russlanddeutsche und im Jahr 2007 Vorsitzende des Aussiedlerbeirates, erörterte in ihren einführenden Begrüßungsworten im Großen Saal des Gemeinschaftshauses Langwasser beim Bunten Nachmittag u.a. Aspekte wie historisches Herkommen, Sitten und Bräuche von Aussiedlern, deren leidvolle Erfahrungen nach dem Zweiten Weltkrieg ebenso wie deren große, unverzichtbare Leistungen in der hiesigen Gesellschaft, ihr Bekenntnis zur alten und zur neuen Heimat, ihre „bikulturelle Identität als Herausforderung und Chance“, um zusammenfassend festzuhalten: „Unsere Herkunft ist zwar unterschiedlich, unsere Zukunft jedoch gemeinsam.“
Bürgermeister Horst Förther, der den erkrankten Oberbürgermeister Dr. Maly sowohl am Freitag als auch am Samstag mit bemerkenswerten Grußworten vertrat, hielt treffend fest: „Integration ist kein Selbstläufer, sie ist eine Daueraufgabe“ und in diesem Prozess spiele das Haus der Heimat mit seiner Brückenfunktion eine eminente Rolle. Seine Erfoge „tun dem Stadtteil gut, der Stadt, den Aussiedlern.“ Dr. Markus Söder, unser LM-Mitglied , MdL und Generalsekretär der CSU, lobte das Engagement der Aussiedler, des Hauses der Heimat, besonders dessen Integrationsarbeit („Hier arbeiten Menschen, die mehr tun als ihre Pflicht!“) und betonte: „Integration heißt für mich, dass wir uns nicht nach denjenigen zu richten haben, die zu uns kommen, sondern diese nach uns.“ Bürgermeister Dr. Klemens Gsell erwähnte die hohe Qualität der Auftritte der Kinder, die mit Herzblut dabei seien, nannte die Aussiedler einen wichtigen Bestandteil unserer Stadtkultur und führte den Gedanken von Dr. Söder weiter, als er sagte: „Es gilt, hier unsere Gesellschaft im abendländischen Sinn, selbstbewusst in Europa, selbstbewusst in Deutschland, aufzubauen.“
Der Kulturteil bot den Teilnehmern die Gelegenheit, unterschiedliche musikalische und tänzerische Einlagen zu genießen. Die musikalische Einstimmung besorgte in bewährter Qualität die Siebenbürger Blaskapelle Nürnberg e.V. unter der Leitung von Richard Taub und Hans Welther. Die folgenden Darbietungen gaben ein vielseitiges Bild. Zu bewundern waren die Kindertrachtengruppe der LM der Banater Schwaben Nürnberg (Leitung: Elke Anselm und Herta Funar), die Mädchentanzgruppe in ihren neuen Trachten (LM der Deutschen aus Russland Nürnberg, Leitung: Franz Hof), die Kindertanzgruppe Herzogenaurach (LM der Siebenbürger Sachsen Nürnberg, Leitung: Gerhard Berner u. Reinhold Burkart), Musikspatzen, Kinderchor, remix und Volksquelle (Deutsche aus Russland, Haus der Heimat, Leitung: Olga Philipp), die Jugendtanzgruppe der LM der Deutschen aus Russland Nürnberg (Leitung: Franz Hof), der Chor „Heimatklänge“ (LM der Deutschen aus Russland Nürnberg, Leitung: Charlotte Kirchmeier), die Volkstanzgruppe Herzogenaurach (LM der Siebenbürger Sachsen Nürnberg, Leitung: Gerhard Berner u. Katharina Fuss), der Siebenbürgische Chor Nürnberg (Leitung: Reinhold Schneider), die Trachtengruppe der LM der Banater Schwaben Nürnberg (Leitung: Anton Weber), das Akkordeonduo Dr. Andreas Meier und Natali Karpej mit Kristina Meier an der Violine, Deutsche aus Russland und die Tanzgruppe Oberasbach (Leitung: Rafael Haaf). Durch das Programm führte belebend Sandra Hirsch. Zum Abschluss gab es einen vielbeachteten gemeinsamen Volkstanz unter der Leitung von Fritz Arnold. Die Gesamtkoordination der Kulturtage besorgte Doris Hutter. Mit seinem breiten Angebot an Tanz, Musik, Theater und Ausstellungen boten auch die Aussiedlerkulturtage 2007 ein schönes Beispiel gelebten Gemeinsinns.
Horst Göbbel / Doris Hutter
| 19.04.2007 - Hermannstadt und Großregion Luxemburg
Europäische Kulturhauptstädte 2007
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Es wäre nicht Horst Göbbel, wenn das Publikum bei seinem Vortrag am 19. April im Haus der Heimat Nürnberg im Zweifel geblieben wäre, wie eine Europäische Kulturhauptstadt eigentlich zustande kommt, oder nicht erfahren hätte, was total unbekannte Medien über unser geliebtes Hermannstadt schreiben. So beschreibt das Eurasische Magazin in seiner Ausgabe 8 vom Jahr 2006 das große Ereignis mit den Worten: „Hermannstadt alias Sibiu, eine der schönsten mittelalterlichen Städte in Rumänien, lag über Jahrzehnte in einem Dornröschenschlaf. Dieser ist nun definitiv zu Ende. Die Stadt macht sich schön, um im Jahr 2007 würdige Kulturhauptstadt Europas zu sein. Sehenswert ist das historische Hermannstadt mit seinen mittelalterlichen Handwerker- und Patrizierhäusern und seinen weitläufigen Plätzen schon jetzt, in seiner wohl spannendsten Phase der Totalerneuerung.“
Das zahlreiche Publikum erfährt, dass der Referent 10 Tage vor dem Vortrag zuerst in Hermannstadt und dann in Luxemburg war, um eigene Fotos zu schießen und um das jeweilige Flair der beiden Städte hautnah zu erleben und beschreiben zu können. Das ist ihm auch nachhaltig gelungen und wurde vom Publikum angemessen honoriert.
Die schönen Fotos von Hermannstadt- gut bekannt und doch immer wieder eine mit Gänsehaut verbundene Herzensangelegenheit. Verbunden mit der passenden Musik vergisst man die Zeit und gleitet individuell in eine Vergangenheit, die man so nicht erlebt hat und doch vertraut empfindet. Stolz macht sich breit, aber auch Sorgen über die noch ungelösten Probleme von Hermannstadt. Kurz wird die Geschichte Hermannstadts seit der Einwanderung der Sachsen und Gründung von Hermannsdorf angesprochen. Welche Genugtuung das Jahr 2000, als Klaus Johannis zum Bürgermeister der Stadt gewählt wurde, der erste deutsche Bür-germeister nach 1945! Schon dafür verdient Hermannstadt den Titel Europäische Kultur-hauptstadt…
Aber Luxemburg? Natürlich kennt man die Stadt - vor allem als Zentrum europäischer Institutionen und wir auch durch die Verbindung zu Hermannstadt -, aber 1995 trug die Stadt Luxemburg schon einmal diesen Titel!
Horst Göbbel klärt auf: Mit Beschluss des Rates der Europäischen Union wurde am 13. Juni 1985 der Vorschlag der damaligen griechischen Kulturminsterin Melina Mercouri umgesetzt. Dieser sah vor, jährlich eine europäische Kultur(haupt)stadt zu benennen, mit dem Ziel, die europäische Integration zu stärken. Jede europäische Kulturhauptstadt steht unter dem Motto: „Herausstellung des Reichtums, der Vielfalt und der Gemeinsamkeiten der europäischen Kulturen und Förderung des besseren gegenseitigen Verständnisses unter den Bürgern der Europäischen Union“. Kulturhauptstadt zu sein, ist freilich eine große Herausforderung in kultureller, touristischer und menschlicher Hinsicht. Kommission und Rat einigten sich bereits auf eine Liste von Ländern bis 2018. Dabei stellt grundsätzlich je einer der bisherigen 15 EU-Staaten und einer der inzwischen 12 Erweiterungsstaaten eine der beiden Kulturhauptstädte. Und diesmal ist es das Großherzogtum Luxemburg oder „Groussherzogtum Lëtzebuerg“ (lux.) mit dem bekannten Wahlspruch: Mir wölle bleiwe wat mir sin! Die drei Amtssprachen sind Französisch, Deutsch und Lätzebuergisch und die Hauptstadt Luxemburg hat 82.800 Einwohner, davon fast 40% Ausländer. Seine Staatsform ist die Konstitutionelle Monarchie (Haus Nassau-Weilburg) und Staatsoberhaupt seit 2000 Großherzog Henri, geboren 1953, seine Gemahlin heißt Maria Theresa. Dadurch unterscheidet sich Luxemburg schon mal wesentlich vom heutigen Hermannstadt. Die Bilder zeigen u. a. eine malerische Stadt im Grünen mit ihren beiden Flüssen und zahlreichen Festungsüberresten, eine Weltstadt mit überaus freundlichen Einwohnern und einem solid zur Schau getragenen Reichtum. Es lohnt sich ganz besonders, sie heuer zu besuchen, weil sie geleitet von einem allgegenwärtigen blauen Hirsch, zwei rote Fäden durch ein Kulturjahr spinnt, das viele überraschende Einblicke und inspirierende Momente verspricht: „Grenzen überschreiten" und „das Unerwartete" erleben.
Doris Hutter
| 17.03.2007 - Inforeihe Deutsche aus Rußland: WER-WIE-WAS |
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"Sibirien im Blick deutscher Missionare"
„Rußland! Es ist eines der größten Länder der Erde. Wenn im Norden noch klirrender Frost herrscht und heulende Schneestürme die Straßen verwehen, blühen tief im Süden schon die Aprikosen….“
Ein verschneites Dorf, Wald und Berge auf der Projektionsleinwand, schöne Musik im Hintergrund… so begann am 17.03.07 im Gemeindesaal der Pfarrkirche Heiligste Dreifaltigkeit die 8. Folge der Inforeihe “Deutsche aus Rußland: Wer-Wie-Was“ organisiert vom Haus der Heimat Nürnberg durch Olga Vetter und Lydia Pastarnak in Zusammenarbeit mit dem Pfarramt der Kirche.
Das Thema „Sibirien im Blick deutscher Missionare“ wurde den Seelsorgern der Katholischen Kirche aus Nürnberg, Schwester Anna Egger und Pater Alois Parg, gewidmet. Die beiden arbeiteten mehrere Jahre in Russland, in Sibirien. Sie halfen beim Aufbau der Katholischen Kirche in Russland, machten Exerzitien, Schulungen und bereiteten Menschen in Sibirien zu Taufen, Firmungen sowie Trauungen vor.
Bewegend erzählten die beiden Referenten von ihrer Arbeit, von Eindrücken, Erlebnissen, Schwierigkeiten, vom Positiven und Negativen. Beide erlebten die Gastfreundlichkeit, Herzenswärme und großes Interesse für Religion bei den Menschen in Sibirien. Das rauhe, kalte Klima fanden die beiden gar nicht so schlimm. Weil die Natur wild, aber wunderschön ist und die Menschen so gut, hilfsbereit und offen sind. „Der Eindruck von Land und Leute ist wunderbar. Das sind unvergeßliche Tage!“ - so Schwester Anna.
Zahlreiche Zuhörer aus der Nachbarschaft, aus der Gemeinde und Sprachschüler aus dem HdH hörten mit großem Interesse zu. Die musikalische Umrahmung machte der Chor „Heimatklänge“ mit deutschen und russischen Liedern. Geselliges Beisammensein mit Kaffee und Kuchen, Dialogen an den Fotoausstellungen, die die Zeit von Schwester Anna und Pater Alois in Sibirien zeigt, Gespräche und Austausch von Meinungen machte eine warme, freundliche Atmosphäre zwischen allen Anwesenden.
Es war ein wichtiges gegenseitiges Kennenlernen.
Lydia Pastarnak
| 15.03.2007 - Fortbildungstagung im HdH |
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Das Beispiel Werner Bergengruen–
Fortbildungstagung im Haus der Heimat am 15. 03.07
„Wir sind überflüssig, aber nicht zu ersetzen ...“
„Wir sind überflüssig, aber nicht zu ersetzen ...“ So äußerte sich Werner Bergengruen (1892-1964) zur Rolle der Deutschen in der Kultur der baltischen Länder Estland, Lettland, Litauen. Er wusste sehr genau, was die Deutschbalten in diesem europäischen Kulturraum im Lauf der Jahrhunderte seit der deutschen Ostsiedlung geleistet haben. Er wusste auch um die völker- und menschenverbindende Rolle von Kultur. Als aufrechter Mensch seiner Zeit, wusste er auch, wo das Übel sitzt und wie man ihm begegnen kann, ohne sich zu verbiegen.
Der Dichter Werner Bergengruen ist aus dem Bewusstsein der literarischen Öffentlichkeit in Deutschland fast völlig verschwunden. Dabei war er bis in die späten 1960er Jahre einer der repräsentativsten und viel gelesenen deutschen Autoren des 20. Jahrhunderts.
Werner Bergengruen wurde 1892 als Sohn eines Arztes in Riga geboren und starb 1964 in Baden-Baden. 1936 konvertierte er mit seiner Familie zum Katholizismus. Im „Tausendjährigen Reich“ gehörte er zur heute oft unverstandenen „Inneren Emigration“. Bergengruen arbeitete als Journalist und übersetzte russische Klassiker wie Tolstoi, Turgenjew oder Dostojewski ins Deutsche. Er ist vor allem durch seine historischen Romane berühmt geworden. 1935 erschien „Der Großtyrann und das Gericht“, eine Parabel über den Missbrauch der Macht in der Diktatur und das wohl eindrucksvollste Werk der „Inneren Emigration“. In einem Gutachten des „Gaupersonalamtes München/Hauptstelle für politische Beurteilungen“ hieß es: „Weder er noch seine Kinder sind Mitglied einer Parteigliederung. Der deutsche Gruß ‚Heil Hitler’ wird weder von ihm noch von seiner Familie angewendet. Eine NS-Presse bezieht er soweit bekannt ebenfalls nicht. Bemerkt sei noch, dass B. konfessionell stark gebunden ist.“
Bergengruen war ein Parteigänger der Freiheit und wahrer Nonkonformist. Als humaner Schriftsteller und klarer politischer Kopf hat er Erhellendes über das Leben in der Diktatur, den Gegensatz von äußerer und innerer Emigration verfasst. Er setzte der „nationalsozialistischen Ideologie ein von christlich-humanistischen und gesamteuropäischen Traditionen gespeistes Welt- und Menschenbild entgegen.“ (Frank-Lothar Kroll)
Der Leistungskurs Sozialkunde/Geschichte 12 und das Studienseminar 2007-2009 am Hans-Sachs-Gymnasium Nürnberg hatten die ungewöhnliche Gelegenheit, am 15. März 2007 an einer Veranstaltung der Regionalen Lehrerfortbildung im Haus der Heimat Nürnberg vom wohl besten Kenner Werner Bergengruens und dessen Werk – Prof. Dr. Frank-Lothar Kroll von der Technischen Universität Chemnitz (Forschungsschwerpunkte Europäische Geschichte bzw. Ideen- und Kulturgeschichte des 19. und 20. Jh., Deutsche und ostmitteleuropäische Geschichte, Geschichte Preußens und des Dritten Reichs), zugleich Präsident der Werner Bergengruen Gesellschaft – und von einer Tochter Bergengruens, Maria Schütz, über die totalitäre Erfahrung, über das Lebenswerk, über seine zeitbezogene Aktualität und über das familiäre Umfeld Bergengruens auf besondere Art informiert zu werden. Der Titel der Veranstaltung lautete: „Literarischer Widerstand im totalitären System. Das Beispiel Werner Bergengruen“, die Organisation und Leitung oblag dem Leiter des Sk/G-Leistungskurses Horst Göbbel, zugleich Vorsitzender des Vereins Haus der Heimat.
Kompetent, anspruchsvoll und schwungvoll hat Prof. Kroll einen Menschen und seine Zeit, seinen warmherzigen, manchmal skurrilen, bizarren Humor, das Spannungsfeld zwischen Freiheit und Notwendigkeit sichtbar gemacht. Maria Schütze, die Tochter eines Mannes klarer Prinzipien, ein unbescholtener, unkorrumpierter Autor in der Diktatur, ein Mensch, dem Kulturvermittlung und Völkerverständigung am Herzen lag, hat bestimmt in der Sache und feinfühlig im Detail in eine besondere, längst nicht mehr existierende Welt eintauchen lassen.
Der Erkenntnisgewinn an diesem Tag, zustande gekommen auch im Diskussionsteil im gastfreundlichen und jungen Menschen in besonderem Maße aufgeschlossenen Haus der Heimat, ein Haus der Begegnung und Kultur, äußert sich in Aussagen wie: Die Veranstaltung sei auch durch den unterschiedlichen Zugang (Wissenschaftler und Familienangehörige) auf „hohem wissenschaftlichem Niveau“, „historisch fundiert“, „informativ und abwechslungsreich“, „interessant und facettenreich“, „bereichernd“, „inspirierend“, „spannend, lebendig“, „sogar amüsant“, gewesen. Geäußert wurde auch: „Für mich als Naturwissenschaftler eine vortreffliche Gelegenheit, mich mit einem sonst etwas vernachlässigten Thema zu beschäftigen“, „...hat uns Naturwissenschaftlern den Inhalt anderer Unterrichtsfächer auf einem etwas höheren Niveau nähergebracht“, „Dozent und Zeitzeugin boten eine gute Mischung aus Sachkenntnis und persönlichem Erleben“, schließlich: „Die Atmosphäre im Hause war sehr angenehm.“
Horst Göbbel
| 24.02.2007 - und 25.02.2007 Mundartlied als Zeichentrick |
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Mundartlied: „Det Frähjohr kit än de Wegden…..“
Kinderzeichenprojekt in Zusammenarbeit mit dem Medienpädagogischen Verein „Blickwechsel e.V.“
In den Faschingsferien, 24.-25. 02.07, fand im Haus der Heimat Nürnberg, gefördert auch von der LM der Siebenbürger Sachsen, ein zweitägiges Zeichentrickprojekt für Kinder statt. Die Trickbox und die nötige Technik: Video- Digitalkamera, Notebook, Drucker wurde vom Verein Blickwechsel e.V. zur Verfügung gestellt. Sabine Eder, Medienpädagogin für Kinder und Jugendliche betreute die Gruppe und half den sächsischen Text des Liedes „Det Frähjohr kit än de Wegden“ in Bilder umzusetzen.
Zuerst wurden Gruppen gebildet die verschiedene Aufgaben übernahmen. Frank, Karline und Lysander arbeiteten mit Legebuchstaben und filmten den Vorspann des Filmes. Den Hintergrund für die Wiesenlandschaft malten Sabine, Alex, Kathrin und Julia. Dabei wurden die kleinen „Palmizker“ (Palmkätzchen) auf gemalte Äste geklebt und ein „Bäsch“ (Wald) und „Bach“ sowie „Blomen“ (Blumen) rundeten die Kulisse ab. Die Sonne und Vögel malte Katharina. Schwierig war es mit den gezeichneten Personen – da musste man die beweglichen Teile (Arme und Beine) sowie das Zubehör: Messer, Pfeife, Blumen, Kränze einzeln ausschneiden und auf Pappe fixieren. Bettina, Alexander, Kathrin und Silke malten die Hauptdarsteller.
Nun hieß es, diese Figuren „tanzen“ zu lassen. Den Umgang mit der Filmkamera, die Einstellungen zu kontrollieren sowie Aufnahmen zu machen, lernten die Kinder auf Anhieb. Über einen angeschlossenen Fernseher konnte man die Arbeit überprüfen. Die mühevolle stundenlange Kleinarbeit erwies sich letztendlich als eine kurze Darbietung von nur drei Minuten.
Der Abspann enthält eine gefilmte Personenaufnahme, wo jedes Kind sich selber im sächsischen Dialekt vorstellt.
Da nicht alle gleichzeitig an der Trickbox arbeiten konnten, wurden auch noch andere schöne Dreidimensionale Animation Gifs erstellt, wobei Alex, Alexander und Silke die Playmobilfiguren als Statisten benutzten. Großen Spaß bereiteten Katharina, Kathrin und Julia das „Zaubern“ mit der Kamera. Wie man plötzlich eine andere Person herbeizaubern kann, will auch gelernt werden.
Auf der Homepage kann man den Film als Windows Media Video runterladen.
Annette Folkendt
| 18.02.2007 - und 20.02.2007 Urzeln in Nürnberg und Weisendorf |
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Urzeln mit viel Herz
in Nürnberg und Weisendorf
Einmalig waren am 18. Februar in Nürnberg das sonnig-trockene Wetter und „so viele Zus-chauer wie nie“ beim Fastnachtszug, nämlich rund 175.000 (NN, 19.02.07) ausgelassene Fast-nachts-Fans, die die Straßen säumten. Rund 50 Urzeln, die ab 13 Uhr besonders diszipliniert die Zuschauer von den Peitschenknallern und die Reifenschwinger vor dem Publikum schützten, „knallharte“ Urzeln und begeisterter Nachwuchs pflegten darüber hinaus ein besonders herzli-ches Urzeltreiben: Furcht erregend knallten zwar traditionsgemäß vorne weg einige Urzeln, um das heidnische Element des Böse-Geister-Vertreibens zu zeigen, jedoch versuchten die restlichen Urzeln, die Zuschauer in ein fröhlich ausgelassenes Spiel mit einzubinden, indem sie laut lärmend und zugleich freundlich Krapfen spendend, erschreckend und doch liebevoll zugleich, närrisch aber mit Herz auf die Zuschauer zugingen. Und es kam an. Auch bei vielen oft verängstigten Kleinen. Man fand sich gegenseitig toll.
Bewundert wurden auch heuer die Reifenschwinger. Zu den Akkordeonklängen des Franken Reinhold Burkart und des Siebenbürger Sachsen Christian Fuss, schwangen Gitte Henning, 21 aus Uehlfeld und erstmals in Nürnberg Sabine Herberth, 16 aus Raindorf souverän während des Umzugs 1 oder 3 und am Nachmittag Gitte sogar 6 volle Weingläser in ihren Reifen.
Das Singen in der U-Bahn, wo Mitreisende einstimmten, und Knallen im U-Bahnschacht waren ebenfalls außergewöhnliche Erlebnisse. Im Haus der Heimat wurden für die Helfer noch einmal Leckerbissen der Knall- und Reifenschwingerkunst geboten, danach das Urzelkraut genossen und alle noch nicht getauften Urzeln zünftig getauft.
Zu den Krapfen der Bäckerei „Ludwig“, die im Umzug verteilt worden waren, gesellten sich weitere Backwaren und helfende Hände von Angehörigen der beteiligten Urzelfamilien. Wäh-rend die Urzeln abends noch tanzten, kegelten die Urzelchen oder sie übten im Hof das Knallen. Dank aller wurde der vom HdH und der LM der Siebenbürger Sachsen geförderte Urzeltag im Haus der Heimat wieder zu gelebtem Brauchtum und erlebter Gemeinschaft.
Dasselbe fühlte man am Faschingsdienstag in Weisendorf auch: 40 Gäste durften das Urzelkraut im Hause von Brigitte und Gerhard Berner genießen. Es waren 27 Urzeln und deren (Groß)Eltern. 14 Uhr ging der von den Urzeln angeführte Umzug los. Reifenschwingerin Sabine Herberth bekam einen neuen Akkordeonspieler, Steffen Schulze, gebürtiger Magdeburger, der vom Brauch so begeistert ist, dass er in Zukunft wieder dabei sein möchte.
Nach dem Umzug waren alle Teilnehmer in die Mehrzweckhalle geladen worden. Die Urzeln boten auch dort ein kleines Programm. Landrat Eberhard Irlinger, der die Urzeln im Umzug zum 1. Mal erlebt hatte und erst nachher erfuhr, wer sie sind, sagte anerkennend: „Ich hätte es mir denken müssen, dass es die Siebenbürger Sachsen sind!“ In diesem Sinne: Dank an alle Brauchtumspfleger!
Doris Hutter
| 13.02.2007 - Abschluss Sprachkurse im HdH |
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Der Seminarraum des HdH füllte sich am 13. Feb. erneut mit Sprachschülern und den Ehrengästen Vorsitzender des HdH, Horst Göbbel, Vorsitzende der LM der Siebenbürger Sachsen, Inge Alzner, ehrenamtliche Betreuerinnen Irma Moser, Dorothea Schmeißner-Lösch und Ilse Großmann. Dabei wurde von den Sprachschülern wieder in Form von Text oder musikalisch tiefe Dankbarkeit an die Stadt Nürnberg für die Förderung und an das Haus der Heimat für Unterricht, Hilfe in verschiedenen Lebenslagen, Ratschläge, Hinweise sowie Wärme und Herzlichkeit vermittelt. Letzteres ist in besonderem Maße den beiden Sprachlehrerinnen Olga Vetter und Lydia Pastarnak zu verdanken, die den Schülern in ihren Klassen nicht nur wertvolle Hilfe, sondern durch Respekt und Hinwendung das Gefühl der Wertschätzung geben. So flossen auch Tränen, weil eine schöne Zeit im HdH vorüber war.
Allerdings wurde auch fröhlich gefeiert: Auch im offiziellen Teil wurde dem Fasching Rechnung getragen. Olga Vetter war als Lehrbuch verkleidet, ein Prinzenpaar (Horst Göbbel und Lydia Pastarnak) begrüßte und unterhielt kurz die Schüler und die Geschäftsleiterin Doris Hutter versuchte als Schneiderin, im Namen der Integration, alle gleich zu machen, was niemand wollte, also unterlassen wurde. Die Reden waren entsprechend locker und humorvoll.
Zwischen den Darbietungen der Sprachschüler und später beim Tanzen sang unter der Leitung von Olga Philipp die HdH-Gesangsgruppe „remix“, deren verbreitete gute Stimmung von allen Teilnehmern fröhlich feiernd begrüßt wurde. Gute Stimmung und viele freundlichen Worte begleiteten diese Abschlussfeier, die wieder bewiesen hat, dass Begegnungen einen gewichtigen Aspekt beim Einleben und Wohlfühlen in Deutschland darstellen.
Doris Hutter
| 23.01.2007 - Jahresempfang 2007, Heimkehr nach EUropa |
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„Rumäniens Heimkehr nach EUropa“. Unter diesem Motto stand der Jahresempfang 2007 am 23. Januar im Haus der Heimat in Nürnberg, ein Empfang, der den zahlreichen Anwesenden - unter ihnen MdL a.D. Dr. Sieghard Rost, Regierungsvizepräsident von Mittelfranken Heinz Grunwald, Stadtrechtsdirektor Dr. Hartmut Frommer, SPD-Fraktionschef im Nürnberger Rathaus und an diesem Abend auch Vertreter des OB Dr. Ulrich Maly, Gebhard Schönfelder, Stadträtinnen und Stadträte von der SPD (Gabriela Heinrich, Gabriele Penzkofer-Röhrl), von der CSU (Jutta Bär, Aliki Alesik, Prof. Dr. Hartmut Beck, Werner Gruber), von Bündnis 90/Die Grünen Jürgen Wolf, von der FDP Utz Ulrich und zahlreiche andere Ehrengäste von städtischen Institutionen oder befreundeten Vereinen – aus aktuellem Anlass ein für viele bestenfalls flüchtig bekanntes Land, eine europäische Region besonderer Art auf vielfache Art näher gebracht hat.
Eine Bilderfolge mit prägnanten Fotos aus Rumänien, mit der Romanze „Mie dor de ochii tai frumosi…“ unterlegt, leitete den Vortrag mit inhaltlichem Tiefgang „Rumäniens Heimkehr nach EUropa“ von Oliver Lenich ein. Der Referent ist Diplom-Politologe und Doktorand an der Universität Bremen und Rumänienkenner aus erster Hand (er hat die letzten drei Jahre in Rumänien geforscht und dabei auch rumänisch gelernt).
Sein auf ausgesuchte Themenfelder ausgerichteter Vortrag hat sowohl Rumäniens Weg in die EU nachgezeichnet, als auch den Versuch einer Prognose über die zukünftige Rolle Rumäniens als Mitgliedsstaat unternommen. Rumänien habe es nach einer langen Durststrecke, so Lenich, geschafft: Seit dem 1. Januar 2007 ist es nun Mitglied der Europäischen Union. Der junge Doktorand sprach hier den für seine Begriffe verfrühten Beitrittszeitpunkt Rumäniens an, da sich die vor allem durch den Beitrittsdruck begonnenen Reformen noch nicht als nachhaltig und vor allem erfolgreich erweisen konnten. Bezüglich der Mehrzahl der Kritikpunkte, die für gewöhnlich gegen Rumänien vorgebracht würden, müsse jedoch angemerkt werden: Wer im Glashaus sitze, solle nicht mit Steinen werfen, denn vor allem in Deutschland seien Aufsehen erregende Korruptionsskandale in den letzten Jahren keine Seltenheit gewesen. Auch in den meisten zum 1. Mai 2004 beigetretenen neuen Mitgliedsstaaten stellte die Kommission wiederholt dieselben Mängel fest, wie sie Rumänien vorgehalten werden. Zu den kritisierten Evergreens in den Fortschrittsberichten, die auch zum Beitrittszeitpunkt nicht vollständig abgeschafft werden konnten, gehörten auch dort vor allem die schwache öffentliche Verwaltung und das ineffiziente Justizwesen.
Nach dem Beitritt läge nun die Verantwortung für eine erfolgreiche Mitgliedschaft bei der rumänischen Bevölkerung. Er sei zuversichtlich, betonte Lenich, dass Rumänien seine Reformen fortführen würde und sich zu einem authentischen EU-Player entwickle, der zwar traditionell selbstbewusst, jedoch zugleich konstruktiv und gemeinschaftlich an den drängenden Zukunftsprojekten der Union partizipieren wird. Zu nennen seien hier die bereits absehbare dritte Runde der EU-Osterweiterung, sowie die Verfassung der Europäischen Union. Es müsse sich aber noch zeigen, wie sich die engen Kontakte zu den USA auswirken werden, denn das Land könne sich keinen euro-atlantischen Spagat wie Großbritannien leisten. Rumänien identifiziere sich jedoch wie kaum ein anderes Land mit Europa und der Europäischen Union. Er, Oliver Lenich, sei während seines dreijährigen Arbeits- und Forschungsaufenthalts immer wieder positiv überrascht worden, wie allgegenwärtig die EU bereits seit vielen Jahren im rumänischen Alltagsbild vertreten sei: etwa durch Fahnen an Amtsgebäuden, mittels Hinweisschildern bei geförderten Infrastrukturprojekten und zuletzt auch auf neuen KFZ-Kennzeichen – sogar bereits Monate vor dem Beitritt, so dass das EU-Emblem mit dem rumänischen Staatswappen provisorisch überklebt werden musste.
Eine freudige Überraschung war für den Vortragenden an diesem Abend im Haus der Heimat das starke Interesse an der rumänischen Gesamtthematik. Das Nürnberger Publikum habe sich aus seiner Sicht als interessiert erwiesen und habe begierig Fragen gestellt. Vielleicht konnte diese gelungene Veranstaltung dazu beitragen, dass Rumänien nun ein Stückchen weniger Terra incognita sei. Die ersehnte Heimkehr nach Europa habe das Land nun jedenfalls erreicht, meinte Oliver Lenich.
Abschließend dankte Horst Göbbel dem Referenten, der Musikgruppe „remix“, den Organisatoren und den treuen Gästen und hob hervor, dass die Aussiedler, die Zuwanderer zwar in Deutschland leben, aber eben auch in Zusammenhängen, die nicht auf Deutschland begrenzt sind. In diesem Spannungsfeld zwischen dort und hier befinde sich auch dieses Haus der gelebten Integration. Integration, die klug macht. Beide. Die Integrationswilligen und die Aufnehmenden.
Horst Göbbel
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